Bibliographie zur Zeitschrift Tangodanza

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Zur Geschichte der Zeitschrift Tangodanza

Das titelgemäß hier erstmals umfassend erschlossene Periodikum war ein seit 1998 zunächst ehrenamtlich verfolgtes Projekt von jungen Tangotanzenden mit Sitz in Bielefeld in Nordrhein-Westfalen. [2] Zu den Mitgründern, die auch heute noch den Großteil der Redaktionsarbeit leisten, gehörten der Grafiker und Tanguero Olaf Herzog und die Tanguera Alexandra Kern, die zur Zeit der Gründung der Zeitschrift gerade erst mit dem Tangolernen begonnen hatte. [3]

Doch war zunächst die Eröffnung einer eigene Zeitschriftenreihe gar nicht beabsichtigt. Denn Mitte 1998, als die Vorüberlegungen zur Gründung eines neuen Tangoperiodikums anliefen, bot Olaf Herzog zunächst der Herausgeberin der in ähnlicher Redaktionslinie arbeitenden und seit 1991 erscheinenden Zeitschrift Tango Info, Christiane Kröniger aus Regensburg, eine gemeinsame Verlagsgründung an. Diese Idee zerschlug sich jedoch wieder.

Es folgten dann Gespräche mit dem Tangolehrer Lothar Staudacher aus Berlin, der seit 1994 die zweite bedeutende deutsche Tangozeitschrift, das Boletin del Tango, herausgibt. Doch auch hier scheiterte eine gemeinsame Zusammenarbeit. Im Mai 1999 entschied sich Olaf Herzog daraufhin schließlich zur alleinigen Verlagsgründung und Herstellung einer neuen Zeitschrift namens Tangodanza. [4]

Seit dieser Zeit erschienen zunächst drei Tangoperiodika in deutscher Sprache, bis das Pionierblatt Tango Info im Jahre 2000 sein Erscheinen nach zwanzig Ausgaben einstellte. [5] Somit hat sich außer der Tangodanza derzeit (2005) nur noch das Boletin del Tango als überregionale Tangozeitschrift am Markt gehalten, welches auf über 35 erschienene Ausgaben zurückblicken kann.

Doch zurück zur Tangodanza: Alexandra Kern und Olaf Herzog bildeten zunächst den Kern der Redaktion, hinzu kamen im Laufe der Jahre andere mehr oder weniger wechselnde Redaktions- und Vertriebsmitarbeiter, die insgesamt bald zu viert, dann in den Jahren 2000 und 2001 sogar zu acht und schließlich von April 2002 bis September 2004 zu dritt agierten. Seither besteht das Tangodanzateam wieder aus vier Beteiligten: Olaf Herzog (Verlag & Anzeigen), Alexandra Kern (Redaktion & Veranstaltungen), Christina Korn (Kiosko & Versand) sowie Sabine Orendi (Tanzkalender). Im April 2000 wurde außerdem ein "Kiosko" zum Vertrieb von Büchern, Videos, Postkarten, eigenen Plakaten und Hörscheiben eingerichtet. [6]

Der Bedarf für eine weitere Tangozeitschrift schien schon vor dem Erscheinen existent zu sein. Denn bereits vor der Erstausgabe lagen der Redaktion 150 Anfragen für Abonnements vor, [7] im Jahre 2005 betrug die Auflage rund 5.000 Stück. [8] Damit reiht sich die Tangodanza würdig in die internationale Tangozeitschriftenkultur ein, denn ähnliche Magazine erscheinen unter den Titeln El Milonguero (Miami), ReporTango (New York), El firulete (New Orleans), Tangoreporter (Los Angeles), El farolito (Paris) oder El tangauta (Buenos Aires) in Europa und Übersee.

Wie manche dieser vorgenannten Periodika entspringt auch die Tangodanza nicht der Welt der alten und erfahrenen Tangotraditionalisten, mußte sich seine Verwurzelung als Forum und Plattform in der deutschen Tangoszene erst durch Kontinuität, Qualität erarbeiten, ist aber - nach Angaben der Redaktion - mittlerweile die größte Tangozeitschrift Europas [9] und verfügt über einen umfangreichen allgemein anerkannten und auch von den deutschen Milongaveranstaltern reichhaltig unterstützten Tanzkalender.

Die Genesis aus der jungen Szene heraus freilich vermochte es, Tangodanza zu einem sehr offenen Forum vor allem der Tangotanzenden zu machen und nicht nur zu einem internen Mitteilungsblatt von Tangolehrern. Dies äußert sich in der immer wieder bewiesenen Bereitschaft der Redaktion, sich auch kontroversen Standpunkten zu stellen und ihnen in der Zeitschrift Raum für lebendige Reflektion und Auseinandersetzung zu geben.

Die positiven Reaktionen auf die Erstausgabe vom Oktober 1999 boten indes in der Folgezeit die nötige Motivation zur Weiterentwicklung der Zeitschrift, die sich vor allem der aktuellen Berichterstattung über die Tangoszene zwischen Boden- und Ostsee und auch einem möglichst vielseitigen Veranstaltungshinweisen verschrieb. [10] Die Seitenzahl stieg dabei von 44 im Jahre 1999 auf 80 seit Oktober 2000, blieb dann konstant bis 2002 und erschient seit 2003 kontinuierlich mit einhundert Seiten.

Prozentual besehen haben sich dabei der redaktionelle Inhalt mit den Aufsätzen und der aufzählende Tanzkalender in ihrer Wertigkeit nicht verschoben: Die Erstausgabe von 1999 umfaßt rund 47 % redaktionellen Inhalt, 38 % des Raumes wird vom Tanzkalender (mit Ankündigung von Veranstaltungen und Workshops) beansprucht sowie 15 % wurden mit Werbeanzeigen von Dritten ausgefüllt. Ein Vergleich mit der Ausgabe Nummer 23 zeigt, daß sich diese Verteilung gehalten und sogar ein wenig inhaltlich von der Quantität her verbessert hat. Dort sind rund 49 % Aufsätze und Abhandlungen, 39 % des Platzes werden dem Tanzkalender eingeräumt, nur 12 % sind den Werbeanzeigen vorbehalten.

Mit dieser Konzeption war und ist die Zeitschrift eine der wichtigsten Informationsquellen zum aktuellen Tango Ríoplatense in Deutschland. Die Besonderheit der Tangodanza liegt indes nicht nur in der Bereitstellung von Platz für Thesen und Diskussionen, von Raum für die Vorstellung von Tangokünstlern und Lehrenden aller Art, sondern auch in ihrer überaus anspruchsvollen zeitgemäßen künstlerischen Ausdrucksweise. Sie ist eine Zeitschrift, in der es nicht nur um die Präsentation von verschriftlichtem Tango geht, sondern auch um die Art und Weise dieser Präsentation.

Dazu gehören neben farbig gestalteten Rubrikentiteln und mit punktierten Kurvenlinien versehene Schmuckelemente ebenso dazu wie aufgehellte durchscheinende und transparente Hintergrundphotos oder auch die Eigenart der Radaktion, in jeder Ausgabe von den Redaktionsmitgliedern Details ihrer Körperlichkeit (Hände, Schultern, Füße) oder ihrer persönlichen Umgebung (Brillen, Eierbecher, Blumen) zu zeigen. Doch nur wer die Erstausgabe von 1999 besitzt, kennt auch die dazugehörigen vollständigen Gesichter.

Abschließend besehen ist diese Bibliographie als eine Hommage an das Periodikum zu verstehen, als eine einfache Möglichkeit, die bisher in den vielen Heften erschienenen wertvollen Teile für die Forschung, aber auch für alle Tangueras und Tangueros, leichter zugänglich und auffindbar zu machen.

Durch diese Schrifttumsliste wirkt Tangodanza schließlich auch über den je einst aktuellen Bereich hinaus mit hoffentlich vielfältigen Anregungen sowohl auf die kulturwissenschaftlich Forschenden als auch auf die deutsche Tangoszene.

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