Regie: Michael Keusch
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Hier der Pressetext:
Katharina hat alles, was das Leben lebenswert macht: ein schönes Haus, einen wundervollen, aber chaotischen Ehemann, eine 20-jährige Tochter, eine beste Freundin (und einen Audi TT Roadster mit 225 PS [ed.]). Und sie ist mit Anfang 40 immer noch eine attraktive Frau, nach der sich so mancher umdreht. Das Leben könnte so weitergehen, wäre da nicht die unfassbare Nachricht ihres geschätzten Gynäkologen: Katharina ist schwanger.
Wie konnte das passieren? In ihrem Alter! Das ist nicht nur ihre erste eigene Assoziation, sondern vor allem die erste Frage, die ihr Ehemann Wolfgang und Tochter Lena stellen, die, beide entsetzt, sobald wie möglich eine "medizinische Lösung des Problems" fordern. Katharina ist enttäuscht. Ist das der einzige Rat ihrer Familie? Wolfgang, sehr engagiert in seinem Job als Universitätspräsident, kann sich in der Mitte des Lebens auf keinen Fall einen von Windelwechseln und Babygeschrei bestimmten Tagesrhythmus vorstellen. Er träumt von weiten Reisen zu zweit! Und Lena weist ihre Mutter mit aller Deutlichkeit darauf hin, dass ihr eigenes Liebesleben nun gar nicht existent ist und ihre Sorgen darüber natürlich absolute Priorität haben.
Katharina fühlt sich somit allein gelassen. Bis ihr ein schöner Fremder über den Weg läuft. Jan, Anfang 30, charmant, klug und, wie sich bald herausstellt, der neue Dozent für Literatur an der Uni ihres Mannes. Jan ist von der ersten Sekunde ihrer Begegnung in Katharina verliebt. Je mehr er sie mit Komplimenten überhäuft, desto größer werden Katharinas Zweifel an ihrem bisherigen, scheinbar doch glücklichen Leben. Nach einem heftigen Streit mit Wolfgang verliert Katharina ihr Kind. Katharina sucht Verständnis und Liebe bei ihrer Familie, findet beides allerdings bei Jan, dessen Zuneigung sie mit allen Mitteln bekämpft. Bis sie per Zufall eine folgenschwere Entdeckung macht: Wolfgang hat mit seiner Assistentin Annette ein Verhältnis, und das schon seit langem!
Die Genrebezeichnung 'Romantic Dramedy' sagt eigentlich schon alles, was man über 'Zwei Affären und eine Hochzeit' wissen muss: Der Film weiß nicht, was er will. Unterhalten? Aufklären? Oder doch lieber nur deprimieren? Genau wie Wolfgang Schön übrigens, der nicht weiß, ob er seine Frau oder seine Geliebte behalten will. Dummerweise geht es Gattin Katharina ebenso.
Nur Jan Richter weiß genau, was er will: Katharina. Leider wird den ganzen Film über nicht klar, warum er sich eigentlich gleich bei der ersten Begegnung unsterblich in sie verliebt, und so kommt dieser Jan die meiste Zeit als liebeskranker Spinner rüber. Nicht uncharmant, aber völlig daneben. Und nun hat Katharina also die Wahl zwischen ihrem furchtbaren Mann, der sie schon lange betrügt, und diesem jungen, gut aussehenden, intelligenten, aufmerksamen, charmanten, Motorrad fahrenden Literaturdozenten, der sie absolut vergöttert. Und was passiert? Sie weiß nicht, wen sie will.
An der Stelle habe ich endgültig die Geduld mit dieser Frau und mit dem Film verloren. Denn während Wolfgangs Alternativen (Frau/Geliebte) in etwa vergleichbar sind, ist Katharinas Wahl zwischen Wolfgang und Jan ein Witz. Wenn mich einer fragt, ob ich lieber eine Zahnwurzelbehandlung oder das Manuskript von 'Harry Potter and The Order of The Phoenix' haben will, brauche ich wirklich nicht lange für die Entscheidung.
Dann gibt's da noch den überflüssigen Subplot um die Hochzeit der Tochter, und als wäre das nicht schon genug, kommt auch noch unnötigerweise Wolfgangs Sekretärin ins Spiel und bricht der Glaubwürdigkeit des Films endgültig das schon angeknackste Genick. Ein Klingone am Salatbüffet in der Mensa würde mich wesentlich weniger überraschen, als im Vorzimmer des Uni-Rektors einer solchen Sekretärin zu begegnen.
Ich soll auch was Positives über 'Zwei Affären und eine Hochzeit' sagen? Da gibt's sicher einiges; mir fällt allerdings jetzt nur der TT von Katharina ein. Gut, ich habe schon sehr viele sehr viel schlechtere Filme gesehen und von diesem Streifen offenbar zu viel erwartet, aber irgendwie hatte ich an jenem Sonntagabend das Gefühl, diese 90 Minuten sinnvoller verbracht haben zu können.