Regie: Sönke Wortmann
weitere Darsteller:
Eigentlich wollte Spüler Ingo Herrmann nur den Stuhl, den eine Flamenco-Truppe im Restaurant vergessen hatte, zur Folkwang-Hochschule zurückbringen, doch ehe er sich's versieht, gerät er in ein Vorsprechen der Essener Schauspielschule. Dort lernt er Johannes kennen, der schon einige Aufnahmeprüfungen vergeigt hat und es auch hier nicht geschafft hat. Kurz entschlossen machen sich die beiden per Anhalter auf den Weg nach München.
An der Raststätte Spessart lernen sie den coolen Ali kennen und retten ihn mit Hilfe von "Bierchen" vor ein paar fiesen Golfschlägern. Wie der Zufall es so will, ist auch Ali unterwegs in die Bayernmetropole, um dort an der Schauspielschule vorzusprechen. Gemeinsam schlagen sich die drei hoffnungsvollen Jungmimen durch den Großstadtdschungel, wobei insbesondere Ali dabei auf seine überaus effektiven Baggertechniken setzt.
Ingo findet auf dieser Reise seine eigentliche Berufung, das Schreiben. Johannes hingegen findet ein neues Selbstbewusstsein und Herta, während Ali der arrogante Weiberheld bleibt, der aber eigentlich gar nicht so cool ist, wie er sich gibt.
Kleine Haie gehört zum exklusiven Kreis der Filme, die man sich immer wieder ansehen und genießen kann. Das liegt zum einen an der gut erzählten Story, zum anderen an den lebendigen, glaubwürdigen Figuren, die allesamt mehrschichtig genug sind, um die Zuschauer gleich in ihren Bann zu ziehen.
Grandios sind natürlich auch die Darsteller, und zwar bis in die kleinsten Nebenrollen. Willy Tomczyk als "Maître" ist ebenso amüsant wie Fußballkommentator Werner Hansch als Ansager beim Talentabend. Die drei Hauptdarsteller Vogel, Burkhard und Wiesinger wurden mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.
Als Gedeon Burkhard nach Kleine Haie in Katja von Garniers Abgeschminkt! wieder eine charakterlich ähnliche Rolle spielte, hallte es durch die Medien, er verkörpere den arroganten Macho deshalb so überzeugend, weil er selbst einer sei. Ohne hier bar jeder Grundlage über seine Wesenszüge mutmaßen zu wollen, sei dem geneigten Leser jedoch versichert, dass der Mann auch völlig anders geartete Rollen ebenso glaubhauft ausfüllen kann, wie er zum Beispiel in Wem gehört Tobias? eindrucksvoll bewiesen hat.
Der coolste Spruch des Films kommt übrigens von Bierchen, der mit der Brutstätte des Bösen, dem Olympiastadion, im Hintergrund meint: "Die Bayern sind der letzte Dreck. Die mach ich platt, die Bayernschweine, wo ich sie find'."
Alle Schalker werden es ihm danken. Und die Leverkusener vermutlich auch. Von den Borussen mal ganz zu schweigen...