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Juni / Juli 2005
 
 
Tag 30: Brösarp - Ystad (61,69 Km)
Auf ins Gebirge...

Vor den wenigen Klos des CP Brösarp bildeten sich am Morgen lange Schlangen. Wir packten unsere Sachen und machten uns gegen neun Uhr auf den Weg. Dunkle Wolken klebten bedrohlich am Himmel. Fünf böse Kilometer lang mussten wir auf der Fernstraße 9 radeln, was wegen des Verkehrs und des ausgesprochen hügeligen Geländes kein Vergnügen war. Dann bogen wir ab und nahmen eine Nebenstrecke über Vitaby, Altosa und Orslanda, wo es über zuweilen beträchtliche Anstiege ins südschonische Bergland ging.

In Orslanda schließlich begingen wir einen Fehler, indem wir den ausgeschilderten Radweg Richtung Tomellila benutzten. Dieser aber verlief durch die weiten Agrarfelder, hatte des Öfteren eine erbärmliche Qualität und war alles andere als ein halbwegs direkter Weg. Außerdem hätte das Fehlen auch nur eines der irgendwie wenig offiziell aussehenden Wegweiser inmitten der Feldwege heillose Verirrung bedeutet. Irgendwann waren wir die ständigen Umwege leid und beschlossen, auf die nächstmögliche Landstraße zu fahren. Das war dann Fernstraße 11. Bezahlen mussten wir diese Entscheidung allerdings mit einigen Kilometern Lebensgefahr, was dieselbe gleich auch wieder in Frage stellte. Lieber ein paar Kilometer mehr, als tot. Im südlichen Schweden fahren entgegen so manch schönfärberischer Information viele Autofahrer alles andere als rücksichtsvoll. Sie unterscheiden sich in dieser Hinsicht kaum von ihren deutschen Kollegen, was aber wohl damit zusammenhängen mag, dass es am Steuer PS-starker Fahrspaß-Mobile subjektiv schwer fällt, mal auf die Bremse zu drücken oder Abstände einzuhalten.

In Tomellila machten wir Frühstückspause und radelten schließlich ins südschonische Agrarland. Um die lebensgefährliche Fernstraße 19 zu umgehen, benutzten wir hierzu ausnahmslos Nebenwege, die für Radfahrer gut ausgeschildert waren ("gelber Radweg"). Während die Landstraße relativ eben verlief, mussten wir Radler uns dann über steile und schlechte Wege quälen. Bis Ystad ging es durch eintönige und von weiten Feldern geprägte Landschaften. Wegen fehlender Wälder blies der Wind hier heftig und natürlich von vorn.

In Ystad fiel es uns wegen der grotesken Wegführung zunächst schwer, in die Stadt hinein zu finden. Erstmal drinnen, wurden wir vom schönen Stadtbild Ystads mehr als entschädigt. Wir quartierten uns im Hotel Bäckgränd ein, dass bei günstigen Preisen nicht nur von außen und innen sehr hübsch war, sondern auch einen Platz zum Einschließen unserer Räder bot. Abschließend bummelten wir durch die Gassen und gingen gut Essen (übrigens in der Pizzeria Foffo, einem Stammlokal von Romanheld Wallander).



Radpilot in Schonen




Reduzierte Landschaft in Skåne




Gässchen in Ystad




Einkaufsstraße von Ystad




Unser gemütliches Bäckgränd-Hotel




Ystad hat nicht nur schöne Ecken


Wetter: Bewölkt, windig, kühl.
Übernachtung: Hotel Bäckgränd, Ystad. Sehr gemütliche Einrichtung, Abstellmöglichkeit für Räder, reichhaltiges Frühstücksbuffet.
Gesamtkilometer: 2067,44


 
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