
Auf dem Gebiet des heutigen Schleswig-Holstein ließen sich vor etwa 20.000 Jahren die ersten Menschen nieder. Sehr langsam, aber gleichzeitig sehr stetig, wuchs die Zahl der Bewohner im Laufe der folgenden Jahrtausende so an, daß es im 5. Jahrhundert eng im Norden wurde. Diese Überbevölkerung war wahrscheinlich ein wichtiger Grund dafür, daß ein beträchtlicher Teil der Angeln und Sachsen nach England "auswanderte".
Während es über diese geschichtliche Frühzeit nur sehr vage Nachrichten gibt, ist die Geburtsstunde des Landes ziemlich genau überliefert. Sie schlug am 15. August 1386. An diesem Tag überließ die nordische Königin Margarethe dem holsteinischen Grafen Gerhard VI. ihr Herzogtum Schleswig. Damit befanden sich die beiden Landesteile erstmals in einer Hand.
Das nächste wichtige Datum ist das Jahr 1460. Zu Ripen wählten damals die Mächtigen aus Schleswig und Holstein den dänischen König Christian I. zu ihrem gemeinsamen Oberhaupt. Als Gegenleistung mußte Christian versprechen, daß Schleswig und Holstein "ewig ungeteilt" bleiben sollten. Der damals geschlossene Vertrag mit seinen 18 Siegeln ist im Landesarchiv Schleswig-Holstein erhalten.
Die vertraglich vereinbarte "Ewigkeit" dauerte allerdings nur 30 Jahre, und auch danach wurden die Herzogtümer immer wieder getrennt. 400 Jahre Gültigkeit behielt dagegen die Bestimmung, wonach der dänische König zugleich Herr über die beiden Herzogtümer sein sollte. Alle Versuche der Herzogtümer, das Kopenhagener Joch abzuschütteln, blieben zunächst erfolglos.
Erst als sich im 19. Jahrhundert bei den gebildeten Schichten der schleswig-holsteinischen Bevölkerung ein nationales Bewußtsein entwickelte, rückte die Trennung von Dänemark näher.
Gelehrte und Advokaten waren es, die 1848 den Aufstand wagten, nachdem die dänische Seite begonnen hatte, das Herzogtum Schleswig noch stärker an das Königreich zu binden.
Zunächst sah es nach einem Sieg der Schleswig-Holsteiner und ihrer Verbündeten aus, aber als sich die Preußen zurückzogen, war die Sache blutig verloren.
Zu unterdrücken war der Wunsch nach Selbständigkeit allerdings nicht mehr. Was beim ersten Versuch mißlungen war, das gelang 1864. Mit Hilfe der Preußen und der Österreicher wurde das dänische Heer geschlagen. Die Erstürmung der Düppeler Schanzen am 18. April 1864 brachte die endgültige Entscheidung.
Die Schleswig-Holsteiner hatten gehofft, unter einem liberalen Herzog, dem sogenannten "Augustenburger", einen deutschen Kleinstaat bilden zu können.
Doch Otto von Bismarck verfolgte ganz andere Pläne und machte das Bindestrichland 1867 zur preußischen Provinz. Die Bewohner wurden nach ihrer Meinung gar nicht erst gefragt.
Das war 1920 anders. In einer Volksabstimmung, die im Versailler Vertrag von den Siegern des ersten Weltkriegs diktiert worden war, entschieden sich viele im Norden lebende Schleswig-Holsteiner für einen Anschluß an Dänemark. 4000 Quadratkilometer und etwa 163.000 Menschen fielen an das Königreich.
Wenn die Deutschen zu diesem Zeitpunkt schon ihre Republik hatten, dann nicht zuletzt deshalb, weil die Kieler 1918 wohlwollende Gastgeber für eine Revolution waren. Sie ging von den Matrosen der im Hafen liegenden Flotte aus, deren Besatzungen nicht bereit waren, noch einmal in den schon verlorenen Krieg einzugreifen.
Von Kiel sprang der Funke der Revolution nach Berlin über und führte zum Ende der Monarchie.
Die junge Demokratie überlebte allerdings nicht lange, in Schleswig-Holstein übernahmen die Nationalsozialisten die Macht mit Terror, Verfolgung, Unterdrückung und Mord. 1946 aber gab es eine erneute Wiedergeburt: Die alliierten Sieger erklärten Preußen für aufgelöst und verliehen seiner Provinz Schleswig-Holstein den Titel "Land".
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