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CarSharing

Häufig gestellte Fragen (FAQ's)

CarSharing heißt nichts anderes als das euch zusammen mit anderen Nutzern ein Fuhrpark zur Verfügung steht. Ihr bucht u. nutzt das gewünschte Fahrzeug zur gewünschten Zeit.

Eignung
  • Vorteile bei Nutzung von CarSharing
  • Für wen eignet sich CarSharing?
  • Für wen eignet sich CarSharing nicht?

  • Mobilität
  • Mobilitätskonzept und Kooperationen
  • Autovermieter und CarSharing Organisationen

  • Verfügbarkeit u. Nutzung
  • Ich brauche aber regelmäßig ein Auto!
  • Und wie tätige ich meine Einkäufe ohne Auto?
  • Ist denn auch ein Auto verfügbar, wenn ich eins brauche?

  • Kosten
  • Warum CarSharing wenn es Autos ab 5 Euro/Tag gibt?
  • Aber ist das eigene Auto nicht viel bequemer?
  • Also wo ist der Haken an der Sache?
  • Auto vom CarSharer kostet pro Tag schnell 20 - 30 Euro.
  • Autokosten: Warum ist das so?
  • Aber ist die Bahn nicht viel teurer?

  • Fahrzeiten
  • Zuviel Zeitverlust: Mit Bus oder Bahn dauert immer länger!
  • Bus- und Bahn bedeutet Stress u. Verspätungen!

  • Ausblick
  • Hat CarSharing Zukunkt?
  • Ich habe da noch ein paar weitere Fragen?


  • Welche Vorteile habe ich bei der Nutzung von CarSharing gegenüber dem eigenen Auto?
    • Euch steht eine breite Palette v. Fahrzeugtypen zur Verfügung: vom Stadtflitzer über den Kombi bis hin zum Transporter. Für jede Gelegenheit das passende Fahrzeug
    • Ihr fahrt gut ausgestattete Neuwagen: Klimaanlage, ABS, Airbags, Kindersitzerhöhung etc. sind selbstverständlich. Viele verfügen außerdem über Schneeketten, Anhängerkupplung oder sogar Navigationssystem
    • Alle Fahrzeuge haben Vollkaskoversicherung und ADAC-Pannenschutzbrief
    • Ihr tragt nur einen Teil der Fixkosten (z.B. Wertverlust, Steuer, Versicherung), da sich diese auf alle Nutzer aufteilen
    • Ihr zahlt nur wenn ihr fahrt: kein teures Auto mehr dass 95% seiner Kosten durch bloßes Rumstehen verursacht
    • Keine Stellplatzkosten
    • Keine Wagenpflege und Inspektionstermine
    • Nutzung von CarSharing-Fahrzeugen bundesweit: lange Strecke bzw. bequem per Bahn dann Umstieg aufs Auto

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    Für wen eignet sich CarSharing?

    Privatpersonen

    Für all diejenigen, die ihren täglichen Arbeitsplatz auch ohne Auto erreichen können. In der Praxis dienen 90% der Fahrten diesem Zweck. Das Auto fährt dann 1 St. am Tag und steht 23 St. rum. Nicht gerade effizient! Denn Versicherung, Steuer, Wertverlust etc. schlagen 24 St. am Tag zu Buche.

    Ein vernünftiges Netz öffentlicher Verkehrsmittel ist natürlich Voraussetzung. Derzeit leben 37% aller Bundesbürger in einer Stadt mit CarSharing Angebot. Städter haben also gute Chancen dabei zu sein.

    Als Ersatz für den Zweitwagen der meist nur wenige Kilometer im Jahr läuft. Trotzdem happige Versicherungssummen verschlingt und beim Wiederverkauf trotz geringer Kilometerleistung nur einen Bruchteil des Kaufpreises einbringt. Er ist dann halt alt an Jahren und die niedrige Kilometerleistung deutet auf viel Kurzstrecke hin. Also überdurchschnittlich hohen Verschleiß der gesamten Mechanik.

    Eine lukrative Alternative für Familien, die sich so den 2. Privatwagen sparen.

    Gewerbetreibende

    Hier ist die Nutzungsdauer schon etwas höher. Während eines 8-stündigen Arbeitstags wird der PKW wenigstens einige Stunden genutzt. Aber nach Feierabend und am Wochenende steht er ebenfalls rum.
    Hinzu kommt der Umstand, dass manche Autos nur an 2-3 Tagen in der Woche genutzt werden. Der Fahrzeugpark muss aber den Spitzenzeiten Rechnung tragen.

    Viele Unternehmen haben erkannt, dass das keinen Sinn macht. Ein Vertrag mit einem Autovermieter oder einem CarSharing Unternehmen spart bares Geld und erhöht die Flexibilität.
    CarSharing Fahrzeuge bieten hier den Vorteil binnen weniger Minuten bis Stunden verfügbar zu sein. Mietwagen den Vorteil auf Wunsch durch einen Mitarbeiter geliefert zu werden.

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    Für wen eignet sich CarSharing nicht?

    Für Leute auf dem Lande. Hier gibt es generell nur eine dürftige Anbindung öffentlicher Verkehrsmittel. Fährt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Büro, reist man meist von Pontius nach Pilatus. Am Wochenende muss man vielerorts den Daumen hoch halten um in die nächste Stadt zu kommen.
    Kauft euch also ein sparsames Auto und genießt die Vorteile des Landlebens. Hier gibt es so viel anderes zu entdecken!

    Für Vielfahrer. Fahrt ihr jenseits von 15.000 km/Jahr müsstet ihr schon kräftig umsatteln (z.B. auf Bahn mit Bahncard 50) um eure Kilometerleistung in einen wirtschaftlichen Bereich zu kriegen. Aber es gibt auch Leute, die das hinkriegen.

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    Wie ist das mit dem Mobilitätskonzept zu verstehen? Hier ist immer v. Kooperationen die Rede?

    Beim CarSharing geht es heute um viel mehr als nur die Bereitstellung eines Fuhrparks von Autos. Wir alle wollen mobil sein. CarSharing Nutzer zu sein muss bedeuten eine angrenzend ähnliche Mobilität wie mit dem eigenen Auto zu besitzen. Die Organisationen kooperieren daher mit:
    • dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)
    • Autovermietern
    Im Ergebnis erhaltet ihr ein umfassendes Mobilitätskonzept. Ihr habt immer die freie Wahl des Verkehrsmittels. Außerdem bringen euch diese Kooperationen handfeste finanzielle Vorteile wie z. B.:
    • reduzierte Einstiegs/Jahresgebühren für’s CarSharing für Besitzer eines Jahresabos des ÖPNV
    • besondere Konditionen beim Autovermieter

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    Sind Autovermieter und CarSharing Organisationen nicht Konkurrenten?

    Beim Autovermieter könnt ihr keinen PKW stundenweise bekommen. Mit Ausnahme von Großstationen an Bahnhöfen u. Flughäfen ist die Reservierung 2 - 3 Tage im Voraus erforderlich.

    Ein Mietwagen eignet sich daher für:
    • längere Fahrten (ab 300 - 400 km)
    • Einwegmieten (Rückgabe des Wagens in einer anderen Stadt)
    CarSharing hingegen offeriert die Möglichkeit:
    • spontan zu buchen
    • stundenweise bis tageweise zu nutzen
    Daher gibt es keine direkte Konkurrenz. Kooperationen dienen beiden. Die Mietgesellschaften gewinnen wertvolle Kunden. Das Privatkundengeschäft macht nämlich weniger als 5% des Umsatzes aus. Und die CarSharer können ihren Kunden ein breiteres Mobilitätskonzept unterbreiten.

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    Ich brauche aber regelmäßig ein Auto da ich immer am Wochenende zu meinem Freund fahre!

    Auch für diese Belange ist gesorgt. teilAuto bietet z.B. den Tarif „teilAuto Exklusiv“ an. Hier bucht ihr einen Wagen zu festen Zeiten. Berechnet werden im gebuchten Zeitraum nur Kraftstoffkosten, keine Kilometerkosten.
    Alternativ bietet sich abhängig von der Entfernung die Nutzung der Mietwagenkooperation an.

    Oder ihr least ein Fahrzeug vom Carsharer. Stattauto bietet bzw. diese Möglichkeit. Die Vorteile gegenüber dem konventionellen Leasing-Fahrzeug:
    • Rückgabe des Wagens mit entsprechender Gutschrift bei Nichtnutzung (z.B. Flugreise)
    • Spontane Nutzung anderer Fahrzeugmodelle aus dem Fuhrpark (z.B. Transport, Limousine für Reise)

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    Und wie tätige ich meine Einkäufe ohne Auto?

    Sollte es sich als bequemer herausstellen, die Einkäufe zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrmittels zu tätigen, nur zu. Eurer Gesundheit wird das keinen Abbruch tun. Aber keiner sagt, dass ihr das tun müsst.
    Bestellt einfach ein Auto wenn ihr eins braucht. Fahrt vom Büro gleich per ÖPNV zum Stellplatz. Das ist problemlos möglich, da die CarSharing Parkplätze immer in unmittelbarer Nähe von Haltestellen (U/S-Bahn o. Bus) eingerichtet sind.

    Tipp:
    Mit eurem CarSharing Auto gehört ihr automatisch zu den Privilegierten. Ihr dürft in Innenstädten jeden Anwohnerparkplatz in Beschlag nehmen: ganz legal! Kein Witz.
    Ärger über wuchernde Parkgebühren gehört damit der Vergangenheit an.

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    Ist denn auch ein Auto verfügbar, wenn ich eins brauche?

    Genau das war auch meine große Befürchtung bevor ich bei teilAuto eintrat. Aufnahme- und Jahresgebühr sozusagen für die Katz!

    Man übersieht hier jedoch einen sehr wichtigen Umstand. Der Großteil der CarSharer sind Leute, die für die regelmäßigen Belange des täglichen Lebens (Fahrt zum Arbeitsplatz, Einkaufen etc.) auf das Auto verzichten können. Genau hierzu dient der private PKW zu 95%. Hat man sich für diese 95% der Belange anders organisiert, braucht man das Auto nur noch selten.

    Nach nunmehr einem Jahr kann ich mich nur an ein Wochenende erinnern, an dem alle PKW’s in Hildesheim ausgebucht waren: Pfingsten. Werkstags habe ich es noch nie erlebt.

    Was man zu Ostern, Pfingsten und Weihnachten unternimmt, weiß man aber schon im Voraus. Oder hattet ihr etwa keinen Fahrplan für die Weihnachtsbesuche des letzten Jahres?
    Dementsprechend kann man auch frühzeitig buchen und kriegt mit Sicherheit noch einen Wagen.
    Wenn doch alle Stricke reißen, ab zum Autovermieter: die wissen zwischen Weihnachten und Neujahr nicht wohin mit den vielen Autos. Die Gewerbetreibenden sind schließlich nicht dumm; bringen ihre gemieteten Fahrzeuge dutzendweise zurück. Die Vermieter legen Sondertarife auf um wenigstens ein paar Fahrzeuge vom Hof zu kriegen. Ihr werdet geradezu mit Kusshand empfangen.

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    Warum soll ich CarSharing nutzen wenn ich ein Auto beim Discountvermieter schon ab 5 Euro/Tag bekomme?

    5 Euro/Tag hört sich toll an. Wollte so einen Wagen auch gleich nehmen als ich davon hörte. Beim Durchrechnen stieß ich aber auf einige Haken und Ösen:
    • Preis nur für Werkstage Mo. - Do. gültig; ab Fr. kräftiger Zuschlag
    • Außerdem min. 1 Woche im voraus buchen; sonst wesentlich teurer
    • zusätzlich 7,50 Euro/Tag für Kaskoversicherung (750 Euro SB)
    • nur 100 km/Tag inklusive; Zusatzkilometer schlagen mit min. 0,14 Euro/km zu Buche
    • Wagen ist vor Rückgabe innen und außen zu reinigen: sonst 15 Euro Strafgebühr
    Darüber hinaus bedenkt noch die Zeit und Kosten zur Anreise zur Vermietstation (meist im Stadtrandgebiet).
    Sprit ist natürlich auch nicht inklusive. Und die Öffnungszeiten des Büros sind zu berücksichtigen.
    Alles in allem lohnt sich ein solcher Wagen nur falls man den Wagen min. 4-5 Tage benötigt und nur wenige km fährt. Aber nicht vergessen min. eine Woche im Voraus zu buchen!
    Am Wochenende kommt ihr mit den Standardtarifen von Hertz, Europcar und Co. billiger weg. Vergesst hier also die Billiganbieter.

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    Aber ist das eigene Auto nicht viel bequemer?

    Richtig: Das eigene Auto steht immer vor der Türe. Ist sekundenschnell verfügbar. Ein unschätzbarer Vorteil für spontane Fahrten.
    Fordern die eigenen Lebensumstände spontane Fahrten, ist der eigene Wagen in jedem Fall vorzuziehen.
    Es macht dann auch kaum Sinn für Kurzstrecken oder Fahrten im Stadtgebiet auf Bus und Bahn umzusteigen. Der Wagen verursacht so oder so Fixkosten. Versicherung, Steuer, Wertverlust etc. sind mit Kauf und Anmeldung beim Straßenvervekehrsamt sozusagen schon alle abgegolten und in Kauf genommen worden. Für Bus und Bahn müsste man erst extra zahlen. Und der Kraftstoff für 1 km ist ohnehin günstiger als 1 km Bus- oder Zugfahrt.

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    Also wo ist der Haken an der Sache?

    Die Sache hat prinzipiell zwei Haken:
    • Vielfalt
    • Geld

    Vielfalt:


    Die meisten Autobesitzer legen 99% ihrer Wege mit dem Auto zurück. Selbst wenn lange Strecken bzw. per ICE schneller und bequemer zurückzulegen wären, setzten sie sich ins Auto. Ich kenne kaum einen Autofahrer(-innen), der (die) sich mit Fahrpreisen, Fahrplänen oder auch nur der Möglichkeit auskennt auf anderem Wege als mit dem eigenen Auto ans Ziel zu kommen. Dabei bietet sich uns heutzutage eine Vielfalt an Verkehrsmitteln:
    • Rad
    • Bus, S-Bahn, U-Bahn
    • Nah- und Fernverkehrszüge
    • Auto
    • Flugzeug
    • Schiff
    Diese Vielfalt und die daraus erwachsenden Möglichkeiten erschließt sich einem erst, wenn die Frage:
    • Wann muss ich denn dann losfahren?
    durch die Frage:
    • Wie komme ich denn da am besten hin?
    ersetzt wird.

    Fällt die Wahl aufs Auto, bucht man halt eben eins. Es steht einem ja weiterhin die Möglichkeit offen Auto zu fahren. Fällt sie aber auf ein anderes Verkehrsmittel benutzt man dieses ohne dass das Auto in der Zwischenzeit durch Fixkosten Geld verschlingt. Und genau das ist der springende Punkt! Man nutzt die freie Auswahl. Und lernt sehr schnell wann welches Verkehrsmittel am besten geeignet ist.


    Wie wäre es denn mal mit einem alternativen Verkehrmittel? Euer Chef würde staunen.

    Geld:

    Für das private Auto fallen hohe Fixkosten an. Ihr zahlt jede Menge Kohle auch wenn ihr nicht oder nur wenig fahrt.
    Beim CarSharing ist es genau umgekehrt. Ihr zahlt für die Nutzung eines Fahrzeugs. In den Zeiten in denen ihr keins braucht, spart ihr euch die Kohle.

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    Ich habe mal nachgerechnet: Ein Auto vom CarSharer kostet mich pro Tag ganz schnell 20 - 30 Euro. Das ist viel teurer als mit dem eigenen Auto!

    Das kommt ganz darauf an, wie viele Kilometer ihr pro Jahr fahrt. Eine grobe Aufteilung sieht aus ökonomischer Sicht etwa wie folgt aus:
    • >30.000 km: privater Neuwagen mit Dieselmotor oder 2-3 Jahre alter Gebrauchter
    • 15.000 km: 4-5 Jahre alter Gebrauchter mit Benzinmotor
    • 8.000 km: das Eis für die Rentabilität eines Privaten wird dünn
    • <5.000 km: willkommen beim CarSharing! Hier seid ihr die Gewinner

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    Warum ist das so?

    Orientierung bietet die ADAC-Übersicht. Neuwagen mit Kilometerkosten von < 22 Cents/km bei 15.000 km/Jahr sind Schnee von gestern. Für 22 Cents/km könnt ihr gerade Mal einen 2-Sitzer wie den MCC Smart fahren.
    • Macht also 3.300 Euro/Jahr bei 15.000 km
    Wollt ihr wenigstens 4-Sitze und ein wenig Kofferraum haben, kommt ihr nicht an der Polo-Klasse vorbei. Ein Neuwagen dieser Kategorie kostet 24 - 27 Cents/km. Also:
    • 3.600 - 4.050 Euro/Jahr bei 15.000 km
    • 2500 - 2800 Euro/Jahr bei 6.000 km
    Sinkt nun die Kilometerleistung, bleiben aber alle Fixkosten annähernd (Steuer, Versicherung, Wertverlust etc.) gleich. Die Kosten pro gefahrenem km steigen rapide an. Die Graphik zeigt die Kosten/km für einen Opel Corsa 1.0 Eco in Abhängigkeit von der Fahrleistung. Der kleine Opel ist bzgl. Kosten der Shooting Star seiner Kategorie.
    Bemerkenswert ist der Knick für Kilometerleistungen unterhalb 8.000 km/Jahr.



    Gebrauchtwagen

    Selbst die ökonomisch optimale Anschaffung eines 5 Jahre alten Opel Corsa bringt euch nicht auf weniger als ca.17 Cents/km. Ich gehe hier von der billigsten Ausstattungsvariante aus: Also kein ABS, ESP, Klimaanlage etc. und 55 PS. Die Kiste wird bei Anschaffung bar bezahlt (kein Kreditzins) u. nur eine Haftpflicht abgeschlossen. Extras und Kaskoversicherung sind nicht drin. Im Falle eines Totalschadens besteht also das Risiko, dass der Restwert des Wagens weg ist. Die dann entstehenden Zusatzkosten (5 - 50 Cents/km je nach Zeitpunkt) im Rahmen einer Neuanschaffung finden in der Graphik keine Berücksichtigung.



    Macht immer noch:
    • 2550 Euro/Jahr bei 15.000 km
    • 1560 Euro/Jahr bei 6.000 km
    Der Vergleich mit dem Gebrauchten hinkt aber. Wir würden hier Äpfel mit Birnen vergleichen. Denn CarSharing Fahrzeuge werden grundsätzlich auch als Neuwagen angeschafft. Damit verfügt ihr über ein modernes Auto mit allem was dazu behört (ABS, Klimaanlage, Airbags etc.) inkl.Vollkasko, ADAC-Schutzbrief, Wagenunterhalt sowie Pflege.
    Außerdem entfällt evtl. die Stellplatzanmietung.

    Nachrechnen könnt ihr das alles auf www.autobudget.de. Hier findet ihr eine prima Datenbank, die euch exakte Angaben liefert.

    Beispiel Autokosten: privater PKW im Vergleich zum CarSharing

    Richten wir also unser Augenmerk auf Kilometerleistungen von max. 8.000 km.

    Als CarSharing Mitglied verfügen wir nun über die freie Auswahl an Verkehrsmitteln:
    • Bus
    • Bahn
    • CarSharing (vom Stadtflitzer über den Kombi bis zum Transporter)
    • Mietwagen
    Für jeden Bedarf wählten wir das passende. Wir legen also nicht mehr wie früher 99% unserer Wege mit dem Auto zurück. Daher werden wir auch nicht mehr 8.000 km mit dem Auto fahren. Die Kilometerleistung teilt sich ab sofort auf verschiedene Verkehrsmittel auf.

    Bei mir persönlich sieht es etwa wie folgt aus:
    • Bus: 2500 km (160 Fahrten zur Arbeit hin- und zurück sowie sonstiges)
    • Bahn: 6000 km (hauptsächlich nach Aachen, Berlin, Hannover)
    • CarSharing: 2000 km (Tagesfahrten, abends stundenweise Kurzstrecken)
    • Mietwagen: 1500 km (Wochenendfahrten)
    • Rad: 500 km (30 Fahrten zur Arbeit und sonstiges)
    • Radsport: ca. 3000 km (das wollen wir hier aber mal unberücksichtigt lassen!)
    • Zu Fuß: schwer zu sagen; aber schätze 500 km


    Würde ich alle Wege mit dem privaten PKW zurücklegen, käme ich also auf ca. 13.000 km/Jahr. So per Auto aber nur auf 3.500 km/Jahr. Der Rest teilt sich auf andere Mobilitätsträger auf.

    Das Phänomen der sich reduzierendes Kilometerleistungen per Auto ist bei neuen CarSharing Mitgliedern tatsächlich feststellbar. Ihr könnt also davon ausgehen, dass sich auch eure Kilometerleistung per Auto reduziert.

    Synergieeffekte

    Hinzu kommt, dass sich Synergieeffekte einstellen. Warum heute und morgen zum Supermarkt fahren wenn man morgen beides zusammen erledigen kann?

    Dass dies kein Witz ist stellt man besonders im Winter fest. Samstags morgens stürmen normalerweise alle in die Supermärkte. Spätestens um 9.30 Uhr gibt es ellenlange Schlangen an jeder Kasse.
    Aber achtet mal darauf wie leer es ist wenn morgens Schneefall für glatte Straßen sorgt. Nun hat plötzlich alles auch noch bis Montag Zeit. An solchen Tagen gehe ich ganz bewusst einkaufen: Zu Fuß mit guten Witterschuhen!

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    Aber ist es nicht viel zu teuer auf die Bahn umzusteigen?

    Bitte rechnet es einmal nach. Ein Auto könnt ihr nicht unter 23 Cents/km bewegen. Selbst wenn ihr keine Bahncard habt, kostet euch der Kilometer max. 0,14 - 0,16 Cents. Nutzt ihr Frühbucherrabatt, Bahncard, Mitfahrerrabatt, Familienrabatt oder ähnliches landet ihr bei bis zu 5 Cents/km. Selbst eure Schuhsohlen kämen euch wohl teurer zu stehen!

    Gehen wir also davon aus, eure Kilometerleistung per Auto reduziert sich von 8.000 km auf 4.000 km.

    Was kostete uns der neue Corsa noch einmal? 0,34 Euro/km bei 8.000 km/Jahr.
    • Macht 2720 Euro/Jahr bzw. 226 Euro/Monat.
    Nun rechnet 50 Euro/Monat für eine Jahreskarte für den ÖPNV in eurer Stadt. Bleiben also 176 Euro, die ihr monatlich für’s Carsharing oder Bahnfahren verbraten könnt. Die Betonung liegt auf könnt, nicht müsst!
    Im Gegensatz zum Privatwagen, der die Kosten so oder so verschlingt, habt ihr es nun selbst in der Hand zu sparen oder zu prassen. Ein Gewinn an Freiheit also!

    Aus Erfahrung kann ich euch sagen, dass ihr die 176 Euro im Durchschnitt nicht verfahren werdet. Habt somit Geld für andere schöne Dinge des Lebens übrig. Meine durchschnittlichen Monatsausgaben sehen etwa wie folgt aus:
    • Bus: 35 Euro
    • Bahn: 45 Euro inkl. Bahncard
    • CarSharing: 45 Euro
    • Mietwagen: 25 Euro
    • Fahrrad: 5 Euro (ein bisschen Wartung tut ihm ja auch gut)


    Macht 155 Euro/Monat. Würde ich 13.500 km alleine mit dem Corsa fahren, wären es 275 Euro/Monat. Macht 1440 Euro/Jahr Ersparnis.

    Flexibilität der Fahrzeugwahl

    Unsere Berechnung haben wir mit dem sparsamen Corsa durchgeführt, er wie gesagt der Shooting Star in seiner Kategorie ist. Euer CarSharer bietet euch aber generell folgende Fahrzeugklassen an:
    • Kleinstwagen (z.B. MCC Smart): ca. 11.000 Euro Neupreis inkl. Ausstattung
    • Kleinwagen (z.B. Corsa, Clio, Yaris): ca. 13.000 Euro Neupreis inkl. Ausstattung
    • Kombis (z.B. Golf, Astra, Corolla): ca. 22.000 Euro Neupreis inkl. Ausstattung
    • Limousine (z.B. Volvo S80): ca. 34.000 Euro Neupreis inkl. Ausstattung
    • Transporter (z.B. Mercedes Sprinter): ca. 30.000 Euro
    Ihr kommt also in den Genuss von Fahrzeugen, die ihr euch privat nie leisten würdet. Einen Golf Variant 1.9 TDI bewegt ihr bei 8.000 km/Jahr privat nicht unter 50 Cents/km.

    Erlebnisfaktor

    Wer jeden Tag mit der Karre zur Arbeit fahren muss, hat nur noch wenig Freude daran sich am Wochenende schon wieder in die Mühle zu setzen.
    Im Gegensatz dazu ist beim CarSharing der Erlebnisfaktor nicht zu unterschätzen. Ein wenig Technikbegeisterung natürlich vorausgesetzt. Die Fahrzeuge sind sorgfältig entsprechend dem Verwendungszweck ausgewählt. Unsinnige Fahrzeugtypen werdet ihr beim CarSharer nicht finden. So werdet ihr bei Nutzung kaum enttäuscht werden und euch über einige Erlebnisse freuen dürfen:
    • Wie angenehm ist das Smart Cabrio bei sommerlichen Temperaturen?
    • Wie fährt und betankt sich ein Erdgasfahrzeug?
    • Welcher Wagen gefällt mit besser: Corsa oder Clio?
    • etc.
    Ein Vertragshändler wird euch nach der Erfahrung mit diversen Fahrzeugtypen nicht mehr so leicht ein vergurktes Modell andrehen. Ihr kennt und wisst die Vorteile sinnvoll durchdachter Fahrzeuge zu schätzen. Nur leider müsst ihr dann wieder auf den Erlebnisfaktor verzichten!

    Totzeiten

    Damit meine ich die Zeiten in denen euer Privater nur rumstand. Ihr fliegt bzw. 2 Wochen in Urlaub. Die Miete für die Wohnung läuft in der Zeit leider weiter. Aber euer Auto zuhause kostet euch in dieser Zeit nichts mehr. Das gesparte Geld könnt ihr im Urlaubsort in einen Mietwagen investieren.

    Oder Wochenenden: an wie vielen im Jahr seid ihr unterwegs?
    Ich sehe immer wieder wie viele meiner Nachbarn ihre Autos am Wochenende nicht bewegen. Das Auto wird halt hauptsächlich für die Fahrt zur Arbeit genutzt. Alle anderen Fahrten laufen in der Kilometerbilanz unter ferner liefen …
    Warum also nicht den Wagen einige Stunden für die notwendigen Besorgungen buchen und dann feierabend?

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    Aber ich verliere ohne eigenes Auto doch so viel Zeit? Mit Bus oder Bahn dauert immer länger?

    In Kleinstädten, wo der Verkehr hoffentlich noch fließt anstatt zu stocken, trifft dies vordergründig zu. Die reine Fahrtzeit per Auto ist kürzer als mit öffentlichen Verkehrmitteln. Auch braucht man nicht auf den Bus zu warten.
    Für meinen Arbeitswege benötige ich von Tür zu Tür:
    • 20 Min. per Auto
    • 35 Min. per Bus
    Was macht ihr aber während der Fahrt? Ihr seid voll mit dem Steuern des Wagens beschäftigt. Das Fahren ist reines Mittel zum Zweck um von A nach B zu kommen. Der Nutzen stellt sich erst bei Erreichen des Ziels ein. Also Zeit, die zu 100% verloren ist.

    Im Gegensatz dazu kann die Fahrtzeit per Bus und Bahn genutzt werden. Das Fahren nimmt euch hier schließlich jemand ab. Also warum Zeit am Frühstückstisch mit der Lektüre der Zeitung vertrödeln? Die 20 Min. im Bus sind dafür ideal.

    Zeit ist Geld: Manager und Geschäftsreisende nutzen die Fahrt per Bahn grundsätzlich um Büroarbeit zu erledigen. Das spart ihnen am nächsten Tag Stress im Büro: und der Feierabend winkt früher!

    Privat geht das genauso. Ihr könnt lesen, Musik hören, euer Abendbrot o. Frühstück zu euch nehmen und sogar Filme gucken.

    So fahre ich bzw. regelmäßig von Hildesheim nach Aachen (400 km). Fahrtzeit zwischen 4,5 - 5 St. Sitzt man nur da und schaut zum Fenster raus, eine unendlich lange Zeit. Ich ärgere mich aber meistens darüber, dass ich schon ankomme. Denn meist erinnert mich die Ansage des Schaffners daran, das Buch zuzuschlagen.

    Die Deutsche Bahn hat dies übrigens erkannt. Seit geraumer Zeit schon legt sie verschiedene Magazine in den IC, ICE-Zügen aus. Bisher freute ich mich immer darauf min. einmal im Monat Fernstrecke zu fahren. Die Artikel und Berichte in „DB mobil“ liegen nämlich qualitativ weit über dem heute üblichen Durchschnitt der käuflichen Zeitschriften am Kiosk. Und kostenlos ist sie auch noch.

    Darüber hinaus fühlt man sich im ICE3 mit Videoplatz wie im Kino (auch in der 2.Klasse). Reise und Kinobesuch miteinander kombiniert. Den Abend hat man dann noch für anderes frei.

    Somit wendet sich das Blatt. Die Fahrzeit wird von der Wartezeit zur Nutzzeit. Im Laufe der Zeit werdet ihr auf Sachen aufmerksam, die euch am Steuer eures Autos ewig verborgen geblieben wären. Weil euch dafür einfach die Zeit fehlte!

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    Bus- und Bahn fahren bereiten mir Stress; immer Verspätungen u. dann auch noch den Anschluss verpasst!

    Stimmt: Verspätungen sind sehr ärgerlich wenn man einen Termin hat. Komisch daran ist nur, dass die meisten Leute, die über diese Verspätungen schimpfen gar nicht oder nur selten Bahn fahren. Natürlich kommt es zu den Stoßzeiten auch zu Verspätungen.

    Aber was ist mit den Staus auf den Autobahnen freitags abends? Kein Autofahrer schimpft bei Ankunft lauthals darüber.

    „Ich bin spät: es gab halt wieder Stau. Du weißt ja schon“ ist die typische Aussage. Staus werden akzeptiert als seien sie unumgänglich. Dabei ist jeder einzelne von uns daran direkt beteiligt. Wahrscheinlich ist das auch der Grund warum wir das Phänomen so gerne runter spielen: im Unterbewusstsein wissen wir, dass wir anteilig Schuld tragen. Und wer tadelt schon gerne das eigene Verhalten? Besser steht da, wer über andere schimpft!

    Umgekehrt empfinde ich Staus beim Autofahren geradezu als unerträglich. Eine nervige Zeit, während der man dutzende Male ein- und auskuppeln sowie bremsen und beschleunigen muss. Viel Arbeit und es geht doch nicht voran. Einfach ätzend!

    Währenddessen qualmen einem die umstehenden Autos geradezu die Bude voll. Der Anteil Diesel-Fahrzeuge wird schließlich auch nicht geringer. Eine Sauerstoffflasche wäre jetzt angebrachter als aller anderer Komfort-Schnickschnack. Wie schön wäre es jetzt frische Luft auf einem Bahnsteig einzuatmen?

    Und trotzdem will keiner eine Start/Stop-Automatik haben. Irgendwie verkehrte Welt, oder? Also tut euren Mitmenschen doch bitte den Gefallen und stellt wenigstens den Motor im Stau ab.

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    Hat CarSharing Zukunft oder ist es eher eine Eintagsfliege?

    CarSharing ist in den vergangenen 10-15 Jahren von klein- und mittelständigen Unternehmen aufgebaut worden. Inzwischen ist aber auch eines der weltweit größten Unternehmen in dieses Geschäftsfeld eingestiegen: die niederländische Shell A.G.

    Im Sep. 03 hat Shell probeweise mit einem Angebot in Dortmund den Markt sondiert. Seit März 04, also gerade mal 6 Monate später, ist Shell Drive in 21 Städten Deutschlands präsent!

    Die massive Expansionspolitik dieses Giganten ist der beste Beweis für das Potential dass hier noch brachliegt. Außerdem steigen die Nutzerzahlen jährlich: von 2002 auf 2003 wieder um 15% im Bundesdurchschnitt.
    Die Frage nach der Zukunftsträchtigkeit kann also nur positiv beantwortet werden. Stellt euch vor in Zukunft stünde in jeder zweiten Straße eurer Stadt ein Wagen zur Verfügung. Ganz so wird es nicht werden. Aber motivieren nicht gerade stetig steigende Neuwagenpreise in Zeiten stagnierender Löhne Umdenkprozesse in Sachen Auto?

    Bleibt nur zu hoffen, dass es in Zukunft nicht zu einer Monopolstellung oder Kartelbildung auf dem CarSharing-Markt kommt. Die Auswirkungen dessen müssen wir ja jedes Jahr zur Urlaubszeit ertragen wenn wir die Zapfsäule aufsuchen.
    Ach gäbe es doch nur einen Konzern, der hier nicht mitmachte … Das ist inzwischen Wohl Utopie. Daher hoffe ich, dass ihr meine Spritspartipps zu schätzen wisst.

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    Ich habe da noch ein paar weitere Fragen?

    Dann mailt mir eure Fragen. Als erprobter CarSharing-Nutzer würde ich mich freuen eure Fragen hier einzubinden.

    Allzeit gute Fahrt wünscht euch,

      Michael Bosch

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