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Juni / Juli 2005
 
 
Tag 31: Ystad - Trelleborg (58,80 Km)
Im Schietwetter durch Agrar-Schweden

Am Morgen frühstückten wir ausgiebig am reichhaltigen Buffet des Bäckgränd-Hotels. Anschließend karrten wir unsere Siebensachen über die enge Treppe nach unten und bepackten unsere Räder. Dann ging es los auf die letzte Etappe in Schweden. Es war kühl, windig und bedrohliche Wolken veranlassten uns, die Regensachen griffbereit zu deponieren.

Bis Svarte konnten wir einem gut ausgebauten Radweg direkt an der Küste folgen, der dann aber leider aufhörte. Radler wurden dann über Nebenstraßen ins Inland geleitet, auf denen das Verkehrsaufkommen zwar erträglich war, wir dafür Bekanntschaft mit dem schonischen Hügelland machen konnten (Hauptsache, dem KFZ-Verkehr bleibt die flache und schöne Küstenstraße...). Fortan ging es bei beständigem Auf und Ab durch die weiten Agrargebiete des südlichen Schonens. Diese immergleiche und eintönige Landschaft, die uns bis Trelleborg begleiten sollte, besteht im wesentlichen aus Äckern und Feldern, in denen wie Inseln verstreut Gehöfte liegen. Um den Wind etwas abzumildern, haben ihre Bewohner Bäume um die Anwesen gepflanzt. Ansonsten gibt es nur weite Äcker und Felder, was uns Radler mit zwei speziellen Problemen konfrontierte: Zum einen gab es keine Hindernisse für den heftigen Gegenwind, zum anderen gab es auch kaum Gelegenheiten, unbeobachtet einigen menschlichen Bedürfnissen nachzugehen.

Als wir bei Skivarp auf die Fernstraße 101 wechselten, begann es zu regnen und der Gegenwind blies stürmisch. Selbst bergab mussten wir kräftig in die Pedalen treten. Mit Tempo 10 krochen wir entnervt durch die Ackerlandschaft, während uns ein paar Regenschauer den Schweiss aus dem Gesicht wuschen. Irgendwann verließen wir die 101 und fuhren auf einer kleinen Landstraße in Richtung Klagstorp und Trelleborg. Hier verschwanden die Hügel langsam und die Landschaft wurde flach, was unser Durchschnittstempo erhöhte, auch ebbte der Wind merklich ab. So kamen wir besser voran und konnten die eintönige Gegend schneller hinter uns lassen.

Am frühen Nachmittag erreichten wir schließlich Trelleborg. Die meisten Touristen kommen hier in Schweden an oder verlassen das Land über die großen Fähren, kaum einer bleibt aber in der Hafenstadt. Boshafter Weise könnte man sagen: zu Recht. Trelleborg ist grau und kaum sehenswert, obgleich es auch ein paar Attraktionen gibt und der Stadt bei besserem Wetter bestimmt auch schöne Seiten abzugewinnen wären. Dafür wartet Trelleborg mit einer Palmenpromenade auf, was in diesen Breiten eine Kuriosität ist. Die Erklärung: Weil die Stadt die südlichste Schwedens ist, kam man irgendwann auf die Idee, zur Unterstreichung dieser Tatsache Palmen zu pflanzen. Im Winter kommen sie freilich in Gewächshäuser.

Weil in Trelleborg gerade ein Golfturnier stattfand, verließen wir Schweden schließlich schneller als geplant. Alle Hotels waren belegt, nur teure oder weit abgelegene hatten noch Zimmer frei. Bei der Suche nach einer Unterkunft half uns im Übrigen die sehr freundliche und geduldige Dame der Trelleborger Touristen-Info. Sie telefonierte mit mehreren Hotels und fragte auch nach, ob man Fahrräder sicher unterbringen könne. Am Ende beschlossen wir, unsere Fährtickets umzubuchen und die Abendfähre nach Travemünde zu nehmen. Bis zur Abfahrt hatten wir so Gelegenheit, einige Stunden in Trelleborger Imbissläden herumzusitzen und Zeit totzuschlagen. Am Abend gings dann auf die Fähre und ab nach Deutschland.



Südschonische Einheitslandschaft




Leider lässt sich Wind nicht fotografieren




Palmenpromenade in Trelleborg




Gelegentlich verströmt die Stadt südländisches Flair


Wetter: Regnerisch, sehr windig, kühl.
Übernachtung: In der Kabine auf der Fähre.
Gesamtkilometer: 2126,24


 
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