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Juni / Juli 2005
 
 
Tag 14: Mörkö/ Skansholmen - Stockholm (54,96 Km)
Endlich Stockholm!Nach dem Aufstehen unterhielt ich mich mit einem Finnen, der spät in der Nacht noch sein Zelt in meiner Nähe aufgebaut hatte und alleine unterwegs zum Götakanal war. Seine Frau hasste es, mit dem Rad zu reisen und in Zelten zu schlafen. Bei hochsommerlichem Wetter baute ich alles ab und nahm die Fähre zur "Festlandseite" nach Sandviken. Über eine ab und zu recht hügelige Landstraße radelte ich auf die Fernstraße 225 und damit auf den Stockholmer Ballungsraum zu.

In Vårsta bog ich schließlich in die 226 ein, die mich - so hoffte ich anfänglich - bis nach Stockholm bringen sollte. Ab Tumba begann dann die Reihe der so unschönen wie tristen Vorortgemeinden der schwedischen Hauptstadt. Man muss sich Stockholm wie eine Artischocke vorstellen: Um an das begehrenswerte Herz in Gestalt der Innen- und Altstadt zu gelangen, muss man sich durch eine ganze Reihe unappetitlicher Außenhüllen quälen. Der gesamte Ballungsraum umfasst etwa 1,5 Mio Einwohner und besteht aus Gemeinden, die nichts weiter als öde Trabantenstädte sind, dabei aber eigenständige Städte darstellen.

Bis kurz vor Huddinge begleitet der Radweg die 226, die hier zu einer veritablen Schnellstraße anwächst. Obwohl einige Rad-Wegweiser in Richtung Centrum wiesen, verließ der Radweg die leitende Hauptstraße und verlor sich dann irgendwo in der Betonwüste Huddinges. Da keine Wegweiser mehr zu finden waren, beschloss ich kurzerhand, auf der autobahnähnlichen 226 weiter zu fahren - direkt verboten war es wohl nicht. Nach ein paar Kilometern verließ ich die ungastliche Straße (wobei ich das Rad über die Leitplanke wuchten musste) und folgte einem Radweg in Richtung Älvsjö, der mich dann vollends in die Irre führte. Nebenbei bemerkt, ich hatte törichter Weise keinen Stadtplan dabei und auch keine vollständige Information darüber, wie genau der Name des Stadtteils lautete, in dem mein angesteuerter Campingplatz lag. Derart unvorbereitet nutzte mir dann auch die Beschilderung nicht viel, wenn sie denn einmal vorhanden war. Irgendwann blieb mir nichts anderes mehr übrig, als Passanten nach dem rechten Weg fragen. Hierbei muss gesagt werden, dass man erstes mein Englisch immer verstand und mir zweitens äußerst bereitwillig half.



An der 226 bei Flemingsberg




Auf zum schönen Mälarsee

Eine der nach dem Weg gefragten Stockholmerinnen nannte dann auch gleich das Stichwort. "Must be Mälarhöjden", meinte sie, als ich ihr die Lage meines Ziels auf der Karte anzeigte. Nun in der vorteilhaften Lage, den Namen meines Zieles auch nennen zu können, wurde das Durchfragen entschieden einfacher. Und nach einer Weile hatte ich es dann endlich geschafft, nach Mälarhöjden zu kommen. Auf dem Zeltplatz Kullenbergs Camping waren Claudia und ich bereits letztes Jahr einmal gewesen. Es handelt sich dabei um einen idyllisch am Mälarsee gelegenen Platz, der nicht nur sehr günstig, sondern auch mit guten Serviceeinrichtungen ausgestattet ist. Für einen Zeltplatz mitten in der Stadt ist Kullenbergs Camping recht klein und fast schon familär. Bei sommerlicher Hitze baute ich mein Zelt auf, wobei ich fast den gesamten Platz zur Auswahl hatte. Anschließend kaufte ich im nahegelegenen Supermarkt ein und lies den gemütliche Teil des Tages beginnen.



Die E4 von und nach Stockholm



Wetter: sommerlich warm.
Übernachtung: CP Kullenberg in Mälarhöjden. Sehr empfehlenswert; toll gelegen, günstig & gut.
Gesamtkilometer: 1128,31




 
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