Thomas und sein Sohn Tobias

Wem gehört Tobias?
[aka: Mit aller Gewalt - Mein Sohn gehört mir]

TV-Film, 1995

Regie: Gloria Behrens

weitere Darsteller:


Worum geht's?

Nach acht Jahren Beziehung und einem "fast erwachsenen Sohn" findet Thomas Urban, dass es langsam an der Zeit ist, seine Freundin Sabine Thorwald zu ehelichen. Überglücklich nimmt sie seinen Antrag an, doch noch bevor die beiden zur Tat schreiten können, verunglückt Sabine tödlich.

Thomas ist schwer getroffen, als auch noch die verhinderte Schwiegermutter Dorothea das Sorgerecht für den kleinen Tobias zu erstreiten versucht. Tobias will lieber bei seinem Papa bleiben, doch dem droht sein Leben gerade massiv zu entgleiten. Er verliert seinen Job, wird zum Trinker - die Abwärtsspirale scheint nicht zu stoppen.

Als Thomas schließlich die fiesen Motive von Dorothea klar werden und er sich zusammenreißt, ist es zu spät - sie hat Tobias entführt und will ihn mit in den Tod nehmen.


Kommentar

Wem gehört Tobias? ist auch unter dem reißerischen Titel Mit aller Gewalt - Mein Sohn gehört mir zu sehen gewesen, doch dieser Touch von RTL-Mittwochsfilm tut dem Streifen unrecht, denn es handelt sich dabei um einen handwerklich solide gemachten, spannenden und mitreißenden Film, der selbst bei einfleischten Taschentuchfilmhassern ans Herz gehen dürfte.

Judy Winter ist sehr überzeugend als zuerst gemeine, dann auch verrückte Großmutter. Raphael Ghobadloo, Film-Partner von Rex in Baby Rex - Der kleine Kommissar, glänzt in der Rolle des Tobias, ohne dabei zu dick aufzutragen, wie ein altgedienter Vollprofi. Ein bisschen holzig wirkt Marion Mitterhammer als Anwältin, die schon sprachlich überhaupt nicht nach Köln passt. Wunderbar fand ich dagegen das Hausmädchen der Thorwalds - echt kölsch bis in die Haarspitzen.

Unerwartet glaubwürdig ist Gedeon Burkhard als junger Vater, der verzweifelt um seinen Sohn kämpft. Er interagiert einfühlsam mit seinem jungen Co-Darsteller und zeigt im Auf und Ab des Lebens die gesamte Emotionspalette. Klasse, wie er es schafft, auch in den traurigsten Szenen nicht ins Kitschige abzurutschen.

Alles in allem ein toller Film, der einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt.


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