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Juni / Juli 2005
 
 
Tag 27: Kristianopel - Järnavik (94,12 Km)
In Blekinge ist nicht gut Radfahren

Am Morgen waren die Gewitter wieder fortgezogen und die Sonne lukte sogar hie und da aus dem Himmel. Ein paar sehr dunkle Wolken verhießen aber insgesamt nichts Gutes. Außerdem war es windig und der Wind blies natürlich von vorn. Nach wenigen Kilometern mussten wir bei Fågelmora wieder auf die E22, weil es in dieser Gegend einfach keine akzeptablen Alternativwege gab. Dank eines breiten Seitenstreifens lies es sich aber komfortabel fahren und wir kamen schnell voran. Das änderte sich aber schlagartig ab Jämjö. Während der Seitenstreifen stetig schrumpfte, nahm der Autoverkehr rapide zu. Die Situation wurde selbst für hartgesottene Radfahrer wie uns zu einer bedrohlichen Gefahr, zumal die Landschaft hügelig wurde.

Um unser Leben außer Gefahr zu bringen, wichen wir bei Ramdala auf den ausgeschilderten Radweg (Cyclespåret) aus. Der Preis für die Sicherheit war ein größerer Umweg. Auf diese Weise bekamen wir wieder mal hautnah mit, wie es ist, wenn Straßenplaner nur motorisierte Verkehrsteilnehmer im Auge haben und umwelt- wie auch gesundheitsfreundliche Formen der Fortbewegung vergessen. Und in diesem Teil Blekinges schien die KFZ-Gesellschaft besonders ausgeprägt zu sein.

Der Cyclespåret leitete uns nach Karlskrona und führte uns ausnahmsweise einmal vollständig beschildert durch die Stadt hindurch. Der weitere Weg konnte dann nur noch als straßenplanerische Unverschämtheit bezeichnet werden. Die E22 wurde zur Autobahn, während Radfahrer weite Umwege durch bergiges Land in Kauf nehmen mussten, nur um ein paar Kilometer nach Westen zu kommen. Die Blechkisten-Hirne ließen grüßen. Bei Nättraby, wo die E22 ihren Autobahn-Status zu verliert, war das Befahren mit dem Rad noch verboten. So hatten wir keine Wahl, als auf dem Cyclespåret wieder mal Umwege zu fahren. Irgendwann kamen wir dann wieder zur E22 und fanden dort zu unserer Überraschung einen von der Fahrbahn abgetrennten Radweg vor. Warum nicht gleich so?

Recht komfortabel kamen wir so bis nach Roneby, wo wir in Richtung Ronnebyhamn, einem nur als häßlich zu bezeichnenden Kaff, abbogen. Weiter ging es über recht hügelige Straßen quer durch die Pampa bis nach Törp. Von da war es dann nicht mehr weit zum Campingplatz bei Järnavik.



Warum nicht gleich so? Aber leider bleib dieser Radweg an der E22 eine Ausnahme.




Ostsee-Ausläufer bei Spjälkö




Utensiliensuche in tiefen Packtaschen


Wetter: bewölkt, windig, kühl
Übernachtung: CP bei Järnavik. Viele Dauercamper, aber gute Einrichtungen und nette Betreiberin.
Gesamtkilometer: 1869,57




 
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