1600
Das Wappen der Stadt Schleswig wurde in Sandstein gehauen. Zwei Genien (Engel) halten das Wappen. Eine der Figuren symbolisiert mit einer Waage die Gerechtigkeit. Die andere Figur trägt Engelsflügel und einen Anker. Diese Figur stellt die Schiffahrt dar. Die alten Wappenfarben sind blau-rot. Erst 1935 wechselten die Farben in blau-gelb. Das Wappen zierte den Eingangsberich an der Westseite des Rathauses. Das Sandstein-Wappen befindet sich heute an der Westwand der Rathauseingangshalle.
Johan Ußler ist erster Bürgermeister ("Magister") bis 1602 (siehe 1592, 1603) (Q6 Nr.1 S.6).
Die Papagoyen-Gilde wird wieder erneuert (siehe 1540, 1605) (Q6 Nr.3 S.56).
Hinrich von Blome ist Kriegshauptmann auf Schloss Gottorf (siehe 1599, 1601) (Q6 Nr.1 S.37).
Das Zeughaus auf Schloss Gottorf ist Arsenal für das ganze Land. Der Gottorfer Zeugmeister beaufsichtigt die artilleristische Ausrüstung aller festen Schlösser im Land. Er belehrt die Konstabler, Wallmeister, Schlangenschützen, Büchsenmacher und andere (siehe 1612) (Q6 Nr.1 S.38).

1601
Am 22. Oktober beauftragt Herzog Johann Adolf den Büchsenmacher Jürgen Klath, 100 Musketen zu liefern (Q6 Nr.1 S.36)..
Der Lollfuß umfasst 25 Häuser (siehe 1630, 1712) (Q15 S.64).
Eine besondere Kette mit einem silberenen Vogel wird für den Schutzenkönig gestiftet (siehe 1653, 1691).
Obrist Hans von Spiegel ist Kriegshauptmann auf Schloss Gottorf (siehe 1600, 1611) (Q6 Nr.1 S.37).

1602
Die Hofkapelle auf Schloss Gottorf umfasst einen Kapellmeister und neun Musiker (siehe 1609, 1622, 1665, 1668, 1673, 1680, 1702).
Auf der Stelle der alten Nicolaikirche läßt der Herzog ein Haus bauen, das er dem Amtmann von Hertingshausen schenkt (siehe 1196, 1568).

1603
Helduader bringt die Chronik "Kurtze und einfaltige Beschreibung der Alten und weltberühmten Stadt Schleswig, im Cimbrischen Chersoneso belegen" heraus (heute im Gemeinschaftsarchiv einsehbar, siehe 1679, 1996) (Q6 Nr.5 S.18).
Erster Bürgermeister ist Jurgen Brase (siehe 1600, 1604) (Q6 Nr.1 S.6).
Stadtschreiber wird Georg Elsener (siehe 1597, 1618).

1604
Erster Bürgermeister ist Berendt Munden d.J. bis 1625 (siehe 1603, 1605, 1625) (Q6 Nr.1 S.6).
Herzog Johann Adolf ernennt Peter Martensen als Maurer- und Ziegelmeister (siehe 1619).
Am 18. Mai kommt es zum Streit zwischen den Barbieren und der Schneiderzunft. Barbier David wurde zum Fähnrich gewählt, während die Schneiderzunft bisher die Fähnriche stellte. Der Rat griff ein (Q6 Nr.1 S.36).
Kriegshauptmann Hans von Neddermann mustert im Auftrag des Herzogs die Schleswiger Bürgerschaft (Q6 Nr.1 S.37).

1605
Herzog Johann Adolf ordnet an, dass die Hausbesitzer sich selbst in "Wehr und Waffen" stellen sollten. Gewehre sollten nicht ausgeliehen werden, sondern konnten für sechs Taler Waffen beim Amtsschreiber kaufen (siehe 1590, 1596) (Q6 Nr.1 S.36).
Die Papagoyen-Gilde erhält eine Ordnung, die fast 40 Jahre hält (siehe 1605, 1634) (Q6 Nr.3 S.56).
Münzmeister Matz Puls wird ins Gefängnis geworfen. Seine Schillinge und Doppelschillinge sollen schlecht geprägt worden sein (siehe 1596).
Johannes Becker ist zweiter Bürgermeister, seit 1625 Erster Bürgermeister (siehe 1604, 1625, 1628) (Q6 Nr.1 S.6).

1607
Im Wappen der Stadt Schleswig taucht bis Mitte des 18. Jahrhunderts ein alleinstehender Burgfried auf (Q6 Nr.6 S.82).

1608
Bibliothekar der Gottorfer Bibliothek wird Matthäus Chytraeus.
Johann von Wouwern wird am Herzoghof eingestellt. Er förderte den Calvinismus (Q6 Nr.5 S.21).
Nicolaus Wegener, der erste fürstlich-gottorfische Buchdrucker stirbt (siehe 1609) (Q6 Nr.3 S.42)

1609
Im Schloss Gottorf wird der herzogliche Betstuhl in die Kapelle eingebaut (bis 1614).
Kapellmeister auf Schloss Gottorf wird Johann Sommer bis 1622 (siehe 1602).
Die überdachte "Kalwerport" zum Kälberhof hin stürzt ein (siehe 1505) (Q6 Nr.2 S.12)
Herzog Johann Adolf mustert selbst auf der Freiheit die Schleswiger Bürgerwache (siehe 1590).
Der Historiker Paul Cypräus stirbt in Schleswig. Helduader stand mit ihm in Verbindung (Q6 Nr.5 S.21).
Am 17. Januar Adolus Wegener ein Privileg als gottorfischer Buchdrucker. Er stirbt wahrscheinlich 1614. Er war der Sohn des Nikolaus Wegener (siehe 1608) (Q6 N3 S.42/43).

1610
Herzog Johann Adolf ernennt Dr. med. Bernhard Oldermann als "Chemikus" auf Schloss Gottorf. Ein chemisches Labor wird eingerichtet (siehe 1653, 1665).
Der Hofprediger Fabricius wird am Neujahrsmorgen entlassen. Der Herzog hatte eine strengere kalvinistische Weltanschauung. Nachfolger wurde Philip Caesar bis 1616.
Die Orgel des Domes wird repariert (siehe 1684, 1701, 1746, 1788, 1839, 1886, 1893, 1920, 1950, 1963). Die ersten Orgeln im Dom werden Mitte des 15. Jahrhunderts erwähnt. Vermutlich in der zweiten hälfte des 14. Jahrhundertes war bereits eine Orgel vorhanden (Q6 Nr.41 S.101).

1611
In Schleswig wird eine "Bevölkerungsliste" erstellt.
Am 24. September verordnet Herzog Johann Adolf, dass ein Deputiertenausschuss bzw. Bürgerausschuss für Schleswig aufgestellt wird. Zu diesem Ausschuss gehören 12 "verständige und friedfertige Männer". Die Aufgabe des Ausschusses bestand darin, die Kämmereirechungen der Stadt zu prüfen. Die Deputierten hatten ein Anrecht auf einen freien Ratsstuhl und einen Tisch in der Ratsstube.
Die Vertreter der Stadt leiten einen Eid auf die Stadt (siehe 11. Oktober 1712) (Q6 Nr.6 S.60).
Das Gildefestessen der Altstädter Schützengilde findet im Rathaussaal statt (Q6 Nr.3 S.59).
Melchior von Loeben und Arndt von Wobernow sind Kriegshauptleute auf Schloss Gottorf (siehe 1601) (Q6 Nr.1 S.37).

1612
Die Gottorfer Bibliothek wird erweitert und umfasst 15.000 Bände (siehe 1616, 1749).
Johann von Wouwern stirbt (siehe 1608) (Q6 Nr.5 S.22).
Zeugmeister auf Schloss Gottorf ist Stephan Küni genannt Jaschki. Er hat ein Jahresgehalt von 300 Thalern (siehe 1600, 1630) (Q1 Nr.1 S.38).
Der gottorfische Anteil des Herzogtums wird in vier Quartiere eingeteilt. Insgesamt sind 2.000 "Auschusspflichtige" aufzubringen. Der Ausschuss war für den Herzog eine Verfügungstruppe für Spannungs- oder Kriegsfälle. Es war ein "Volksaufgebot" aus Wehrpflichtigen. Schleswig und Eckernförde gehörten zum ersten Quartier. Aus der Stadt Schleswig waren 40 bis 50 Mann aufzubringen. Später wurde das aus Schleswig gestellte Aufkommen aus 80 Mann als "Schleswiger Städtecompagnie" bezeichnet. Eine eigene Compagnie wurde aus der Schleswiger Bürgerschaft jedoch nicht gebildet (siehe 1623) (Q6 Nr.39 S.45-46).

1613
Der Rat der Stadt beschwert sich beim Herzog über den Lollfuß bezüglich der Sauberkeit.

1614
Herzoglicher Betstuhl in der Kapelle von Schloss Gottorf vollendet.
Am 30. März wird die "Ordung der Ämter und Handwerker" aufgestellt. Damit werden u.a. auch Preise festgelegt. Dennoch steigen im darauffolgenden Jahr die Preise um bis zum vierfachen (siehe 1615).
Herzog Johann Adolf stellt am 5. April den Drucker Johannes Höfer ein und richtet eine Druckerei ein. Zuvor war Adolus Wegener verstorben (siehe 1609, 1636, 1655) (Q6 Nr. 3 S.43ff, Q6 Nr.9 S.10).
Das Ballhaus auf Schloss Gottorf wird gebaut (Beginn. Fertigstellung 1616) (heute Nydamhalle) (siehe 1750) (Q6 Nr. 13 S.39).
Das Armenhaus auf dem Holm wird abgerissen (siehe 1572, 1589).
Ein "Bürgerbuch" wird begonnen in Folio in braunem Leder mit grünem Flies, das jedoch verschollen ist (siehe 1448) (Q6 Nr.8 S.25).
Hans Olfsen errichtet auf dem Stadtfeld einen Ziegelhof (Ziegelbrennerei) (siehe 1621).
Christian Sleidanus wird Dompastor (siehe 1581, 1636).
Das Heilig-Geist-Hospital existiert nicht mehr (siehe 1802) (Q6 Nr. 11 S.59, Q15 S.69).

1616
Herzog Friedrich III. regiert bis 1659. Unter Herzog Friedrich III. ist die Blütezeit des Gottorfer Hofes.1621 gründete Friedrich III. Friedrichstadt für holländische Flüchtlinge. Kanzler ist Johann Adolf von Kielmannseck (1612-1676? oder 1686?). Folgende Künstler sind auf dem Hof tätig: Maler Jürgen Ovens (Schüler Rembrandts), der Schnitzer Hand Gudewerdt d.J.. Der Hofgelehrte Adam Olearius beschreibt 1647 die Reisen nach Moskau (1633) und Persien (1636). Friedrich III. versuchte Handelsbeziehungen nach Moskau und Persien zu knüfen. Friedrich III. gründete die Gottorfer Bibliothek (siehe 1612) und die Kunstsammlung (siehe 1651, 1759) und stellte die Gärten her. Er ließ den berühmten Gottorfer Globus bauen (siehe 1650).
Im Rathaussaal findet eine Huldigung für Herzog Friedrich III. statt (siehe 1587) (Q6 Nr.3 S.28).
Am 21. August werden die Ämter und Gilden aufgelöst. Damit wird "Gewerbefreiheit" gewährt. Der Nachfolger des Herzogs, Herzog Friedrich III. führt die Zünfte wieder ein (siehe 1635).
Johannes Moesing ist Rektor der Domschule bis 1623.
Fabricius wird wieder Hofprediger (siehe 1589, 1610, 1622, 1640).
Die Poliermühle wird in den Akten erwähnt. Sie lag am Polierteich. Dort wurden Harnische poliert. Die Mühle ist jedoch älter (siehe 1519).
Es wird vermutet, dass das hohe Tor in diesem Jahr seinen spitzen Turm, Glocke und Uhr erhielt und der Name von "Angelboeporte" auf "Hohes Tor" wechselte (siehe 1151, 1668) (Q6 Nr.38 S.84).

1617
Hofmarschall Josua von Bützow wird bestallt (Q6 Nr.39 S.75).

1618
Schleswig zählt etwa 4.000 Einwohner (siehe 1555, 1720) (Q6 Nr.39 S.45).
In städtischen Kämmereirechnungen wird der Stadtfelder Friedhof erwähnt (zwischen Reiferbahn und Michaelisstraße gelegen, gegenüber der "kurzen Reihe"). In einer Akte von 1620 wird das Entstehen dieses Friedhofes beschrieben (Landesarchiv) (siehe 1556) (siehe auch Q6 Nr.4 S.43).
Zum Schleswiger Rat gehören 6 Ratsherrn, auch Ratsverwandte genannt. L. Coch wird Kämmerer für die Jahre 1618 bis 1620.
Stadtschreiber ist Johannes Krassmann (siehe 1603, 1621).
Fürstliche Bedienstete feiern im Rathaus ihre Hochzeit und zahlen eine Gebühr dafür (siehe 1631).
Auch die Gilde feiert im Ratssaal des Rathauses ihre Feste. Dabei schmücken Maibüsche den Raum, auf dem Fussboden wird Gras verteilt (Q6 Nr.5 S.4).
Matz Puls wird erneut zum Müzmeister von Schloss Gottorf ernannt (siehe 1596).

Es wird der Gasthof "Drei Eichen" im heutigen Stadtteil Friedrichsberg erwähnt.
Pastor an der Michaeliskirche wird Johann Adolf Cypraeus (Cypräus) (siehe 1546, 1592, 1608, 1633, 1636).

1619
Ein Puppenspieler führt etwas im Rathaus auf. Er hatte nur 18 Schilling Einnahmen und ist heimlich weggelaufen.
Heinrich Puls, Sohn von Matz Puls, wird zum "Wardein der Münzen" ernannt (siehe 1618, 1621).
Herzog Friedrich III. ernennt Arendt Lampe zum Ziegelmeister (siehe 1604, 1634).

1620
Johannes Hecklauer wird Organist und Musiker auf Schloss Gottorf (siehe 1624, 1633).

1621
Stadtschreiber ist Petrus Gödeke (siehe 1618, 1640)
Die Stadt kauft erstmals eine Feuerspritze als Notspritze (siehe 1558, siehe 1672).
Es werden vier Schneiderämter gegründet, in Schleswig, Lollfuß, Friedrichsberg und Hesterberg. Q6 Nr7 S. 35 nennt ein Schneideramt für die vier Bereiche (Q6 Nr.7 S.35).
Peter Timpf wird Münzmeister auf Schloss Gottorf bis 1641(siehe 1619, 1644).
Hans Olfsen und Marx Starken gebn den Ziegelhof am Stadtfeld wegen Schulden auf. Der Rat der Stadt kauft die "Scheune" und läßt diese reparieren (siehe 1624).
Am 24. November kauft der Rat der Stadt Schleswig vom Bürger und Schlosser Zacharias Küsch einen Teil seines Hofes, der "aufm Graben" (am Graben" gelegen war (Urkunde Nr. 116 der Stadt Schleswig). Damit sollte das Wasser aus dem Stadtgraben direkt in die Schlei hinausgeleitet werden. Damit begann die Verlandung des Holmer Noores (siehe 1625) (Q6 Nr.2 S.6).

1622
Der Rat der Stadt erklärt, dass "jeder Bürger, der ohne Erlaubnis in den Lollfuß ziehe, seine Bürgerrechte verliere". Damit solle ein Ausbluten der Altstadt verhindert werden (Q15 S.64).
Aus diesem Jahr liegt ein ausführlicher Bericht einer "Schleibereisung" vor. Die fürstlichen Kommissare hatten dem Herzog gemeldet, dass die Schlei durch neu gesetzte Zäune sehr verengt sei. Die Schleibesichtigungen fanden von dort ab alle drei Jahre statt. (siehe 1550, 1693).
Herzog Friedrich III. legt fest, dass der Viehmarkt alljährlich im Oktober am Freitag vor St. Galli und am freitag danach auf einem Platz beim neuen Kirchhof vor der Stadt abgehalten wird ("Viehmarktplatz" ist bis heute erhalten).
Hofprediger Fabricius wird von seinem Sohn Jacob Fabricius d.J. bis zu seinem Tod 1640 unterstützt (siehe 1610, 1616).

Kapellmeister auf Schloss Gottorf wird der Engländer Wilhelm Brade (gestorben 1630) (siehe 1602).

1623
Am 13. Januar fordert der Herzog das Bereithalten des Ausschusses (Wehrpflichtige) (siehe 1612) (Q6 Nr.39 S.47).
Am 20. Februar fordert der Herzog von der Stadt 50 Ausschuss-Leute. Die "Bürgerschaft" fordert eine Herabsetzung auf 25 oder 30 Mann (Q6 Nr.39 S.47).
Am 25. Februar hatte Bürgermeister Berend Münden alle waffenfähigen Männer auf Rathaus berufen, um auf herzoglichen Befehl 50 Mann zum Waffendienst zu bestimmen. Die Bürger, die sich freiwillig stellten, wollte der Rat der Stadt von "Contributionen" freigestellen. Freiwillig wollte sich niemand melden (Q6 Nr.39 S.47). Die Bürger aber bedrohten den Rat und den Bürgermeister mit Waffen. Sie wollten nicht gemustert werden. Das Militär des Herzogs entwaffnete die Anführer und hatte diese des Landes verwiesen (siehe 1627) (Q6 Nr.1 S.36).
Am 3. März geht bei Herzog Friedrich III. ein eingehender Bericht vom Bürgermeister und Rat der Stadt über die Gestellung von Truppen ein (Q6 Nr.39 S.47).
Die Ausschuss-Mitglieder werden mit roten "Mäntelchen" ausgestattet. Dabei wurden in der Stadt Schleswig jedoch holsteinische Symbole in rot und weiß mit Nesselblatt verwendet (siehe 1624) (Q6 Nr.39 S.49 bis 51).
Ein Bündnisvertrag zwischen den Herzogtümern und Dänemark wird erneuert (siehe 1533, vgl. 1661) (Q6 Nr.39 S.43).
Die Anlage des "Neuen Gartens" beginnt südöstlich des Schloss Gottorf, heute "Alter Garten" genannt. Die Halbinsel war von der Schlei umgeben und diente später der Versorgung von Schloss Gottorf mit Obst und Gemüse. Zu Anfang waren dort Zierbäume, Beete, Statuen zu sehen (siehe 1640).
Der Pferdemarkt (unterer Gallberg) wird dieses Jahr und 1626 "gebrücket", also gepflastert. Dabei werden 39 Fuder Pflastersteine verbaut (Q6 Nr.4 S.40).
Johannes Menshaver ist Rektor der Domschule bis 1630.
Berend Münden stiftet in der Faulstraße ein Armenhaus (Q15 S.90).

1624
Ältestes Inventarverzeichnis des Stadtarchives wird aufgestellt und beginnt mit dem "Schleybrief" von 1480 (Band A9 des Stadtarchives) (Q6 Nr. 8 S.25).
Das Ratssilber besteht aus einer großen silbernen Kanne und sechs silbernen Bechern Das übrige Geschirr ist aus Zinn und kann gegen eine Gebühr entliehen werden. Es besteht u.a. aus 30 großen Schüsseln, 70 kleinen Schüsseln, 30 Butterfässern, 202 Teller, 50 neue Teller, 16 kleinen Kannen und drei großen kupfernen Kesseln (Q6 Nr.2 S.29).
Der Ratsziegelhof wird für ein Jahr an Barthold Marquardsen verpachtet (siehe 1614, 1621, vgl. 1670).
Johannes Hecklauer renoviert die Orgel in der Schlosskirche bis zum Jahr 1626 (siehe 1620, 1633).
Im Schloss gottorf werden Decken mit Stukkatur versehen (lt. Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen).

Bartholt von der Osten baut im Friedrichsberg ein Haus in dem 1805 die Taubstummenschule eingerichtet wird. Das Grundstück hat er am 15. April erworben (siehe 1805, 1809, 1926) (Q6 Nr. 11 S.10).
Am 29 September berichtet der Schleswiger Bürgermeister, dass die Ausschussmitglieder schlecht mit den zur Verfügung gestellten Ausrüstungsgegenständen umgehen. Gewehre seien verrostet, verkauft oder zerbrochen. Trommeln seien "entzwei" geschlagen (siehe 1623) (Q6 Nr.39 S.51).
Die Faulstraße wird zum ersten mal erwähnt (siehe 1663) (Q6 Nr.4 S.43).

1625
Der "Alte Garten" wird von Herzog Friedrich III. angelegt. (siehe 1748). Der alte Garten diente der Zucht von Obst und Gemüse für die Tafel auf Schloss Gottorf. Der Garten grenzte östlich an den Herrenstall (langer Stall) an. Der Vorgängergarten lag auf dem Gebiet des heutigen Oberlandesgerichts. Der Name "Alter Garten" entstand, als Mitte 17. Jh. nördlich des Schlosses das "neue Werk" eingerichtet wurde.
Am 27. Juni stirbt Bürgermeister Berend Münden (siehe 1568).
Erster Bürgermeister ist danach Johannes Becker bis 1628. Becker wurde 1547 geboren (siehe 1605, 1629) (Q6 Nr.1 S.6).
Lorenz Coch ist zweiter Bürgermeister bis 1627, auch 1629 bis 1647. Er ist Apotheker (siehe 1618, 1605, 1627) (Q6 Nr.1 S.6).
Herzog Friedrich III. wird Schützenkönig und schenkt der Altstädter Schützengilde 20 "Rosennobel". Daraus wird von Goldschmied Johann Nissen eine silberne Kanne für die Gilde gefertigt (siehe 1601, 1691) (Q6 Nr.3 S.58).
Am 27. August verkauft die Stadt ein Grundstück hinter dem Haus Hafenstraße 7 an Dr. Peter Jügert, dem Besitzer des Hausgrundstückes. Damit wird belegt, dass der südliche Stadtgraben schon zum Teil zugeworfen ist (siehe 1621) (Q6 Nr.2 S.6).
Die "Kalchbrügke" wird gebaut. Die Brücke an einer Kalkkuhle führt über den Mühlenbach am Holmer Noor. Sie stellt heute eine feste Verbindung zwischen Noorstraße und Schlachterstraße her (Q6 Nr.2. S.15).

1626
Auf der Freiheit findet eine der letzten Musterungen in Gegenwart des Rates, des Stadthauptmannes und der herzoglichen Offiziere statt (siehe 1590, 1623) (Q6 Nr.1 S.35).
Der Herzog benötigt von der Stadt Schleswig etliche Personen für Schanzarbeiten am Schloss für 14 Tage. Nach langen Beratungen wurden 40 Mann gestellt.
Die Stadt sichert Ihre Zufahrten mit Schlagbäumen ab (siehe 1685).
Scharfrichter ist Joachim Hardenack aus Rendsburg (siehe 1583, 1636).
Die Ratsstube erhält ein neues Paneelwerk mit Tischen und Bänken (siehe 1662) (Q6 Nr.3 S.29).
Die Michaelisstraße wird zum Teil gepflastert (siehe 1562) (Q6 Nr.4 S.43).

1627
Am 16. Februar wird der Bürgermeister auf offener Straße von zwei Bürgern mit "groben Worten" angegriffen. Ausgangspunkt des Streites waren weitere Personal-Anforderungen des Herzogs für Schanzarbeiten auf dem Schloss. Dir Bürger wollten sich aber "nicht zu Bauern" machen lassen. Auf der Ratsversammlung am 9. August (Landesarchiv Abt 7 Nr. 5895 Beil.8) wird über die Entlassung von L. Coch als zweiter Bürgermeister gesprochen. Es wird ihm vorgeworfen, die Rechte und Privilegien der Bürger an den Herzog zu verraten. Der Herzog wiederum gab hierzu ein Mandat heraus (siehe Beiträge zur Schleswiger Stadtgeschichte, Heft 33, Seite 99). Schließlich wurde Coch auf sein Bitten entlassen (siehe 1629).
Am 24 März bemängelt die Stadt in einer Bittschrift an den Herzog die mangelnde Disziplin der Truppe (siehe 1705) (Q6 Nr.39 S.67).
Die wallensteinschen Truppen besetzten wiederholt bis 1629 die drei Ortsteile Altstadt, Friedrichsberg und Lollfuß und fordern "Kontributionen". Die kaiserlichen Truppen "überfluteten" die Herzogtümer (Q6 Nr.1 S.37).
Der Gewürzhändler Hans Rosenfeldt ist zweiter Bürgermeister bis 1628. Er starb 1628 (siehe 1625, 1647) (Q6 Nr.1 S.6).
Kommandant auf Schloss Gottorf war von 1627 bis 1629 Johann Coch (siehe 1657) (Q6 Nr.1 S.38).

1628
Im Bereich des St. Johannis-Klosters werden Pesttote begraben (siehe 1712) (Q6 Nr. 12 S.33).
Erster Bürgermeister ist Jochim Pistorius bis 1658. Er ist Hof- und Landgerichtsadvokat (siehe 1625, 1627, 1647) (Q6 Nr.1 S.6).
Die "Holmer Schanze" wird errichtet (siehe 1697).
Das Grundstück, auf dem sich der heutige Plessenhof befindet, wird erstmals erwähnt als Besitz des Kanonikus Heidtmann. Heidtmann bewirtschaftet das Grundstück als Garten. Eigentümer ist der Kanzler Bussius, der den gegenüberliegenden Bischofsitz kauft (siehe 1798) (Q6 Nr.28 S.132).

1629
Im schwersten Pestjahr (auch 1628) wird die „Alte Beliebung“ gegründet (vgl. 1638, 1650).
Der dänische König Christian IV. belagert Gottorf. Am 8. Juni war ein Angriff geplant, der wegen eine zuvor geschlossenen Friedens nicht vorgenommen wird.
Zweiter Bürgermeister wird wieder Apotheker Lorenz Coch (siehe 1627) (Q6 Nr.1 S.6).

1630
Der Lollfuß umfasst 83 Häuser (es werden auch 30 genannt) (siehe 1601,1650).
Franziskus Ritter ist Rektor der Domschule bis 1640.
Nach den schlimmen Kriegsjahren 1626-1629 werden 100 geworbene "Reutter" zur Abwehr von heumstreifenden plündernden Rotten eingesetzt (Q6 Nr.1 S.37).
Auf Schloss Gottorf wird Obristleutnant Christian Hübner zum militärischen Berater berufen. Er führt eine gleichmäßige Besoldung der Truppen ein (Q6 Nr.1 S.37). Christian Hübener wird in Q6 Nr.39 S.59 bei den Einquartierungen genannt. Danach waren 1631 insgesamt 89 Soldatenim Amt Gottorf, in den Ortschaften Friedrichsberg (Kratzenberg) und Lollfuß einquartiert.
Zeugmeister auf Schloss Gottorf ist Christian Fischer (siehe 1600, 1612) (Q6 Nr.1 S.38).

1631
Es finden im Ratssaal des Rathauses wieder Hochzeitsfeiern statt.

1632
Am 20. April wird eine "Königlich und hochfürstliche Resolution" erlassen, nach der Baulichkeiten von Bürgermeistern und Ratsverwandten von den Einquartierungen von Soldaten gänzlich verschont werden. Diese Rechte werden auch als Exemtionen bezeichnet (Q6 Nr.39 S.56 und 57).
Friedrich III. läßt den Gartenkünstler Johann Clodius auf einer zur Schlei hin ragenden Halbinsel einen großen Garten anlegen (alter Garten). Später wurde diese Gartenanlage in einen Gemüsegarten umgewandelt (siehe 1640) (Q6 Nr.37 S.44).

1633
Der Günderothsche Hof in der Friedrichstraße wird als Palais für die Gesandschaften am Gottorfer Hof 1633/1634 gebaut (heute Städtisches Museum (siehe auch 1634).
Adam Olearius kommt an den Gottorfer Hof. Bereits am 8. November startet die persianische Gesandschaft des Gottorfer Hofes von Travemünde aus per Schiff nach Moskau. Adam Olearius ist der Gesandschaft als Sekretär zugeordnet (siehe 1634, 1635) (Q6 Nr.9 S.12 und Q6 Nr. 40 S. 144).
Die Zeigelei des Schloss Gottorf wird am Kleinziegelhof errichtet.
Johannes Hecklauer wird Kammerdiener (siehe 1620, 1624).
Johann Adolf Becker wird Kirchenkommissar bis 1658. Ab 1647 ist er Zweiter Bürgermeister (Q6 Nr.1 S.6).

1634
Am 14. August trifft die persianische Gesandschaft des Gottorfer Hofes in Moskau ein (siehe 1633).
Der Günderothsche Hof in der Friedrichstraße 9-11 - der heutige Sitz des Städtischen Museums - wird gebaut (siehe auch 1634).
Johann Adolph Cypraeus, ab 1618 Pastor der Michaelikirche, verfasst das Werk "Annales Episcoporum Slesvicensium" in Köln und schildert damit die Reformation in Schleswig. Es ist das erste gedruckte Werk über die politische und Kirchengeschichte des Bistums Schleswig. Diese basiert auch auf den Aufzeichnungen seines Vaters Paulus Cypräus. Der Inhalt ist zum Teil umstritten, da es keine Augenzeugenberichte sind. Der Text befindet sich heute in der Königlichen Bibliothek in Kopenhagen. Der Text ist von Westphalen im dritten Band der "Monumenta inedita" im Jahre 1743, S. 195-196, nicht vollständig abgedruckt (siehe auch Q6 Nr.26 S.19).
Ein "Quacksalber" ist zu Gast im Schleswiger Rathaus im Ratssaal. der Quacksalber hält eine öffentliche Veranstaltung ab.
Am 17. Mai ehemalige Mitglieder der Papagoyengilde schließen sich erneut zusammen (siehe 1605, 1691).
Der Niederländer Johann van Niendahl pachtet den Ziegelhof (siehe 1604,1619).
Nicolaus Helduader stirbt in Kopenhagen (siehe 1603) (Q6 Nr.5 S.22)

1635
Die Wanderpflicht von 1588 für Tischler entfällt. Gleichzeiig wird ein Amt der Tischler gegründet.(vgl. 1588,1647, 1681).
Im August startet eine weitere Gesandtschaft des Gottorfer Hofes. Diesmal ist Persien das Ziel. Delegationsleiter ist der Hamburger Kaufmann Otto Brüggemann, Sekretär ist Adam Olearius (siehe 1633, 1634, 1637, 1639) (Q6 Nr. 40 S. 144).
Die Schneider, Schmiedeleute, Glaser und Bäcker legen die Amtsrolle fest, u.a. was ein Meister bei der Meisterprüfung vorzulegen hat (Kleid mit Strümpfen nach Landesmanier, ein Mantel für Festlichkeiten bzw. ein Priesterrock) (siehe 1415, 1418, 1587, 1615) (Q6 Nr.7 S.35-38).
Die Meister des Schusteramtes schaffen die Amtsrolle für die Schuster (siehe 1615). Die Schuster legen die Anforderungen an die Meisterprüfung fest und bestimmen, dass vier Paar gearbeitet werden sollen: ein Paar Stiefel, ein Paar Herrenschuhe, ein Paar Damenschuhe und ein Paar "Pantüffeln". Die Tischler bestimmen, dass für die Meisterprüfung "ein außgezogener Tisch oder ein Brettspiel mit seinen Abtheil- und Zubehörungen" erstellt werden müssen (Q6 Nr.7 S.37).
Herzog Friedrich III. verbietet den Meisterschmaus (Meisterkösten). Diese bis dato gebräuchliche Sitte besagte, dass alle Amtsbewerber (Meister, die in die "Amtsrolle" aufgenommen werden wollten) ein großes Essen zu geben haben. Nach Abschaffung der "Meisterköste" wurde ein Geldbetrag erhoben. Den Witwen von Meistern wurde das Recht zuerkannt, das Amt des verstorbenen Mannes weiterzuführen.

1636
Die "Klosterordnung" wird aufgestellt. Sie regelt die "Verfassung" der Schleswig-Holsteinischen adligen Klöster, zu denen auch das St. Johannis-Kloster gehört. Danach sollten nur Angehörige der Ritterschaft aufgenommen werden.
Der Herzog Friedrich III. setzt eine Kommission gegen den Dompastor Sleidanus (siehe 1614) wegen einer anstößigen Predigt und Komödienaufführungen ein (siehe 1645).
Scharfrichter wird Jacob Haß (siehe 1626, 1639, 1665).
Die Hudegasse wird angelegt. Es handelt sich um die Verbindung zwischen Lange Straße 6 und 8 zum Holmer Noor (siehe 1651) (Q6 Nr.4 S.37).
Der Gottorfer Drucker Höfer verstirbt (siehe 1614) (Q6 Nr.3 S.44).
Auf Schloss Gottorf wird Artillerieleutnant Bartholomäus Nasser beauftragt, eine Kompanie von 330 Mann zu werben (Q6 Nr.1 S.37).

1637
Am 22. Januar erläßt Friedrich II. ein Mandat, wonach jemand, der etwas drucken lassen will, dies "bei niemand anders und in keinem anderen Ort dann allhier in unserer Druckerey von dem verordneten Typographen drucken lassen sollte" (Q6 Nr.3 S.46).
Herzog Friedrich III. legt den Barockgarten mit Terassen nördlich von Schloss Gottorf an. Sein Sohn, Herzog Christian Albrecht, erweitert den Garten später (siehe 1680, 1994) (Q6 Nr. 40 S. 51).
Im August erreicht die Gesandschaft des Gottorfer Hofes die Stadt Isfahan in Persien. Die Stimmung innerhalb der Delegation war nicht gut. Adam Olearius musste sogar einmal über die Dächer Isfahans vor Otto Brüggemann flüchten (siehe 1633,1634, 1635) (Q6 Nr. 40 S. 144).
Die Töpfer erhalten besondere Privilegien (siehe 1661).

1638
Gründung der „Friedrichberger Beliebung“ (vgl. 1629, 1650, für die Gründung wird auch 1639 genannt).
Die erste "Schleswiger-Städte-Compagnie" wird am 10. April errichtet. Hauptmann ist Caspar Camphövener. Die Einheit ist 80 Mann stark, wobei 18 aus Schleswig kommen, 21 aus dem Amt Hütten, 25 aus Eckernförde, acht vom Amt Tondern und acht vom Amt Apenrade (siehe 1612, 1623) (Q6 Nr.39 S.51).
Am 1. Juni sieht eine fürstliche Order vor, das gesamte Aufgebot der "Schleswiger-Städte-Compagnie" abdanken zu lassen. Die Compagnie wurde aufgelöst (siehe 1657) (Q6 Nr.39 S.52).

1639
Die Gesandschaft des Gottorfer Hofes kehrt von ihrer Reise von Persien über Moskau nach Schleswig zurück. Die Gesandschaft blieb insgesamt erfolglos. Brüggemann wurde angeklagt und schließlich hingerichtet (siehe 1635) (Q6 Nr. 40 S. 145).
Stadtvogt ist Ernst Grass, der Heinrich Pulß ablöst (siehe 1565).
Der Scharfrichter Jaob Haß richtet mit einem Schwert den Hamburger Kaufmann Otto Brüggemann hin.
Jacob zur Glocken wird Drucker für Schloss Gottorf (siehe 1654) (Q6 Nr.3 S.46).

1640
Die Domschule hat eine Krisenzeit überwunden. Die Schülerzahl pendelte sich bei 50 bis 60 ein. Die Söhne Schleswiger Beamten studierten nicht in der Domschule, sondern in Bordesholm. Die Rektoren sahen das Schulamt oft nur als Durchgangsstelle an.
Christopher Colerus ist Rektor der Domschule bis 1650.
Der Herkules wird im Schlossgarten aufgestellt. Es zeigt Herkules im Kampf mit der siebenköpfigen Hydra. Die Statue soll aus einem Sandsteinblock gehauen worden sein Der dazugehörige Teich ist 143m*89m groß. An den vier Ecken des teiches befinden sich Fontänen (siehe 1680, 1681, 1712, 1763, 1823, 1825, 1845, 1846, 1994) (Q6 Nr. 40 S. 51, Q6 Nr.37 S.46).
Stadtschreiber ist Jacob Ringelstorff, der auch "Secretarius" genannt wird (siehe 1618, 1644).
Die Anlage des "Neuen Gartens" von 1623 wird abgeschlossen. Hofgärtner ist Johannes Clodius. In diesem Jahr wird mit der Anlage des "Neuwerks" im Pöhler Gehege begonnen (siehe 1632, 1650) (Q6 Nr.7 S.55, Q6 Nr.37 S.44).
Nach dem Tod des Hofpredigers Fabricius wird dessen Sohn Jacob Fabricius d.J. Hofprediger auf Schloss Gottorf bis 1645.

1641
Schleiatlas von Johannes Mejer zeigt eine Brückenverbindung vom Nordufer der Möweninsel zur Stadt Schleswig (auch auf den Karten von N. Petersen 1650 und J. v. Schröder 1827). Die Karten von Johannes Mejer zeigen eine Straße namens "Loll Fues" (siehe 1500) und nennt den Hesterberg "Heisterbarg" (Q6 Nr. 11 S.27).
Der spätere Herzog Christian Albrecht wird auf Schloss Gottorf geboren (siehe 1655, 1659).
Anke Drager, die Legelsche und die Stampsche wurden vom Scharfrichter wegen Hexerei verbrannt (siehe 1557). Catharina Tönnies und Anke Dannenbauwer werden aus dem Land gewiesen.
Münzmeister wird Hans Glaser bis 1644 (siehe 1621).
Nach einer Verordnung Herzog Friedrich III. werden Strohdächer und Reetdächer nicht mehr erlaubt. Stattdessen werden Ziegeldächer bevorzugt (Q6 Nr. 40 S. 20).
Johann Adolf kielmann von Kielmannsegg wird von Kaiser Ferdinand III in den Adelsstand erhoben (siehe 1676) (Q15 S.92).
Die letzten Tuffsteine vom Abbruch der Heiligengeistkirche (Trinitatis) wurde in diesem Jahr verkauft (siehe 1599) (Q6 Nr.5 S.6).
Der heutige Rathausmarkt wird als "Großer Markt" bezeichnet (Q6 Nr.4 S.34).

1642
Die Handwerksrolle der Sattler fordert eine Wanderzeit von zwei Jahren (vgl. 1588, 1635)

1643
Die Michaeliskirche wird Pfarrkirche für den Lollfuß auf Bestimmung des Herzogs Friedrich III. (Q6 Nr. 11 S.27). Die Kirche datiert aus dem 12. Jahrhundert und lag außerhalb der ursprünglichen Stadtgrenze. Sie war ursprünglich mit dem Benediktinerkloster verbunden. Nach Auflösung des Klosters war diese Kriche Parochialkirche für die Dörfer St. Jürgen, Hüsby, Idstedt, Schuby, Lürschau, Gammellund, Ahrenholz und Silberstedt. In diesem Jahr wurde die Rund-Kirche vergrößert und mit einem Turm versehen (siehe 1870) (Q6 Nr. 11 S.44, auch Q6 Nr.2 S.30)).
Die schwedischen Truppen von Torstenson besetzen in diesem Jahr und auch 1644 die Stadt.
Das Amt der Zimmerer wird gegründet (Q6 Nr.7 S.39).

1644
Adam Olearius baut sich ein Haus im Friedrichsberg. Das Bauland und das Holz wurden ihm vom Herzog zur Verfügung gestellt (Q6 Nr. 40 S. 145).
Secretarius (Stadtschreiber) ist Andreas Conradi (siehe 1640, 1649).
Michael Möller wird Münzmeister auf Schloss Gottorf bis 1659.

1645
Hofprediger Fabricius d.J. stirbt. Sein Nachfolger wird Johannes Reinboth, der keine anderen Glaubensrichtungen duldete. Dadruch kam es zum Streit mit Dannhauer und Kühn (?) (siehe 1669).
Dompastor wird Theodor Niemann bis 1666 (siehe 1614, 1666).

1646
Die Schiffer schließen sich zu einer "Gesellschaft mit Zunftcharakter" zusammen.

1647
Die „Altstädter Schützengilde“ wird gegründet. Sie geht aus der „Papagoyengilde“ hervor. Die Gottorfer Herzöge nehmen regelmäßig an den Schützenfesten persönlich teil und hatten mehrfach die Würde des Schützenkönigs inne.
Die Barbiere schaffen die "Puncta des Barbier-Ambts", eine Handwerksrolle für die Barbiere. Die Barbiere und die Chirurgen legen fest, was ein Meister bei der Meisterprüfung zu vollbringen hat (vgl. 1635) (Q6 Nr.7 S.39).
Zweiter Bürgermeister ist Johann Adolph Becker bis 1658. Er ist von 1633 bis 1658 auch Kirchenkommissar. Er wohnte im Haus Lange Straße 6. (siehe 1627, 1628, 1658) (Q6 Nr.1 S.6).
Adam Olearius veröffentlicht die "Oft begehrte Beschreibung der Newen Orientalischen Rejse / so durch die Gelegenheit einer Holsteinischen Legation an den König in Persien". Diese wird als "Beschreybung der muscowitischen vnd persischen Reyse" herausgegeben (Q6 Nr.9 S.8 und Q6 Nr. 40 S. 147).
In Schleswig wird das erste mal Tabak aus Pfeifen geraucht (Q6 Nr.3 S.57).
Kriegskommissar auf Schloss Gottorf ist Marquard Bornholt auf Boelschuby. Er war herzoglicher Bevollmächtigter in allen militärischen Angelegenheiten wie Musterung, Unterbringung, Verpflegung, Löhnung und Ausrüstung (Q6 Nr.1 S.37).
Kommandant der Festung Tönning (siehe 1658) ist der Obrist Hans Walter, der am 16. Juli 1618 in Schleswig geboren wurde. Am 23. Oktober 1647 feierte Walter mit Dorothea Hecklauer, der Tochter des Gottorfer Amtsinspektors und Orgelbauers Johannes Hecklauer, seine Hochzeit im Schleswiger Rathaus. Sie hattn 14 Kinder (siehe 1674) (Q6 Nr.1 S.38).

1648
Die Glaser können durch Zahlung von 4 Talern einen Erlass der "Muthzeit" (Probezeit) erreichen.
Lorenz Coch stirbt in diesem Jahr.
Auf dem großen Markt (Rathausmarkt) wird die Büttelsäule mit dem "Kaak" (Pranger) aufgestellt. Auf dem Rathausmarkt befanden sich auch das Trillhaus (Drillhaus), eine Art Käfig für Umhertreiber. Weiterhin später ein "Esel", ein Holzbalken auf dem der Bestrafte sitzen mußte und dessen Füße beschwert wurden (siehe 1675).
Herzog Friedrich III. erläßt am 10. März eine Armenordnung. Die "wöchentliche Sammelbüchse" wird abgeschafft. Betteln vor Häusern und Kirchen wird verboten (siehe 1669).
Am 1. September wird ein Verzeichnis der Armen aufgestellt.
Der Hofgelehrte Adam Olearius beschreibt in diesem Jahr die Reisen nach Moskau (1633) und Persien (1636)

1649
Secretaruis ist Johannes Matthiae (siehe 1644, 1683).
Adam Olearius wird Hofbibliothekar am Gottorfer Hof (Q6 Nr. 40 S. 145, siehe auch 1650 nach Q6 Nr.9 S.5).
Auf einer Karte in Danckwerths Landesbeschreibung wird an der Stelle des heutigen Haddebyer Dammes die "Altebrucke" angegeben (Q6 Nr.5 S.23).
An dem Roland an der Ecke des Marktplatzes beim Rathaus sind noch ein Bildhauer und ein Maler tätig. Es ist nicht festgehalten, wann der Roland abgebrochen wurde (siehe 1564) (Q6 Nr.3 S.24).

1650
Der Lollfuß umfasst 106 Häuser (siehe 1630, 1670). In ganz Schleswig sind es etwa 415 bzw. 414 Häuser (siehe 1712) (Q6 Nr.39 S.45).
Die Holmer Beliebung wird gegründet (vgl. 1629, 1638).
Am 22. Januar wurde der Bau der Friedrichsberger Kirche durch Herzog Friedrich III. genehmigt (Q6 Nr. 11 S.12).
Ab 9. April: Bau der Friedrichsberger Kirche. Grundsteinlegung durch Elisabeth Behling (auch Beeling genannt) und Adam Olearius (Architekt, hat auch den Gottorfer Globus gebaut) um sechs Uhr morgens. Erster Pastor der Friedrichsberger Kirche ist Michael Zwergius (siehe 1688, 1718, 1826, 1853, 1869, 1853, 1892, 1901, 1967) (Q6 Nr.10 S.64).
Der Kratzenberg wird nach Herzog Friedrich III. in "Friedrichsberg" umbenannt.
Um 1650 herum wurde der "Hattenhof" (heute Süderdomstraße 15/15a) gebaut. Dieses Gebäude - nahe dem Dom - wurde ab 1749 als Waisenhaus genutzt. Von 1808 bis 1869 war hier die Domschule untergebracht (siehe auch Q6 Nr. 14 S.48).
In einer Karte von N. und M. Petersen wird eine Brückenverbindung zwischen Möweninsel und Nordufer der Schlei gezeigt (siehe 1641 und 1827).
Henrik Colerus ist Rektor der Domschule bis 1655.
Es wird ein Damm durch den Burgsee nördlich der Schlossinsel zwischen Schlossinsel und Neuwerk gebaut (Q6 Nr.9 S.8).
Das würfelförmige Globushaus im Neuwerk wird bis 1654 gebaut. Der Bau wird vom Bauinspektor Otto Jageteuffel ausgeführt. Die "Friedrichsburg" im persischen Stil hat drei Stockwerke. Der Globus hatte einen Durchmesser von drei Metern, zehn Personen konnten im Globus Platz nehmen. Der Globus im mittleren Geschoss zeigte außen die Weltkugel und im Inneren die Sterne (siehe Q6 Nr.28 S.72-74). Die Kupfer-Kugel wurde von einem Uhrwerk im Keller des Hauses angetrieben, das wiederum durch Wasserkraft bewegt wurde. Andreas Bösch (auch Bosch genannt) aus Limburg führte die Arbeiten nach Plänen von Adam Olearius aus (siehe 1714) (Q6 Nr.40 S.147, Q6 Nr.37 S.46).
Adam Olearius betreut die Hofbibliothek von Schloss Gottorf (siehe auch 1649) (Q6 Nr.9 S.5).
Die Bebauung der Michaelisstraße ist bis zu diesem Jahr abgeschlossen (siehe 1562, 1626, 1712) (Q6 Nr.4 S.43).
In einer Kämmereirechnung wird ein weiterer Durchgang durch die Stadtbefestigung am Bischofshof, an der heutigen Norderdomstraße, erwähnt (siehe 1556) (Q6 Nr.2 S.12).

1651
Die „Lollfußer Beliebung“ wird gegründet (siehe 1697, 1721, 1785, 1836, 1901, 1905, 1937, 1951, 1965, 2001) (Q16 vom 9.6.2001).
Es wird über eine weitere schwere Pest-Epidemie berichtet.
Im Mai 1651 brannten innerhalb einer Stunde 30 strohbedeckte Häuser auf dem Holm ab. Ursache war ein Fehlschuss beim Vogelschießen auf der Freiheit (Ehrenschießen für Herzog Friedrich III.).
Die Dreifaltigkeitskirche im Friedrichsberg wird eingeweiht, Baukosten 4.400 Reichstaler (von Elisabeth Beling gestiftet).
Steinhauer Cornelis van Mander fertigt das Portal des Neuwerks.
Für Schloss Gottorf wird eine ethnografische und naturwissenschaftliche Sammlung des Arztes Bernhard Paludanus gekauft. Die Sammlung dient als Grundlage für die Kunstkammer (siehe 1666).
Die Hudegasse wird gepflastert (siehe 1636) (Q6 Nr.4 S.37).

1652
Die "neue" Beliebung wird gegründet (vgl. 1629, 1638, 1651).

Der Kaiser erläßt ein Privileg, wonach der Herzog das Recht hatte, eine Universität zu gründen 8Q6 Nr.9 S.13).

1653
Die Friedrichsberger Schützengilde vor Gottorp wird am 19. Juni vom Gottorfer Herzog Friedrich III. gegründet. Die Gilde dient dem Zweck "Übung der Schießkunst" (siehe 1655). Den Friedrichsbergern wird vom Herzog ein Stück Land "abseits vom Holze" geschenkt (heute Husumer Baum/Melkstedtdiek, wo sich früher ein Waldteich befand) (auch Q6 Nr.3 S.59, Q6
Nr. 40 S. 21).
Auf Schloss Gottorf befindet sich ein dänisches Postcontor, das nach der Einführung der Reitpost Hamburg-Kopenhagen eingerichtet war. (siehe 1660).
Die priviligierte Hofapotheke im Lollfuß wird gegründet (vergl. 1517, 1880).

Mit einem Vergleich wird festgelegt, dass beim Dommarkt den Einheimischen die Ost und Nordseite des Schwahls und den Fremden die Westseite zur Verfügung steht (siehe 1583, 1888).
Zwei am Galgen in Garding hingerichtete Verbrecher werden in das chemische Labor auf Schloss Gottorf gebracht und dort untersucht. Der Gottorfer Hof- und Leibarzt Dr. Joel Langelott wurde mit der Führung des Labors beauftragt. Er teilte dem Herzog mit, dass es nicht möglich ist, Gold oder Silber herzustellen (siehe 1610, 1665).
Der umstrittene Reitvogt des Domkapitels Peter Clüver stirbt. (Q: Bill, Claus Heinrich: Von ungelahrten Gesellen und verweigertem
Leichbegängnüß, BSST 1996 , S.125)

1654
Die Schneider legen am 25. August fest, was ein Meister bei der Meisterprüfung vorzulegen hat (siehe 1415, 1635) (Q6 Nr.7 S.35).
Der Kupferstecher Otto Koch wirkt an der Erstellung des Gottorfer Globus mit. Die Arbeiten sind in diesem Jahr abgeschlossen (siehe 1650).
Im Internat auf Schloss Gottorf werden 18 Pagen als "Edelknaben" durch Erzieher ausgebildet. Sie lernen u.a. Tanzen, Fechten und Musik.
Johann Holwein wird Drucker für Schloss Gottorf (siehe 1639). Er wurde 1658 Fürstlicher Hofbuchdrucker. Johann Holwein besaß später das Haus Stadtweg 52. Er starb 1681 und hatte vier Kinder (Q6 Nr.3 S.46).

1655
Johann Jönsius ist Rektor der Domschule bis 1657.
Am 3. Januar wird die Amtsrolle der Schuster verfasst.
Der spätere Herzog Cristian Albrecht wird 14-jährig Bischof von Lübeck bis 1666 (siehe 1659).
In diesem Jahr brennen Teile der Stadt (siehe 1651, 1672).
Herzog Friedrich III. bestätigt die 35 Artikel der Gilderolle der Friedrichsberger Schützengilde, die zugleich auch Brandgilde ist (siehe 1653) (Q6 nr.3 S.59ff, Q6 Nr. 40 S. 21).
Ein Druckereibetrieb befindet sich bis 1772 im Besitz der Familie Holbein (Q6 Nr. 11 S.55, vgl. auch Q6 Nr.3).
Eine neue Druckpresse wird für die Druckerei des Gottorfer Hofes beschafft. Dabei wird das Personal verstärkt und weitere Rationen ausgegeben (siehe 1614) (Q6 Nr.9 S.10).
Michael Tatter wird bereits bei dem Gärtner Clodius mit. Ab 1661 pflegt er den "Alten Garten" (Q6 nr.7 S. 62).

1656
Der Präsident Kielmann von Kielmannseck gründete im Stadtweg 57 das "Präsidentenkloster" als Stift für alte Männer und Frauen. Das gebäude umfasst 12 Kammern für je fünf Frauen und Männer. Zwei pflegebedürftige Bedienstete der Familie kielmann sollten dort ebenfalls Unterkunft finden (siehe 1663, 1670, 1923, 1932, 1997) (Q15 S.92).
Die Stadt wird neu in "Quartiere" aufgeteilt. Straßennamen und Hausnummerrierungen im heutigen Sinne gab es erst ab März 1887 bzw. 1891. Die "Nyge Stadt" (Neustadt) vor dem Hohen Tor - nördlich Richtung Gallberg und Pferdemarkt (unterer Gallberg)- wurde zum I. Quartier (Quelle im Stadtarchiv noch erhalten). Ziel des neuen Katasters war die Beseitigung der Mängel in der Besteuerung. Das erste Quartier umfasst 250 Wohneinheiten.
Es erscheint die zweite und stark erweiterte Ausgabe der Orientalischen Reisebeschreibung" von Adam Olearius (siehe 1647, 1666) (Q6 Nr.9 S9).
Mathias van Sommer zeichnet ein Portrait von Adam Olearius (siehe 1666)(Q6 Nr.9 S.5).
Die Buchbinder schließen sich zum "Schleswiger Buchbindeamt" zusammen (Q6 Nr.7 S.40).
Ulrich Petersen, Sohn eines Ratsherrn wird geboren.Er schreib ab 1696 bis zu seinem Tod an einer handschriftlichen, 1032 Folioseiten umfassenden Geschichte der Stadt Schleswig (siehe 1696, 1734) (Q: www.schuby.de/agottorf_vschroeder.htm vom 2.8.2001)

1657
Petrus Petersen ist Rektor der Domschule bis 1667.
Der König führt bestempeltes Papier aus China ein (siehe 1667).
Dänemark führt Krieg mit Schweden bis 1660.
Kommandant auf Schloss Gottorf ist Obrist von Brockdorf bis 1658 (siehe 1627) (Q6 Nr.1 S.38).
Die zweite "Schleswiger-Städte-Compagnie" wird etwa im März errichtet. Hauptmann ist erneut Caspar Camphövener. Die Einheit ist nicht mehr 80 Mann stark (siehe 1612, 1623, 1638) (Q6 Nr.39 S.52).
Am 26 Juni wird die zweite "Schleswiger-Städte-Compagnie" in den Friedrichsberg verlegt. Am 30. Oktober wird die Truppenstärke mit 122 Mann angegeben (Q6 Nr.39 S.52).
Am 6. November wird berichtet, dass drei Rotten der "Schleswiger-Städte-Compagnie" desertiert sind und drei als "alte abgelebte Kerle" bezeichnet werden, die "zu jeglichem Dienst" untauglich seien (Q6 Nr.39 S.52).

1658
Am 6. April umfasst die zweite "Schleswiger-Städte-Compagnie" insgesamt 144 Mann (siehe 1657) (Q6 Nr.39 S.52).
Am 16. Juli wurde die zweite "Schleswiger-Städte-Compagnie" am unteren Reitplatz der Residenz Gottorf gemustert (Q6 Nr.39 S.52).
Die Nikolaikirche in der Altstadt wird abgebrochen (siehe auch 1196 und 1970)
Herzog Friedrich III. erreicht die Unabhängigkeit von Dänemark.
Dr. Johann Kirchmann aus Lübeck ist erster Bürgermeister bis 1681. ebenso auch 1685 bis 1687. Er untersuchte die Vorfälle um die Hausdruckerei der Antoinette Bourignon in Huseum (siehe 1647, 1661) (Q6 Nr.3 S.47, Q6 Nr.1 S.6).
Obrist Johann von Plettenberg trifft am 14. September auf Schloss Gottorf ein. Im April ließ er sich 9300 Reichsthaler geben, um ein Regiment anzuwerben. Er galt als gewaltätig. Seine Soldaten galten in Süderstapel und Friedrichstadt als Räuber und Plünderer (Q6 Nr.1 S.38).
Am 14. September verläßt Herzog Friedrich III. das Schloss. Er bingt sich in Tönning in Sicherheit (siehe August 1659, Oktober 1660).
Bartholomäus Nasser leitet das gesamte Militärwesen von Schloss Gottorf, während sich der "Gottorfer Hof" in Tönning befindet (Q6 Nr.1 S.38).
Anfang Oktober erreichen die die "Völker Czereckis" den Lollfuss und Friedrichsberg. Viele Schleswiger mussten die Häuser verlassen. Das Haus von Adam Olearius wird demoliert. Am 6. Oktober werden Polen, Tataren und Türken als Soldaten in den Häusern einquartiert (Q6 Nr. 40 S. 11).
Am 27. Oktober kommen "Kaiserliche und Brandenburger" in die Stadt. Am 16. November ziehen diese wieder ab. 400 Mann besetzen jedoch weiter das Schloss.
Die Friedrichsberger Schützengilde wird gegründet.
Johann Holwein wird Fürstlicher Hofbuchdrucker (siehe 1654) (Q6 Nr.3 S.47).
Im Dezember wird die zweite "Schleswiger-Städte-Compagnie" in der Festung Tönning verlegt und verbleibt dort während der Belagerungszeit (siehe 1661) (Q6 Nr.39 S.52 und 53).

1659
Am 10. August stirbt Herzog Friedrich III. in Tönning (Q6 Nr.9 S.15).
Herzog Christian Albrecht regiert bis 1694 (Q15 S.13).
Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg schaut vom Hohen Tor aus über die gesamte Stadt (Q6 Nr.38 S.84).

1660
Das Kollegium der Domschule beklagt sich bei Herzog Christian Albrecht, dass es Einkommensverluste gab, weil Leichen nicht auf dem Domkirchhof, sondern auf dem Michaelisfriedhof und Holm begraben wurden. Ferner wurde beschwert, dass auch in anderen Schulen Latein unterrichtet wurde. Ferner beschipften Eltern die Lehrer, die ihre Kinder bestraft hätten. Das Kollegium bat, harte Strafen gegen diese Umstände einzuführen.
Der Herzog schenkt dem dem Rat der Stadt einen silbernen Becher mit der Aufschrift "pax domini" (Q16 vom 3.9.1660)
Das Postcontor auf Schloss Gottorf wird von dem Gastwirt des Wein- und Bierkellers Detlef Waßmuth (auch "Wasmut" genannt) nebenamtlich betreut (siehe 1653, 1673).
Auf dem Gallberg wird von Kammerdiener Schimdt eine Windmühle errichtet. Die Mühle brennt nach wenigen Jahren ab.
Der Hopfenhof wird eingerichtet. Er dient zur Beschaffung von Hopfen für die Bierbrauerei des Schloss Gottorf. Der Hof besteht jedoch nicht lange.
Im Oktober kann Christian Albrecht Schloss Gottorf wieder beziehen (siehe 14. September 1658) (Q15 S.25).
In diesem Jahr wird eine herzogliche Fürstengruft im Schleswiger Dom angelegt (Q16 v. 8.2.2001)

1661
Willer Wilders wird Zweiter Bürgermeister bis 1672 (siehe 1658, 1672) (Q6 Nr.1 S.6).
Im Rathaussaal findet eine Huldigung für Herzog Chriatian Albrecht statt (siehe 1587) (Q6 Nr.3 S.28).
Verfügung des Magistrats der Stadt Schleswig durch welche "den Fischern bey 50 Mark Strafe verboten wird, Heringe zu Missunde an die Rendsburger, Hamburger oder andere Fuhrleute zu verkaufen".
Zu ersten mal wird die Vermessung des Stadtfeldes erwähnt. Das Stadtfeld umfasst 7,2 ha (siehe 1556).
Die Töpfer schließen sich zu einem Amt zusammen. Bereits 1637 erhielten sie Privilegien (Q6 Nr.7 S.40).
Michael Möller wird erneut Münzmeister auf Schloss Gottorf bis 1665.

Benedikt Martini wird Hauptprediger am Dom (siehe 1666).
Hans Jürgen Tatter wird am 9 April zum Hofgärtner auf Gottorf bestallt. Sein Bruder Michael Tatter hat den "Alten Garten" zu pflegen (siehe 1655) (Q6 Nr.7 S.62).
Die zweite "Schleswiger-Städte-Compagnie" ist wieder auf Schloss Gottorf und wird mit 166 Mann angegeben (siehe 1657, 1658, 1662, 1675) (Q6 Nr.39 S.53).
Zwischen dem König von Schweden und dem Gottorfer Herzog wird eine "Defensiv-Allianz" geschlossen (siehe 1672). Dies bedingte eine Verstärkung der Truppen (siehe 1533, 1623, 1672) (Q6 Nr.39 S.43).

1662
Der Schmiedenhof am unteren Gallberg wird von Kamerdiener Joachim Schmidt gebaut (heute Stadtverwaltung: Fachdienst Bau und Umwelt, Gallberg 4). Das rundbogige Pfeilerportal an der Südseite des Hauses war früher eine Kutschendurchfahrt. 1684 wird das Haus von Joachim von Ahlefeld gekauft (Q15 S.85).
Die Gebäude des Vorwerk-Hofes - auch "füstlicher Meyerhof" genannt - oberhalb des Clausenheimschen Hofes brennen ab und werden später etwas nördlicher wieder aufgebaut (siehe 1712, 1745). Zum Vorwerk gehören die Hühnerhäuser. Dort lebten auch die Hofarbeiter. Das Vorwerk versorgt den Gottorfer Hof mit Heu, Getreide und Vieh.
Aus diesem Jahr datieren die ältsten erhaltenen Pfandprotokolle.
Die Ratsstube im Rathaus erhält einen Fliesenbelag aus rotem Ton(siehe 1626) (Q6 Nr.3 S.29).
Die zweite "Schleswiger-Städte-Compagnie" wird erneut nach Tönning verlegt (siehe 1657, 1658, 1661, 1668, 1675) (Q6 Nr.39 S.53).

1663
Am 21. Januar stellt von Kielmannseck die Stiftungsurkunde für das Präsidentenkloster aus (siehe 1656, 1670, 1923, 19321997) (Q6 Nr.1 S.50).
Das Haus vom Weinhändler und herzoglichen Kellermeister Daniel Freins (auch Freintzen genannt) am Gallberg wird gebaut (Heute Stadtverwaltung: Fachdienst Bau und Umwelt, Gallberg 3) (siehe 1801) (Q15 S.85).
Der "kleine Heisterberg" (Hesterberg) wird abgetragen. Er galt als "Bedrohung" für Schloss Gottorf. Das Erdreich wurde für das Nordwestliche Bollwerk der Schlossinsel verwendet.
Jürgen Ovens wird zum Hofmaler ernannt.
Für den Fürstengarten werden über 100 Obstbäume aus Frankreich beschafft (siehe 1680) (Q6 Nr.7 S.62).
Die Faulstraße wird gepflastert (siehe 1624) (Q6 Nr.4 S.43)
Die Bumbamskuhle nahe des Polierteiches am Ende der Faulstraße wird mit 143 Fuder Sand aufgefüllt und gepflastert (Q6 Nr.4 S.43).

1664
Die Gottorfer "Holzordnung" wird aufgestellt.
Das Grundstück des heutigen Plessenhofes befindet sich im Besitz des Kammermeisters Joachim Danckwerth. Später wird es an den Amtsinspektor SChmieden übernomen (siehe 1682) (Q6 Nr.28 S.132).

1665
Die Universität Kiel durch Herzog Christian Albrecht gegründet. Die Vorbereitungen dazu traf Kielmannseck (siehe auch 1656). Wer studieren wollte, hatte dies nach einer Vorschrift in Kiel zu tun. Das chemische Labor auf Schloss Gottorf wird daraufhin eingestellt (siehe 1610)(siehe Q6 Nr.9 S.3ff).
Bei Kropp wird ein schwerer Überfall auf die fahrende Post ausgeführt. Dabei wurde viel Geld geraubt. Wichtige Frachtpost wird vom Militär eskortiert (siehe 1807).
Elisabeth Beling baut das Friedrichsberger Frauenstift (siehe 1960) (Q6 Nr. 11. S.13).
Scharfrichter wird David Barfeld, der 1676 starb (siehe1636,1686).
Kapellmeister auf Schloss Gottorf wird Augustin Pfleger bis 1673 (siehe 1602).

1666
Der Bordesholmer Altar wird nach Schleswig überführt (siehe auch 1514) (Q6 Nr.1 S.50, Q6 Nr.10 S.18, auch Q6 Nr.2 S.34).
Von Kielmannseck stiftet dem Dom die Tauffünte aus dem Jahr 1480 (Q6 Nr.1 S.50).
Schützenkönigin wird Prinzessin Friederike Amalie, die spätere Frau von Herzog Christian Albrecht (siehe 1706) (Q6 Nr.3 S.60).
Adam Olearius verfasst eine Beschreibung der Kunstkammer von Schloss Gottorf (siehe 1651)(Q6 Nr.9 S.9).
Hofmaler Jürgen Ovens schafft ein Portrait von Adam Olearius (siehe 1656).
Dompastor Theodor Niemann stirbt. Sein Nachfolger wird Benedikt Martini bis1685. Martini wirkte jedoch schon seit 1661 als Hauptprediger (siehe 1645).

Die Taufe im Dom zu Schleswig von 1480 wird um vier Tragefiguren ergänzt (Q6 Nr.8 S.36).
Im Gebiet Rudolfsberg, Schulberg, Hornbrunnen und Karpfenteich wird in dieser Zeit eine Soldatensiedlung angelegt (Q6 Nr.39 S.45).

1667
Joachimus Rachelius (Joachim Rachel) ist von 1667-1669 Rektor der Domschule. Trotz seiner hervorragenden Ideen für die Schule, wurde er von der Kirche und der Bürgerschaft vergault. Während seiner Amtszeit stieg die Zahl der Schüler an. "Winkelschulen", die der Domschule die Schüler streitig machten, verschwanden. Mit dem Hof hat er sich sehr gut verstanden.Er führte die fächer Geschichte und Mathematik in der Domschule ein. Er starb 1669 und wurde im Dom beigesetzt. Viele seiner Ideen wurden erst 200 Jahre später umgesetzt. Nach seinem Tod kamen wieder "Winkelschulen auf".
Die Schüler des "Paedagogiums", das aus der Domschule hervorging, sind im östlichen Obergeschoss des Schwahls untergebracht. (siehe 1307, 1743)
Im Jahre 1667 wird erhält das Rathaus (alte Paulskirche) einen Barockgiebel (vgl. 1795). Dieser Giebel wird von Zacharias Wolf (gest. 1726) im Jahre 1722 gezeichnet (Q6 Nr.3 S.28, Q6 Nr. 11 S.68).
Der Gottorfer Herzog Christian Albrecht fordert Bürgermeister und Rat der Stadt Schleswig auf, eine Vereinigung der Fuhrleute zu bilden (siehe 1698, 1705).
Auf Befehl Herzog Adolfs wird die Kirche St. Trinitatis II. abgebrochen (siehe 1196).
In diesem Jahr wird Arnis durch Herzog Christian Albrecht gegründet.
Nach einer Verordnung gibt es 15 verschiedene Papiersorten für die Verwaltung (siehe 1657).

1668
Herzog Christian Albbrecht bestimmt am 16. Juli, dass die "Fischer Ihre Waren täglich an der Fischbrücke zum Amrkt bringen sollen. Vormittags von 8-10, nachmittags von 4-6, im Winter von 3-5 Uhr sollen Fische feilgehalten werden. Erst wenn sich herausstellt, dass dass über Bedarf Fische vorhanden seien, könenn diese auch auswärts verkauft werden. Kleine Fische dürfen nicht aus dem wasser genommen werden, noch weniger an Schweine verfüttert werden. Ein Aufkaufen der Fische in der Frühe ist verboten." (siehe 1695) (siehe auch Q6 Nr.39 S.96).
Der Rat hat vier Frauen zugelassen, die nach 10 Uhr kaufen und dann in den Gassen hausieren dürfen.
Herzog Christian Albrecht erläßt ein Mandat, dass keine Gaukelspiele und Narrenpossen auf dem Rathaus geduldet werden. Ohne seine Erlaubnis durften keine Komödianten auftreten. Dennoch traten solche Darsteller 1671 und 1672 auf.
Münzmeister auf Schloss Gottorf wird Christian Pfahler bis 1672.
Die Gottorfer Hofkapelle spielt neben Kirchenmusik auch Opern-Stücke (siehe 1602).
Gerhard Graf von der Natte wird geboren. Sein Name änderte sich in "von der Naht" bis "Dernath". Er war des Erbauer des Dernath´schen Palais (gest. 12. Juli 1740) (siehe 1707) (Q6 Nr.10 S.69).
Das Hohe Tor wird erneut saniert (siehe 1616) (Q6 Nr.38 S.84).
Nach dem Tod von Caspar Camphövners wird Major Sebald von Hartwegk Chef der zweiten "Schleswiger-Städte-Compagnie" (siehe 1675) (Q6 Nr.39 S.53).

1669
Weitere schwere Pest-Epidemie im Schleswiger Bereich.
Das Hohe Tor wird saniert (siehe 1564, 1670).
Der Schützenkönig erhält wiederum Befreiungen von Steuern und Einquartierungen (siehe 1691) (Q6 Nr.3 S.60).
Das Armenwesen wird neu geregelt (siehe 1648).
Der Scharfrichter köpft eine Kindsmörderin und erhält dafür 70 M (siehe 1671).
Dem Hofprediger Reinboth wird dessen Sohn Heinrich zur Seite gestellt.

1670
Der Lollfuß umfasst 124 Häuser (siehe 1601, 1630, 1712). Am 6. Mai wurde "allen Ansiedlern ungehinderte Ausübung jeglichen Handwerks und Gewerbes, und Befreiung von pflugschatz und anderen odinarien und extraordinarien Anlagen, Diensten und Dienstgeldern" zugestanden.
Abel Fink ist Rektor der Domschule ab wahrscheinlich 1670 bis 1682.
Am 20. März wird allein Dietrich Willems vom Herzog erlaubt, Tabak zu verarbeiten und Pfeifen zu machen.
Am 30. Juli erhöht Präsident von Kielmannseck in seinem Testament die Summen für die Dotierung des Armenstifts Präsidentenkloster (siehe 1656, 1923, 1997) (Q6 Nr.1 S.52).
Das Hohe Tor wird weiter saniert. 23 Kupferplatten werden verbaut.
Der Herzog läßt die Ziegelei schließen. Die Lehmreserven am Vorwerk wurden zu stark in Anspruch genommen. Auf dem Gelände werden Gebäude errichtet (Kleinziegelhof?).
Christian Albrecht läßt im Schlossgarten die Amalienburg bauen. Das Gebäude wurde nach der Gemalin des Herzogs, der Herzogin Friedericke Amalie benannt. Im Inneren des Gebäudes wurden 45 Gemälde von Jürgen Ovens aus Tönning aufgehängt. Westlich der Amalienburg wird die 86*14m lange Orangerie errichtet (siehe 1705) (Q6 Nr.37 S.51).
Ostwärts des Lollfußes wird durch den Herzog der Domziegelhof gegründet und mit Steurerprivilegien ausgestattet (Q6 Nr.39 S.45).
Kammerdiener Marcus Thomsen kauft den im Friedrichsberg gelegenen Ziegelhof. Die Preise werden ihm vom Herzog vorgegeben.

1671
Adam Olearius (geboren 1599) stirbt am 22 Februar. Die Trauerfeier findet im Dom statt. Olearius ist in der Friedrichsberger Dreifaltigkeitskirche begraben (Q6 Nr.10 S.63 nennt als Begräbnisplatz den "templum cathedrale" (Dom) (siehe auch Q6 Nr.10 S.61 und Q6 Nr. 40 S. 149).
Rotgießer Johann Müller aus dem Lollfuß liefert an die Stadt eine Feuerspritze.
Der Scharfrichter richtet einen Schornsteinfeger und seine Frau hin. Er erhält dafür 30M. Zum Vergleich: Ein Paar Stiefel kosten 6 M (siehe 1669).

1672
Der Goldschmied Jacob Nood wird zweiter Bürgermeister (siehe 1658, 1681) (Q6 Nr.1 S.6).
Es wird eine Wasserspritze im Lollfuß gekauft. Für die neue Spritze wird ein Spritzenhaus gebaut.
Fast das ganze Stadtfeld brennt (Feuer siehe 1651, 1655, 1676, 1681).
Bürger werden gebeten, Ihre Häuser statt mit Stroh nun mit mit anderen Materialien zu decken (siehe 1641).
Die zwischen dem König von Schweden und dem Gottorfer Herzog geschlossene "Defensiv-Allianz" wird erneuert (siehe 1533, 1623, 1661) (Q6 Nr.39 S.43).

1673
Die Witwe des Gastwirts Detlef Waßmuth auf Schloss Gottorf führt das Postkontor weiter. Zweimal in der Woche kommt die berittene Post, einmal die Woche die fahrende Post (siehe 1684).

Die Witwe des Ratskeller-Pächters Martin Beck macht eine weitere Zahlung der Pacht von einer Instandsetzung des Ratskellers im Rathaus abhängig (Q6 Nr.3 S.26).
Ab 20. Februar war es landesweit nur Hinrich Sievers erlaubt, Tabak zu vertreiben (siehe 1674). Dennoch herrschte ein reger Tabak-Schmuggel (siehe 1674).
Kapellmeister auf Schloss Gottorf wird Johann Th. Theile (siehe 1602, 1665).
Helduaders Stadtbeschreibung aus dem Jahr 1603 wird neu aufgelegt und gedruckt von Buchdrucker Johan Holwein (Q6 Nr.5 S.19).
In den Jahren 1673 bis 1675 stellt das Amt Gottorf zwei Ausschuss-Einheiten mit insgesamt 400 Mann. Einige dürften aus Schleswig dabei gewesen sein (Q6 Nr.39 S.53).

1674
Aufgrund starken Widerspruchs des Handels wird das Tabakmonopol am 25. Mai für Hinrich Sievers aufgehoben (siehe 1673).
Hans Walter wird Kriegsrat (siehe 1647) (Q6 Nr.1 S.38).

1675
Es brannten mehrere Häuser in der Nähe des St. Johannis-Klosters ab (auch 1676 genannt)
Das Torhaus des Günderrothschen Hofes wird gebaut (siehe 1761) (Q6 Nr. 7 S.5, Nr. 11 S.21).
Im Juli wird die zweite "Schleswiger-Städte-Compagnie" aufgelöst (siehe 1657,1658, 1661, 1662, 1668) (Q6 Nr.39 S.53).
Am 9. Juli wird auf dem Rathausmarkt ein hölzernes Pferd angefertigt (vgl. 1648, 1678).
Die Stadt hat bis 1679 hohe Schulden aufgenommen. In diesem Jahr lag die Schuldenaufnahmen bei 13200 M. Das aufgenommene Geld wurde hauptsächlich zur Begleichung alter Schulden verwandt.
Handel außerhalb der Stadt ist verboten (siehe 1690).
Stadtdiener Friedrich Hansen wird eingestellt. Er ist u.a. für das Glockenstellen auf dem Stadttor zuständig. Später wird diese Aufgabe von Uhrmacher Matthias Schlemmer für das Hohe Tor übernommen.
In den Jahren 1675 bis 1679 bestanden während der Zeit der dänischen Besetzungen der herzoglichen Gebiete Schleswigs keine gottorfischen Truppenteile (siehe 1682) (Q6 Nr.39 S.44).

1676
Die Mauerer legen fest, was ein Meister bei der Meisterprüfung vorzulegen hat (ein rein Crützgewölbe, ein Grundriß, mit einem Aufsatz, untadelhaft machen) (Q6 Nr.7 S.40).
Ein Weißbäckeramt für den Lollfuß und Friedrichsberg wird eingerichtet (Q6 Nr.7 S.36).
Es wird vermutet, dasss in diesem Jahr eine Hafenanlage im Tegelnoor beim Öhr gebaut werden sollte. Weiterhin wird vermutet, dass Herzog Christian Albrecht hier Fährpontons versenkt hatte, die einst zwischen Fahrdorf und der Freiheit pendelten (siehe 1859). Dadurch soll der Verkehr zwischen dem Holm und der Straße nach Kiel unterbrochen worden sein.
Ab März hat Herzog Christian Albrecht auch von Hamburg aus seine Geschäfte getätigt, da er im Streit mit König Christian V. von Dänemark lag.
Es wird wiederum von einem Brand in der Stadt berichtet (siehe 1672).
Aus diesem Jahr ist die älteste Liste der Primaner der Domschule erhalten.
Von Kielmansegg stirbt am 26. März als Gefangener des dänischen Königs Christian V. in der Zitadelle zu Kopenhagen (Q6 Nr.1 S.49, Q15 S.92).

1677
Samuel Rachel wird zum Hofrat ernannt. Den Intrigen des Hofes jedoch hält er nicht stand.

1678
Der hölzerne Esel vom Rathausmarkt wird in das Rathaus getragen (siehe 1675).

1679
Die Helduadersche Chronik wird nachgedruckt als "Kurze und einfältige Beschreibung der alten weitberühmten Stadt Schleßwig" (siehe 1603).
Elisabeth Behling stirbt am 31. Dezember in dem Hause des Armenstifts im Friedrichsberg (spätere Stelle des Elisabeth-Beling-Hauses) (Q6 Nr.10 S.64 und Q6 Nr. 11 S.13).

1680
Kapellmeister auf Schloss Gottorf wird Johann Phillip Förtsch, der auch Hofmedicus ist (siehe 1602, 1673).
Der Herkulesteich wird erstmalig gesichert erwähnt. Der Herkules wird neu gestrichen (siehe 1637,1640, 1994) (Q6 Nr. 40 S. 51/53).
Der Gärtner Michael Tatter kauft 724 Äpfel- und Birnenbäume für den Fürstengarten (siehe 1663) (Q6 Nr.7 S.62).

1681
Die Meister des Weberamtes schaffen eine Amtsbeliebung für die Weber (siehe 1635).
Erster Bürgermeister wird Dr. Conrad Aschwede bis 1687 bzw. 1693. Er ist Erster Bürgermeister, solange Dr. Johann Kirchmann vom Dienst suspendiert ist. Von 1685 bis 1687 ist er Zweiter Bürgermeister (siehe 1682, 1685) (Q6 Nr.1 S.6).
Christoffer Roleff, genannt Kremper, wird Zweiter Bürgermeister. Er starb am 5.8.1680 und wohnte im Haus Gallberg 1 (siehe 1627, 1682) (Q6 Nr.1 s.6).
Es wird von einem weiteren Brand in der Stadt berichtet (siehe 1672).
Hans Beeck (Vater des späteren Bürgermeisters) erwirbt in der Friedrichsberger Kirche mehrere Kirchenstände und am Eingang nahe der Tür ein Erbbegräbnis für die Familie Beeck (Q6 Nr. 40 S. 12).
Die hölzernen Wasserleitungen der Wasserkunst des Herkulesteiches werden erneuert (siehe 1640, 1680) (Q6 Nr. 40 S. 53).
Die Repschläger gründen ein Amt, das auf vier Meister beschränkt ist. Eine Amtsrolle gibt es jedoch nicht (Q6 Nr.7 S.40).

1682
Thomas Petersen wird stellvertretender Bürgermeister. Er war 1662 Stadtkämmerer (siehe 1681,1687) (Q6 Nr.1 S.6).
Letzte schwere Pest-Epidemie im Bereich Dänemark und Norddeutschland. Danach folgen Cholera und Pocken.
In diesem Jahr werden auch die "Statuten der Schleswiger Domschule" verfasst (siehe auch 1542)
Georg Henrik Burchadi aus Lübek ist Rektor der Domschule bis 1685.
Es wird am 1. Oktober eine Ordnung für den Verkehr an der Schiffbrücke verfasst.
In den Jahren 1682 bis 1689 bestanden während der Zeit der dänischen Besetzungen der herzoglichen Gebiete Schleswigs keine gottorfischen Truppenteile (siehe 1675, 1689) (Q6 Nr.39 S.44).
Der Schmiedenhof, Gallberg 4, wird gebaut (Q6 Nr.28 S.132).

1683
Vierzig Männer dringen ins Rathaus ein und fordern vom Rat der Stadt Antworten über die Verwaltung.
Secretarius ist Johannes Hansen (siehe 1649, 1711).

1684
Am 22. Juli wird Franz Joachim Miles erster Postmeister auf Schloss Gottorf (in anderer Quelle "Mellis" und das Jahr 1692 genannt, die Quelle besagt, dass Mellis der Witwe Wasmuth zur Seite stand) (siehe 1673, 1692).
König Christian V. errichtet in Schleswig ein Obergericht.
Hofprediger Niemann stirbt im März. Sein Nachfolger wird Caspar Sandhagen. Er konte sein Amt aber nicht antreten, weil Gottorf inzwischen von König Christian V. besetzt war. Der König setzte Josua Schwartz ein (siehe 1689).
Der Pastor an der Friedrichsberger Kirche Johannes Wildenhain wird von König Christian abgesetzt. Sein Nachfolger wird Namann Jessen bis 1689.
Die Orgel des Doms wird erneut repariert (siehe 1610, 1746, 1839, 1963) (Q6 Nr.41 S.102).

1685
Erster Bürgermeister wird wieder Dr. Johann Kirchmann (vgl., 1658, 1681). Zweiter Bürgermeister wird Dr. Conrad von Aschwede.
Der "Klappschauer Schlagbaum" wird eingerichtet, um das unerlaubte Einführen von Waren in die Stadt besser zu überwachen (siehe 1626).
Henrik Mahs Rektor der Domschule bis 1687. Danach gab es bis 1690 keine Rektoren der Domschule.
Dompastor wird Johann Volkmar Rötscher aus Erfurt bis 1702 (siehe 1666).
Der Medaillenschneider Breuer richtet eine fahrende Post von Schleswig über Kiel nach Lübeck ein (vgl 1673, 1689).
Die Frau des Scharfrichters stirbt. Keiner will den Leichnam jedoch begraben. Die Tote liegt mehrere Wochen in der Wohnung des Scharfrichters im Rathaus, bis der König die Beerdigung per Decret anordnete.

1686
Scharfrichter wird Christoffer Müller (siehe 1665, 1996, 1710).
Johann Hinrich Kielmann von Kielmannsegg stirbt (geb. 1612).

1687
Zweiter Bürgermeister ist Peter Hoppener bis 1688. er ist Vorsteher des Grauklosters (siehe 1681, 1689) (Q6 Nr.1 S.6).

1688
Die Stadt gibt eine neue Spritze in Auftrag. Großen Anteil an der neuen Spritze hatte Rotgießer Abraham Dinckelmeyer (siehe 1672, 1701).
Für die Friedrichsberger Dreifaltigkeitskirche entsteht durch Ahasversus SChütze eine neue Orgel (siehe 1650) (Q22 S.12).

1689
Zweiter Bürgermeister ist Christian Arberg bis 1694 (siehe 1687, 1694) (Q6 Nr.1 S.6).
Oberpostmeister Wedderskop wird ernannt. Er macht die fahrende Post Schleswig-Eckernförde-Kiel-Lübeck und Schleswig-Rendsburg-Neumünster-Hamburg zu einer festen Einrichtung. Außerdem gibt es Postverbindungen nach Husum, Friedrichstadt und Tondern (siehe 1685, 1812).
Herzog Christian Albrecht schließt den "Altonaer Vergleich". Und kehrt auf Schloss Gottorf zurück. Er hatte zuvor lange Streit mit dem dänischen König.
Caspar Sandhagen tritt sein Amt als Hofprediger an (siehe1684). Josua Schwartz und Sandhagen stritten sich bis zum Tod von Sandhagen 1697.
Pastor an der Friedrichsberger Kirche wird wieder Wildenhain, der aus Apenrade zurückkommt, bis 1696 (siehe1684).
Der Gottorfer Hofmaler Ludwig Weyandt ist von diesem Jahr bis 1720 auf Schloss Gottorf tätig. sein lohn beträgt 180 Taler jährlich (siehe 1703, 1707) (Q6 Nr.8 S.52).
Ab August stellt Herzog Christian Albrecht militärische Verbände auf, die vor allem der eigenen Verteidigung dienen (siehe 1696) (Q6 Nr.39 S.44).

1690
Daniel Hartnack (Hartnaccius) ist bis 1702 Rektor der Domschule.
Handel außerhalb der Stadt ist verboten. Waren dürfen nur auf dem Großen Markt (Rathausmarkt) verkauft werden. Fremden Händlern war der Verkauf von Waren nur bei den Jahrmärkten erlaubt (siehe 1675).
Jacob Mussaphia richtet in Friedrichstadt ein Leihhaus ein. Es wurde von Samuel Eleasar verwaltet (siehe 1699, 1705).
es werden Pläne für den Bau von Truppenunterkünften auf Schloss Gottorf entworfen. Diese unterkünfte werden "Baraquen" genannt (siehe 1693) (Q6 Nr.39 S.68).

1691
Die Statuten der Altstädter Schützengilde werden am 13. Juni neu aufgestellt und 1692 von Herzog Christian Albrecht bestätigt. Dem Schützenkönig wird die Befreiung von der "Kontribution" zugesagt. Verstorbene Gildebrüder werden gemeinsam zu Grabe getragen. Der Gilde wird eine an dem Ruhekruger bzw. Flensburger Weg gelegene Koppel geschenkt (Schützenkoppel) (siehe 1540, 1600, 1605, 1634, 1736) (Q6 Nr. S.56).
Die Schleswiger Färber schließen sich zu einem Landesamt zusammen. Der Sitz war zunächst in Schleswig, später in Kiel (Q6 Nr.7 S.41).

1692
Die Handwerksrolle der Färber fordert eine Wanderzeit von drei Jahren.
Postmeister ist Mellis für die reitende Post.
Herzog Christian Albecht läßt westlich der Amalienburg - dem "Lustschloss" im Neuwerk-Garten - die Orangerie errichten.
Kleinschmied Zacharias Küsch kauft vom Graukloster das Gebäude Rathausmarkt Nr. 5 (Q6 Nr.9 S.19).
Lorentz Eckstorff erhält am 16. Juni ein Privileg für das Drucken (siehe 1658) (Q6 Nr.3 S.47).
Der Antentempel im Schlossgarten wird gebaut. Im Inneren stehen drei männliche Statuen. Die Kaskaden aus Sandstein-Figuren wurde vom Kieler Bildhauer Theodor Allers geschaffen (Q6 Nr.37 S.53).

1693
Ab 1. Januar wird eine Baraquen-Steuer je Pflug erhoben. Damit sollen die Truppenunterkünfte, die bereits seit 1690 in Planung sind, finanziert werden (Q6 Nr.39 S.68).
Die Schleibereisung wird wieder aufgenommen, nachdem sie viele Jahre nicht mehr stattgefunden hatte. (siehe 1550, 1622). Ab 1694 sollen die Berichte über Schleibereisungen jedoch wieder aufhören.
Im Neuwerk wird die Kaskade angelegt (siehe 1650, 1692) (Q6 Nr.7 S.56).

1694
Herzog Christian Albrecht stirbt am 27. Dezember (siehe 1659) (Q15 S.13).
Herzog Friedrich IV. regiert bis 1702. Er ließ die Südfassade des Schlosses Gottorf bauen. Er ist der älteste Sohn von Herzog Christian Albrecht (Q6 Nr. 28 S.77).
Erster Bürgermeister ist Dr. Henricus Hamelow bis 1724 (vgl. 1711, siehe 1681) (Q6 Nr.1 S.7)
Zweiter Bürgermeister ist Johann Hieronimus bis 1711 (Q6 Nr.1 S.7).
In Schleswig ist ein starkes Hochwasser. Dies ist am Haus Gottorfstraße 9 am Kellereingang markiert (siehe 1836, 1872) (Q6 Nr.9 S.24).

1695
Der Lollfuß erhält zusammen mit dem Friedrichsberg ein eigenes Gericht unter dem Vorsitz des Gottorfer Amtmannes. Das Gericht bestand aus sechs Personen, je drei aus jeder Ortschaft. Rechtsnormen waren das Schleswigsche Stadtrecht. Die Ortschaften unterstanden bis dahin dem Arensharder Ding, das jütische Recht wurde bis dahin angewandt (siehe 1711) (vgl. Q6 Nr.6 S.56, Q6 Nr. 40 S. 26 und Q15 S.74).
Am 12. Juli verlieh Herzog Friedrich IV. dem Friedrichsberg das Recht einer Gemeinde.
Herzog Friedrich IV. erneuert die Fischereiordnung (siehe 1668) (Q6 Nr.39 S.96).
Amtmann Friedrich Rantzau und Jägermeister Caspar Friedrich Voss sind Pächter des Fischerhofes bis 1699.
Für Gottorf wird ein Inventarverzeichnis angelegt (Q6 Nr.7 S.58).
Die Baraquen (Truppenunterkünfte) auf Schloss Gottorf sind fertiggestellt (Q6 Nr.39 S.71).

1696
Scharfrichter Christoffer Müller köpfte eine Kindsmörderin mit dem Schwert (siehe 1686, 1710).
In diesem Jahr hat die Stadt seine höchsten Schulden in diesem Zeitraum aufgenommen (siehe 1676).
August Friedrich Kühner wird Pastor der Friedrichsberger Kirche (siehe 1689).
Das Hinterhaus des Gebäudes Lange Straße Nr. 9 wird gebaut (siehe 1735) (Q6 Nr.9 S.19).
Herzog Friedrich IV. modernisiert die gottorfischen Truppen (siehe 1689). Friedrich IV. hatte den "Ehrgeiz, an der Seite des schwedischen König Carls XII. als General kriegerischen Ruhm zu erwerben" (siehe 1702) (Q6 Nr.39 S.44).
Ulrich Petersen beginnt seine handschriftliche Aufzeichnung über die Geschichte der Stadt Schleswig. Die Aufzeichnung umfasst 1032 Seiten. Es befindet sich heute in der königlichen Bibliothek in Kopenhagen. Der Titel lautet "Der Durchlauchtigen Herren Hetzogen von Holstein-Gottorf Haupt- und Residenzstadt Schleswig - nach ihrer alten und neuen Situation beschrieben und dargestellt" (siehe 1656, 1734) (Q: www.schuby.de/agottorf_vschroeder.htm vom 2.8.2001)

1697
Die Holmer Schanze wird von Herzog Friedrich IV. weiter ausgebaut und vom dänischen König zerstört (siehe 1628).
Hofprediger Sandhagen stirbt im Juni (siehe 1684). Sein Nachfolger wird Hinrich Muhlius, der auch viele Ämter in Kiel hatte (siehe 1712).
Die "blaue Pforte" zur Brücke von Schloss Gottorf wird abgebrochen (Q6 Nr.2 S.27 und Q6 Nr.10 S.59).
Es wird eine Abschrift der satzung der Lollfußer beliebung gerfertigt, . Das Original ist nicht merh vorhanden (Q16 vom 9.6.2001).

1698
Südfront(bzw. Südflügel) von Schloss Gottorf wird unter Herzog Friedrich IV. bis 1703 gebaut (lt. Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen) (siehe 1161).
Auf Schloss Gottorf wird ein "Tierhaus mit Hetzplotz" gebaut (Q6 Nr.2 S.27).
Sechs Fuhrleute mit zehn Wagen bilden eine Vereinigung. Diese soll von Herzog Fridrich IV initiiert worden sein. Eine andere Quelle besagt, dass dieser Rolle vier Fuhrleute mit zwei Wagen und vier Fuhrleute mit einem Wagen angehören.
Der Bischofshof wird von Baron Ludwig von Königstein bezogen. Er gestaltet das Gebäude völlig um (siehe 1450, 1700, 1826, 1964) (Q6 Nr.6 S.79).
Herzog Friedrich IV. verordnet, dass "unter jeder Compagnie nicht mehr als 20 beweibte Soldaten seyn sollen" (siehe 1701, 1709) (Q6 Nr.39 S.56).

1699
Einwohner im Friedrichsberg ließen ab diesem Jahr vor ihrem Haus die Gasse "brücken" (pflastern).
Die Lollfusser Schützengilde wird am 20. Juli gegründet (siehe 1702, 1705). Die Stiftungsurkunde wird von 70 bürgern aus dem Lollfuß unterschrieben (Q6 Nr.3 S.62)
Das Friedrichstädter Leihhaus wird nach Tönning verlegt (siehe 1690, 1705)
Voss und Mecklenburg sind Pächter des Fischerhofes bis 1703 (siehe 1695).
Die Rade- und Gestellmacher legen die Bedingungen für eine Meisterprüfung fest. Das Meisterstück ist im Haus des Ältermanns zu erstellen (Q6 Nr.7 S.40).

 

Text: Thorsten Dahl
Die Quellenangaben beziehen aich auf Angaben im Anhang, der hier nicht wiedergegeben ist. Einige Links verweisen auf andere Seiten, die in diesem Projekt nicht aufgenommen wurden. Der Originaltext umfasst jedes Jahr von 804 bis zum heutigen Datum. Der Gesamttext umfasst mehr als 170 Seiten. An dem Text wird derzeit noch weiter gearbeitet.
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