Zwischen zwei Frauen - Leon hat's nicht leicht

Gefährliche Lust – Ein Mann in Versuchung

TV-Film, 1998

Regie: Bodo Fürneisen

weitere Darsteller:


Worum geht's?

Der erfolglose, weil zu drastische Werbegrafiker Leon läuft eines Nachts der geheimnisvollen Miriam über den Weg. Sie verschwindet gleich wieder, hat jedoch ihren Füller vergessen. Als er die Patrone wechseln will, findet Leon in diesem Füller eine Kapsel - sie enthält Gift.

Die Meldung, Miriams Lebensgefährte - Chef eines riesigen Parfümimperiums - sei unter verdächtigen Umständen ums Leben gekommen, lässt in Leon einen Verdacht reifen. Seine Freundin Sophie, eine mittelmäßige Journalistin, die trotzdem hoch hinaus will, wittert ihre Chance und überredet Leon zu einem riskanten Coup. Schon bald ist Leon in Miriams Firma Art Director, doch damit fangen die Probleme erst an...


Kommentar

Was Sat1 vollmundig als Erotik-Thriller angekündigt hat, entpuppt sich trotz einiger Bettszenen nach einer Weile als schlichter, nicht völlig unspannender Krimi, den man mit ein bisschen mehr Einsatz so gut hätte machen können, wie es der Werbe-Trailer suggeriert hat.

Das Buch ist gar nicht mal schlecht, die Figuren könnte man interessant gestalten - Pech für Gedeon Burkhard, dass er die unerfahrene Nadja Uhl und die unfähige Denise Virieux als Partnerinnen vorgesetzt bekommen hat. Letztere kennt leider nur zwei Gesichtsausdrücke: lasziv und verzweifelt, und das reicht für eine tragende Rolle in einem 90-minütigen Film nicht aus. Nadja Uhl wirkt als Sophie einfach nur verloren, während sie versucht, clever zu sein.

In einem solchen Umfeld müsste Gedeon Burkhard eigentlich auffallen wie ein Ferrari Maranello auf dem Schrottplatz, doch leider laufen seine soliden schauspielerischen Fähigkeiten die meiste Zeit ins Leere - wohin auch sonst, wenn da niemand ist, mit dem er angemessen interagieren könnte? Er muss sich beim Dreh wirklich sehr nach einem echten Profi wie Rhett Butler gesehnt haben, zumal die Rolle des Leon ein recht interessanter Part war. Zwischendurch dachte ich immer wieder an Lord Macbeth, der von seiner ambitionierten Frau zu etwas gedrängt wird, was auf seinem eigenen Mist nie gewachsen wäre. Doch während sich Macbeth immer weiter in seinen üblen Plan hineinsteigert, schafft Leon die Kehrtwende und sieht ein, dass er auf dem Holzweg ist.

Wie gesagt: Mit ein bisschen mehr Input hätte man vielleicht etwas aus dem Stoff machen können. So ist Gefährliche Lust aber nur müdes Mittelmaß.


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