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Juni / Juli 2005
 
 
Tag 1: Lübeck-Marli - Sütel (85,76 Km)
Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, als ich das bepackte Rad aus dem Keller vor das Haus schleppte. Über dem Hinterrad hingen zwei prall gefüllte Satteltaschen nebst Zelt, Isomatte und Schlafsack, an den Lowridern am Vorderrad weitere zwei Taschen, vollgefüllt mit weiteren unentbehrlichen Sachen.

Bis ich nach all den letzten Erledigungen vor meiner langen Abwesenheit endlich los kam, war es Mittag geworden. Mein Plan, am ersten Tag schon Puttgarden zu erreichen, wurde damit hinfällig. Statt dessen fasste ich Sütel ins Auge, weil ich vor einiger Zeit schonmal auf dem hiesigen Campingplatz gewesen war.

Die ersten Meter auf dem vollgeladenen Rad erwiesen sich erwartungsgemäß als wackelige Angelegenheit, aber die Gewöhnung an das neue Fahrgefühl ging schnell vonstatten. Wenn man erst mal sitzt und fährt, fallen die zusätzlichen Kilos nicht mehr übermäßig auf. Zunächst radelte ich zu Claudia in die Firma und ließ mich fotografieren - ein letztes Mal vor der langen Fahrt. Vielleicht kann man ja nach der Tortur feststellen, dass ich mich in irgend einer Weise körperlich verändert habe - hoffentlich zu meinen Gunsten.



Anschließend radelte ich über Bad Schwartau auf die B 207 und dann auf dem vorbildlichen Radweg über Neustadt i.H. nach Sütel. Das erste von vielen folgenden Malen baute ich das Zelt auf einer schönen und völlig freien Rasenfläche auf dem Süteler Campingplatz auf, der außerhalb dieser Rasenfläche im wesentlichen den Dauercampern gehört. So erklärt es sich auch, dass Gäste in zwei Kategorien eingeteilt werden, zumindest was den Zugang zu Duschen und Toiletten angeht. Jeder hat seine ihm zugedachten Örtlichkeiten, und mit Hilfe eines Magnetschlüssels sollte ich die für mich bestimmten öffnen können. Leider erst am späteren Abend, als die Rezeption geschlossen hatte, stellte ich fest, dass ich mit meinem Schlüssel so gut wie nichts öffnen konnte. Das zwang mich, zu improvisieren. Und nebenbei machte es den nicht gerade billigen und typisch deutschen Campingplatz zum einzigen auf der gesamten Reise, auf dem ich keinen Zugang zu wesentlichen sanitären Einrichtungen hatte. Peinlich für Sütel, unangenehm für mich, schlecht für ein Becken zum Händewaschen.
Dafür besuchte mich am Abend Claudia, brachte einen Picknickkorb mit und schlief die Nacht bei mir im Zelt. Ein schöner Abschied.

Wetter: sehr warm und sonnig
Übernachtung: Campingplatz Sütel; die wohl gute Ausstattung war leider nicht zugänglich;
Gesamtkilometer: 85,76


 
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