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Allgemeine Tipps Fahrverhalten

Günstiger Spritverbrauch ist in erster Linie Verhaltenssache. Folgende Tipps helfen euch dabei weiter.

Vor Fahrtantritt

Mit einer guten Vorbereitung mischt ihr die Karten zu euren Gunsten.

1. Pünktlich aufbrechen

Die meisten Leute hetzen sich am Steuer. „Ich es schon wieder so spät? Nun muss ich aber geschwind los“. Was dann folgt ist ein hoffnungsloser Akt gegen das Naturgesetz der Zeit. Sie versuchen die verlorene Zeit aufzuholen, sprich „reinzufahren“. Dabei haben wir immer im Kopf, dass dies auf freier Strecke kein Problem darstelle. Beim gängigen Verkehrsaufkommen auf dem Weg ins Büro endet es aber nur mit Stress und dem Ärger darüber warum die da vorne nicht endlich schneller fahren. Letztendlich bleibt nur das Mitschwimmen im Strom.

Eine kleine Rechnung soll aufzeigen, warum der Kampf gegen das Naturgesetz der Zeit so aussichtslos ist.

Stellen wir uns einen Arbeitsweg von 20 km vor. Davon erst 5 km durch die Stadt, dann 10 km Landstraße und wieder 5 km durch die Nachbarstadt zur Arbeitsstelle. Eine typische Arbeitsstrecke halt.

In jeder Stadt gibt es durchschnittlich 3 rote Ampeln mit je 40 Sek. Wartezeit. Und auf der Landstraße 3 Ortsdurchfahrten v. 1 km Länge.

Fahren wir also pünktlich los:

In beiden Städten kommen wir von Ampel zu Ampel mit einem Durchschnittstempo von 40 km/h. Macht 15 Min. Fahrtzeit plus 4 Min. für die Ampelstopps. In Summe also 19 Min.

Auf der Landstraße schaffen wir durchschnittlich 90 km/h. In den Ortschaften natürlich nur 50 km/h. Macht 4,66 Min. + 3,6 Min. für die Ortsdurchfahrten. In Summe: 8,26 Min. bzw. 8 Min. 16 Sek.

Nach 27 Min. 15 Sek. sind wir bei unserem Chef, der schon mit der ersten Rüge auf und wartet.

Nun sind wir etwa 7 Min. spät dran:

Wir müssen die Strecke also in gut 20 Min. bewältigen. Kein Problem denken wir. 7 Min. sind ja nicht viel. Also analysieren wir mal die Möglichkeiten.

Wenn alle Ampeln grün zeigten, würden wir 4 Min. einsparen. Das wäre schon die halbe Miete. Aber wir sind am Sonntag mal wieder nicht in die Kirche gegangen. Folglich hat der Herrgott an diesem Tag auch kein Einsehen mit uns und es bleibt alles wie gehabt: 6 Ampeln zeigen rot und mahnen nächsten Sonntag den Worten des Pfarrers zu lauschen.

In beiden Städten ist kaum Boden gut zu machen. Wir überholen wie ein Besessener und stehen doch wieder vor den roten Ampeln. Mit Schnitt kommen wir aber mit 45 km/h durch. Macht also 13,33 Min. Fahrtzeit plus 4 Min. Ampelstopps. In Summe: 17,33 Min.

Damit wären 1 Min. 40 Sek. aufgeholt.

Folglich müssen wir die restlichen 5 Min. 20 Sek. auf der Landstraße gutmachen. 5 Minuten sind doch ein Klacks! Also ab auf die linke Spur wo es nur geht und mit 120 km/h überholen. Auch wenn wir dabei ins Schwitzen kommen. Im Schnitt schaffen wir 100 km/h. Ein respektabler Wert durch den wir sage und schreibe 27 Sek. reinfahren.

Nun wären da noch die Ortsdurchfahrten. In einer schaffen wir es mit 80 km/h durchzufahren. In der nächsten stören uns Blumenkübel am Überholen: es bleibt bei Tempo 50. In der dritten dann endlich wieder ein Lichtblick: nach 500 m können wir vorbei und beschleunigen auf 100 km/h. Macht im Schnitt 75 km/h für die zweite Hälfte.
Was haben wir nun in der Summe gespart: 27 Sek. in der ersten u. 12 Sek. in der dritten.

Macht in Summe 39 Sek.

Ihr könnt es ruhig nachrechnen!

Alles in Summe macht: 1 Min. 40 Sek. + 27 Sek. + 39 Sek. = 2 Min. 46 Sek. reingefahrene Zeit.

Ergebnis: Wir kommen über 4 Min. zu spät!

Selbst wenn wir alle Ortsdurchfahrten mit 100 km/h durchführen, kämen wir immer noch 3 Min. zu spät.

Um pünktlich anzukommen müssten wir auf der Landstraße durchschnittlich (einschließlich Ortsdurchfahrten) 204 km/h fahren. Selbst die Besitzer eines Sportwagens vom Schlage eines Ferrari oder Porsche würden hier wohl abwinken.

Die einzige praktikable Alternative wäre wohl das Hijacking eines Polizei-Einsatzwagens, mit dem wir mittels Blaulicht alle Ampeln mit Vorrang passieren könnten. Nur würde unsere Freude über die pünktliche Ankunft nicht lange währen.

Hier das ganze in tabellarischer Übersicht (Excel-Tabelle)


Bei wichtigen Terminen bietet sich natürlich auch ein Helikopter an


Ein überaus freundlicher Pilot fliegt euch dann ohne Staus direkt ans Ziel. Sein Lächeln gilt dabei übrigens am meisten eurer Brieftasche!

Bilder eines Flugs von Bois Court ins Grand Bassin, einer 600 m tiefen Schlucht auf der Insel Réunion.
Die Bewohner werden wöchentlich per Helikopter mit Lebensmittel versorgt, da es keine Straße gibt. Nur einen beschwerlichen u. gefährlichen Trampelpfad.
Warum tun sich Menschen so etwas an? Um das zu verstehen muß man das Tal gesehen haben.

Und sollte eure Frau mal wieder zuviel Reisegepäck haben, bietet sich noch der Transportkorb an. Übrigens auch ein idealer Ort für nervige Beifahrerinnen.


2. Gewicht sparen

Bevor ihr losfahrt, schaut euch im Auto einmal genau um. Liegen da vielleicht noch die Einkäufe aus dem Baumarkt im Kofferraum?
Es gibt zwei gute Gründe Gewicht zu sparen:
  • je höher das Fahrgewicht desto höher der Rollwiderstand
  • je höher das Fahrgewicht, desto mehr Energie muss beim Bergauffahren aufgebracht werden (potentielle Energie). Beim Hinunterfahren wandeln die Bremsen diese dann wieder in Wärme um. Weniger Gewicht spart also auch Bremsbeläge
Mein Bruder fährt beispielsweise einen Citroen Xantia Kombi. Der Kofferraum ist allerdings nie nutzbar, da sich dort neben zwei Werkzeugkästen stets allerlei Einkäufe und sonstiges Gerümpel rumtümmeln. 40 kg Gewicht die höchstens den Ölmultis nutzen.

Reserverad:
Ob ihr euer Reserverad zuhause lasst und es stattdessen gegen ein Reifenreparaturkit austauscht, sei euch selbst überlassen. Wenn ihr es mitnehmt prüft aber bitte regelmäßig den Luftdruck. Sonst hättet ihr euch das Gepäck auch sparen können. Das gleiche gilt wenn ihr die Schrauben am Rad nicht gelöst bekommt. Schon mal eure Frau/Freundin probieren lassen? Oder sieht sie etwa so gut aus, dass Kavaliere nie auf sich warten lassen?

3. Reifendruck kontrollieren

0,5 bar zu wenig Druck ergeben an der Tankstelle 0,5 l/100 km mehr Verbrauch. Damit würdet ihr alle eure Anstrengungen in kürze zunichte machen.
Außerdem ist zu niedriger Luftdruck sehr gefährlich. Nicht nur, dass das Fahrverhalten schwammig wird, geht hiervon ein erhebliches Gefahrenpotential auf:
  • der Reifen walkt beim Bremsen stärker. Das Ergebnis sind längere Bremswege
  • das Kurvenverhalten verschlechtert sich: weniger Seitenführungskraft
  • Bei hoher Geschwindigkeit heizt der Reifen sind übermäßig auf
  • Der Reifen kann von der Felge springen. Ein folgenschwerer Unfall ist meist unabwendbar
Die Reifen- und Fahrzeughersteller empfehlen meist Betriebsdrücke am Rande der unteren Skala. Dadurch wird der Federungskomfort besser. Es empfiehlt sich aber dem Reifen 0,2 - 0,4 bar mehr Druck zu spendieren.
  • das Fahrverhalten verbessert sich. Der Wagen fährt spurtreuer
  • die Bremswege verkürzen sich
  • 0,2 bar mehr Druck verringern den Rollwiderstand um ca. 4%
  • und nicht desto letzt verhindert ihr so nicht gleich wieder mit Unterdruck zu fahren

Wie oft ihr den Luftdruck kontrollieren sollt, hängt ganz vom Reifentyp ab. Ich kann hier nur für den Continental EcoContact sprechen, der nach 4 Wochen höchstens 0,1 bar seiner 2,5 bar Betriebsdruck verliert.

Achtet aber in jedem Fall auf den max. Betriebsdruck. Es gibt Reifentypen, die mit max. 2,8 bar angegeben sind.
Ab 3 bar leidet der Federungskomfort aber ohnehin zu sehr. Außerdem kann zu hoher Druck (> 3 bar) zu ungleichmäßigem Abrieb führen, da dann nicht mehr die ganze Lauffläche auf der Fahrbahn aufliegt. In Kurven rutscht der Wagen dann auch schneller weg.

4. Einsatz Rollwiderstandsoptimierter Reifen

Rollwiderstandsoptimierte Reifen haben einen Rollwiderstandsbeiwert von 0,9 bis 1,0 % (Sommerreifen). Sowie 1,1% bis 1,2 % für Winterreifen.
Für die Vergabe des Gütesymbols „Blauer Engel“ gelten folgende Grenzwerte:
  • 1,1 % für Sommerreifen
  • 1,2 % für Winterreifen

Normale Reifen haben oft einen Rollwiderstandsbeiwert von 1,5%.
Verringert sich dieser Wert um 0,1%, verringert sich der Rollwiderstand um 10%. Mit rollwiderstandsoptimierte Reifen kann man also den Rollwiderstand halbieren.

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass rollwiderstandsoptimierte Reifen beim Bremsen keine schlechteren Verzögerungen erzielen als normale Reifen. Das war in der Anfangszeit so: ist aber Schnee von gestern.

Beim VW Lupo 3L kamen übrigens Reifen mit einem Wert von 0,7% zum Einsatz. Ich muss mal schauen, welcher Typ Reifen das ist.

5. Letzte Vorbereitungen

Bevor ihr den Wagen anlasst, werft noch einen Blick auf die Armaturentafel um zu überprüfen ob überflüssige Aggregate/Zusatzausstattung abgeschaltet werden kann. Hiermit meine ich vor allen Dingen:
  • Klimaanlage (frisst 5 - 7 PS)
  • Heckscheibenheizung/Spiegelheizung
  • Sitzheizung
  • Gebläse auf kleine Stufe stellen


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