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Allgemeine Tipps Fahrverhalten

Verschiedene Fahrgebiete

1. In der Stadt

Eines gleich vorweg. In der Stadt hat man die geringsten Möglichkeiten den Verbrauch durch die eigene Geschwindigkeit zu beeinflussen. Man ist hier an das Tempo der Allgemeinheit gebunden.

Das spielt aber auch gar keine Rolle. Denn bei Tempo 40 - 50 km/h verbrauchen Autos ohnehin sehr wenig Sprit. Die hohen Verbrauchswerte im Stadtverkehr rühren schließlich von den etlichen Beschleunigungsvorgängen. Und den Wartezeiten an Ampeln.

Gegen beides kann man etwas tun.
  • Beim Beschleunigen lassen wir den Motor mit maximalem Wirkungsgrad arbeiten. Siehe hierzu die Hinweise zur Beschleunigung
  • An den roten Ampeln stellen wir den Motor konsequent ab. Auch wenn mal eine Ampel dabei ist, die nach wenigen Sek. auf grün geht. So bringt es im Durchschnitt eine deutliche Einsparung
Mit der Zeit entwickelt ihr auch ein Auge dafür, wann die Ampel wieder auf grün geht (z.B. Fußgängerampel, Kreuzungsverkehr).

2. Über Land

Die Fahrt über Land ist ideal geeignet mit niedrigem Benzinverbrauch auszukommen. Gemütliches Beschleunigen aus den Ortschaften heraus, rechtzeitiges Hochschalten bis in den fünften Gang und konstante, gleichmäßige Fahrt senken den Verbrauch enorm. Vor Geschwindigkeitsreduzierungen oder Ortseinfahrten rechtzeitig den Fuß vom Gas und rollen lassen. Alles, was durch Bremsen erreicht werden muss, hat vorher Benzin zum Beschleunigen gekostet.

Tempo 80 anstatt 100 ist schon aus Gründen der Verkehrssicherheit auf vielen Landstraßen empfehlenswert (z.B. Alleen, unübersichtliche Abschnitte).

3. Autobahn

Höchstgeschwindigkeit kostet Geld. Denn der Benzinverbrauch steigt überdurchschnittlich an. Während man mit Tempo 140 oft nur Halbgas geben muss, sind es bei Geschwindigkeiten über 170 km/h oft schon fast Vollgas. Das hängt natürlich auch stark vom jeweiligen PKW ab. Aber wer sich an die Richtgeschwindigkeit hält, reist entspannt, spart viel Sprit und braucht nicht viel länger ans Ziel, als Raser. Auf alle Fälle hat er sich und auch anderen viel Nerven erspart. Und jedes Bremsmanöver vernichtet den Sprit, den man vorher zum Beschleunigen investiert hat.

In vielen EU-Staaten gilt Tempo 130 als Höchstgeschwindigkeit. Die Bolzerei auf deutschen Autobahnen gleicht dagegen einer Spritvernichtungsorgie, da der Verbrauch oberhalb 130 - 140 km/h extrem unverhältnismäßig ansteigt (siehe Luftwiderstand). Und alle jammern über die Benzinpreise! Wenn etwas kostbar ist, dann verlangt der gesunde Mengenverstand einen vernünftigen Umgang damit. „Freie Fahrt für freie Bürger“ rufen hingegen die Gegner eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen. Ein weltweites Kuriosum eines Volks, das in den meisten Bereichen seines alltäglichen Lebens zu selbstauferlegten Regelwerken neigt, die ihm Schutz und Sicherheit bieten. Wie jedes Volk braucht aber auch dieses ein Ventil. Und so muss in Germanien dafür halt die Autobahn herhalten!


Freie Fahrt für freie Bürger! Wenn bloß unser Vulkan nicht immer so seine Launen hätte. Straße nahe Pointe du Tremblet (Réunion) nach Ausbruch des Piton de la Fournaise im Jan. 02.

Tipp:
Tempo 120 senkt den Verbrauch gegenüber Tempo 130 um min. 5 %. In einigen europäischen Ländern hat man sich übrigens aus Gründen der Verkehrssicherheit gegen Tempo 130 zugunsten von 120 entschieden. Die Unfallzahlen liegen hier nachweislich niedriger.

Staus:
Das Hauptargument laut ADAC und Co. gegen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen ist und bleibt die statistisch niedrige Unfallquote auf deutschen Autobahnen. Aber ständig stockt es irgendwo. Kein Tag ohne Staus! Dabei hat die Weisheit schon einen weißen (nicht grauen) Bart, dass Staus durch Geschwindigkeitsänderungen verursacht werden. Bewegen sich alle Fahrzeuge mit gleicher Geschwindigkeit, kommt es nicht zu Staus.

Persönliche Erfahrung:
Auch wenn ich Tempo 100 in kleinen PKW’s als sehr erholsam empfinde, so ist es auf der Autobahn selten praktikabel. LKW’s sind zwar theoretisch auf 92 km/h abgeriegelt, drängen aber meist mit 102 -105 km/h über die rechte Spur. Das führt unweigerlich zu einem unendlich langen, verkehrsbehindernden Überholmanöver.
Tempo 110 ist daher aus meiner Sicht ein gelungener Kompromiss.

So: nach diesen einführenden Tipps zum spritsparenden Fahren hoffe ich euch das Potential, dass ihr in Händen haltet, näher gebracht zu haben.

Spart ihr in Zukunft auch nur 1,5 l/100 km ein, bedeutet das beim derzeitigen Superbenzinpreis 250 Euro bei jährlich 15.000 km. Genug also um sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen.

Für die eher technisch veranlagten unter euch geht es im Abschnitt "Physik u. Technik" weiter. Hier steigen wir tief in folgende Bereiche ein:
  • Grundlagen Motorentechnik (Verbrennung, Arbeitsprozess etc.)
  • Motorentechnik (Otto-, Diesel-, GSI-, HCCI-Motor)
  • Berechnungen (Fahrwiderstände u. Spritverbrauch)
Hier könnt ihr bzw. einmal ausrechnen wie viel Sprit ihr auf einer bestimmten Strecke mindestens verbrauchen werdet. Oder warum nur ein Auto wie der Lupo 3 L mit 2,99 Liter/100 km auskommt.

Das theoretische Verständnis wird euch die sich in der Praxis ergebenden Grenzen aufzeigen. Ihr werdet den Verbrauch eines Fahrzeugs für eine gegebene Strecke richtig einschätzen. Und somit wissen wie weit ihr mit eurer Fahrweise schon das Optimum erreicht habt.


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