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Juni / Juli 2005
 
 
Tag 4: Naerum - Ängelholm (S) (87,93 Km)
Dänische Fahrrad-Irrwege

Nach dem Aufstehen frühstückte ich warm, um die Küche des teuren CP möglichst ausgiebig zu nutzen. Gegen 10.00 Uhr radelte ich los in Richtung Helsingør. Um die verkehrsreiche und radweglose 152 zu umgehen, befuhr ich den ausgeschilderten Fern-Radweg nach Helsingør, der auf den ersten Kilometern fast ausschließlich den Bahnschienen folgt. Die Qualität des Radweges war zuweilen haarsträubend, zudem gab es teils groteske Steigungen und Gefälle. Ärgerlicher als das war allerdings die mangelhafte Beschilderung - sie löste sich bei Hørsholm urplötzlich in Wohlgefallen auf.

Der Radweg mündete kommentarlos in eine größere Straße und überließ mich meinem Schicksal. Meine Intuition führte mich durch schöne Schloss- und Parkanalgen oberhalb des Ortszentrums. Schließlich fand ich einen Wegweiser zur rettenden 152, fuhr Ewigkeiten in diese Richtung und bog schließlich in einen weiteren Bahn-Begleitweg bis Kokkedal ein. Ein wenig später begann das gleiche Spielchen mit der Suche nach seiner Fortsetzung. Mit Glück fand ich den Anschluss zum gut ausgebauten Radweg nach Nivå. Verärgert wegen der miesen Beschilderung, die mich zusätzliche Kilometer und Zeit kostete, fuhr ich in Nivå wieder auf die Fernstraße 152, die ab dort wieder mit einem begleitenden Radweg gesegnet war.

Musste ich ab Naerum im wesentlichen durch wenig attraktive bis trostlose Ortschaften und Wohngebiete fahren, änderte sich in den Vororten Helsingørs des Bild gewaltig zum Positiven. Über den Øresund, der eher wie eine breiter Fluss als wie ein Teil der Ostsee wirkt, fiel mein Blick auf Schweden. Für laue 18 Dkr (ca. 2,50 EUR) kaufte ich ein Fährticket und landete ein wenig später im schwedischen Helsingborg.




Blick über den Øresund nach Helsingborg

Bei Kaiserwetter nach Ängelholm

Bei der Ankunft in Helsingborg geschah Erstaunliches: das bisher noch recht bewölkte Wetter vollzog eine Wendung und die Sonne begann heiss aus dem blauen Himmel zu strahlen. Helsingborg (105.000 EW) ist eine recht große Stadt mit angenehmer Atmosphäre und schönen Bauten. Im warmen Wetter herrschte ein fast mediteranes Ambiente. Für mich als Durchreisendem auf dem Rad galt aber wieder einmal, ohne Stadtplan und in richtiger Richtung die Stadt zu verlassen. Auf kleinen Nebenstraßen radelte ich über Allerum, Skoghus und Bjökeröd durch Agrar- und Waldgebiete, die irgendwie ein besonders sattes und tiefes Grün ausstrahlten.

Auf dem breiten Seitenstreifen der Fernstraße 112 näherte ich mich mit hohem Tempo Ängelholm. Die Stadt hat ein nettes Zentrum mit rechteckigem Marktplatz. Der CP liegt ein wenig abseits in einem großen Freizeitarreal am Meer, ist gut durchorganisiert und recht groß. Gegen Abend gesellten sich schwedische Jugendliche auf die Zeltfläche und begannen, den Vorabend des Midsommartages mit schlechter Musik und dünnem Bier zu feiern. Ich ärgerte mich über den lauten und nervigen CP und beschloss, das nächste mal lieber wild zu campen.

Wetter: erst mäßig warm und windig, dann sonnig bis heiß
Übernachtung: CP Ängelholm: groß, viele Dauercamper, laut.
Gesamtkilometer: 404,21




Sattgrüne Felder bei Skoghus




 
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