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Weltanschauliches
Die Erde platzt aus den Nähten - Am 12. Oktober 99 meldete der SWR einen Weltbevölkerungsstand von sechs Milliarden Menschen. Zu Weihnachten 2008 wurden 6,7 Milliarden gemeldet, und Anfang Mai 11 kam eine Prognose, derzufolge am 31. Oktober 11 die Siebenmilliardengrenze erreicht würde. Zwar kam bislang nichts in den Rundfunknachrichten, aber ich gehe hier einmal von der Bewahrheitung der Prognose aus, zumal in der Stuttgarter Zeitung das Titelbild des Stichtages dem Thema entsprach. Die durchschnittliche Weltbevölkerungs-Wachstumsrate in den 1040 Tagen zwischen Weihnachten 08 und 31. Oktober 11 beträgt somit 288.462 Menschen pro Tag. Vom 12. Oktober 99 bis Weihnachten 2008 (3362 Tage) lag die durchschnittliche Wachstumsrate noch bei "nur" 187.919 Menschen täglich. Die Rate hat sich somit um 100.543 Menschen täglich beschleunigt. Der größte Zuwachs werde in den Entwicklungsländern verzeichnet, hieß es im SWR - gerade dort, wo nichts wächst oder die Infrastruktur fehlt. Bei 60% Transportenergieanteil am weltweiten Brennstoffverbrauch ist das ein ökologischer Unsinn, und Nachwuchsverweigerung aus politischer oder ökologischer Motivation stößt hierzulande immer noch auf ebenso verständnislose Kritik wie die Forderung nach Geburtenkontrolle.
Leidensfreitod bleibt legitim - SWR, 15. Mai 11: Eine Volksabstimmung in der Schweiz ergab eine deutliche Mehrheit zur fortbestehenden Legalität des Leidensfreitodes (der aktiven Sterbehilfe) auch für Ausländer. Zwei Initiativen - eine Beschränkung auf Schweizer und ein Totalverbot - wurden abgeschlagen.
Ungewohnte Stille - Eine technische Störung hatte den Ruheeffekt des Brückentages am 3. Juni 11 in der S-Bahnstation Stuttgart Hbf während des Frühberufsverkehres verstärkt - die automatischen, päpstlich-theatralisch langen Zugansagen waren ausgefallen.
Türkei in die EU? - Ich wäre dagegen. Zum einen, weil die Türkei für die EU-Kapitalisten ein neues Ausbeutungspotential darstellen könnte, ich aber jede Billiglöhnerei ablehne. Zum anderen aber wegen ihrer Religion. Der Islam verträgt sich nicht mit hiesigen Demokratie-, Emanzipations- und Gleichberechtigungsgrundsätzen (zB Kleiderordnung, Zwangsislamierung Neugeborener, Beten auf Befehl), Religionsfreiheit und Religionsausübungsfreiheit sind zwei verschiedene Paar Stiefel. In Finnland sind Moslems wegen der öffentlichen Präsentation ihrer Religionszugehörigkeit unbeliebt, denn Gläubigkeit wird dort nicht aufdringlich zur Schau getragen. Solange in den islamischen Ländern Christen verfolgt werden, sehe ich nicht ein, warum in Europa der Islam geduldet und zudem tatenlos zugesehen werden soll, wenn moslemische Eltern ihre hier aufwachsenden Kinder mit erzieherischer Gewalt an der Integration in das hiesige kulturelle Umfeld hindern dürfen. Ich kenne vergleichbare Repression von Anthroposophen und gehöre selbst zu deren Erziehungsopfern, weiß also, wovon ich schreibe. Eine zweite Mosleminvasion würde sicherlich auch den Rechtsextremismus in der EU stärken.
Der Wahnsinn geht weiter - Stuttgart 21 wird gebaut. Die Gegner (und Opfer) des Projektes sollten ihren Möglichkeiten entsprechend den Fortzug erwägen oder den Nachwuchs verweigern. Ich selbst werde nach dem altersbedingten Ende des Arbeitszwanges (voraussichtlich im Herbst 2014) aus diesem Musterländle fortziehen. Bayern kommt dabei wegen der mir nicht zusagenden politischen Mehrheiten und ganz Ostdeutschland wegen der allerorten krassierenden wilden FKK außer Betracht.
Kapitalistenehrung - SWR, 3. Dezember 11: Estlands MinPräs Andrus Ansip (Reformpartei) hat einen Preis für "sein Engagement für die Marktwirtschaft" (oder ähnlich) zugesprochen bekommen. Er hat dem estnischen Sõltumatu Infokeskus [Unabhängigen Infozentrum] zufolge mehrere eigene Wahlversprechen nachträglich für undurchführbar erklärt, und eine neue, noch nicht mit Namen versehene Partei sammelt Unterschriften, um ihn abzusetzen. Ein offener Brief fordert ihn zum Rücktritt auf. In der Nachricht des SI wurde die Zahl der vor der Arbeitslosigkeit ins Ausland geflohenen Esten mit 100.000 angegeben.
Lebenserwartung - Lebenspflicht - SWR, 2. Januar 12: Die Lebenserwartung sei im Baden-Württemberg höher als in anderen Bundesländern, und dies sei insbesondere der Ernährung und der medizinischen Versorgung zu verdanken. Interessant wäre herauszufinden, ob auch der Pflegebedürftigenanteil an den BW'schen Rentner(inne)n der höchste in Deutschland ist. Falls ja, so sitzen in BW offenbar die Pharmaproduzenten mit den erfolgreichsten Dopingmitteln gegen den natürlichen Tod - Unantastbarkeit der Menschenwürde hin oder her.
Schuster kandidiert nicht wieder - SWR, 12. Januar 12: Stuttgarts OB Schuster (CDU) tritt im Herbst nicht wieder an. Der fanatische Stuttgart 21-Befürworter will offenbar verhindern, dass seiner Partei nach der Landtagswahlniederlage seinetwegen auch der Rathauschefsessel entgeht. Aber CDU ist nun einmal CDU.
Blatt
letztmals aktualisiert am
12. Januar 2012