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Allgemeine Tipps Fahrverhalten

Während der Fahrt

Nun wird es erst richtig spannend. Denn jetzt könnt ihr euer verbrauchsreduzierendes Können ausspielen.

1. Nicht über Gebühr beschleunigen

Es gibt nichts was mehr Sprit kostet als die Beschleunigung. Beschleunigt den Wagen also nur auf eine Geschwindigkeit, die ihr auch über eine längere Strecke halten könnt. Stop and Go Verkehr verdoppelt den Verbrauch.
Bremst ihr den Wagen bis zum Stillstand ab, vernichtet ihr alle aufgewendete Energie.
Schließlich kaufen wir doch alle Sprit um voranzukommen und nicht um Metallscheiben abzuschleifen, oder?

Der Benzinmotor eines Kompaktwagens mit 1300 kg Fahrgewicht wendet beim Beschleunigen von 0 auf 50 km/h ca. 500 kJ Energie auf. Als Fußgänger kämt ihr damit 3 km weit. Viele Autofahrer jedoch oft nur wenige Meter. Würdet ihr den Wagen ausrollen lassen, sähe die Bilanz schon besser aus. 200 - 300 m wären dann schon drin.

2. Vorausschauend fahren, Schwung ausnutzen



Seht ihr in der Ferne eine rote Ampel, geht sofort vom Gas. Das aktiviert binnen 2 Sek. die Schubabschaltung und ihr braucht keinen Tropfen Sprit mehr. Sollte die Ampel voraussichtlich länger rot sein, verringert euer Tempo durch Bremsen so weit, dass ihr beim Einsetzen der Grünphase immer noch auf die Kreuzung zurollt.
Ihr spart auf diese Weise eine Menge Energie und Zeit. Nichts verbraucht mehr Sprit als ein Auto aus dem Stand zu beschleunigen. Rollend habt ihr schon die halbe Miete verdient. Und achtet mal darauf wie schwer sich die Autos an der Ampel tun wieder in Gang zu kommen. Es wird euch unendlich lang erscheinen, während ihr immer noch flott in Fahrt seid und keine Zeit verliert.

Tipp:
Auf einer zweispurigen Fahrbahn wechselt ihr beim Rollen auf die linke Spur. Die ist oft frei. So könnt ihr ganz elegant an den sich mit dem Beschleunigungsvorgang abquälenden Wagen vorbeigleiten. Achtet allerdings stets darauf, dass ihr beim Spurwechsel keine nachfolgenden Fahrzeuge ausbremst. Gewöhnt euch daran, dass die meisten Leute mit unverminderter Geschwindigkeit bis auf 50 m an die Kreuzung heranfahren um dann in die Eisen zu steigen. Sie glauben so schneller zu sein. Wenn ihr sie dann auf der linken Spur überholt, wird die Sinnlosigkeit ihres Verhaltens deutlich. Zu eurer Sicherheit überholt ihr die Fahrzeuge der rechten Spur nur mit mäßigem Tempo. Es gibt ja bekanntlich eilige Zeitgenossen, die ohne zu schauen u. blinken die Spur wechseln.

Keine Regel ohne Ausnahme:
Im Berufsverkehr u. bei hoher Verkehrsdichte fühlen sich nachfolgende Fahrer eventuell von eurem frühzeitigen Bremseneinsatz behindert und leiten womöglich ein halsbrecherrisches Überholmanöver ein. Das hängt ganz von Land und Leute ab!
Also raucht im Zweifelsfall lieber die Friedenspfeife anstatt um jeden Tropfen zu kämpfen.

3. Motor im Stand abstellen



Mir persönlich behagt es inzwischen nicht mehr den Motor bei Stillstand laufen zu hören. Habe ich einen Beifahrer an Bord, wird mir erst bewusst wie automatisch ich den Zündschlüssel zurückdrehe wenn dieser mich verdutzt anguckt.
Dabei ich es in ein paar Jahren voraussichtlich die Regel, dass der Motor automatisch ausschaltet. Der Toyota Yaris linea eco spart damit 0,7 l/100 km im Stadtzyklus. Der VW Lupo 3 L verfügt schon seit 8 Jahren über eine vollwertige Start/Stop-Automatik, die den Motor abstellt bzw. in den Leerlauf schaltet sobald man mehr als 5 Sek. vom Gas geht.

4. Beschleunigen

Um spritsparendes Beschleunigen zu erklären, lässt es sich leider nicht vermeiden ein wenig tiefer in die Motorentechnik einzusteigen.
Wer dazu keine Lust hat, sei auf folgende generellen Hinweise verwiesen.

5. Nicht Rasen sondern zügig fahren

Dass es am besten ist die Geschwindigkeit konstant zu halten wissen wir bereits. So vermeiden wir das spritfressende Beschleunigen.

Aber mit welcher Geschwindigkeit sollen wir uns fortbewegen? Und in welchem Gang?

Während ihr euch fortbewegt kämpft das Auto gegen zwei Fahrwiderstände an:
  • den Rollwiderstand und
  • den Luftwiderstand
Der Rollwiderstand steigt nur mit dem Fahrzeuggewicht an. Der Luftwiderstand hingegen steigt mit der 2. Potenz der Geschwindigkeit.
Fahrt ihr doppelt so schnell, ist er also 4 Mal so groß.

Auch wenn ihr nur 20% schneller fahrt, ist der Luftwiderstand schon um 44% angestiegen.

Wenn ihr es nicht sehr eilig habt und auf der Autobahn statt 130 km/h nur 90-100 km/h fahrt, spart ihr bis zu 2 Litern auf 100 Kilometern. Im Test verbrauchte ein 90 PS-Kompaktkombi (Benziner) bei konstanten 130 km/h 7,1 Liter und bei 100 km/h nur 5,3 Liter.

Geschwindigkeit km/h 80 100 130
Verbrauch l/100 km ? 5,3 7,1

Auch wenn man es im Fahrzeug kaum merkt, macht der Luftwiderstand bei höherem Tempo den Motoren schwer zu schaffen. Die meisten Autos haben bei ca. 60 bis 80 km/h im höchsten Gang den niedrigsten Verbrauch. Mit diesem Tempo kommen Sie also am weitesten.

Tipp:
Habt ihr ein Auto mit Bordcomputer, fahrt doch einfach einmal ein und denselben Autobahnabschnitt mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Nutzt dazu die Zeiten geringen Verkehrsaufkommens (z.B. So. morgen 6 Uhr) ohne LKW’s. Nur wenige werden sich begeistert zeigen, wenn ihr mit 80 km/h über die Autobahn trödelt.

6. Bergauf fahren

Die meisten Leute schalten am Berg meist früh zurück. Der Motor muss hier schließlich mehr leisten. Leider erhöht das den Spritverbrauch erheblich. Um Sprit zu sparen gibt es eine wesentlich bessere Methode.

Tretet das Gaspedal stärker durch. Wenn nötig bis zum Bodenblech!

Erst wenn die Geschwindigkeit trotz Vollgas abfällt, ist es zeigt zurückzuschalten. Gebt dann so viel Gas, dass ihr die Geschwindigkeit halten könnt.

Es macht keinen Sinn im nächstniedrigeren Gang hochzubeschleunigen. Sobald ihr hochschaltet, würde die Geschwindigkeit wieder abfallen. Ihr seid ja vorhin schon Vollgas gefahren.

Erst wenn die Steigung nachlässt, könnt ihr wieder hochschalten.

Beispiel: Bergauf mit 60 km/h
Gaspedalstellung Getriebegang Motordrehzahl Verbrauch/100km
3/4 Gas 5. Gang 1.300 U/Min. 9,8 l
1/2 Gas 4. Gang 1.500 U/Min. 11,5 l
1/4 Gas 3. Gang 2.200 U/Min. 13,1 l

Hinweis:
Vollgasfahrten grundsätzlich nur mit warmem Motor. Egal ob Benziner oder Diesel; Turbo oder Sauger. Jeder Motor ist erst behutsam auf Temperatur zu bringen.

Stellt es euch einfach so vor als ob ihr nach 8-stündigem Sitzen im Büro plötzlich 100 m in 10 Sek. laufen solltet. Das Resultat wäre zumindest ein Muskelkrampf. Wahrscheinlich aber Muskelfaserrisse. Die nächsten 3 - 4 Monate wäre für euch Sport tabu.

Genauso geht es eurem Motor nach dem Kaltstart. Also macht ihn erst warm. Dann spurtet er nachher auch ohne Schaden.

Tipp:
Bucht euren nächsten Urlaub doch einmal bei einem Reisebusunternehmen. Beim Einsteigen setzt ihr euch vorne rechts in die erste Reihe. Neben der wundervollen Aussicht nach vorne, habt ihr den großen Drehzahlmesser bestens im Blickfeld. Dieser ist unübersehbar in drei Bereiche unterteilt:
  • grün
  • gelb
  • rot
Die Kennzeichnung hat System und wäre in PKW’s ebenfalls wünschenswert. Sie ist zusammen mit der Größe des Instruments eine perfekte Orientierung um die Schaltpunkte der Fahrsituation anzupassen.

Achtet auf die Schaltpunkte des Fahrers. In der Ebene wird er erst zurückschalten, wenn fast Leerlaufdrehzahl erreicht ist. Den roten Bereich wird er völlig links liegen lassen. Beschleunigt wird bis in den gelben; gefahren im grünen Bereich.

Am Berg wird erst der nächstniedrigere Gang gewählt wenn die Geschwindigkeit im gefahrenen Gang nicht mehr zu halten ist. Und wo ist das Gaspedal? Es ist weit unten.

Diese Fahrweise ist kein Zufall. Viele Busunternehmen lassen ihre Fahrer speziell schulen. Ein Bus bracht um die 25 l/100 km. 10% Spriteinsparung bringen dem Unternehmer bei den hohen Laufleistungen seiner Busflotte also jede Menge Bares pur.

Es gibt sogar Unternehmer, die belohnen ihre sparsamsten Fahrer mit Vergünstigungen. Das rechnet sich allemal.

Dieselmotoren von LKW’s und Bussen sind überdies absolut wirkungsgradoptimiert. 45% bis 51% werden bei hoher Last u. optimaler Drehzahl erreicht.

Zum Vergleich:
  • PKW-Dieselmotor 41 %
  • PKW-Benzinmotor 36 %

Diese Werte gelten jedoch nur bei hoher Last und einer bestimmten Drehzahl, die meist derjenigen des maximalen Drehmoments entspricht.. Natürlich ist der Motor warm. Alle hiervon abweichenden Betriebszustände führen zu einem geringeren Wirkungsgrad. Und diese Betriebszustände machen in der Praxis den überwiegenden Teil aus.

So beträgt der Wirkungsgrad eines Benzinmotors im praktischen Fahrbetrieb (viel Teillast, kaum Volllast) nur 23%.

Ihr wollt es ganz genau wissen? Dann folgt dem Link hier. Ich erkläre hier wie man die Fahrwiderstände und Energieverbräuche eines Auto berechnet. Nach diesem mathematischen Exkurs werden ihr die Welt mit anderen Augen sehen.

7. Schubabschaltung

Moderne Fahrzeuge verfügen allesamt über eine Schubabschaltung. Das heißt, es wird kein Benzin bzw. Diesel mehr eingespritzt wenn ihr den Fuß vollständig vom Gaspedal nehmt. Die Betonung liegt hier auf VOLLSTÄNDIG!

Kuppelt ihr aus, wird wieder Kraftstoff eingespritzt da ansonsten der Motor stehen bliebe. Bei eingelegtem Gang ist der Verbrauch gleich Null.

Leider programmieren nicht alle Hersteller ihre Schubabschaltung in der gleichen Art und Weise. Die Schubabschaltung wird nämlich abhängig von der Drehzahl aktiviert. Ist sie zu gering (1000 - 2000 U/Min.) wird zur Sicherstellung eines runden Motorlaufs wieder Kraftstoff eingespritzt. Bei Dieseln liegt diese Schwelle niedriger (ca. 1000 U/Min.) als bei Benzinern (1500 - 2000 U/Min.).

Daher kann es bei niedrigen Drehzahlen günstiger sein, auszukuppeln. So wird der Wagen nicht mehr durch den mitlaufenden Motor gebremst. Um dies einzuschätzen müsst ihr die Schwelle der Schubabschaltung herausfinden. Dies geht folgendermaßen:

Mit Bordcomputer:
Wenn Ihr einen Bordcomputer habt, schaltet die Anzeige auf „Momentanverbrauch“, um erkennen zu können, wie der Autohersteller die Schubabschaltung programmiert hat Wenn Momentanverbrauch = 0 Liter ist Schubabschaltung aktiv.

Ohne Bordcomputer:
Aber auch ohne Bordcomputer geht es:
Lasst bei verschiedenen Drehzahlen (am besten im höchsten Gang) das Gaspedal los. Wenn nach ca. 2 Sekunden die Motorbremse ganz leicht spürbar plötzlich stärker wird, hat die Einspritzpumpe genau in diesem Moment die Kraftstoffzufuhr gestoppt.
Die Motorbremse wird deshalb stärker, weil keine Leerlaufspritmenge mehr eingespritzt wird.

Ist bei niedrigen Drehzahlen keine Änderung mehr spürbar, wird die Schubabschaltung nicht mehr aktiviert.

Auskuppeln oder Schubabschaltung nutzen?

Den Gang eingelegt zu lassen bringt zwar unter Ausnutzung der Schubabschaltung den Verbrauch auf null, gleichzeitig wird der Wagen aber durch den Motor gebremst.

Dies führt im leichten Gefälle unweigerlich zum Abfall der Geschwindigkeit. Wollt ihr sie halten, müsst ihr leicht Gas geben. Dabei ist es erstaunlich wie viel ein Motor auch nur bei leichtestem Gasfuß selbst im höchsten Gang verbraucht. Der Grund hierfür ist der niedrige effektive Mitteldruck, der mit einem niedrigen Wirkungsgrad einhergeht. Besonders bei Benzinern und überdimensionierten Motoren.

Beispiel: VW Golf TDI 1,9 L 100 PS
Im leichten Gefälle, Tempo 80, 5. Gang: 2,7 - 3,5 l/100 km.
Im leichten Gefälle, Tempo 80, ausgekuppelt: 0,7 - 1 l/100 km.

Habt ihr einen Bordcomputer, könnt ihr dies mittels der Momentanverbrauchs-Anzeige leicht nachvollziehen.

Wollt ihr eure Geschwindigkeit halten ist es im leichten Gefälle vorteilhafter auszukuppeln. Die Betonung liegt auf LEICHTES Gefälle.

8. Lange oder steile Abfahrten

Das Auskuppeln darf nur im mäßigen Gefälle erfolgen (2 - 4%). Das Gefälle sollte nur dazu ausreichen die Fahrgeschwindigkeit zu halten oder nur unwesentlich zu erhöhen.

Bei langen oder steilen Abfahrten ist der Einsatz der Motorbremse unabdingbar. Die Bremswirkung durch den Motor muss so groß sein, dass ihr nur noch gelegentlich die Fußbremse einsetzt (z.B. vor den Kurven). Dazu muss im Bedarfsfall kräftig zurückgeschaltet werden. Viele auf Bergstraßen unerfahrene Autofahrer stehen beim Hinabfahren ständig auf der Bremse. Dadurch erhitzen sich die Bremsscheiben auf bis zu 900 °C. Die Hitze bringt die Wassertröpfchen in der Bremsflüssigkeit am Bremssattel zum kochen. Einmal gasförmig, lassen sich diese prima komprimieren. Es folgt der gefürchtete Tritt ins Leere. Das Bremspedal hat schlagartig keinen Gegendruck mehr und lässt sich fast ohne Kraftaufwand bis zum Boden durchdrücken.

Bremsflüssigkeit zieht mit der Zeit immer ein wenig Feuchtigkeit. Das lässt sich nicht verhindern. Deshalb ist die Flüssigkeit entsprechend der Serviceintervalle auszutauschen.

Am Großglockner müssen die Servicekräfte an schönen Sommertagen 3 - 4 Mal am Tag zu havarierten Fahrzeugen ausrücken. Die Fahrer können dann von Glück reden wenn sie noch in einen Feldweg ausweichen konnten.

Was ist zu tun wenn euch dieser Fall trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ereilt?

Kräftiges rhythmisches Pumpen des Bremspedals ist erforderlich um den Bremsdruck wieder aufzubauen. Wenn das keine Abhilfe schafft, weicht nach Möglichkeit aus (Feldweb, Bucht etc.) und verzögert mit der Handbremse. In Ermangelung einer solchen Chance bleibt euch nur noch eines übrig: bremst das Fahrzeug durch Reibung ab (Schrammen an Felswand). Jetzt zählt nur noch eines: euer Überleben! Also denkt nicht über den Wert des Autos nach. Die Dellen und den Ärger mit der Versicherung. Es ist letztendlich alles nur Blech und Kunststoff. Leicht zu ersetzen; ganz im Gegenteil zu eurem Leben: ihr habt nur eines! Autos hingegen werdet ihr noch viele fahren.

9. Radfahren als Übung

Was soll das denn nun? Sind Radfahren und Autofahren sind zwei völlig verschiedene Sachen?



Prinzipiell gibt es einen Zusammenhang, den niemand leugnen kann: Energie!
Erfahrene Radfahrer wissen wie sie auf langen Strecken ihre Kräfte einteilen müssen. Steigen sie aufs Auto um, erinnern sie sich welche Steigung ihren wie viel Kraft abverlangt hat. Folgerichtig schätzen sie den Spritverbrauch richtig ein.

Im letzten Sommer bin ich dank der trockenen Witterung oft Radtouren von 100 - 120 km gefahren. Das Maximum lag bei 170 km. Es ist halt alles nur eine Frage der Übung!

Bevor ich losfahre, schaue ich mir immer die Strecke auf der Landkarte an. Die Höhenmeter sind hierbei die wichtigste Information. In meinem Kopf teile ich die Stecke wie von selbst nach Hügeln auf. Fahre ich los, sind folgende Informationen abgespeichert:
  • Gesamtkilometer
  • Anzahl Hügel mit zu überwindenden Höhenmetern
  • Windrichtung und Stärke
Mit diesen Informationen teile ich mir meine Kräfte ein und komme selbst auf langen oder ungewohnt hügeligen Strecken ans Ziel. Prinzipiell kann man auch sagen, dass sich die Kondition eines Radfahrers nicht nur in km sondern auch in Höhenmetern messen lässt. Irgendwann ist es dann ein Berg zu viel: Darüber sollte man sich im Voraus im Klaren sein!

Fahre ich einen steilen Berg hinauf, erinnere ich mich an den Kraftaufwand der letzten Radtour. Man spürt dann wie viel Sprit der Motor jetzt braucht. Denn Sprit = Energie!

Wie fährt man lange Distanzen am ökonomischsten?

Das zeigt sich dem Radfahrer jedes Mal wenn er über seine Kräfte hinausgeht. Also zu viel Steigungen oder zu lange Stecken fährt. Er fährt dann nur noch große Gänge mit niedriger Trittfrequenz. Kleine Gänge werden nur im Wechsel zur Lockerung der Muskulatur gefahren.

Dafür gibt es drei einfache Erklärungen:
  • die Reibungsverluste sind bei großen Übersetzungen geringer
  • der Luftwiderstand fällt mit der Geschwindigkeit
  • der Körper kann bei niedrigerer Herzfrequenz die (Rest)energie effizienter ausschöpfen
Ähnlich geht es ja auch eurem Motor:
  • die Reibungsverluste der Kolben sind bei niedrigen Drehzahlen geringer
  • der Luftwiderstand fällt mit der Geschwindigkeit
  • das Herz eures Autos, der Motor, setzt die Energie aus dem Sprit bei niedrigen Drehzahlen effizienter um
Was liegt also näher als mal wieder auf Rad umzusteigen um ein optimales Feeling für die aufzuwendenden Kräfte zu bekommen?

Heutige Fahrzeuge halten meist so große Kraftreserven bereit, dass man keinen Unterschied zwischen 3 und 6 % Steigung merkt. Nach einer Radtour werdet ihr den Unterschied kennen.

10. Gänge überspringen

Im Schiebebetrieb oder im Gefälle ist es durchaus sinnvoll, Gänge zu überspringen. Insbesondere bei den kürzer abgestuften 6 Gang-Getrieben. Warum vom 5. Gang erst in den 4. schalten, wenn die Fahrgeschwindigkeit den 3. erfordert?
Zurückschalten macht im ausrollenden Zustand erst Sinn wenn:
  • wieder Beschleunigung gefordert ist
  • die Drehzahl unter Leerlaufdrehzahl zu sinken droht
  • beim Zurollen auf eine rote Ampel die Bremswirkung des Motors genutzt werden soll (Schubabschaltung = 0 L Verbrauch)
Genauso kann man nach dem Anfahren im Gefälle vom 1. in den 3. schalten. Ihr schont dadurch eure Kupplung, eure rechte Hand und verliert weniger Zeit durch Gangwechsel.

Zusätzliche Vorteile bei spritsparender Fahrweise:

  • Geringerer Verschleiß - starkes Beschleunigen belastet Motor, Getriebe, Kraftübertragung und Reifen unnötig
  • Weniger Stress - Medizinische Untersuchungen belegen, dass eine harmonische Fahrweise die Systeme des Körpers weniger belastet. Ein gelassenes Mitschwimmen und eine vorausschauende Fahrweise lässt Stress-Symptome im Verkehr, die zudem die Verkehrssicherheit beeinträchtigen, erst gar nicht entstehen.
  • Weniger Schadstoffe - Kohlenmonoxid (CO) beeinträchtigt die Sauerstoffaufnahme im Blut, Kohlenwasserstoffe (HC) entstehen hauptsächlich durch Kaltstarts und beim Beschleunigen und sind krebserregend, Stickoxide (NOx) reizen die Schleimhäute und entstehen hauptsächlich bei Volllast, Ruß und Staub werden bei der Verbrennung (hauptsächlich Diesel) erzeugt und sind als Träger für polyzyklische Aromate krebserzeugend.
  • weniger Lärm - ein Auto, dass mit 4000 1/min bewegt wird, erzeugt soviel Lärm wie 32 Fahrzeuge, die mit 2000 1/min, bei gleicher Geschwindigkeit gefahren werden.


Ich selbst habe mich mittlerweile in meiner Fahrweise umgestellt und kann bestätigen, dass sich mein Kraftstoffverbrauch deutlich reduziert hat. Wie sehr könnt ihr in der Kategorie Bestwerte nachlesen.

Was kann man sonst noch tun?

Wenn euch euer Durchschnittsverbrauch trotz Ausschöpfung aller Maßnahmen immer noch nicht zufrieden stellt, dann schmeißt doch einfach eure Oma aus dem Auto. 100 kg weniger Gewicht bringen im Schnitt 0,6 l weniger Verbrauch auf 100 km. Damit dürfte das Ziel dann endlich erreicht sein.

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