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Head of the River - und Reinhard war dabei!
"Was im Jahre 1926 mit 21 Achtercrews in der englischen Hauptstadt begann, ist heute zum
größten Achterevent der Welt mutiert. 420 Männerachter kämpfen sich mittlerweile den 4,24-Meilen-Kurs von Mortlake nach Putney die Themse herunter in Anlehnung an das berühmte
Boat-Race Oxford vs.Cambridge, das die gleiche Strecke ein bis zwei Wochen später nur umgekehrt zurücklegt. Unter den knapp 3800 Ruderern waren in diesem Jahr zudem wieder
einmal rund 60 Boote vom europäischen Festland vertreten, mittendrin auch 26 deutsche Vereinsachter" Und unser Ruderkamerad Reinhard Hass war auch mit dabei! Sein Doppelzweierpartner von
der RG-Hansa Hamburg hatte ihn für einen Achter mit ungefährem Durchschnittsalter von 43 Jahren engagiert. Gesiegt hat diese Crew zwar nicht, aber es war natürlich ein Erlebnis, bei
diesem großen Rennen mit dabei zu sein. In die Boote steigen die Crews übrigens ohne Stege mit nackten Füßen in das im März noch eisige Wasser der Themse, um dann mit englischer
Disziplin alle 10 Sekunden zu starten. Gewonnen hat der Titelverteidiger des letzten Jahres Leander, der englische Kultklub und älteste Ruderverein der Welt von 1818 aus Henley-on-Thames. Mit 17:37 Min. sicherte er
sich die begehrte Page -Trophy vor dem Imperial College mit nur 1 Sek. Vorsprung! Von unserem befreundeten EKRC Kiel war ebenfalls ein Vereinsachter vertreten. Laut deren
Vereinszeitschrift war es sogar das schnellste Boot im Masters-Bereich (alte Herren). Respekt, Respekt!
Doch nun zum Bericht von Reinhard!
Head of the River Race 2005
Nach dem Ausfall des Rennens im Vorjahr, hatte sich die RG-Hansa Hamburg erst spät entschieden, doch die vorhandene Startoption zu nutzen. Glück für mich, als Ersatzmann konnte ich
so einen Platz in diesem Achter ergattern. Die Anreise am Donnerstag erfolgte mit diversen Komplikationen: Flug von Lübeck nach London Stanstedt verspätet
In Stantedt "bus replacement" statt Stantedt Express Underground Liverpool Street Station closed Minicar to Putney Bridge (genau so teuer wie der Flug nach London).
Am Freitag dann der Ausgleich für die anstrengende Anreise, herrliches Wetter und ideale Ruderbedingungen, kaum Wind. Aber erst einmal heißt es warten auf den Bootssammeltransport
aus Hannover (das Boot der Hansa war während der Woche bereits nach Hannover gebracht worden). Vor den Bootshäusern an der Themse herrscht bereits reges Treiben (420 Achter mit
3780 Ruderern und Steuerleuten trudeln nach und nach ein), aber die Organisatoren haben alles perfekt im Griff. Der Bootstransport kommt fast pünktlich an und nach dem Aufriggern folgt am
Nachmittag das erste gemeinsame Training zum Kennenlernen der Strecke. Die Themse ist noch ziemlich kalt (es gibt wegen des großen Tidenhubes keine Stege und nur die Steuerfrau wird ins
Boot getragen), aber das Boot läuft gut und die ungewohnten Kommandos der englischen Steuerfrau werden schnell vertrauter, sodass die 15 Trainingskilometer wie im Fluge vergehen.
Am Abend scheitert der Versuch in einen Pub zu gelangen an den strengen Regeln (dress code, over 21 only!) und deren strikter Einhaltung (der jüngste Mitruderer war erst 19). Wir sind aber
trotzdem weder verhungert noch verdurstet.
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Am Samstag ist frühes Aufstehen angesagt, denn die ersten Boote legen bereits um 9.00 Uhr ab, um sich auf den Weg gegen die drehende Tidenströmung zum Start an der Chiswick Bridge zu
machen. Am Themseufer herrscht großes Gedränge beim Einsetzen der Boote, aber alles läuft zügig und diszipliniert ab. Gestartet wird nach der Ergebnis - Reihenfolge des Vorjahres und in
dieser Reihenfolge reihen sich die Achter dann im Startbereich auf, wachsam beobachtet und dirigiert von diversen Marshalls, die bei einem Rennen dieser Größenordnung alle Hände voll zu
tun haben und unmissverständlich ihre Anweisungen jedem Boot zu brüllen, das nicht die korrekte Position einhält.
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Aufgrund der guten Vorjahresplatzierung (Startnummer 109) brauchten wir nicht lange auf unseren Start zu warten. In 10er Abteilungen drehen sich die Boote in die Strömung und mit einem Abstand
von ca. 10 sec geht es mit einem fliegenden Start in das 4,25 Meilen Rennen von Mortlake nach Putney herunter (die gleiche Strecke wird beim Rennen Oxford gegen Cambridge in umgekehrter Richtung gerudert).
Für uns war es das erste Rennen in dieser Zusammensetzung. Mit 4 Ersatzleuten lief das Boot aber erfreulich gut durch und die Anfeuerung von den Brücken, insbesondere von der
Putney-Bridge im Zielbereich, motivierte alle Kräfte. So kamen wir dann erschöpft und zufrieden ins Ziel und hatten es mit unserer Zeit gerade noch in die 1. Hälfte des Feldes geschafft (Platz
209). Alle waren wir begeistert von der tollen Atmosphäre, der eindrucksvollen Kulisse und dem herrlichen Wetter und hoffen auf eine Wiederholung im nächsten Jahr. Reinhard Hass |