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Sprit sparen: Historie

Ein bisschen Geschichte!

Mit 18 Jahren war es endlich so weit. Ein Kindheitstraum ging in Erfüllung. Ich hielt die Pappe in Händen, die es mir ermöglichte aktiv mit Papas/Mamas Auto am Straßenverkehr teilzunehmen.
Doch der Traum von der grenzenlosen Freiheit währte nicht lange. Anstatt bei Sonnenschein auf einsamen Landschaften die nur mir zu gehören schienen, umrahmt von wunderschöner Landschaft dem Horizont entgegen zu fahren, hörte ich immer nur: „Michael: Fahr mal einkaufen“ oder „hol’ mal deinen Bruder ab“. Meine Fahrlizenz entpuppte sich als Legitimation mir zusätzliche Aufgaben aufzuerlegen. Die Staus und stinkenden Vordermännern, die ich klaglos in Kauf nehmen musste, trugen ihr übriges dazu bei, dass ich bald wieder aufs Fahrrad umstieg. Hier konnte ich Landschaft und Luft genießen. Und meine Mutter beklagte sich schon bald ich führe so ungerne Auto. Fuhren wir zu zweit, nahm ich wie selbstverständlich auf dem Beifahrersitz Platz und lass meine Lieblingszeitschrift. Meine Mutter durfte währenddessen arbeiten.
Nun fragt ihr euch was das Ganze mit Antriebskonzepten und Spritverbrauch zu tun hat. Wer’s wissen will liest jetzt einfach weiter.

Der erste Neuwagen

Als sich meine Mutter diesen schicken weißen Ford Fiesta für 166.000 BEF (entspricht heute gut 4000 Euro) leistete, waren wir alle recht stolz. Angetrieben von einem 950 ccm Motor mit 40 PS schaffte er die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h nur im Flachland mit viel Anlauf. Und auf unserer Haus-und Hofstrecke, einer Landstraße mit ca. 2 % Steigung war meist schon bei 95 km/h Schluss wenn uns der Wind ein wenig entgegen kam. Trotz der kläglichen Leistungsentfaltung schlug der Verbrauch mit 9-10 l/100 km ganz schön zu Buche. Ein für heutige Maßstäbe völlig unakzeptabler Wert. Aber wir tankten damals ja auch noch Normalbenzin für 99 Pf./l.

Der zweite Neuwagen

Wir wechselten die Marke. Dieses Mal musste uns ein Peugeot 205 von A nach B bringen. Dank des 1,1 l 50 PS-Motors konnten wir jetzt auch auf besagter Landstraße locker mit 100-110 km/h mithalten. Wenn auch nicht ganz legal! Trotz der Leistungskur mangelte es aber auch diesem Motor an Leistungsentfaltung. Leistung stand nur bei entsprechender Drehzahl zur Verfügung. Und Überholvorgänge erledigte man zu seiner eigenen Sicherheit am besten mit 4000 - 5000 U/Min. Kraft aus dem Drehzahlkeller fehlte völlig. Der Motor war einfach durchzugsschwach. Vollgas konnte man sich bei niedriger Drehzahl sparen. Es machte keinen Unterschied, da der Motor das Gas einfach nicht annahm.

Die alte Fahrschule

Das oben beschriebene Motorverhalten traf früher auf viele Motoren zu. Sie waren im Drehzahlkeller (1000 - 2000 U/Min.) einfach völlig durchzugsschwach. Leistung stand nur bei mittleren (3000-4000 U/Min.) und hohen Drehzahlen (5000-7000 U/Min.) zur Verfügung. Welche Empfehlungen die Fahrlehrer unseren Müttern und Vätern damals für die Schaltvorgänge gaben, lässt sich daraus leicht ableisten. „Schalten Sie frühestens bei 3000 U/Min. in den nächsten Gang“. „Am Berg müssen sie die Gänge hoch ausdrehen“.

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