Vielleicht ist es ja gar nicht so schlau, meine Lieblings-Plätze zu veröffentlichen, weil sie dann natürlich sofort völlig übervölkert werden ;-) aber ich will's mal riskieren...
Die Auswahl ist selbstverändlich rein subjektiv und ich übernehme keine Garantie für Eure Zufriedenheit. Ich erwähne allerdings nur Plätze, die ich schon länger kenne und selbst jederzeit wieder aufsuchen würde.
Auf allen Campingplätzen konnten wir problemlos unseren Hund mitbringen, oft sogar ohne Aufpreis. Dass er auf dem Platz in der Regel angeleint ist und wir seine eventuellen Hinterlassenschaften mit einer Tüte einsammeln, versteht sich wohl von selbst. In den Randbereichen der Plätze und am Strand kann Ronja immer frei laufen. Wir haben dann nur ein Auge darauf, dass sie niemanden belästigt.
Strände mit Hundeverbot kenne ich auf Korsika überhaupt nicht. Da der Platz auch fast nirgends so knapp ist wie an der Côte d'Azur oder in Westerland, ist das auch kein Wunder.
In Restaurants liegt Ronja ruhig unter dem Tisch, wogegen bisher auch noch nie jemand protestiert hat. Oft wurde ihr ungefragt Wasser angeboten. Wenn sich ein sehr schattiger Parkplatz findet, bleibt sie manchmal auch während des Abendessens im geräumigen Auto mit offenen Fenstern.
Campingplätze
Zu meiner Auswahl vorweg: Ich bevorzuge Plätze ohne Disco und Animation, dafür nehme ich eher etwas einfachere (aber natürlich saubere) Sanitäranlagen in Kauf. Auf alle Fälle hätte ich gern Schatten durch ordentlichen Baumbestand und ich möchte auch ohne Auto zum Baden kommen.
"Camping L'Esplanade" in Olmetu (Olmeto)
Tel.: 04 95 76 05 03
In einem terrassierten ehemaligen Olivenhain mit wunderbarem, altem Baumbestand (Oliven, Steineichen) liegt der Platz links der Starße D157 , die aus Richtung Ajaccio 5 km vor Propriano von der N196 nach Porto Pollo abzweigt. Die Straße ist auch bei der Auswahl eines Stellplatzes zu beachten. Die Fahrgeräusche der Autos sind an einigen Stellen etwas unangenehm. Mit Wohnwagen oder Wohnmobil ist man in der Wahl des Platzes etwas eingeschränkt: der Platz fällt steil 70 Höhenmeter zum Strand ab. Um so bessere Möglichkeiten hat man mit einem Zelt, schöne, schattige Terrassenplätze zu finden. Hier und da sieht man das Meer durch die dichte Vegetation blitzen. Die Sanitäranlagen sind sehr großzügig, ordentlich und werden laufend von betreut. Heiße Duschen sind frei, für eine bessere ADAC-Bewertung fehlte bislang eine größere Anzahl Einzelwaschkabinen mit Heißwasser (Naja, wer das unbedingt braucht...).
Vom Platz gibt es einen direkten Zugang zum breiten Sandstrand (goldgelb, göbere Körnung von 2-3mm, rund geschliffen) am Tour de Calanca. Der Strand ist nicht überlaufen, so dass man mit 300m Fußmarsch nach links auch 400m² Sand für sich allein haben kann - für unseren Hund ist das ganz angenehm. Links und rechts ist der 1,5km lange Strand durch Felsgruppen von kleineren Strandbuchten abgegrenzt. Gegenüber liegt der westliche Ortsrand von Propriano, der lange Strand von Portigiolo und die nach Westen angerenzende Felsenküste.
Zum Platz gehören ein kleiner Laden mit dem Nötigsten und ein kleines offen überdachtes Restaurant mit sehr guten Pizzen und Pasta. Kein Wunder, Signore Versace, der Patron, ist Italiener. Er hat seinen Platz eigenhändig aufgebaut und spricht übrigens auch sehr gut Deutsch. Wer will, kann also auf Dauer hier sitzenbleiben, es sei denn, er muss nach Propriano zur Bank. Oder er ist an Alternativ-Kost und an der sehenswerten Umgebung interessiert...
Eine Eigenheit ist noch zu erwähnen: Auf dem ganzen Platz gibt es Ameisen, also Vorsicht für Formicophobier! Sie sind von der winzigkleinen Sorte und harmlos, verfolgen allerdings gnadenlos jede Spur zu Essbarem. Der Besitzer scheut, ich meine zu Recht, dem massiven Gifteinsatz, der sicher auch den Zikaden und anderen Insekten den Garaus machen würde. Tip für Wohnwagenbesitzer: Kurbelstützen in kleine Wasserschalen stellen (aus Plastikwasserflaschen schnitzen), dann ist die Wasserburg uneinnehmbar.
"Camping Les Eaux Vives" bei Vero
Tel.: 04 95 52 81 09
Der kleine Platz erstreckt sich zwischen der N193 und dem Wildbach Gavrona im Ortsteil Fiascu
(ca. 20 km von Ajaccio Richtung Corte). Die Zufahrt geht zwischen einer Schildkrötenfarm und der
Ferme Auberge "U Celavu" 50m vor einer scharfen Linkskurve nach rechts bergab. Sie ist zwar eng,
aber auch mit mittelgroßem Wohnwagen gut zu befahren. Die ebenen Stellplätze liegen schattig unter
hohen Bäumen, die Hälfte mit der Rückseite zum tieferliegenden Fluss. Trotz der Nähe der Straße ist
hier nachts eher das Rauschen des Wassers zu hören. Hunde sind willkommen, der Patron hat selbst
zwei.
M. Paolini ist Corse und war mal Schneider in Paris, im Sommer wohnt er auf dem Platz und sorgt
persönlich für Ordnung und Sauberkeit. Die Sanitäreinrichtungen sind einfach und top-sauber. Wer
will, findet neben der mitteleuropäischen WC-Ausführung auch das südliche Stehklo
(Bedienungsanleitung: 1.: Verfahren wie im Wald, 2.:Tür entriegeln, um Fluchtweg zu öffnen,
3.:Spülen). Der Vorteil liegt auf der Hand: Was nicht vorhanden ist, kann auch nicht dreckig werden.
Die warme Dusche braucht einen Jeton und ist eigenbau-solarbetrieben. M. Paolini vermietet
auch Wohnwagen, die fest auf dem Platz stehen. Reisende ohne Campingmöbel finden mit etwas Glück
einen Stellplatz mit selbstgezimmerten Bänken und Tisch.
Morgens kommt in der Saison die Bäckerin mit großem Brot-Sortiment. Auf dem Platz selbst gibt es
nur für Notfälle etwas zu kaufen. Der nächste Dorf-Supermarkt mit Vollsortiment liegt 5km Richtung
Ajaccio. Dort gibt es auch Arzt und Apotheke. Nette Restaurants findet man außer in Ajaccio auf den
nächsten 0,5km bis 15 km in Richtung Bocognano/Corte oder
5km Richtung Ajaccio.
Der Fluss eignet sich hervorragend, um Strandmüden das Mittelmeersalz von Haut und Seele zu waschen.
Er ist klar und hier unten im Tal schon recht warm. Es gibt zum Sonnen kleine Sandflächen sowie
riesige, glatt gewaschene Felsbrocken und einen kleinen "Strand" vorn, nahe der Rezeption. In der
Regel weht tagsüber ein leichter Wind vom Meer das Tal hinauf, so dass man es auch im August in der
Sonne und "pieds dans l'eau" gut aushalten kann.
Wenn man genug gefaulenzt hat: Sowohl die Bucht von Ajaccio als auch das Gebirge sind in jeweils
20 min auf der N193 zu erreichen. Mit meinen Kindern muss ich immer in den Wasserrutschen-Park bei
Porticcio. Ähnlich weit ist es in die andere Richtung zum Vizzavona-Pass und zur Cascade des Anglais.
Direkt neben dem Campingplatz ist seit kurzem die größte Schildkröten-Aufzucht Europas.
Der geführte Besuch lohnt!
"Camping Fautea" bei Sainte Lucie de Porto Vecchio
Tel.: 04 95 71 41 51
Auf einer Halbinsel mit einem alten Genueserturm liegt der neu angelegte Platz an der Hauptstraße längs der Ostküste. Er ist ziemlich genau in der Mitte (je 20 km) zwischen Solenzara und Porto Vecchio nicht zu übersehen: Genau in der Kurve, wo die Straße von der Küste nach Sainte Lucie de Porto Vecchio ins Landesinnere abknickt. Die schattigen und gräumigen Terrassen für Wohnmobile und Wohnwagen liegen leider auf der Straßenseite des Hügels, so dass man den Verkehr hören kann. Der Lärm hält sich allerdings in Grenzen, da man doch einige 100m Abstand zur Straße halten kann. Viele traumhafte Plätzchen für kleinere Zelte liegen mitten in der landestypischen Macchia (2-3m hoher Buschwald) mit reichlich Schatten und Blick auf Strand und Klippen. Dort ist es auch richtig ruhig, wenn der Hang Richtung Meer zeigt.
Vom Platz gibt es direkte Zugänge zu zwei schönen Sandstränden. Der südlichere liegt ruhiger ca. 500m vom Platz, wird aber auch von vielen Tagesgästen benutzt, die an der Straße parken und zu Fuß gut 500m zum Strand spazieren. Zu voll für unseren Hund war es aber nie, wenn wir etwas zu den Rändern gingen. Der andere Strand liegt unmittelbar am Campingplatz an der Straße. Der Platz hat einen kleinen Laden und am Straßenstrand ein neues, recht hübsches Restaurant, in dem man für ca. 30DM gut zu Abend essen kann.
Vom Platz aus kann man in 15 min Porto Vecchio erreichen, schneller als von manchem Platz in Stadtnähe, die in der Regel größer und voller sind (z.B. "Golfo di Sogno", der ansonsten auch nicht schlecht ist).
Nach Bonifacio ist es auch nicht sehr weit und von Solenzara (20 min) aus lohnt sich ein Ausflug auf den Col de Bavella - wenn man keine Angst von engen Bergstraßen hat. Die Zufahrt zum Pass über Porto Vecchio ist viel leichter.
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Restaurants am Golf von Valinco
Es gibt natürlich zahlreiche Restaurants in Prúpria (Propriano) und in Sarté (Sartène).
Spaziert doch mal durch die Straßen und studiert die Speisekarten. Es ist nicht sinnvoll,
Mittags nach einem größeren Essen Ausschau zu halten. In der Regel ist es ratsam,
die angebotenen Menues (von 16 EUR an aufwärts) zu wählen, statt etwas à la Carte zusammen zu stellen.
Die Beschreibungen entstanden 1999,
neuere Kommentare sind von 2003.und 2005
Wenn ich in dieser Gegend bin, esse ich sicher mindestens einmal in einem meiner alten Lieblings-Restaurants:
"La Source" in Olmetu (Olmeto)
Tel.: 04 95 74 61 18
Olmetu ist das kleine Städtchen, das 7 km nördlich von Propriano die Hauptstraße N196 nach
Ajaccio fast völlig blockiert. Man sieht es vom Scheitelpunkt des Golfs aus oben am Berg hängen.
Olmetu und Sarté sind die eigentlichen Städte des Golfs von Valinco, Propriano ist nur ihr Hafen
und erst in neuerer Zeit gewachsen.
Gleich am Anfang des Ortes aus Richtung Golf liegt rechter Hand das Hotel-Restaurant La Source,
gegenüber auf der linken Straßenseite die Quelle, die für den Namen sorgt. Ihr Wasser soll sehr
gut sein, Einwohner der umliegenden Dörfer holen es sich manchmal noch in Kanistern. Es ist auch
(immer noch?) das Tafelwasser des Restaurants. Wenn man gegen 20.00 Uhr zum Essen kommt, laufen
vielleicht noch die letzten Runden Boule auf dem winzigen Platz vor dem Restaurant und der Patron
sitzt dabei und schaut über sein Pastis-Glas.
Außer an windig-kalten Abenden sollte man sich auf der Terrasse niederlassen (vorbestellen!),
man hat einen herrlichen Ausblick über das Tal am Ende des Golfs und auf das gegenüberliegende
Viggianellu. Drin sitzen die Einheimischen, die die Aussicht schon
kennen, und die zu spät gekommenen.
Die Karte enthält ein Menu zu ca.20 EUR, das täglich wechselt und für jeden der drei Gänge zwei
bis vier Auswahlen bietet. Die Gerichte sind landestypisch, aber eher leicht zubereitet. Ich finde
die Salate und die Fichgerichte besonders gelungen. Auch die Fischsuppe "mit allem Drum und Dran"
ist empfehlenswert. Das Highlight sind die hausgemachten Desserts. Je nach Angebot z.B. eine
Charlotte au poires (Birnen-Schaumcreme mit Löffelbiscuit), eine Ile flottante (Baiser auf
Eierschaum), diverse Frucht-Tartes oder natürlich die Klassiker Crème Caramel und Mousse au
Chocolat.
Die Weinkarte bietet die corsische AOC-Weine, aber auch die offenen Weine (en pichet) sind durchaus
gut, z.B. der kühle Rosé. Eine Karaffe Wasser aus der Source gibt es ohnehin, wenn es sein muss
auch ein Holsten-Bier.
2003 und 2005 war ich mal wieder in der Source. Fast alles ist, Gott sei Dank, beim Alten.
Leider ist der Patron verstorben, aber die nächste Generation hat das Restaurant schon lange geführt.
2003 hatten wir zum 14.Juli einen spektakulären Ausblick von der Terrasse auf das Feuerwerk an der
Kirche von Olmetu.
"Chez Charlot" in Viggianellu
Tel.: 04 95 76 00 06
Nach Viggianellu zu finden ist schon etwas schwieriger: Aus dem Kreisverkehr der Ortsumgehung N196
von Propriano die kleine Straße D19 bergauf (gegenüber der Seite zum Supermarkt). Das Dorf hängt 5 km
weiter am Berghang. Die Zufahrt ist etwas eng und gewunden aber bequem.
Vielleicht ziert immer noch die Inschrift "tarra corsa" den Asphalt kurz vor Viggianellu.
Fast am Ende des Dorfes liegt links die Kirche und rechts gegenüber
"Chez Charlot", einziges Bar-Restaurant am Platze.
Wenn es noch etwas zu früh zum Essen ist, kann man rechts von der Kirche noch ein wenig die
herrliche Aussicht auf den Golf von Valinco genießen. Gegenüber, rechts am Berg hängt
Olmetu. Links neben dem Restaurant hängt eine Gedenktafel, die an ein
Mitglied des Widerstands (le maquis) aus dem 2. Weltkrieg erinnert. Vor der Kirche steht ein
Mahnmal für die Söhne des Ortes "mort pour la France" (nicht:"... pour la patrie"!).
Das Menu für ca. 20 EUR enthält auch den offenen Hauswein und ist ländlich-deftig-reichlich-korsisch.
Zumindest, wenn man aus der seit Jahren unveränderten Karte die typischeren Varianten wählt:
Soupe Corse, Soupe de Poisson, Charcuterie Corse bei den Vorspeisen (es gibt aber auch noch
reichlich andere Auswahl). Vor dem Hauptgang gibt es noch einen gemischten Salat, also bei Zeiten
im Magen Platz lassen.
Bei den Hauptgängen dominiert Gebratenes in kräftigen Saucen: Wildschwein, Hase, Coq au vin, Nieren,
Tripes. Dazu sollte man als "Sättigungsbeilage" unbedingt die "Beignets de Courgettes" probieren:
im Teigmantel frittierte Zucchini-Scheiben, typisch korsisch wären auch Pates (Spaghetti-Nudeln).
Man kann sich auch verschiedene Sorten mit dem Partner teilen.
Das Dessert ist ein Fruchtkorb, natürlich gefolgt von einer Käseplatte, die reichlich typische
Käse der Gegend offeriert. Ein Feigling, wer nicht von jedem ein paar Krümel probiert! Wer noch
nicht satt ist, hat letzte Gelegenheit noch mit größeren Brocken zuzuschlagen.
Wie man allerdings nach dem nötigen Verdauungs-Grappa und dem Käffchen heil wieder den kurvigen
Berg hinunterkommt, muss jeder selbst verantworten!
Nach meinen letzten Besuchen 2003 und 2005 empfehle ich dringend, telefonisch zu reservieren, es war
gerammelt voll. Ich scheine nicht der einzige zu sein, der "Chez Charlot" anpreist!
Ich muss wohl fast überlegen, ob ich diese Seite aus dem Web nehme...;-)
"Aux Gourmets" in Sarté (Sartène)
Relativ preiswert isst und doch ordentlich man in Sarté im "Aux Gourmets". Die Menues ab ca. 16 EUR
bieten nichts Ungewöhnliches, bei passender Auswahl kann man aber solide landestypisch essen.
Bemerkenswert ist die Mousse au Brocciu (Mußobrutsch), eine Eigencréation von Mama. Der junge
Patron spricht übrigens recht gut deutsch. Das Restaurant selbst ist schlicht eingerichtet und
manchmal klimatisiert, teilweise mit Blick über den neueren Teil der Stadt.
Das Restaurant liegt "bergab" nahe der "Place Porta", dem zentralen Platz der alten Stadt Sarté
(neu heißt er Place de Gaulle oder so ähnlich).
Vor dem Essen kann man noch gut einen Gang durch
die Gassen der der Altstadt machen, die durch das Tor links der Kirche von der Place Porta aus zu
erreichen ist. Auch in den engen Gassen kann man einige Restaurants finden. Für einen Café bieten
sich die zahlreichen Café-Bars an der Place Porta an mit Blick auf das bunte Treiben von Alt und
Jung mit dazwischen gestreuten Touristen.
Auch 2003 immer noch gut und günstig. Diesmal war Mama im Restaurant, der Sohn betreibt jetzt die
Tankstelle am Ortseingang. Madam spricht gut deutsch, bitte von mir grüßen!
"U Mulinu di Calzola"
2003 und 2005 wohnten wir in einem schönen Landhaus unterhalb von Suddacaro (Sollacaro).
Von dort war es näher nach Porto Pollo zum Einkauf und für das Abendessen. Die Restaurants bieten
das übliche Repertoire, etwas Besonderes bietet für meinen Geschmack die "Mulinu di Calzola",
eine ehemalige Ölmühle an einer malerischen Brücke über den Taravo, heute ein kleines Hotel
und Restaurant. Man fährt 10 km von der großen Brücke vor Porto Pollo nach rechts, landeinwärts
auf der D757 und biegt im Dörfchen Calzola rechts zum Fluss ab.
Das stattliche Haus liegt direkt an der etwas abenteuerlich aussehenden Steinbrücke mit Blick auf den Fluss.
Wenn man frühzeitig kommt, bietet sich auch noch ein erfrischendes Bad im Fluss an.
Unter der Brücke ist es schön tief und ganz Waghalsige springen auch von oben runter.
Für Anfang 20 EUR gibt es ein täglich wechselndes Menu, das sowohl landestypisch als auch
phantasievoll ist. Der Patron kommt einige Male am Abend an den Tisch zu einem kleinen Plausch
und wenn man seinen Liqueur de Citron gebührend lobt, bekommt man auch das Rezept.
Restaurants zwischen Ajaccio und Corte
Ferme Auberge "U Celavu" in Fiascu/Suaricchiu
(ca.20km von Ajaccio Richtung Corte)
Direkt rechts an der RN193 von Ajaccio Richtung Corte, hinter dem Campingplatz "Les eaux vives" und
der Schildkröten-Farm, liegt die Ferme Auberge "U Celavu". Sie bietet - typisch für eine Ferme
Auberge - keine Karte sondern abends ein Standard-Menue (ca.35 DM incl. Landwein). Pro Gang gibt es
möglicherweise zwei Alternativen. Auf alle Fälle kommt nur auf dem Hof selbst produziertes auf den
Tisch: Charcuterie Corse, frischer Salat, Rôti de veau (Kalbsbraten), Côte de veau (Kalbskotelett)
von den frei laufenden Rindern oder Ähnliches mit landestypischen Beilagen: Pâtes (Nudeln) oder auch
mal Haricots (dicke Bohnen). Auch das Dessert ist ländlich: Brocciu ("Brutsch") mit Zucker und
kaltem Mocca übergossen oder Obst der Saison. Auf alle Fälle aber pikanter, corsischer Käse
(Asterix lässt grüßen...).
Die Auberge hat auch einige Fremdenzimmer.
2003 mal wieder vorbeigeschaut und gut gegessen.
"U Vergaggio" am Pont d'Ucciani
Tel.: 04 95 52 90 90
(ca.27km von Ajaccio Richtung Corte)
Links der RN193 Ajaccio-Corte an einem stillgelegten Bogen der alten Landstraße liegt bei Ucciani das unscheinbare Restaurant.
Es hat sich in den letzten Jahren von einer einfachen Pizzeria zu einem interesanten Restaurant
gemausert. Zu üblichen Preisen (Menue ca. 35 DM) gibt es eine sehr vielseitige Auswahl an
landestypischen Gerichten, teilweise aber auch mit neuzeitlich-experimentellem Einschlag,
alles jedenfalls von beeindruckender Qualität. Ich bin gespannt, was mich bei meinem nächsten
Besuch erwartet...
...in diesem Jahr (2001) waren wir mal wieder da: Der Umfang der Portionen hat in erschreckender
Weise zugenommen, was der Qualität aber keinen Abbruch tut. Wer nicht riskieren will, von
jedem Gang die Hälfte mangels Stauraum im Magen liegen zu lassen, sollte sich auf einen Gang,
ggf. mit Dessert beschänken. Die Salate (Chêvre Chaud oder Foie de Volaille) sind nicht nur lecker
sondern reichen auch für einen duchschnittlichen Hunger. Viele der Hauptgerichte sind sehr
empfehlenswert und schön landestypisch: Wildschwein, Hase, Rind in Sauce.
...2003 mal wieder vorbeigeschaut: Die Portionen sind immer noch riesig, die Qualität nimmt
aber offenbar ab.
...2005: Das Restaurant ist offenbar "eingegangen", es steht nur noch eine Ruine.
Deutlich besser war ohnehin in den letzten Jahren:
"Auberge l'Ustaria Chez Martin" in der Plaine de Peri
Tel.: 04 95 25 87 50
(ca.15km von Ajaccio Richtung Corte)
Links an der RN193 Ajaccio-Corte kurz hinter dem Gendarmerieposten (rechts) und vor dem kleinen
Self-Service (rechts) liegt das von außen unscheinbare Restaurant. Innen ist es modern-gemütlich
eingerichtet und hat nach hinten heraus eine Terrasse mit Blick talaufwärts Richtung Monte d'Oro.
Das komplette Menü kostet unter 20 Eur und schon die Tatsache, dass wir fast jedes Mal am
Nachbartisch größere Gesellschaften von Einheimischen hatten zeigt, was man erwarten kann:
Hervorragende landestypische Küche zu vernünftigen Preisen. Der Patron selbst kocht und kommt gern
am Tisch vorbei um zu fragen, ob's auch schmeckt. Auf seine Gerichte von der Charcuterie Corse über
die reichhaltigen Hauptgänge bis zu den Desserts kann er auch stolz sein! Tip zum Nachtisch:
Falls es Fiadones gibt, unbedingt zugreifen. Das ist ein leckerer süßer Eier-Brocciu("Brutsch")-
Kuchen. Vorher sollte man bei der Käseplatte auch mal die deftigen Asterix-Brocken testen...
...Chez Martin ist seit 2003 (und auch noch nach 2005) mein Favorit in dieser Gegend,
zusammen mit...
Ferme Auberge "U Tanedda" in Bucuná (Bocognano)
Ziemlich am Anfang des langgestreckten Bergortes Bocongnano, gegenüber dem Krieger-Mahnmal 20m
links steil bergab von der Hauptstraße, liegt die Ferme Auberge "U Tanedda". Wie für diese Art
Gaststätte üblich, gibt es keine Karte, dafür aber praktisch die Garantie, satt und zufrieden nach
langer Tafelei das Haus zu verlassen. Die angebotenen Gerichte sind nicht als Auswahl gemeint
sondern als Gänge in einem umfangreichen Menue (ca. 20 EUR incl. Landwein). Wer nicht einen
Bärenhunger mitbringt, muss wohl den einen oder anderen auslassen. Die Gerichte wechseln je nach
Angebot: nach Charcuterie Corse kann man wohl mit einem Gang Teigwaren (z.B. Canneloni au Brocciu)
und einem Fleisch-Gericht rechnen. Das Dessert könnten Früchte, hausgemachte Tartes (Obstkuchen)
oder auch eine Crème Caramel sein. Der Käse ist natürlich corsisch-kräftig, man lasse sich nicht
von seinem Äußeren schrecken: je wurmstichiger er aussieht, desto besser ist er.
Wenn man sich draußen vor der Auberge niederlässt, geniest man beim Essen die spektakuläre Aussicht
auf den Monte d'Oro
"Coca" ist übrigens auch als Apéritif tabu, Kommentar des Patron: "C'est contre ma religion!"
Nach Ketchup hätten wir zum Glück sowieso nicht gefragt...
...auch 2003 und 2005 immer noch ein Highlight!