D-Premiere 05.02.1998
Zuschauer ???
Marktanteil ???

Der Mann mit den
tausend Gesichtern (49)

Cast & Credits
Plot & Pictures
Highlights & Lowlights
Wurstsemmelwertung


Alex Brandtner mit WaffeDer Mann mit den tausend Gesichtern hält die Stadt in Atem. In immer neuen Verkleidungen raubt er Supermärkte aus. Doch diesmal hat er es zu weit getrieben: Bei seinem letzten Überfall musste der Filialleiter dran glauben, und jetzt hat der Täter das Team Brandtner am Hals.

Die Ermittler tun sich allerdings schwer damit, den Verkleidungskünstler dingfest zu machen. Erst als Rex seine Fährte aufnimmt, bekommen sie ihre Chance, doch da hat der Mann mit den tausend Gesichtern schon sein nächstes Ding gedreht und ein paar Geiseln genommen.

Schaffen es Rex und Alex Brandtner, dem Maskierten auf die Schliche zu kommen, bevor er sich schon wieder unbemerkt aus dem Staub machen kann? Und warum trägt Böck sein neues Hemd nie?


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Der Mann mit den tausend Gesichtern:
Cast & Credits

Darsteller Rolle
Gedeon Burkhard Alexander Brandtner
Reginald von Ravenhorst Kommissar Rex
Heinz Weixelbraun Christian Böck
Wolf Bachofner Peter Höllerer
Joachim Bissmeier Paul Wallisch
Gideon Singer Thomas Koller
Monika Tajmar Claudine Potofski
Drehbuch Regie
Peter Hajek & Peter Moser Udo Witte



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Der Mann mit den tausend Gesichtern:
Plot & Pictures

Ein Supermarkt wird überfallen. Der Täter: ein ziemlich alter Knacker mit einer dicken Kanone. Das Geschehen im Verkaufsraum wird vom Filialleiter beobachtet, der daraufhin beschließt, den Helden spielen zu müssen, mit seinem Revolver aber nur eine Reispackung trifft. Der Räuber ist treffsicherer: ein Kopfschuss, genau zwischen die Augen, beendet die Karriere des Einzelhandelskaufmanns.

Der alte Mann macht sich daraufhin mit der Beute aus dem Staub und sucht einen Peep-Tempel um die Ecke auf (übrigens der selbe Schuppen wie im ORF-Tatort "Der Millenniums-Mörder", aber da hat ja auch Peter Moser das Drehbuch geschrieben). Kaum in der Kabine, verwandelt sich der Täter vom alten Knacker zu einem nur mittelalten Knacker, so dass ihn niemand erkennt, als er die Peepshow einige Minuten später im neuen Outfit verlässt.

Christian Böck sinniert über sein Outfit

Auch Christian Böck hat beschlossen, sein Outfit zu verändern. Der Grund dafür ist aber nicht etwa ein Supermarktraub, sondern eher das sportliche Aussehen seines neuen Kollegen Brandtner. Also hat sich Böck ein neues Hemd zugelegt (das er leider nie anzieht), und auf die Krawatte möchte er auch verzichten – "Das macht so alt." Höllerer setzt bei der Auffrischung eher auf neue Hosenträger... Die beiden staunen nicht schlecht, als Alex schließlich im Büro auftaucht – mit Anzug und Krawatte, denn er wollte sich den herrschenden Sitten anpassen. Glücklicherweise gelingt es Böck und Höllerer, dem Neuen diese Aufmachung auszureden, bevor sie sich aufmachen, zusammen ein paar Bierchen zu trinken. Die Meldung des Raubmordes im 5. Bezirk kommt allerdings dazwischen, und so machen sich die Herren Ermittler auf den Weg zum Supermarkt.

Die Spur führt schnell zur Peepshow ums Eck, wo Brandtner und Böck die Empfangsdame befragen, wobei Böcks Blick immer wieder in ihr üppiges Dekollete rutscht. Überhaupt imponiert Böck mit seinem Insiderwissen über Peepshows. Auf Nachfrage seiner Kollegen erklärt er, er habe das schon einmal recherchiert, und zwar rein dienstlich!

Die wirklich dienstlichen Recherchen ergeben derweil, dass es bereits eine ganze Reihe von Supermarktüberfällen gegeben hat. Bei einem Vergleich der Phantombilder bemerkt Alex, dass es sich um verschiedene Teile vom Erscheinungsbild berühmter Menschen handelt: Elvis, Ché Guevara, Albert Einstein. Höllerer überlagert die Bilder und entfernt die Verkleidungen. Heraus kommt ein ziemlich gutes Bild des Täters.

Der kommt gerade nach Hause und verstaut die Beute. Sein alter Kumpel Koller, in dessen Wohnwagen er wohnt, versucht ihm die Sache mit den Überfällen auszureden, aber Wallisch bleibt standhaft. Er möchte nicht mehr als "Diego, der Mann mit den tausend Gesichtern" auftreten. Statt dessen will er sich nach dem nächsten Supermarkt in den Süden absetzen und eine Bar am Mittelmeer eröffnen.

Derweil ermittelt die Gruppe Brandtner im Theatermilieu, um dem maskierten Räuber auf die Schliche zu kommen. Böck bringt Rex von unterwegs einen Teufel-aus-dem-Kasten mit, den sich Rex sofort schnappt und gar nicht mehr loslassen will. So demonstriert Brandtner dem staunenden Böck dann, wie die nonverbale Kommunikation zwischen Herr und Hund funktioniert. Zu seinem großen Leidwesen schafft Böck es nicht, seinem Kollegen dieses Kunststück nachzumachen.

Alex Brandtner nach dem Training

Am nächsten Morgen bekommt Brandtner während des Boxtrainings Besuch von einem mit Gummibaum getarnten Böck. Dieser fliegt quer durchs Brandtnersche Wohnzimmer, als Rex ihn mit dem Punchingball trifft. Während Alex seinem Kollegen erklärt, er habe die Vermutung, der Täter sei eher im Bereich Varieté oder Zirkus zu suchen, macht Rex sich am Sandsack seines Herrn zu schaffen. Doch selbst als die Füllung aufs frisch verlegte Parkett rieselt, lässt sich Alex nur zu einem vorwurfsvoll angehauchten "Ach, Rex..." hinreißen.

Zwecks weiterer Recherchen machen sich Alex und Rex auf ins Varieté in der Annagasse (was aber eher wie die Eden-Bar in der Liliengasse anmutet...), wo die Chefin Claudine Potofski befragt wird. Die engagiert Rex beinah vom Fleck weg, doch dagegen hat Alex etwas einzuwenden. Wenigstens bringt sie die beiden Ermittler auf die richtige Spur. Alex schickt Böck nach Hagenbrunn, wo der gesuchte Verdächtige in einer Wohnwagensiedlung hausen soll.

Als Böck dort eintrifft, hat er leichte Verständnisprobleme: Die Inderin, die er nach Thomas Koller fragt, spricht nämlich nur indisch, doch ihr Papagei weist Böck den richtigen Weg. Der Mann mit den tausend Gesichtern hat sich derweil fix in seinen Freund Koller verwandelt und hält Böck nun zum Narren. Wenigstens erfährt er, dass der Verdächtige Paul Wallisch heißt.

Zurück im Büro ist Böck zunächst damit beschäftigt, sich die Hände zu waschen, denn er hat im Wohnwagen in einen Tiegel mit Fett gegriffen, das nur sehr schwer zu entfernen ist. In Brandtners Kopf macht's plötzlich 'klick' – bei dem Fett muss es sich um Abschminke handeln, folglich ist Koller eigentlich Wallisch mit Maskierung! Als aber die Kollegen von der Gendarmerie den Wohnwagen stürmen, ist doch nur mehr der echte Koller zugegen, Paul Wallisch hat sich aus dem Staub gemacht. Beim Verhör verrät Koller den Plan seines alten Kumpels, noch einen Supermarkt auszurauben, bevor er endgültig untertaucht. Wallisch versteckt sich derweil in einem Hotel und hat sich neue Papiere organisiert.

Als die Beamten den Wohnwagen durchsuchen, finden sie nicht nur eine Weste, an der Rex den Geruch von Wallisch aufnehmen kann, sondern auch ein Peepshow-Prospekt und einen Folder vom Schloss Schönbrunn. Da geht Alex ein Licht auf: In Schönbrunn gibt es eine Wechselstube, und die hat heute geöffnet!

Paul Wallisch hat diese Wechselstube natürlich schon ausgeräumt. Als die Polizei dort auftaucht, flieht er kurzerhand in den Tiergarten Schönbrunn. Rex, Böck und Brandtner folgen ihm dorthin, doch er hängt sie immer wieder ab und wechselt sein Aussehen wie ein Chamäleon. Schließlich flieht er ins Café im Pavillon, verschanzt sich dort, nimmt die Gäste als Geiseln und verlangt einen Bus als Fluchtfahrzeug.

Pavillon im Tiergarten Schönbrunn

Brandtner wird klar, dass sich Wallisch als eine der Geiseln verkleiden will, um unerkannt zu fliehen. Mit einem Trick wollen Brandtner und Rex ihn überführen: Rex soll ihn am Geruch identifizieren, Brandtner will von unterm Bus aus schießen, falls es nötig wird. Doch Wallisch ist schneller: Er verkleidet sich als verletzte Kellnerin und gelangt so in den Ambulanzwagen, wo er den Notarzt mit der Waffe bedroht. Rex schlägt Alarm, und es gelingt den Beamten, den Rettungswagen zu stoppen, doch Wallisch hat immer noch den Arzt als Geisel.

Unbemerkt vom Geiselnehmer klettert Rex auf das Dach des Rettungswagens. Auf ein Zeichen von Alex hin springt er Wallisch an, so dass Brandtner ihn mit einem gezielten Schuss entwaffnen kann. Die Geiseln sind frei, Paul Wallisch wird schließlich verhaftet, und Rex darf Alex zur Belohnung in die Arme springen.

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Der Mann mit den tausend Gesichtern:
Highlights & Lowlights

Böck und Höllerer im Chor zu Brandtner: "Wie schaust 'n du aus?"
Christian Böck und seine streng dienstlichen Peepshow-Recherchen
Zeichensprache zwischen Herr und Hund
Das unverständliche Gefasel der Inderin mit dem Papagei
Der gesamte Dialog zwischen Böck und Wallisch/Koller im Wohnwagen
Joachim Bissmeier (Wallisch) als Kellnerin mit Schürzchen
Seltsame Arbeitsmoral: Brandtner kommt eben erst ins Büro
und will schon wieder gehen, um ein paar Bierchen zu zischen.

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Der Mann mit den tausend Gesichtern:
Wurstsemmelwertung

Mit dem Pilotfilm Der Neue haben die Macher von Kommissar Rex die Latte für die erste Folge ziemlich hoch gehängt, doch Der Mann mit den tausend Gesichtern kann da ganz gut mithalten. Stellenweise erinnert diese Episode sogar an den Film Der Schakal, und das ist, wenn man das Orignal zugrunde legt, eher ein Lob als Kritik.

Fangen wir also an mit einem großen Lob an die Maske. Joachim Bissmeier alias Paul Wallisch so aussehen zu lassen wie seinen Kumpel Thomas Koller ist eine Glanzleistung und verdient ein anerkennendes Schulterklopfen. Bissmeiers Darstellung von Koller ist eine wirklich gute Lachnummer, vor allem weil er seine Zeilen beinahe singt. Diese Stelle kann ich mir immer wieder ansehen und muss immer noch lachen.

Die Story ist temporeich und bleibt bis zum Ende spannend, ohne sich zwischendurch aufzuhängen. Nachdem längst klar ist, dass Wallisch der Täter ist, und der Fall damit gelöst ist, setzten die Autoren dem Mordfall noch eine kleine Geiselnahme auf. Bei allem Ermittlungseifer kommt der Humor in dieser Folge nicht zu kurz. Die meisten Lacher gehen wie so oft auf das Konto von Christian Böck, der seine Peepshow-Recherchen als dienstlich bezeichnet und es wohl niemals schaffen wird, seine Wurstsemmel selbst zu essen.

Dass Alex Brandtner in das Haus seines Vorgängers Moser eingezogen ist, weil Rex nicht ausziehen wollte, wird ohne großen Aufwand im Vorbeigehen erzählt. Man fragt sich dennoch: Wann hatte der Kommissar eigentlich Zeit für die Komplettrenovierung? ;>

Und noch ein paar andere Dinge fragt man sich im Zusammenhang mit Alex Brandtner. Zum Beispiel, wieso ist er nicht wie jeder normale Mensch wahnsinnig sauer auf seinen Hund, als der den Sandsack zerbeißt? Wie hat er es geschafft, sich so problemlos in ein eingespieltes Team von Ermittlern einzufügen und auch noch als Chef der Truppe akzeptiert zu werden? Stellenweise hängt einem seine Perfektion zum Halse raus, und dann schafft er es durch eine kleine Geste, durch seine Art mit Rex zu kommunizieren oder durch ein entwaffnendes Lächeln, trotzdem zu punkten.

Hier ein Wink an die Autoren: Gebt eurem Helden mehr Tiefe und ein paar Kanten! Dass Gedeon Burkhard das schauspielerisch umsetzen kann, dürfte nach Allein gegen die Mafia allgemein bekannt sein. Gedeon Burkhard kann man in diesem Zusammenhang allerdings ankreiden, dass er trotz der groß angelegten Explosionsgeschichte aus dem Pilotfilm Alex Brandtner mit dem rechten Ohr telefonieren lässt. Spontane Heilung?

Spannung, Humor, gute Darsteller, nette Szenen zwischen Herr und Hund und dazu Action satt – Der Mann mit den tausend Gesichtern ist ingesamt gut für vier von fünf Wurstsemmeln.

1. Wurstsemmel 2. Wurstsemmel 3. Wurstsemmel 4. Wurstsemmel keine 5. Wurstsemmel
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