Frauen werden oft als eine lästige Einlage im Arbeitsleben betrachtet. Sie passen nicht in das Bild, wie ein «ordentlicher» Arbeiter zu sein hat. Die Produktion ist nach den Prämissen der Mannsbilder eingerichtet, weibliche Arbeiter sind viereckige Pflöcke in runden Löchern. Die Frauen selbst erleben dies oft so, wenn sie versuchen einen Job zu finden, der sich mit ihrer sonstigen Lebenssituation kombinieren lässt.
Aber es findet sich auch eine andere Seite, und das ist die unglaubliche Fähigkeit des Kapitals, «das Weibliche» zu seinem Vorteil auszunutzen. Frauen können extra ausgebeutet werden, weil ihre Arbeitskraft weniger Wert ist. Ihr Arbeitstag besteht aus weniger notwendiger Arbeit, mehr Mehrarbeit. (In der marxistischen Terminologie ist «notwendige Arbeit» derjenige Teil des Arbeitstages, der einfließt in die Erschaffung der Werte, die dem entsprechen, was der Arbeiter zum eigenen Lebensunterhalt benötigt. Für den Rest des Arbeitstages wird «Mehrarbeit» ausgeführt, und die Werte die da erschaffen werden, steckt der Kapitalist in seine eigene Tasche.)
Sie können auch extra ausgebeutet werden, weil sie härter getrieben werden können und ihre Arbeitskraft schneller abgenutzt werden kann, da sie «Mädchen [sind], die darauf warten, sich zu verheiraten». In unserem Teil der Welt, wo Arbeiterinnen ebenso oft «Hausfrauen, die nebenbei arbeiten» sind, können sie härter getrieben werden, weil sie einen kürzeren Arbeitstag lang jobben, in Teilzeit. Wie wir wissen, ergibt ein kürzerer Arbeitstag eine höhere Effektivität beim Jobben. Und die Frauen können extra ausgebeutet werden, weil sie Disziplinierungsmethoden unterworfen werden können, die nicht gegenüber männlichen Arbeitern angewendet werden können.
Wenn «der weibliche Mensch» als Lohnarbeiter auf den Markt heraustritt, nimmt sie ihre Weiblichkeit mit sich. Und eben diese Weiblichkeit wird von den Kapitalisten aktiv dazu benutzt, sich mehr Profit zu verschaffen. Da «das Weibliche» als eine Eigenschaft angesehen wird, die die Frauen von Geburt an mit sich tragen, wird die Extra-Ausbeutung hinter dem «Naturgegebenen» und «Selbstverständlichen» getarnt.