Die Abstraktion von Ort, Handlung, Figuren und Sprache ist ein charakteristisches Merkmal für das gesamte expressionistische Theater, doch bei Kaiser finden sie eine extreme Ausprägung. Die Reduktion und Verfremdung aller Stilmittel geschieht bei ihm in bewußter Abgrenzung zum Naturalismus. Im naturalistischen Drama sind seiner Meinung nach die Ideen so in Kostümen, Requisiten und Alltagssprache verborgen, daß sie wirkungslos bleiben. Das Publikum bleibt passiv und wird nicht zum Denken gezwungen. Kaiser wollte die "Störung der Ereignisse auf ein Minimum" beschränken, damit nicht die Kulisse und das Kostüm von der Idee ablenken.
Die Idee, die Kaiser dem Zuschauer sichtbar machen will, ist die eines
technischen Produktionsprozesses, der alle an ihm Beteiligten in einem
Maße diszipliniert, das keine Form der Revolte, der Umkehr auch nur
als Denkmöglichkeit mehr zuläßt. Seine Gas-Fabrik ist ein
statisches System, das für keine Neuerung, keine Humanisierung mehr
offen ist und zwar, weil die in ihr Arbeitenden so diszipliniert worden
sind, da§ sie die permanente Katastrophe ihrer Erniedrigung nicht
mehr wahrnehmen können. Diese Stasis exemplifiziert Kaiser am Beispiel
einer Gas-Explosion, die der Riß sein könnte, an dem das System
zugrunde geht, die sich jedoch nur als längst in die Produktion einkalkulierter
Normalfall erweist.
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