12/2006

Brasilien

Es gibt eine neue Signatur auf brasilianischen Banknoten - erstmals konnte sie nun auf der Banknote über 2 Reais festgestellt werden. Die Signatur besteht aus den Unterschriften des Ministro da Fazenda (Finanzministerium), Guido Mantega und der des Gouverneurs der Banco Central do Brasil (Zentralbank Brasiliens), Henrique de Campos Meirelles. Die Unterschrift des Gouverneurs ist allerdings schon bei der Signatur 40 aufgetaucht.
An den Motiven wurden keine Änderungen vorgenommen, sie ist gleich P-249.
Die Banknote zu 1 Real, bei der auf der Vorderseite oben links Republica Federativa do Brasil und unten links Banco Central do Brasil zu finden ist, bleibt damit weiterhin der alleinige Vertreter dieses Typs; es ist allerdings verwunderlich, dass man die 2-Reais-Banknote nicht auf diese Serie umgestellt hat.


Brunei

War es bisher noch recht problemlos möglich, eine komplette Sammlung von wenigstens je einem Schein zu erhalten, der aus Polymer besteht, so wird nun eine ganz kräftige Finanzspritze für die Sammlung nötig.
Denn das Sultanat Brunei, in dem Sultan Jam’Asr Hassan Bolkiah I. seinem märchenhaftem Reichtum frönen kann, hat eine Banknote über 10.000 Ringgit emittiert, die aus dem seit knapp 20 Jahren verwendeten Banknotenmaterial Polymer besteht.
Dieser Wert existierte schon früher, in einer Papierausgabe (P-20 von 1989) und zeigte auf der Vorderseite in einem Grossbild den Sultan und auf der Rückseite die Hauptstadt Bandar Seri Begawan. Und diese Banknote soll - gleich dem 10.000-Dollars-Schein aus Singapur (Singapur-Dollars und Brunei-Ringgit sind vom Kurs her paritätisch, 1:1) - auch wirklich zirkulieren, wobei der Nutzerkreis wohl doch recht eingeschränkt ist.
Wie auch die bereits vor 2 Jahren emittierten Gedenkausgaben über 50 bzw 100 Ringgit ist auch dieser Geldschein zu 10.000 Ringgit ein Meisterwerk in Bezug auf die Farbenpracht und den Detailreichtum.
Auf der Vorderseite der grünlich-bläulichen Banknote ist in einem gleichen Porträt der Sultan zu sehen, neben ihm eine Blumenblüte.
Auf der Rückseite ist der Palast des Sultans abgebildet.
Unter UV-Licht ist eine Krone direkt in der Mitte zu entdecken.
Doch damit ist es noch nicht genug mit dem Angriff auf die Geldbeutel der Polymersammler: denn auch die Banknote über 500 Ringgit liegt nun in einer Polymerversion vor. Diese rötlich-bräunliche Banknote zeigt den Vater des Sultans, der auch schon auf der ersten eigenen Banknotenserie des Landes zu sehen war - Sultan Haji Omar Ali Saifuddien Sa'adul Khairi Waddien. Auf der Rückseite ist die Bolkiah-Moschee, die sich in der Hauptstadt befindet, zu sehen.
Der Ausgabeanlass für diese beiden Banknoten liegt im 60. Geburtstags des Sultans begründet.


Cuba


Cuba kennt zwei Währungen - einmal eine für die Bewohner, die die Errungenschaften von Fidel Castro ein Leben lang ertragen dürfen und einmal für diejenigen, die das Land nur besuchsweise kennen und in die klamme Kasse des Staates Devisen reinspülen.
Während der normale Peso von einer schlichten Machart ist, von einer absolut nicht berauschenden Druckqualität ist und von einer nicht unbedingt betörenden Farbvielfalt ist, ist der Touristenpeso, der Peso Convertible genannt wird, von gänzlich anderer Art. Er zeigte in kräftigen und haltbaren Farben Baudenkmäler der Karibikinsel.
Im Jahr 2006 wurde nun eine komplett neugestaltete Serie mit den Wertstufen 1, 3, 5, 10, 20, 50 und 100 Pesos Convertibles ausgegeben.
Damit verbunden sind auch komplett neue Motive auf der Rückseite, die deutlich machen, dass Kuba eben immer noch eine andere Insel, von sozialistischem Typ her, ist: denn die Bilder zeigen derartige Ideen (auf den früheren Ausgaben war auf der Rückseite das Staatswappen abgebildet).
Auf dem Einer ist zu sehen, wie José Marti, der kubanische Nationalheld in einer Schlacht tödlich verwundet wird; auf dem Dreier die Schlacht von Santa Clara; auf dem Fünfer der Protest von Baracoa; auf dem Zehner die Energierevolution (getreu dem Motto: Kommunismus = Sowjetmacht + Elektrifizierung); auf dem Zwanziger die Operation der Wunder; auf dem Fünfziger der Kampf der Ideen und auf dem Hunderter Kuba als bolivarianische Alternative für Amerika.
Die Vorderseitengestaltung ist fast unverändert geblieben, hier sei auf P-FX-37 bis P-FX43 verwiesen.
Die Banknoten verfügen über ein Wasserzeichen, in dem der Wert zu sehen ist.
Der Peso Convertible ist mit dem Kurs 1:1 an den US-Dollar gebunden.


Guatemala

In dem mittelamerikanischen Land gibt es eine Besonderheit: die Landeswährung Quetzal ist seit 2001 kraft Gesetz nicht mehr ein gesetzliches Zahlungsmittel. Die damalige guatemaltekische Regierung wollte mit dieser Massnahme die Einführung des US-Dollars erleichtern; ein Vorhaben, was jedoch immer wieder verschoben wurde.
Gesetzliches Zahlungsmittel bedeutet, dass niemand mehr gezwungen werden kann, seinen finanziellen Anteil in Quetzales zu bezahlen; es kann genausogut eine andere Währung wie auch etwa Naturalien vereinbart werden.
Doch nichtsdestotrotz muss es weiterhin Geld geben und wenn auch nicht mehr gesetzliches Zahlungsmittel, so doch immerhin ein Zahlungsmittel und so hat die Banco de Guatemala eine Banknote über 20 Quetzales emittiert, auf der die Jahresangabe 2006 zu finden ist. Von den Motiven her ist sie gleich ihren Vorgängern, etwa dem zuletzt 2003 erschienenen Schein P-108. Allerdings wurde sie in Sachen Sicherheitsmerkmale etwas verbessert, was uns Mitteleuropäer angesichts des Kurswertes von 1.97 Euro etwas verwundert - aber das Preis- und Lohnniveau in Guatemala ist auch deutlich niedriger als bei uns.
Gedruckt wurde die Banknote von der britischen Druckerei De La Rue.


Indien

Im letzten Jahr wurden viele Varianten zu indischen Banknoten gemeldet, doch ein Wert war nie dabei: die Banknote zu 20 Rupees, die letztmalig 2004 eine neue Variante erfuhr. Noch im Jahr 2006 erschien nun allerdings der erste Zwanziger, der auf der Rückseite klein gedruckt das Jahr des Drucks preisgibt; wie bei den übrigen Nominalen und was nun die Unterscheidung indischer Varianten deutlich vereinfacht.
Die Signatur auf der 20-Rupees-Banknote stammt vom Gouverneur der Reserve Bank of India, Dr Y Venugopal Reddy. Einige Varianten weisen unter der Kontrollnummer einen Buchstaben auf - bei dieser Banknote sucht man allerdings danach vergeblich.
Die Motive blieben gegenüber P-89A unverändert.


Israel

Das höchste Nominal des Mittelmeeranrainerstaates, die Banknote über 200 New Sheqalim, liegt in einer neuen Variante vor.
Erkennbar ist sie an der Jahreszahl 2006, welche auf der Vorderseite, unterhalb des Porträts von Zalman Shazar zu finden ist. Weder an den Motiven noch an der Signatur oder an den Sicherheitsmerkmalen fanden Änderungen statt.


Jordanien

Auch dieses Land im Nahen Osten hat sein höchstes Nominal, die Banknote über 50 Dinars, in einer neuen Variante herausgegeben. Auf der farben- und detailreichen Banknote ist nun als Jahresangabe 2006 zu finden. Eine weitere Änderung betrifft die Signatur; es ist eine bisher noch nicht verwendete Signatur zu sehen. Von den Motiven ist die Banknote gleich P-38.


Kolumbien


Bereits Anfang 2006 wurde die Meldung lanciert, dass die kolumbianische Zentralbank Pläne verfolge, die Banknotenserie von der Grösse her zu verkleinern. Im November 2006 war es endlich soweit, und die beiden ersten Banknoten wurden in den Umlauf gegeben, die Werte über 1.000 und 2.000 Pesos. Der Tausender zeigt als Datum den 01.11.2005, der Zweitausender den 07.03.2005.
An den Motiven der beiden Banknoten wurden keine Änderungen vorgenommen, die 1.000-Pesos-Banknote zeigt also weiterhin den 1947 ermordeten Gewerkschaftsfunktionär Jorge Elíecer Gaitán auf beiden Seiten und die 2.000-Pesos-Banknote General Francisco Paula de Santander auf der Vorder- und das Gebäude der Casa de Moneda in Bogotá auf der Rückseite.


Liberia

Aus dem westafrikanischen Land werden zwei neue Banknoten gemeldet: 20 und 100 Dollars mit der Jahreszahl 2006. Vom Motiv her sind sie gleich P-28 bzw P-30.
Doch kurz nach ihrer Ausgabe kam es zu Reaktionen seitens der Politik und der Bevölkerung: eine Senatorin des Landes, Hannah Brant, vertritt die Auffassung, dass der Druck der Banknoten, illegal gewesen sei. Sie forderte das aus 15 Mitgliedern bestehende Senatskommittee auf, die Gültigkeit zu überprüfen. Die kontroversen Banknoten zeigen die ehemaligen Präsidenten Tubman ($20) und Tolbert ($100) und sie tragen die Signaturen der derzeitigen Finanzministerin Dr. Antoinette Sayeh und des Gouverneurs der Central Bank of Liberia, Joseph Mills Jones.
Während einer Diskussionsrunde bei dem in Monrovia ansässigen Rundfunksender Star Radio FM 104 äusserten Anrufer ihre Besorgnis über die neuen Banknoten, indem sie die Legalität der Banknoten anzweifelten und umgehende Untersuchungen forderten. Der Banknotendruck müsse transparent sein, denn andererseits bestehe die Gefahr, dass auch die neue Regierung im Sumpf der Korruption verschwinde, wie ihre vielen Vorgänger.
In einer gemeinsamen aktuellen Aussendung haben das Finanzministerium und die Zentralbank die neuen Banknoten dann quasi nachträglich der Öffentlichkeit vorgestellt, wobei sie es bedauerten, dass sie es versäumten, die Öffentlichkeit zu informieren.
In der Mitteilung wird ausserdem auch klargestellt, dass die Verwendung von neuen Signaturen nicht bedeute, dass es eine neue Serie gäbe.
Dass die Öffentlichkeit und Finanzleute die Ausgabepolitik der Zentralbank aufmerksam verfolgen, hängt damit zusammen, dass private Banknoten die Annahme von beschädigten Banknoten verweigern (entgegen einer Weisung der Zentralbank) und nun die Befürchtung besteht, dass diese neuen Stücke ebenfalls nicht angenommen werden könnten.
Nach Artikel 34D der liberianischen Verfassung muss die Nationalversammlung (National Legislature) die Ausgabe von neuen Banknoten genehmigen.


Moldawien

Aus dem osteuropäischen Land wird eine Variante für die Banknote über 10 Lei gemeldet: die Jahreszahl 2006. Ansonsten wurden keine Änderungen vorgenommen, sie ist gleich P-10.


Nepal

Eine neue Variante kann für 20 Rupees aus dem Himalayastaat gemeldet werden: erkennbar ist sie daran, dass der in nepalesischen Schriftzeichen geschriebene Text auf der Vorderseite zwischen dem Königsporträt und dem Wasserzeichenfeld etwas weiter oben plaziert wurde und wie bereits vor wenigen Monaten gemeldet, ist auch der Text anders. Er beginnt mit den Worten NEPAL SARKAR KO.
Am einfachsten dürfte es allerdings sein, nach der Signatur Ausschau zu halten - denn diese war bisher auf dem Zwanziger noch nicht vertreten. Es handelt sich dabei um die Unterschrift des Gouverneurs der Zentralbank, Bijay Nath Bhattari, die im SCWPM als Nummer 16 klassifiziert worden ist.
Von den Motiven her fanden keine Änderungen gegenüber P-47 statt.


Nigeria

In den letzten Jahren kam es jährlich zu einer Vielzahl von Ausgaben nigerianischer Banknoten. Dem war 2006 nicht so - dies hängt wahrscheinlich mit der nun für Anfang 2007 geplanten Neuausgabe der kleineren Werte (bis 50 Naira) zusammen.
Eine Ausgabe mit der Jahreszahl 2006 zumindest gibt es aber doch: die Banknote über 20 Naira.
Sie ist motivgleich zu P-26, trägt als Jahreszahl 2006 und als Signatur die noch nicht im SCWPM aufgeführte Unterschriftenkombination 14.


Paraguay

Nachdem Räuber durch den Diebstahl einer grösseren Menge von noch nicht ausgegebenen Geldscheinen über 50.000 Guaranies stoppten (die Zentralbank entschied sich dafür, diesen bereits fertiggedruckten und in den Kellern der Bank lagernden Geldschein nicht auszugeben), ist die Ausgabe des höchsten Wertes des südamerikanischen Binnenlandes, der Banknote über 100.000 Guaranies, problemlos verlaufen.
Vom Design her ist sie ähnlich dem auch bereits im Jahr 2004 erschienenen Wert, weist allerdings nicht das silberfarbige hologrammähnliche Element auf der Vorderseite auf, sondern ein bräunliches, Copperlead genannt.
Gedruckt wurde sie bei der britischen Druckerei Thomas de la Rue.
Als Jahreszahl wird „2005" angegeben, als Serienpräfix wird der Buchstabe C verwendet.



Rumänien

Am 01.12.2006 war es soweit - die Nominalkette im EU-Neumitgliedsland Rumänien wurde um einen Wert erweitert, die Banknote über 200 Lei.
Wie auch die übrigen Werte dieser Serie ist auch dieses Stück aus Polymer hergestellt.
Zu sehen ist auf der Vorderseite der gelblichen Banknote ein Porträt von Lucian Blaga, daneben drei Blüten in einem Buch liegend. Auf der Rückseite ist neben einer Statue eine Holzhütte abgebildet.
Das für Plastescheine typische Durchsichtsfenster befindet sich auf der linken Seite (von der Vorderseite aus gesehen) und zeigt eine Tintenfeder.
Genau in den Blumen auf der Vorderseite ist in Mikroperforation die Wertangabe, 200, eingestochen worden - wie es auch bei den aktuellen schweizerischen Banknoten der Fall ist.
Als die übrigen Werte von 1 bis 500 Lei ausgegeben worden waren, dauerte es nur wenige Stunden, bis sie auf der Auktionsplattform eBay vertreten waren. Bei dem Zweihunderter diesmal dauerte es immerhin 6 Tage, ehe die ersten Stücke auftauchten, was in der Zwischenzeit schon für Vermutungen sorgte, dass die Banca Nationala a Romaniei die Ausgabe verschoben haben könnte. Rumänische Banknoten sind jedoch bei eBay nicht der allzugrosse Renner, und so sank schon einige Tage nach den ersten Angeboten der Preis unter 100 Dollar (der Kurswert beträgt 58,10 Euro).
Zu wünschen bleibt ausserdem, dass in der 13. Auflage des SCWPM diese Banknote mit einem realistischen Sammlerwert Eingang findet; die hohen Nominale (etwa 500 Lei) sind nur mit einem Bruchteil des Wertes (hier $25) bewertet.


Schottland

Die Clydesdale Bank PLC hat im Dezember 2006 eine Banknote über 20 Pounds emittiert, die an den 700. Jahrestag der Inthronisierung von Robert the Bruce erinnern soll - ein Ereignis, welches allerdings schon im März, am 25., stattfand.
Die Motive sind gleich P-228, allerdings ist auf der Vorderseite ein relativ kleiner Gedenkaufdruck hinzugekommen.
Als Serienpräfix wird die Buchstabenkombination RB verwendet, signiert hat die Geldscheine David Thorburn.


Ungarn

Eine etwas ungewöhnliche Ausgabepolitik hat die ungarische Zentralbank gezeigt: sie gab in der ersten Jahreshälfte 2006 eine mit einem breiten Hologrammstreifen versehene Banknote zu 1.000 Forint in den Umlauf, bei der als Jahreszahl 2006 angegeben ist.
Im November wurde eine Variante dieses Stückes entdeckt, bei der allerdings als Jahreszahl 2005 zu finden ist. Auch diese verfügt über das erweiterte Sicherheitsmerkmal, mit dem Fälschungen eingedämmt werden sollen.
Warum die früher datierte Ausgabe später emittiert wurde, ist derzeit noch unbekannt.
Die Motive sind identisch denen der Vorgänger: König Mátyás ist auf der Vorderseite zu sehen, währenddessen auf der Rückseite ein Springbrunnen im Palst in Visegrád abgebildet worden ist.


Uruguay

Zwei Banknoten mit aktuellen Jahreszahlen können aus dem kleinen südamerikanischen Land gemeldet werden, die Werte über 200 und 500 Pesos Uruguayos. Diese tragen nun die Jahreszahl 2006 und verfügen im Vergleich zu ihren Vorgängern P-77 und P-78 über erweiterte Sicherheitsmerkmale, mit denen die Fälschungsgefahr minimiert werden soll. So ist im Wasserzeichen nicht mehr nur das Porträt des Nationalhelden José Gervasias Artigas zu finden, sondern auch die Wertangabe.
Der Erscheinungstag für den Zweihunderter war der 20.11.2006, die Banknote zu 500 Pesos Uruguayos soll in Kürze nachfolgen.

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