Der Kapitalismus gegen die Frauen

Die Art und Weise die Hausarbeit zu betrachten, wie ich es hier präsentiert habe, ergibt andere politische Schlussfolgerungen als Dalla Costas Ansicht. Das Verhältnis zwischen Mann und Frau in der Familie kann nicht als ein direktes, ökonomisches Ausbeutungsverhältnis angesehen werden, und der Mann ist nicht auf gleicher Linie mit dem Kapitalisten der «Klassenfeind» der Frau. Dass es einen, ab und zu sehr scharfen Gegensatz zwischen Frau und Mann in der Familie gibt, ist klar. Für Mannspersonen ist es bequem, einen privaten Diener im Hause zu haben. Aber die Hausarbeit ist auch Arbeit, die die Reproduktionskosten des Kapitals niedrig hält. Die ökonomischen Bedingungen, die unbezahlte Hausarbeit notwendig machen, sind diejenigen, die der Kapitalismus aufrechterhält.

Wer sein Vertauen darin setzt, dass der Kapitalismus «diese technologisch und sozial veraltete, menschenabnutzende Plackerei» abschafft, muss wohl vergeblich warten. Das Kapital hat Gewinn aus dieser Arbeit. Und der Kapitalismus hat eine viel schwächere Triebkraft zur Effektivierung der Hausarbeit als dazu, die Lohnarbeit zu effektivieren. Weil die Hausarbeit außerhalb des kapitalistischen Produktionsprozesses vor sich geht, haben die Kapitalisten nicht direkt irgendetwas daran zu verdienen, dass sie effektiver wird. Sie können indirekt verdienen, indem mehr Frauen in die Lohnarbeit reingezogen werden und dort ausgebeutet werden können. Aber es ist schwer vorstellbar, dass der Bedarf des Kapitals an Arbeitskraft einmal so groß sein wird, dass er sich nicht mit doppelarbeitenden Frauen vereinbaren lässt, besonders wenn man weiß, wie weit «der weibliche Mensch» sich strecken kann. Hinzu kommt, dass die Frauen einen Markt mit schwacher Kaufkraft ausmachen. Deshalb «sieht» der Markt ihren Bedarf nicht, und es dauert lange, dass Waren entwickelt und produziert werden, die diese Bedürfnisse abdecken. Der Mensch landete auf dem Mond bevor es Reinigungsroboter gab, die den schwersten und langweiligsten Teil der Hausarbeit übernehmen konnten. Dies liegt nicht daran, dass es größere technologische Probleme bereitet, einen Reinigungsroboter zu erstellen als auf dem Mond zu landen. Das kommt daher, dass es mächtige und zahlungskräftige Gruppen gibt, die gewillt sind, eine Mondlandung zu finanzieren. Aber Frauen sind arm und haben wenig Macht.

Außerdem besitzt die Hausarbeit eine ideologische und sozialisierende Funktion, zusätzlich zur ökonomischen. Durch die Hausarbeit wird «der weibliche Mensch» erschaffen und wiedererschaffen.

Aus allen diesen Gründen muss sich die Frauenbewegung gegen das kapitalistische System richten.

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