Verwaltungsorganisation


Maßnahmen, durch die

Aufgaben

Menschen und

Mittel


unter

- rationalen (vernünftigen, planvollen und methodischen)

- rationellen (zweckmäßigen, wirtschaftlichen und erfolgreichen)

Gesichtspunkten verknüpft werden.



Ziel ist, Aufgaben der Verwaltung optimal, d.h. bestmöglich zu erfüllen.


Die Organisation schafft hierfür die Rahmenbedingungen


Ziele:

AUFGABENERFÜLLUNG



Elemente der Verwaltungsorganisation


Verwaltungsorganisation



Organisationsmittel


Organisationspläne




Anweisungen


Alle Gemeinden haben Organisationshoheit, da es dafür meist keine speziellen Gesetze gibt (Artikel 28 GG)


Organisationshoheit



Verwaltungsleitende Organe



Körperschaft

§§

Organe

Gemeinde

§55 GO

BürgermeisterIn

Stadt

§ 65 (1) S. 1 Go

BürgermeisterIn

Kreis

§ 51 KrO

Landrat, Landrätin

Amt

§ 12 AO

AmtsvorsteherIn

Zweckverbände

§ 11 GKZ

VerbandsvorsteherIn



Organisation (Abgrenzung vom Kommunalrecht)

äußere Organisation (befaßt sich mit den Organen) - innere Organisation



Aufgaben der Gemeinde


weisungsfreie Aufgaben: (prüft die „Kommunalaufsicht“)

Pflichtige Aufgaben: z.B. Schulen, Straßen, Kindergärten, Brandschutz)

freiwillige Aufgaben: z.B. Bücherei, Schwimmhalle, Museum..


weisungsgebundene Aufgaben: (prüft die „Fachaufsicht))

z.B. Ordnungsangelegenheiten, Standesamt, Bauaufsicht


Außerdem: bei Kreisen ist der Landrat allgemeine untere Landesbehörde (§ 3 Allgemeine untere Landesbehöde)


Verwaltungssysteme:


Grundlagen für Organisationspläne:



Der Einheitsgliederungsplan

Dieser ist 1937 vom Deutschen Gemeindetag herausgegeben und den Gemeinden als Grundlage für die Verwaltungsorganisation empfohlen worden.

Dieser Plan gliedert die in der kommunalen Gemeinde anfallenden Aufgaben unter Verwendung des Zehnersystems (Dezimalklassifikation) in zehn Hauptaufgabengruppen.


Aus den Hauptaufgabengruppen entstehen die Aufgabengruppen , indem an die Ziffer der Hauptaufgabengruppen eine weitere Ziffer von 0-9 angefügt wird. In gleicher Weise werden innerhalb der Aufgabengruppe die Aufgabenuntergruppen gebildet.


Hauptaufgabengruppen:

0 Allgemeine Verwaltung

1 Öffentliche Sicherheit und Ordnung

2 Schulen

3 Kultur

4 Soziale Aufgaben

5 Gesundheitswesen

6 Bau- und Wohnungswesen

7 Öffentliche Einrichtungen und Wirtschaftsförderung

8 Wirtschaftliche Unternehmen

9 Finanzen und Steuern


Aufgabengruppen (Beispiele)

0 Allgemeine Verwaltung


00 Verfassung

01 Innere Organisation

02 Sachverwaltung

03 Personalverwaltung

04 Weisungsangelegenheiten

05 Weisungsfreie Angelegenheiten

06 Rechnungsprüfungswesen


Aufgabenuntergruppen (Beispiele)

01 Innere Organisation


010 Verwaltungsgliederung

011 Geschäfts- und Dienstverteilung

012 Geschäftsordnung

013 Aktenordnung / Aktenplan

014 Dienstanweisungen


Das Zehnersystem (dekadisches System) wurde auch bei der Gliederung und Gruppierung des Haushaltspläne der Gemeinden und Gemeindeverbände nach den Ausführungsvorschriften zur GemHVO in der jeweils geltenden Fassung berücksichtigt. Der Gliederungsplan ist in 10 Einzelpläne (0-9) eingeteilt. Der Inhalt und die Bezeichnungen stimmen jedoch mit den Hauptaufgabengruppen des Einheitsgliederungsplanes nicht ganz überein. Die Einzelpläne sind Abschnitte, in einigen Fällen auch in Unterabschnitte unterteilt.


Aufgabengliederungplan


1. Allgemeine Verwaltungsaufgaben

2. Finanzen

3. Recht Sicherheit und Ordnung

4. Schule und Kultur

10 Zentrale Verw.

11 Personal

12 Statistik und Wahlen

13 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

14 Rechnungsprüfung


20 Kämmerei

21 Kasse

22 Steuern

23 Liegenschaften

24 Verteidigungslasten


30 Recht

32 Sicherheit u. Ordnung

33 Einwohner- und Meldewesen

34 Personenstand

35 Sozialversicherung

37 Feuerschutz

38 Zivilschutz

40 Schulen

41 Kultur

42 Bibliothek

43 Weiterbildung

44 Musikschule

45 Museen

46 Theater

47 Archiv

5. Soziales, Jugend und Sport

6. Bauwesen

7. Öffentliche Einrichtungen

8. Wirtschaft und Verkehr

50 Soziales

51 Jugend

52 Sport

53 Gesundheit

54 Krankenhaus

55 Lastenausgleich

60 Bauverwaltung

61 Stadtplanung

62 Vermessung und Kataster

63 Bauordnung

64 Wohnungsbauförderung

65 Hochbau

66 Tiefbau

67 Grünflächen

70 Stadtreinigung

71 Schlacht- und Viehhof

72 Märkte

80 Wirtschafts- und Verkehrsförderung

81 Wirtschaftliche Betätigung

82 Forsten



Auszug aus dem KGST Modell Aufgabengliederungsplan

Aufgabengruppe 11 Personal

  1. Federführung bei der Personalbedarfsplanung

  2. Personalbeschaffung

  3. Personaleinsatz

  4. Personalangelegenheiten der MitarbeiterInnen insbesondere:

- Einstellung, Ernennung, Höhergruppierung, Beförderung, Kündigung

- Bezahlung und Versorgung, Sozialversicherung

- Beihilfen, Reisekosten, Umzugskosten

  1. u.s.w.



Verwaltungsgliederungsplan

Verwal-tungsglie-derungs-plan KGST-Modell








1. Allg.Verw.

2. Finanz-verw.

3. Rechts-, Sicherheits und Ordnungsverwaltung

4. Schul- und Kulturverw.

Sozial-, Jugend- und Gesundheitsverw.

6. Bauverw.

Verw. Öffentl. Einrichtungen

8. Verw. Für Wirtschaf u. Verkehr

10 Hauptamt

11 Personalamt

12 Statistisches Amt und Wahlamt

13 Presseamt

Rechnungsprüfunsgamt

20 Kämmereiamt

21 Kasse

22 Steueramt

23 Liegenschaftsamt

24 Amt für Verteidungungslaten

30 Rechtsamt

31

32 Ordnungsamt

3 Einwohner- u. Meldeamt

34 Standesamt

35 Versicherunsgamt

36

37 Feuerwehr

38 Zivilschutzamt

40 Schulverwaltungsamt

41 Kulturamt

42 Bibliothek

43 Volkshochschule

44 Musikschule

45 Museum

46 Theater

47 Archiv

50 Sozialamt

51 Jugendamt

52 Sportamt

53 Gesundheitsamt

54 Krankenhäuser

55 Ausgleichsamt

60 Bauverwaltungamt

61 Stadtplanungsamt

62 Vermessungs- und Katasteramt

63 Bauordnunsgamt

64 Wohnungsförderungsamt

65 Hochbauamt

66 Tiefbauamt

69 Grünflächenamt

70 Stadtreinigungsamt

71. Schlacht- und Viehhof

72 Marktamt

80 Amt für Wirtschaftsförderung und Verkehrsföderung

81 Eigenbetriebe

82 Forstamt


Grundsätze für die Geschäftsverteilung



Kreisfreie Städte in Schleswig-Holstein

haben jeweils eine/einen OberbürgermeisterIn


Stellenbeschreibung/Arbeitsplatzbeschreibung


Wie erstellt man am besten eine Arbeitsplatzbeschreibung?

Tätigkeiten+Tätigkeitsmerkmale=Arbeitsplatzbewertung


Vergütungsgruppen:



Produktplan

Muster Produktplan für den Bereich Jugend


Produktbereich

Produktgruppe

Produkt

51.1 Kindertagesbetreuung

51.1.1 Plätze in Kindertageseinrichtungen

51.1.1.1 für Kinder von 0 bis 3 Jahren

51.1.1.2. für Kinder von 3 bsi 6 Jahren

51.1.1.3 für Kinder ab 6 Jahren


51.1.2 Plätze für Tagespflege

51.1.2.1 Plätze für die Tagespflege

51.2. Allgemeine Förderung von jungen Menschen und ihren Familien

51.2.1 Kinder- und Jugendarbeit

51.2.1.1 Spielplätze

51.2.1.2 Kinder- und Jugendarbeit in / durch Einrichtungen

51.2.1.3 Kinder- und Jugendarbeit außerhalb von Einrichtungen

51.2.1.4. Jugendsozialarbeit

51.2.1.5 Kinder- und Jugendschutz


51.2.2. Familienförderung

51.2.2.1 Allgemeine Familienberatung und- bildung

51.2.2.2 Familienerholung und- freizeit

51.2.2.3 Maetrielle Förderung

51.3 Familienergänzende Hilfe für junge Menschen und Ihre Familien in besonderen Lebenslagen

51.3.1 Beratung

51.3.1.1. Kinder- , Jugend- und Familienberatung


51.3.2. Betreuung

51.3.2.1. Erziehungsbeistandschaft

51.3.2.2. Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung



Stufe

Aufgabenglie-derungsplan/Organisationsplan

Organisationsplan

Geschäftsvertei-lungsplan

Produktplan

Aktenplan

1

Aufgabenhauptgruppe (z.B. Schulen)

Dezernat

Dezernat (Fachbereichsleiter)

Produkt-bereich

Akten-haupt-gruppe

2

Aufgabengruppe (z.B. Realschulen)

Amt

Amtsleiter (Fachdienstleiter)

Produkt-gruppe

Akten-gruppe

3

Aufgabenuntergruppe (z.B.xy-Schule)

Abteilung

Abteilungsleiter

Produkt

Akten-unter-gruppe

4

Ggf. weitere Unterteilung


Sachgebietsleiter

Ggf. weitere Untertei-lung (z.B. Produkt)

Akten-zeichen






Dienst und Geschäftsanweisungen

So wie Organisationspläne zur Regelung organisatorischer Entscheidungen der Aufbauorganisation eingesetzt werden, sind Dienst- und Geschäftsanweisungen das klassische Organisationsmittel der Ablauforganisation.

Es gibt:

Z.B. für bestimmte Fachbereich oder Anweisungen für Tätigkeiten, die überall vorkommen können.


Bedeutung:

Dienst und Geschäftsanweisungen sind Führungsmittel der Verwaltungsführung, um die Organisations- und Verwaltungsziele zu erreichen. Sie dienen dazu, die Abläufe zu vereinfachen und zu vereinheitlichen. Sie sind für die Führung zugleich ein Mittel der Kontrolle, der Information sowie des Führungsstils (Art und Weise der Einwirkung auf MitarbeiterInnen). Da diese Anweisungen herkömmlich sind, stehen sie neben den modernen Mitteln (z.B. Berichtswesen, Controlling, Kontraktmanagement, Gesprächsführung) im Rahmen des neuen Steuerungsmanagements.


Abgrenzung

Dienst und Geschäftsanweisungen sind keine Rechtsvorschriften, jedoch Weisungen, Anordnungen oder auch Empfehlungen. Sie sind von den Mitarbeitern zu beachten, soweit nicht Ausnahmen bestehen. Dies gilt beispielsweise nach dem Landesbeamtengesetz SH, soweit die Anordnung strafbar oder ordnungswidrig sind oder die Würde des Menschen verletzt. Dienst- und Geschäftsanweisungen dürfen nicht mit Geschäftsordnungen, die sich die Gremien (z.B. Gemeindevertretung nach §34 GO) geben, verwechselt werden.


Beispiel für den Inhalt einer Allgemeinen Dienst und Geschäftsanweisung:


  1. Allgemeines

1.2 Rechtscharakter und Zweck

1.3 Geltungsbereich

1.4 Hinweis

  1. Grundsätze

2.1. Leitbild

2.2 Neues Steuerungsmodell

2.3 Koordination

  1. Organisationseinheiten und Funktionen

3.1. Organisationseinheiten

3.2. Funktionen

3.3. Dienstvorgesetzte

3.4. Fachvorgesetzte

3.5. ProjektgruppenleiterIn

  1. Organisationspläne

4.1. Kennzeichen der Organisationseinheiten.

4.2.Verwaltungsgliederungsplan und Geschäftsverteilungsplan

4.3. Produktinformation

4.4.Arbeitsverteilungsplan

4.5. Stellenplan

4.6. Aktenplan

  1. Dienst- und Fachaufsicht

5.1. Dienst- und Fachvorgesetzte

5.2. Führungskräfte

  1. Führungsgrundsätze

  2. Kundenorientierung

7.1. Verhalten gegenüber Kunden

7.2. Einladungen/Termine

7.3. Aufzeichnungen

7.4. Auskünfte

7.5. Telefonverkehr

  1. Personalrechtliche Grundsätze

8.1. Dienstliche Anordnungen

8.2. Wahrung städtischer Interessen, Grundsatz der Einheit der Verwaltung

8.3. Schutz der MitarbeiterInnen

8.4. Fortbildung

8.5. Vorschlagswesen

8.6. Einsicht in die Personalakte

8.7. Schweigepflicht

8.8. Einhaltung des Dienstweges

8.9. Aussagegenehmigung

8.10. Arbeitsrückstände

8.11. Bestechung

8.12. Dienstvergehen, strafbare Handlungen

8.13. Anzeige von Veränderungen

8.14. Nebentätigkeiten

8.15. Nichtraucherschutz/Alkoholverbot

  1. Abwesenheit im Dienst

9.1. Allgemeines

9.2. Urlaub

9.3. Dienstbefreiung/Dienstunterbrechung/Stundenausgleich

9.4. Dienst-(Arbeits-)unfall

9.5. Dienstunfähigkeit

9.6. Unentschuldigtes Fernbleiben vom Dienst

9.7. Dienstreisen

  1. Dienstgebäude, Diensträume

10.1. Verwaltung, Bewirtschaftung

10.2. Schäden

10.3. Wegweiser

10.4. Beaufsichtigung und Sicherung

10.5. Brandverhütung/Verhalten im Brandfall

10.6. Verhalten nach Diebstählen und Einbrüchen

10.7. Aushänge

10.8. Vertrieb von Waren und Dienstleistungen

10.9. Fundsachen

10.10. Sonstige Benutzung von Diensträumen und Einrichtungen, private aufträge und arbeiten

10.11. Inventar/Inventarisierung

10.12. Beflaggung

  1. Arbeitszeit/Öffnungszeiten

11.1. Arbeitszeit

11.2. Öffnungszeiten

  1. Sachbearbeitung

12.1. Grundsätze

12.2. Federführung, allgemeine Zusammenarbeit, Besprechungen

12.3. Zeitpunkt der Sachbearbeitung

12.4. Zwischennachricht und Abgabenachricht

12.5. Der Vorgang

12.6. Aktenführung, Akteneinsicht, Mitnahme von Akten nach Hause

12.7. Beglaubigungen und bescheinigungen

12.8. Dienstsiegel

12.9. Bearbeitung von Rechtsangelegenheiten

12.10. Verschlusssachen

12.11. Rücksprachen

12.12. Dienstausweise

12.13. Datenschutz

12.14. Wichtige Verträge und Urkunden

12.15. Zusammenarbeit mit Medien und Öffentlichkeitsarbeit

12.16 Öffentliche Bekanntmachungen

12.17 Sitzungsdienst

  1. Schriftverkehr

13.1. Schreib- und Ausdrucksweise

13.2. Schriftverkehr nach außen

13.3. Innerer Schriftverkehr

13.4. Unterzeichnung

13.5. Vorbemerkung

13.6. Allgemeiner Schriftverkehr

13.7. Verpflichtende Erklärungen

13.8. Unterzeichnung von Widerspuchsbescheiden

13.9. Unterzeichnung von Beschlussvorlagen

14. Vollmachten

  1. Post- und Botendienst

14.1. Posteingang

14.2. Posteingangsstellen, Behandlung der Posteingänge

14.3. Telefax und elektronische Post

14.4. Kennzeichnung er Eingänge für weitere Behandlung

14.5. Postausgang

14.6. Botendienst

  1. Inkrafttreten


Unterschrift BürgermeisterIn


Beispiele besonderer Dienst- und Geschäftsanweisungen


Ablauforganisation


Geschäftsordnung


Dienstvereinbarung

z.B. Arbeitszeitregelungen.

Nach § 57 Mitbestimmungsgesetz (MBG-SH)

Die Dienstvereinbarung gilt für jeden, es sei denn, es sind bestimmte Personen ausgenommen.


Aufbau einer Dienstanweisung:



Posteingang

Wie kommt die Post in die Verwaltung?



Bearbeitung der Post


Folgende Post darf nicht geöffnet werden (je nach Dienst und Geschäftsanweisung):


Dann wird die Post:


Absenden von Post (Rechtsvorschrift: LVWG § 146-161

Absendearten:


Briefköpfe

Behörde

Schriftkopf

Gemeinde

Gemeinde X (Träger)

Der Bürgermeister (Organ)

Stadt

Stadt X

Der Bürgermeister

Kreisfreie Stadt

Stadt X

Der Oberbürgermeister

Amt

Amt X

Der Amtsvorsteher

Kreis

Kreis X

Der Landrat

Schulverband

Schulverband X

Der Verbandvorsteher





Die Landesverordnung zur Durchführung der Gemeindeordnung (siehe 30.001)




Besondere Briefköpfe

Stelle

Briefkopf

Standesamt

Gemeinde X

Der Standesbeamte

Bürgervorsteher

Stadt X

Der Bürgervorsteher

Kirche

Der Kirchenvorstand

Land

Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein



Das sollte ein Briefbogen umfassen:



Unterschriften



Aktenvermerk




Büroverfügung

Büroverfügungen sind typische Merkmale des internen Handelns einer öffentlichen Verwaltung. Sie dürfen nicht mit der Verfügung (Schreiben einer Mittelbehörde) oder einer Ordnungsverfügung verwechselt werden



Büroverfügung ist eine


Bearbeitungsgrundsätze


Aufgaben einer Amtsleiterin/Amtsleiters





Bezeichnung von Schriftstücken

In der Praxis haben sich Bezeichnungen für Schriftstücke entwickelt. Sie dienen zur Unterscheidung, Klarstellung sowie zur vereinheitlichung. Im Rahmen der Entwicklung von einer Behörde zu einem Dienstleistungsunternehmen verlieren diese jedoch an Bedeutung


Erlass: (Erl.)

Schreiben einer obersten Bundes- oder Landesbehörde an eine Nachgeordnete oder beaufsichtigte Behörde

Beispiel: Schreiben des Innenministeriums an den Bürgermeister einer Stadt


Runderlass (Rd.Erl.)

wie Erlass, jedoch an mehrere Behörden gerichtet

Beispiel:Schreiben des Innenministeriums an die Bürgermeister aller gemeinden in SH


Gemeinsamer Erlass (Gem.Erl)

Schreiben mehrerer Bundes- oder Landesbehörden an eine nachgeordnete oder beaufsichtigte Behörde.

Beispiel: Schreiben des Innenministeriums an und des Finanzministers an den BGM einer Gemeinde


Gemeinsamer Runderlass (Gem.Rd.Erl.)

wie gemeinsamer Erlass, jedoch an mehrere Behörden gerichtet


Verfügung (Vfg.)

Schreiben einer Landesbehörde oder Kreisbehörde an eine nachgeordnete oder beaufsichtigte Behörde

Beispiel: Verfügung des Landrates des Kreises X an den Amtsvorsteher des Amtes Y


Rundverfügung (Rd.Vfg.)

wie Verfügung, jedoch an mehrere Behörden gerichtet


Bericht

Antwort auf einen Erlass oder eine Verfügung

Beispiel: Bericht des Bürgermeisters der Gemeinde Y an den Landrat des Kreises X


Bescheid

Schriftlicher Verwaltungsakt mit Rechtsbehelfsbelehrung

Beispiel: Steuerbescheid


Urschrift

=Original


Urschriftliches Verfahren

Weitergabe des Vorganges im Original


Abschrift

Nachträglich hergestelltes (abgeschriebenes) Schriftstück vom Original

Beispiel: Abschrift eines Zeugnisses


Durchschrift

Gleichzeitig hergestelltes, mit dem Original übereinstimmendes Schriftstück

Beispiel: Durchschrift eines Geschäftsbriefes


Ausfertigung

Gleichzeitig mit dem Original hergestelltes Schriftstück, das nur für Beteiligte bestimmt ist.

Beispiel: Ausfertigung für eine Beteiligte Behörde


Achtung:

Bei der Übersendung von Schriftstücken einer Gemeinde an ein Ministerium und umgekehrt ist der Dienstweg über den Landrat zu beachten.



Verhandlungsniederschrift

z.B.


Die Niederschrift ist bei vielen Vorgängen nötig, um eine Unterschrift eines Gesprächspartners zu erhalten.




Beispiel einer Niederschrift:


Es erscheint......, wohnhaft ......, und erklärt:

„Ich, Peter Meier, beantrage als Vorsitzender des xy-Vereins, für den 25. September von 10-15 Uhr eine Sondernutzungsgenehmigung in der PP-Straße. Unser Verein plant an diesem Tag ein Infostand in der PP-Straße aufzustellen und Handzettel zu verteilen. Es werden voraussichtlich 12 Vereinsmitglieder anwesend sein“.





Aufbau einer Niederschrift:

a) Sachverhalt

b) Antrag

c) Belehrungen




Muster einer Verhandlungsniederschrift:




Briefkopf Ort Datum



VERHANDLUNGSNIEDERSCHRIFT Vorgeladen - bzw. unaufgefordert - erscheint:

Name:

Vorname:

geburtsdatum:

Ort:

Straße:

der Person nach bekannt - ausgewiesen durch:

Paß/PersonalausweisNr:

Ausgestellt am:

von:

und erklärt:

TEXT TEXT TEXT TEXT TEXT




vorgelesen bzw. gelesen, genehmigt, unterschrieben


Unterschrift des Erklärenden



geschlossen:

Unterschrift der/des Mitarbeiterin/Mitarbeiters


Beglaubigungen (§ 91 LVWG) , Beurkundungen (§ 313 BGB , Beurkundungsgesetz)




Sitzungsdienst



Schritte der Vorbereitung:


  1. Einladungen

  2. Bekanntmachung

  3. Unterrichtung der Einwohner über allgemein bedeutsame Angelegenheiten -> Information der Öffentlichkeitsarbeit


Sitzungsvorlage:

Vor Verhandlungsbeginn


Der Bürgermeister bereitet die Beschlüsse der Gemeindevertretung und der Ausschüsse vor (§55 (1) S.3 GO)


Beschlüsse - Beispiele:

Sitzungsdienst

Die sorgfältige Vorbereitung, die zügige Durchführung sowie die schnelle Nachbereitung beeinflussen erheblich den erfolg einer Sitzung. Dies gilt auch für Besprechungen, Versammlungen oder Dienstgesprächen.

Eine Sitzung verläuft meist in drei Phasen:


Vorbereitung

Durchführung

Nachbereitung

Sachlich

technisch



Ziel: Beschlussfassung, beratung, Information

Einladung (durch Vorsitzende/Vorsitzendem des Gremiums)

Begrüßung

Protokoll erstellen durch Protokollführer

Teilnehmer: Mitglieder, Gäste, Verwaltung

Raumgestaltung: Sitzordnung, Technik, Medien

Eröffnung

Protokoll unterschreiben (vorsitzender und Protokollführer)

Zeit: Beginn, Fortsetzung

Bekanntmachung (Tagesordnung)

Feststellung der termin- und fristgerechten Ladung gem. § 34 GO

Protokoll versenden

Ort: Örtlichkeit, Gebäude, Raum

Presse

Feststellung der Beschlussfähigkeit (gem. §38 GO)

Auszüge fertigen und versenden



Feststellen, ob Einwendungen gegen die Tagesordnung bestehen (§34 GO)

Beschlüsse ausführen



Eintritt in die Tagesordnung:

- nicht erledigte Angelegenheiten

- dringende Angelegenheiten

- weitere Angelegenheiten nach Sachzusammenhängen, auch öffentliche/nichtöffentliche Sitzung beachten

Verhandlungsleitung es Vorsitzenden nach $ 37 GO (Worterteilung, Unterbrechung)

Protokollfeststellung



Schließen der Sitzung



Protokollführer:

Der Protokollführer kann ein Mitglied, ein Mitarbeiter der Verwaltung oder eine Person außerhalb der Verwaltung sein. Der protokollführer ist zur Verschwiegenheit verpflichtet. Er ist Urkundsbeamter im Sinne der ZPO und ist an Weisungen nicht gebunden.


Muster einer Sitzungseinladung


Gemeinde/Kreis/Stadt/Amt Postleitzahl, Ort, Datum

Der Bürgermeister, der Bürgervorsteher,

Der Stadtpräsident, der Kreispräsident



Herrn

Oberbürgermeister Hansen

Neue Dorfstraße 27

24121 Neuberg


Anschriften (Möglichkeiten):

a) Mitglieder des Bauausschusses nachrichtlich

B) Alle Mitglieder aufzählen und jeweils unterstreichen

c) Mitglieder einzeln einsetzen

d) keine Anschrift

e) Verteiler:

Bürgermeister 1*

Bürgervorsteher *

FraktionsVorsitz 1*




Anrede (allgemein oder persönlich)

Beispiel: Sehr geehrte Damen und Herren,


zu der nächsten / öffentlichen Sitzung der / des ..... am Freitag, dem ....., ....Uhr, in der ......., lade ich Sie ein.


Tagesordnung:

1. ......

2. ......

3. .....


Die Vorlagen zu der Tagesordnung sind als Anlage beigefügt.


Mit freundlichen Grüßen (wenn Anrede eingetragen ist)


Name der / des Vorsitzenden


Muster einer Sitzungsvorlage



Briefkopf Ort, Datum

Amt / Organisationseinheit

AZ:



Vorlage

für die Sitzung des .......... Ausschusses / Gemeinde- bzw. Stadtvertretung / Kreistages

am ......




Bezeichnung des Punktes der Tagesordnung:





Beschlussvorschlag oder Antrag

In der Form des Beschlusses, so dass der Text in die Niederschrift aufgenommen werden kann



Begründung

Möglichkeit der Gliederung:



endgültiger Beschluss durch:








Unterschrift

Muster einer Sitzungsniederschrift


Hinweis:

Die Mindestbestandteile ergeben sich aus §§ 41 GO, § 105 LvwG (soweit nicht das Kommunalverfassungsrecht anzuwenden ist). Weitere Angaben können sich aus des Geschäftsordnungen (siehe §34 GO) ergeben.



Ort, Datum


Niederschrift / Protokoll


über die ..... Sitzung der Stadtvertretung der x-Stadt

am ....... in .......


Beginn: ....................

Ende ..................


Anwesend:


von der Stadtvertretung:

Bürgervorsteher Müller, Vorsitzender

Stadtvertreter Arens

Stadtvertreter Behrens

Stadtvertreterin Cehrens


es fehlen:

Stadtvertreter Johannsen

Stadtvertreter Meier


Von der Verwaltung:

Bürgermeisterin Obermüller

Stadtamtmann Petersen

Stadtinspektor Spitz - Protokollführer -


Gäste:

Kreisrat Meiersen

Bau-Ingenieur Stein


Tagesordnung:

  1. Einwohnerfragestunde

  2. Aktuelle Stunde

  3. Niederschrift über die Sitzung der Stadtvertretung am .....

  4. Mitteilungen des Bürgermeisters

  5. Beitritt zum Wasserbeschaffungsverband .......



Bürgervorsteher Müller begrüßt die Anwesenden und eröffnet die 5. Sitzung der Stadtvertretung. Er stellt die form- und fristgerechte Ladung sowie die Beschlussfähigkeit der Stadtvertretung fest.

Einwendungen gegen die Tagesordnung werden nicht erhoben.


TOP 1

Anfragen von Einwohnerinnen und Einwohnern liegen nicht vor.


TOP 2

Zur aktuellen Stunde liegen keine Anträge vor.


TOP 3

Niederschrift der Sitzung vom ...

Die Niederschrift ist den Stadtvertreterinnen und Stadtvertretern zugegangen.

Stadtvertreter Behrens weist darauf hin, dass er unter TOP 5 der Sitzung vom ... ordnungsgemäß wegen Befangenheit den Raum verlassen hat. Und zu TOP 6 bereits wieder erschien. Dies müßte noch ins Protokoll aufgenommen werden. Weitere Änderungswünsche liegen nicht vor.


Beschluss: Die Stadtvertreter beschließen einstimmig mit 34 „ja“-Stimmen, das Protokoll mit einem Änderungswunsch zu genehmigen.

Damit gilt das Protokoll in der geänderten Form als genehmigt.


TOP 4

Mitteilungen des Bürgermeisters

...............


TOP 5

.........

Beschluss: .............


Abstimmungsergebnis: 24 ja-Stimmen, 4 Nein-Stimmen, 6 Enthaltungen






......



TOP 11

Anfragen

Es liegen keine Wortmeldungen vor.







Unterschrift Vorsitzender Unterschrift Protokollführer

Fachliteratur



Verkündungsblätter

Weisungsblätter

Amtliche Anzeiger

BUND

Gesetz- und Verordnungsblätter

Amts- oder Ministerialblätter



Bundesgesetzblatt BGBL I (Gesetze und Verordnungen des Bundes, Urteile des Bundesverfassungs-gerichtes, die Gesetzeskraft haben. Seit dem 23. Mai 1945



BGBL II

Zwischenstaatliche Verträge des Bundes, Haushaltsgesetze des bundes, Rechtsnormen der EU



BGBL III

(Fundstellen-sammlung des geltenden Bunderechts nach Sachgebieten)

Ministerialblätter z.B. Gemeinsame ministerialblätter, Bundesteuerblatt

Bundesanzeiger

Amtliche Mitteilungen des Bundestages, des Bundesrates, Bilanzen, Ausschreibungen





LAND

GVOBL Schl.Holst.

Gesetze und Verordnungen des Landes seit 10. April 1947

GS Schl. Holstein

Sammlung des geltenden Landesrechts SH

Amtsblatt Schleswig-Holstein

Runderlasse, Stellenausschreibungen, seit 15.6.1946

Amtlicher Anzeiger

Beilage zum Amtsblatt Schleswig-Holstein

z.B.

Verlustmeldungen von Siegeln, Ungültigkeitserklärungen von Ausweisen, Bilanzen, Veröffentlichungen von Körperschaften, Anstalten und Stiftungen





FRÜHER

RGBL

Reichsgesetzblatt des Deutschen Reiches von 1871, WR von 1919, Deutsches reich 1933 bis 1945