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Juni / Juli 2005
 
 
Tag 13: Nyköping - Mörkö/ Skansholmen (82 Km)
In bestem Wetter zur Insel Mörkö

Das gute Wetter, das am Vortag unmittelbar nach dem Sturzregen aufgetreten war, versüßte mir das Aufstehen. Nach dem obligatorischen und manchmal auch nervigen Lagerabbau schmierte ich mir Sonnencreme auf unbedeckte Hautstellen und machte mich auf den Weg nach Nyköping (30.000 EW). Hier musste erstmal der Ortsausgang zur Fernstraße 219 gefunden werden, wobei ich in den Genuß kam, das Stadtzentrum kennen zu lernen. Ganz so hässlich wie am Vortag wirkte es zwar nicht, aber als besonders schön lässt sich sie kleine Stadt auch nicht bezeichnen.

Von der 219 bog ich in die 223 und von dort schließlich in eine schöne Nebenstraße ein, die in weiten Teilen der E4 folgte und nach Södertälje führte. Fortan ging es durch idyllische Bauernlandschaften mit sanften Wiesen, Wäldern und auch Mooren. Kleine Ortschaften, wie etwa Norrby und Näsby, zogen sich weit zerfasert hin und wirkten kaum wie geschlossene Siedlungen. Diese Siedlungsform ist typisch für Skandinavien und unterscheidet sich von jenen in Südeuropa, in denen die Menschen dicht zusammenrücken. Die gelegentlichen längeren Anstiege gingen im sommerlichen Wetter nicht so sehr in die Beine. Während einer kurzen Pause in Vagnhärad, einem freundlichen Landstädtchen, kaufte ich in einem großen Supermarkt ein paar Lebensmittel ein und fuhr weiter. Kurz vor dem Überqueren der Grenze zur Provinz Stockholms Län raubte mir ein außerordentlich langer Anstieg ein wenig die Nerven. Unschlüssig, ob ich in Richtung Mörkö oder Södertälje fahren sollte, wartete ich auf eine Eingebung. Diese kam in Form eines Campingplatz - Wegweisers, der zur Insel Mörkö wies.

Über eine Brücke ging es kurz darauf über den Stavbofjärden, der hier wie ein gewöhnlicher Fluß aussieht, eigentlich aber ein Ausläufer der Ostsee ist. Die Insel Mörkö empfing mich mit lieblichen Feldern und Wäldern; speziell aber mit einer kräftigen Portion Gegenwind. Kurz hinter dem Schloss Hörnigsholm endete mit der Straße auch die Insel Mörkö. Zu sehen waren eine Art Yachthafen und die Fähre nach Sandviken, aber nicht der anvisierte Campingplatz Skansholmen. Dieser fand sich erst nach kurzem Suchen oberhalb des Yachthafens, weil kaum ein Hinweis vorhanden war. Der Grund dafür war dann auch schnell gefunden. Es handelte sich um einen Platz, der fast ausschließlich von Dauercampern besiedelt war. Diese drängten sich eng an eng auf einem relativ kleinen Gelände. Viele von ihnen hatten ihre Parzellen mit kleinen Vorgärten versehen und alles wirkte beinahe spießbürgerlicher, als man es von deutschen Vorzeigeplätzen kennt. Es war nicht leicht, einen Platz für mein Zelt zu finden, da fast alles aus den Vorgärten der Spießercamper bestand. Schließlich fand ich einen kleinen Platz, der oberhalb eines Bade- und Angelsteges nahe am Wasser lag.



Landstraße bei Norrby




Blick vom Zeltstandort über den Skansund




Der Fähranleger am Ende Mörkös



Wetter: sommerlich warm.
Übernachtung: CP Skansholmen. Schön gelegen, aber voll von spießigen Dauercampern. Kaum Platz für Zelter.
Gesamtkilometer: 1073,35




 
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