Eine Benzinpumpe für XJ 600 S

Ich (Achim) bin, seit Dezember 1993, stolzer Besitzer einer Yamaha XJ 600 S (BJ.93, Type 4BR..). (Einbaubericht)

Technische Daten

Hubraum:   599 cm3
Leistung:   34 / 50 / 61 PS
z.Zt.: 50 PS = 37 KW bei 7500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: z.Zt. 170 Km/h
Leergewicht:   202 Kg
Zul.Gesamtgewicht:   397 Kg
EZ.: 15.12.1993
Wie Uwe ja bereits in seinem Bericht über die Entstehung unserer Bikergruppe beschrieben hat, hat er, nämlich der Uwe, mich zum Motorradfahren gebracht, obwohl ich früher immer gesagt habe, "Ich, zwei Räder und ein Motor, nein Danke, das gehört nicht zueinander". Ich war immer nur lieber der Beifahrer bei Uwe.

Aber wie er nun mal so ist, gab er es nicht auf, und nutzte jede erdenkliche Möglichkeit um mir möglichst ein schlechtes Gewissen einzureden, was ihm dann ja auch 1993 gelang.

Ich machte also meinen "Lappen", und machte auf einer geliehenen CB 400N meine ersten Erfahrungen.
Wie sich nun jeder vorstellen kann, ist ein eigenes Bike logischer Weise das, was dann doch her muß.
Also, es war der Motorrad-Weihnachtsmarkt in Neumünster, Uwe und Margret hatten mich und meine Frau (Sigrid) eingepackt, und schleppten uns ganz unverfänglich durch die Hallen. Ich wollte mir eigentlich nur eine Gebrauchte für den Anfang kaufen. Es fand sich aber Nichts wirklich Vernünftiges, wodurch ich dann, an einem Yamaha-Stand, auf die XJ 600 S gestoßen bin.
Dieses Bike passte von der Größe, Art und vor allen Dingen auch gerade so vom Preis.
Langer Rede kurzer Sinn, das Bike wurde gekauft.
Gleich wurden noch im ersten Winter ein paar kurze Touren gefahren. Doch dann wurde es doch richtig Winter, und das gute Stück blieb in der Garage stehen.
Nach ein bis zwei Monaten sollte es wieder losgehen, doch die Enttäuschung war groß, denn der Motor wollte erst nach längerem "nudeln" wirklich anspringen. Komentar meines Händlers: "Das ist bei dieser Type nun mal so".
Im letzte Jahr entdeckte ich in einem Forum für XJ-Biker einen Hinweis, daß es bereits seit längerer Zeit auf Kulanz von Yamaha einen Nachrüstsatz (4BR-W1390-00) für mein Bike, zum Nachrüsten einer elektrischen Benzinpumpe, gibt, da dieses Problem bei Yamaha erkannt wurde. Da gab es für mich nur eins, hin zu meinem Händler, und bestellen.
Für den Einbau der Benzinpumpe, die es wirklich zum Nulltarif auf Kulanz gab, wollte dieser,  in Wahlstedt, einen in meinen Augen viel zu hohen Einbaupreis haben.
Mein Gedanke und Uwe's Kommentar, "das machen wir doch selber"
03.März 2002
Jetzt, am 03.März 2002 war es denn endlich so weit, Uwe und Ich hatten endlich mal gemeinsam Zeit, oder nahmen sie uns, selbst das Wetter spielte einigermaßen mit, (Ich bin nämlich nur ein Schönwetterfahrer); und der Einbau konnte stattfinden.
.
Also Bike zu Uwe und los geht es.
Zuerst einmal alle gelieferten Teile aus der Tüte, und mit der Stückliste vergleichen. (siehe Bild)

.
Dann die Sitzbank und den Tank abgebaut. Ui, da ist ja die alte Benzinpumpe, die mit Unterdruck arbeiten soll.

Zuerst sah alles schlimmer aus, als es nachher wirklich war.
Also, Teile vergleichen, was könnte denn wohin gehören, denn einen Einbauplan oder womöglich eine Einbauanleitung gibt es nicht einmal bei Yamaha im Werk.
Zuerst einmal die elektrischen Anschlüsse gesucht, und dann beim dritten Anlauf auch gefunden. Stecker aus der Elektronikbox heraus, rechts hinter der Seitenverkleidung, das mitgelieferte Kabel auf- und eingesteckt. Doch wo jetzt mit dem Relais hin. Ach da findet sich schon irgendwo ein Plätzchen, denn so groß ist das ja auch nicht. Es landete somit direkt neben der Box, und wurde mit einem Kabelbinder, der beilag, am Kabelbaum befestigt.
Nun zog ich den Elektroanschluß für die Pumpe in den Bereich, wo er nachher benötigt wurde.
Jetzt die 4 Überlaufschläuche von den Vergasern abgezogen, und mit den entsprechenden Blindstopfen die entsprechenden Anschlußstücke wieder verschlossen.
Den Unterdruckschlauch für die alte Benzinpumpe abziehen, und das entsprechende Anschlußstück am Vergaser wiederum mit einem mitgelieferten Blindstopfen verschließen.
Den Schlauch von der alten Pumpe zum Vergaser, durch den der Treibstoff zugeführt wird, vom in der Mitte liegenden Anschluß entfernen. Keine Angst, dieses Teil ist tatsächlich beweglich, und nicht etwa kaputt gegangen.
Nun nur noch den Haltewinkel der alten Pumpe vom Rahmen geschraubt, und das Teil, welches wahrscheinlich zu wenig Leistung bringt,  ist ausgebaut.
Schon sind die ersten wirklichen Zweifel im Aufkommen, machen wir hier wirklich alles richtig?
Die neue Pumpe ist bereits am dazugehörigen Halter von Uwe montiert, aber ist die so rum wirklich richtig? Na mal sehen, wir schrauben erst einmal den Benzinfilter an der dafür vorgesehenen Stelle an. Aber wo gehört nun welcher Schlauch hin?
Ein kleiner Formschlauch, Halbkreis, ein großer Formschlauch, mehrfach gebogen, und ein gepanzerter Schlauch. Gübel, grübel und probier, ist der hier richtig oder da? Zum Schluß haben wir doch noch eine Lösung gefunden, mit der wir eigentlich ganz zufrieden sind. Wir mußten zwar die Pumpe dafür noch einmal aus der Halterung herauspuhlen, aber Uwe hat ja stabile Fingernägel und die benötigte Kraft, denn die Pumpe sitzt in einer Gummimanschette, die sehr eng ist, aber das muß so sein, denn sonst würde sie sich wahrscheinlich beim Fahren verselbständigen.
Die Lösung lautet: Die elektrischen Anschlüsse der Pumpe müssen senkrecht zur linken Bikeseite sein, der kleine Formschlauch verbindet den Pumpeneingang mit dem Benzinfilter, der große Formschlauch stellt die Verbindung zwischen Benzinfilter und Benzinhahn her, und der gepanzerte Schlauch muß zum Schluß in Form eines "S" vom Pumpenausgang zum in der Mitte liegenden Anschluß des Vergasers angeschlossen sein.

So, nun konnte auch die neue Pumpe mit ihrer Halterung wieder am Rahmen befestigt werden, nachdem der elektrische Anschluß hergestellt war.
Was jetzt noch fehlte, war nur noch der Tank, denn die Verbindung zum Benzinhahn kann man erst herstellen, wenn man den Tank wieder an seinen angestammten Platz bringt.
.
Nun kam der große Moment, geht es oder geht es nicht?
Na ja, auch wir sollten wieder einmal Glück haben, Zündschlüssel rum, Benzinhahn einen kleinen Moment auf PRI und dann den Startknopf gedrückt.
Wau, das Ding springt ja wirklich sofort an, aber läuft den das gute Stück auch weiter, Denn anspringen und laufen sind ja bekanntlich zwei Dinge. Aber warum denn nur immer soooo mißtrauisch, denn die Pumpe funktionierte tatsächlich, und der Motor lief weiterhin ohne zu murren.
Nun mußten wir nur noch die Seitenverkleidungen, den Tank und die Sitzbank wieder ordnungsgemäß befestigen, und die Freude am Fahren konnte beginnen.
.
Auf der Fahrt nach Hause wurde ich von Uwe begleitet, endlich mal wieder gemeinsam mit dem Bike unterwegs, obwohl der Weg natürlich nicht gerade eine der berühmten Mammuttouren war, war es doch der krönende Abschluß unseres gemeinsamen Bastelnachmittags.
Unsere Kurztour traten wir allerdings erst nach einer guten Tasse Kaffee, die uns Margret gemacht hatte, an, denn nach unserer zweieinhalbstündigen Übung, war der Kaffe so wichtig zum Aufwärmen, denn wir hatten doch  nur eine Außentemperatur von ca. 6 Grad Celsius, und bastelten auf der überdachten Terasse.
Meine Feststellung zum Schluß, lieber zweieinhalb Stunden mit Uwe basteln, als zu viel Geld an eine Werkstattschrauber bezahlen, der eigentlich wissen müßte, wie das geht, und deswegen keine überhöhten Preise nehmen sollte.
Mein Ergebnis, nicht mehr nach Wahlstedt in die Werkstatt, sonder lieber eine Neue suchen, oder sogar schon haben.

So, nun steht Sie wieder zu Hause, und wartet auf die nächste Ausfahrt.