Maps&Guides

Camp&Food

Walk&Trek

Corsica Titelseite

Home

Cam

Drei Seen in zwei Tagen: Creno, Capitello, Melo

Wegeskizze mit Anfahrt

Die Seen

Zu den Highlights der korsischen Berge und des Fernwanderweges GR20 zählen ohne Frage die Seen im Zentrum der Insel: oberhalb von Corte am Ende des Restonica-Tals der Melo-See und der Capitello-See, der Nino-See an der Quelle des Tavignano, etwas abseits davon der Goria-See und auf der Westseite der Wasserscheide der Creno-See.

Jeder der Seen hat seinen eigenen Reiz: versteckt im Wald, fast wie verwunschen der Creno-See, auf weiter offener Weidefläche der Nino-See, der Melo-See hinter einer gigantischen Steinbarriere am Ende des Restonica-Tals und in einem engen Felskessel, mit Schneefeldern auch im August, der Capitello-See.

Die Vorgeschichte

Die Bilder und Schilderungen in Wanderführern haben mich schon lange fasziniert, die beiden Seen im Restonica-Tal haben wir schon mehrfach, auch mit unseren kleinen Kindern, besucht. Weiter als bis zu einem Bad im eiskalten Captello-See hatte es aber für mich als Flachland-Tiroler aus Norddeutschland bisher nicht gereicht. Nachdem mein ältester Sohn vor drei Jahren mit Freunden vom Col de Verghio ein Stück den GR20 erwandert hatte, er musste allerdings wegen schlechten Wetters am dritten Tag nach Corte absteigen, war für mich klar, dass ich auch mal einen Blick von oben auf die beiden Seen werfen wollte. Gelesen und begehrliche Blicke auf die Karte geworfen hatte ich zur Genüge

Die Tour im Überblick

markierter Pfad: gelb auf den Zuwegen zum GR20, weiß/rot auf dem GR20
unbefestigt, nur beim Abstieg vom Melo-See einige Eisentreppen
teilweise grobes Geröll
nur wenige Stellen, an denen man zum Klettern mal die Hand an den Fels legen muss
auch für berg-ungeübte leicht zu gehen, Aufstiege anstrengend
Höhenprofil (netto ca. 1200m Aufstieg und 800m Abstieg):
Start auf 1000m, Creno-See 1310m, leicht auf und ab bis 1490m, dann kurzer Aufstieg zur Manganu-Hütte 1601m.
Anstieg kleine Hochebene 1780m, kleiner Teich 1996m, steiler Anstieg über Geröll zur Brêche de Capitello 2225m, teilweise steiler Abstieg zu Capitello-See 1930m und Melo-See 1711m, leichter Abstieg über vielbenutzten Spazierweg zur Bergerie de la Grottelle 1370m (lieber die westliche "variante sportive" wählen)

Die Voraussetzungen

Unsere Gruppe war gemischt: Mein Sohn Henning (20-jährig und drahtig), Vera (14, zierlich und zäh) und ich (48, nicht besonders sportlich aber einigermaßen fit von 8 km Radweg zur täglichen Arbeit).
Ausrüstung: was man so für 2 Tage braucht (s.Literatur),
nach unserer Erfahrung besonders zu betonen:
ordentliche Wanderstiefel mit fester Sohle und gepolstertem Knöchel (schwere Bergstiefel sind nicht nötig, Henning hatte aber alte Stiefel ausgeliehen, deren Sohlen beim Abstieg den Geist aufgaben!),
bequeme Rucksäcke, einfache Schlafsäcke (reichen für Übernachtung in der Hütte),
Zelt und Kochgerät nur, wenn man nicht die Hütte in Anspruch nehmen will,
(Trocken-)Proviant für die ganze Zeit (Selbstverpflegung auf der Hütte!)
nützliches Kleinzeug, das wir gut gebraucht haben:
einige Meter Zeltschnur (z.B. um Schuhsohlen festzubinden)
kleine Taschenlampe (in der stockfinsteren Hütte)
Badezeug (Nacktbaden im Capitello- und Melosee vor Publikum ist nicht jedermanns Sache)

Die An- und Abfahrt

Zum Ausgangspunkt unserer Wanderung kommt man wohl nur per Auto: vom Golf von Sagone (40 Straßenkilometer nördlich von Ajaccio) die D70 landeinwärts nach Vico und von dort über die D23 ca. 12 km vorbei an Guagno-les-Bains. Ab hier gibt es (recht dezente) Hinweisschilder auf die Anfahrt zum Creno-See. Der Weg führt bergauf über Poggiolo und durch Soccia. Er endet an einem Parkplatz gut 200 Höhenmeter über dem Ortsausgang von Soccia. Der kleine Kiosk war morgens um 8 Uhr noch geschlossen, der Parkplatz leer bis auf zwei Wohnmobile. Das dürfte sich im Laufe des Tages ändern. Kurz nach uns kam noch eine Gruppe Spaziergänger, die zum Creno-See wollte.
Ob es ratsam ist, ein Auto dort einige Tage stehen zu lassen, wage ich nicht zu sagen. Wir hatten Glück, weil der Rest unserer Familie nicht mitwandern wollte. Sie haben in der Zwischenzeit unser Ferienhaus am Golf von Sagone geräumt und sind Richtung Corte umgezogen. Das löste auch gleich unsere Rückkehr in die Zivilisation: Wir wurden am Ende des Restonica-Tals auf dem stark fequentierten Parkplatz an der Bergerie de la Grottelle abgeholt.
Es sollte aber auch kein Problem sein, dort eine Mitfahrgelegenheit nach Corte zu ergattern. Am Spätnachmittag fahren einige Hundert Autos von dort zurück. Ab Corte gibt es die
Inselbahn nach Ajaccio (ist schon für sich eine Fahrt wert) oder nach Bastia/Calvi. Wenn man sich mit dem Auto von der Westküste abholen lassen will, muss man mit erheblichen Fahrtzeiten rechnen: mindestens 2 Stunden von Ajaccio bis zur Bergerie de la Grottelle.