
Bau der Eisenbahnlinie
Wittenberge - Lüneburg
Bau der Eisenbahnlinie Ludwigslust
- Dömitz
Ende der Eisenbahnlinie Wittenberge -
Dannenberg und Malliß - Lübtheen
Korrekturen an der zerstörten
Eisenbahnbrücke
1846 entstand die heutige Hauptbahnlinie Berlin-Hamburg über Wittenberge und Ludwigslust (KBS 100 und KBS 170). Am 24. November 1869 wurde in einer Generalversammlung der Berlin-Hamburger-Eisenbahngesellschaft im Ludwigsluster Bahnhof die Ergänzung dieser Hauptstrecke beschlossen. Es sollte eine Eisenbahnstrecke von Wittenberge über Dömitz und Dannenberg nach Lüneburg gebaut werden. Dieses Vorhaben machte den Bau einer Eisenbahnbrücke über die Elbe nötig. Argumente für die Überquerung der Elbe an genau dieser Stelle waren die günstigen landschaftlichen Bedingungen, die militärischen Schutzmöglichkeiten durch die Garnision in der Festung Dömitz und die mögliche Anbindung an die Schifffahrt der Elbe und Elde.
Am 8. September 1870 erfolgte der erste Spatenstich zum Bau der Dömitzer Eisenbahnbrücke. Sie stellte das größte Bauwerk innerhalb der neuen Eisenbahnlinie zwischen Wittenberge und Lüneburg dar. Nach der Fertigstellung sollte die Brücke eine Länge von 1050m mit insgesamt 24 Brückenbögen und 25 Pfeilern besitzen. Im Frühjahr 1873 wurden die Arbeiten an den Brückenpfeilern beendet. Das Aufsetzen der Stahlkonstruktionen dauerte bis in den Herbst 1873. Am 11. September wurde schließlich eine Belastungsprobe der Brücke erfolgreich bestanden. 12 Gebirgslokomotiven mit einem Gesamtgewicht von ca. 600t fuhren auf die Brücke. Am 18.12.1873 überquerte der erste Personenzug die Elbe.
Obwohl die Eisenbahnstrecke zweigleisig konzipiert war, ist es nie zu einem Ausbau gekommen. Es fuhren maximal 13 Personenzüge pro Tag über die Brücke. Allerdings wurde die Trasse für zahlreiche Gütertransporte genutzt.
Als weitere Ergänzung des Nebenbahnnetzes war der Bau der Eisenbahnlinie von Ludwigslust nach Dömitz vorgesehen. Hier wurde der Streckenabschnitt Dömitz - Malliß im Dezember 1889 fertiggestellt. Erste Züge von Ludwigslust nach Malliß fuhren ab Mai 1890. Die Notwendigkeit für den Bau dieser Strecke ergab sich aus den zahlreichen Bodenschätzen um Malliß. Hier wurden Braunkohle, Alaunsalz und Ton abgebaut. Außerdem war der Dömitzer Hafen Umschlagplatz vieler Güter, die per Schiff und Eisenbahn befördert wurden. Für den Personenverkehr wurde die Strecke für eine Direktverbindung von Stralsund über Schwerin, Ludwigslust, Eldena, Malliß, Dömitz, Dannenberg, Uelzen, Hannover bis Göttingen genutzt.
Als Ergänzung der Strecke von Ludwigslust nach Dömitz diente ein Abzweig von Malliß nach Lübtheen. Im Personenverkehr bestand zu einigen Zügen nach Ludwigslust oder Dömitz Anschluß.
Am Ende des II. Weltkrieges verminten deutsche Truppen die Brücke. An Brückenpfeilern wurden Sprengladungen angebracht. Am 20. April 1945 wurde gegen 16.00 Uhr die Brücke bei einem Bombenangriff der alliierten Luftstreitkräfte schwer getroffen. Ein Brückenbogen stürzte in die Elbe. An weiteren Teilen der Konstruktion hinterließen die Bomben durch die Sprengladungen verstärkt Zerstörungen.
Die Eisenbahnstrecken Dömitz - Wittenberge und Malliß - Lübtheen wurden 1946 abgerissen und die Gleise als Reparationsleistung in die damalige Sowjetunion gebracht.
1948 wurden die Trümmer des zerstörten Brückenbogens aus der Elbe geräumt.
Nach 1961 nutzten die Grenztruppen der DDR das Brückenhaus nach einigen Umbauten als Wachturm innerhalb der Grenzbefestigungsanlagen.
1978 wurden 3 große Brückenbögen durch die BR Deutschland demontiert, die dazugehörigen Pfeiler 1979/80 gesprengt.
1987 wurden die am östlichen Ufer stehenden Brückenreste durch die DDR beseitigt.
Am westlichen Elbufer existieren heute noch 16 Brückenbögen der alten Eisenbahnbrücke. Ebenso ist auch das sehenswerte Brückenhaus auf der westlichen Elbseite erhalten. Am Bahnhof Dömitz zeugen zwei Stellwerke, das großzügige Bahnhofsgebäude und die riesigen Speichergebäude am Hafen von der einst großen Bedeutung als Eisenbahnknotenpunkt.
Vorhandene km-Steine beziehen sich noch auf die ehemalige Strecke über Wittenberge nach Berlin.
Quellen: J. Scharnweber, "Die Dömitzer Elbbrücken"; Thee, Naujoks, "750Jahre Eldena"
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