Home > Radreiseberichte > Radreise Skandinavien 2005 >Tag 26
Juni / Juli 2005
 
 
Tag 26: Kalmar - Kristianopel (66,96 Km)
Das Kaiseretter schwächelt...

Die vorangegangenen Tage des Hochsommers hatten uns ohne Zweifel verwöhnt. Um so schlimmer kam uns der grau verhangene Himmel vor, den unsere müden Augen am Morgen erblicken mussten. Bedrohliche Wolken waberten über uns und sorgten für eine Atmosphäre, die uns beim Packen die Regenponchos griffbereit auf die Packtaschen schnallen lies. Anhand eines kleinen Stadtplanes manövrierten wir uns durch unschöne Vororte aus Kalmar heraus und radelten auf Nebenwegen über Smedby und Ljungbyholm durch eher mäßig interessante Landschaften bei leichtem Gegenwind. Auf der E-22-S, der auch für schwächere Verkehrsteilnehmer zugelassenen Autobahn-Ersatzstraße, durchquerten wir eher agrarisch geprägtes Land.

Unser Vesper aßen wir in einer netten Pizzeria im Köpcenter von Södernåkra, wo es für kleines Geld große Pizza gab. Das Köpcenter von der Größe eines mittleren Supermarktes schien die einzig nennenswerte Attraktion des verschlafenen Städtchens zu sein.

Ab Söderåkra hatten wir keine andere Wahl, als die alternativlose E22 zu nehmen. Trotz ihres Europastraßen-Daseins war sie recht gut zu befahren und der Verkehr hielt sich in erträglichen Grenzen. Zudem hatte sich das Wetter gebessert und die bedrohlichen Wolken waren einem wohlwollend heiterem Himmel gewichen. Bei Brömsebro, das auf unserer Landkarte aus unerfindlichen Gründen fehlte und die Grenze zur Provinz Blekinge markierte, verließen wir die E22 und fuhren durch nun wieder idyllische Landschaften nach Kristianopel. Dieser kleine Ort wirkte wie ein Museumsort, nur eben, dass er nicht von Schauspielern, sondern von echten Bewohnern besiedelt war. Ein lebendiger Hessenpark auf schwedisch.

Wir quartierten uns im örtlichen Campingplatz ein und gingen im angrenzenden Gasthaus, wo gerade eine weniger gute Bluesband musizierte, essen. Zur gleichen Zeit wurde der Himmel von einer Parade-Walzenwolke in Weltuntergangsstimmung getaucht. Noch bevor ich dieses metereologische Schauspiel fotografieren konnte, ging ein Wolkenbruch allererster Ordnung nieder. In letzter Sekunde schaffte ich es, die zum Trocknen ausgehängten Klamotten ins Zelt zu stopfen. Nass kehrte ich zum Restaurant zurück und aß, während es durch das Dach auf mein Hemd tropfte. Nach einigen schwedischen Starkbieren, die es in Kneipen mit Schanklizenz z.T. in beachtlicher Auswahl gibt, war mir das egal. Nachts gingen noch ein paar Wolkenbrüche auf unser Zelt nieder. Es hielt natürlich dicht.




Im CP von Kristianopel


Wetter: erst stark bewölkt, kühl-windig, dann heiter und wärmer
Übernachtung: Kristianopels Camping; schön gelegen, Zelter müssen aber recht weit entfrent von den Servicehäusern aufbauen.
Gesamtkilometer: 1775,45




 
oben oben