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Warum Sprit sparen?30.05.04Die Spritpreise haben in Deutschland die 1,25 Euro-Marke für Super geknackt. Hauptgrund für die wuchernden Spritspreise sind die USA. Sie können ihren stetig steigenden Sprithunger nicht mehr aus den eigenen Raffinerien decken; sie arbeiten schon alle an der Kapazitätsgrenze. Somit sind sie gezwungen Benzin, nicht Rohöl, auf dem Rotterdamer Markt einzukaufen.Die mit heutiger Technik erschließbaren Rohölvorräte reichen beim heutigen Weltverbrauch noch für 60 Jahre. Studien sagen eine Steigerung des Rohölbedarfs um 70% innerhalb der nächsten 10 Jahre voraus. Aufstrebende Staaten wie bzw. China tragen maßgebend zu dieser erhöhten Nachfrage bei. Ob in 10 Jahren ein Liter Super noch für 2 Euro/l zu haben sein wird ist angesichts dieser Entwicklung in Frage zu stellen. Auf dem Höhepunkt der Neuen Deutschen Welle sang Markus "Kost’s Benzin auch 3,10 Mark, Scheiß egal, es wird schon geht, ich will Spaß, ich geb’ Gas, ich geb’ Gas!" Ein anderer Künstler legt den Song in 4 Jahren womöglich als Remake auf. Fahrweise: Durch ein paar einfache Regeln lässt sich der Durchschnittsverbrauch eines PKW der Kompaktklasse um 1,5 l/100 km reduzieren. Bei 15.000 Jahreskilometer satte 320 Euro Ersparnis. So könnten die amerikanischen Autofahrer alleine jährlich 2 Milliarden US$ Spritkosten einsparen, wenn sie nur den Reifenluftdruck regelmäßig prüften. Da man hierzu im Land der unbegrenzten Möglichkeiten aber zu lazy ist, müssen alle Neuwagen schon seit 2 Jahren über ein Reifenluftdruck-Kontrollsystem verfügen. Alternative Primärenergieträger: Als Treibstoff der Zukunft wird von vielen Stellen Wasserstoff (H2) propagiert. Die Einführung von Autos mit Brennstoffzellen ist aber frühestens in 10 - 15 Jahren zu erwarten. Unter Umständen noch viel später. Wasserstoff kann zwar schon zu konkurrenzfähigen Preisen produziert werden. Jedoch sind die Kosten für Brennstoffzellen noch astronomisch. Schließlich fehlt jegliche Infrastruktur zum Tanken. Derzeit wird Wasserstoff für den industriellen Gebrauch katalytisch aus Erdgas und Wasserdampf reformiert. Ein Verfahren mit gutem Wirkungsgrad (min. 70%). Ökologisch stellt es unter Berücksichtigung des hohen Wirkungsgrads einer Brennstoffzelle (ca. 90%) bereits ein erhebliches Energie- und CO2-Einsparpotenzial dar. Ich werde mich dem Thema Wasserstoffantrieb näher annehmen, da mich eine Studie dazu angeregt hat. Hier könnt ihr alle Details nachlesen. LPG und Erdgas: Was bietet sich also in der Zwischenzeit an? Andere alternative primäre Energieträger wie Erdgas, Methanol, Flüssiggas etc. werden mancherorts schon seit Jahrzehnten genutzt hat. Daher bietet sich ihre Nutzung in den nächsten 10 - 15 Jahren als Alternative zu Benzin an. Für diese Treibstoffe brauchen keine neuen Antriebseinheiten konzipiert zu werden. Ottomotoren lassen sich mit diesen nach Umrüstung problemlos betreiben. Für Vielfahrer eine lohnenswerte Alternative, die man im Ausland (I, NL, F, GB etc.) schon vor 30 Jahren angesichts der 1. Ölkrise in den 70-ern entdeckte. In Deutschland war Benzin hingegen lange Zeit relativ günstig. In Belgien, meinem Heimatland, war Benzin früher 50% teurer als in Deutschland. Seit 3-4 Jahren sind die Spritpreise hierzulande aber auch drastisch gestiegen. Ein Segen bzw. ein Fluch der Ökosteuer. Der Sprittourismus an der deutsch-belgischen Grenze funktioniert immer noch: nur in der umgekehrten Richtung! Also höchste Zeit mal über einen anderen Stoff nachzudenken. Hybridantriebe: Die neuen Antriebskonzepte (Benzin und Elektromotor) von Toyota und Honda sorgen für Aufsehen. Weitere Hersteller werden mit Modellen folgen. Das Einsparpotential des Hybridantriebs ist dabei sehr vom Einsatzgebiet abhängig (Stadt, Land, Autobahn). Im Stop and Go Verkehr ist die Einsparung enorm. Somit kann man erwarten, dass die Verbreitung in erster Linie in Japan und amerikanischen Großstädten stattfinden wird. Eine Probefahrt mit dem Toyota Prius (vornehmlich im Stadtverkehr) kann ich schon jedem aus Gründen des Komforts empfehlen. Über Land ist das Sparpotential jedoch deutlich geringer. Daher wird in Europa eine geringe Verbreitung erwartet. Aber nun lasst uns im folgenden erst einmal schauen was wir mit heute üblichen Autos mit Benzin und Dieselmotor sparen können. Im Hinblick auf die nächsten 10 - 15 Jahre also. Das Potential liegt anhängig von Fahrweise und Motorisierung bei 15 - 30 %. Zurück Weiter © 2004 by M. Bosch |