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Alternative AntriebeHybridantriebAus den vorangegangenen Kapiteln ist uns eines noch gut in Erinnerung geblieben. Der geringe Wirkungsgrad von Verbrennungsmotoren im praktischen Fahrbetrieb. Eigentlich braucht man für 95% der Fahrsituationen nur einen sehr kleinen Motor. Lediglich beim Beschleunigen, Überholen und auf Steigungen benötigen wir kurzzeitig einen Antrieb einer anderen Leistungsklasse.Der Hybridantrieb versucht genau dies zu bieten. Er kombiniert einen kleinen Benzinmotor mit einem leistungsstarken Elektromotor. Je nach Fahrsituation wird entweder der eine oder der andere Antrieb exklusiv genutzt oder beide werden parallel genutzt. Von großem Vorteil ist, dass der Verbrennungsmotor immer mit maximalem Wirkungsgrad arbeiten kann. Überschüssige Energie wird dann einfach zum Laden der Batterien genutzt. Sind diese voll und die Antriebsleistung des Elektromotors reicht aus, schaltet der Verbrennungsmotor solange ab bis:
Damit verbraucht der Toyota vor allen Dingen im Stadtverkehr min. 2 Liter weniger als andere Autos dieser Fahrzeugkategorie. Und der Komfort im Stadtzentrum im Elektromodus fast lautlos dahinzugleiten ist bestechend. In Kürze werdet ihr in der Kategorie „Test“ einen Bericht finden. Der Hybridantrieb ist noch eine junge Technologie. In den nächsten 10 Jahren werden meines Erachtens immer mehr Fahrzeuge damit angeboten werden. Anfangs wohl als Sonderserien oder als Zubehör. Irgendwann wird es dann zum Standard wie heute schon ABS/Airbag etc. Die ökonomischen Vorteile im Kurzstreckenverkehr/Stadtverkehr liegen klar auf der Hand. Die Förderung dieser Antriebstechnologie wird dabei maßgeblich aus den USA hervorgehen. Dort freut man sich über die Alternative zum unerwünschten Diesel. In Hollywood ist der Prius der neue Star. Eine Wirtschaftsmacht wie die USA wird es sich nicht nehmen lassen, den Europäern etwas zu ihrer Dieseltechnologie entgegenzusetzen. Dazu verpflichtet schon die Sicherstellung der politischen Machtstellung, die die Vereinigten Staaten zum obersten Ziel erklärt haben. So pervers das ganze auch klingen mag: vielleicht kommt bei diesem weltpolitischen Machtpoker der Amerikaner ausnahmsweise mal die Durchsetzung einer erstrebenswerten Sache heraus. Es wäre nach 3 Jahren „War against Terror“ wünschenswert. Und was machen die Europäer, allen voran die Deutschen? Opel plant den neuen Astra mit einem 180 PS Dieselmotor. VW hat den Golf V nicht mehr mit 130 PS sondern mit 140 PS Dieselmotor ausgerüstet. Zugegeben: Ein Golf IV TDI mit 130 PS macht richtig Spaß. Leistung satt. Und trotzdem kann man ihn auch mit 5 l/100 km fahren. Aber wo ist die Alternative am anderen Ende? Wie wäre es denn mit einem sparsamen 1,6 l, 75 PS TDI? Bei den drehmomentstarken Pumpe-Düse Aggregaten wäre auch der schwere Golf V mit 75 Diesel-PS gut motorisiert. Und dann wäre der Wagen wohl auch wieder zu konkurrenzfähigeren Preisen anzubieten. Aber 140 PS passen schließlich besser zum Blickhupen-Image auf deutschen Autobahnen. Allen voran setzten vor allen Dingen die deutschen Autobauer voll auf den Diesel. Der Antrieb boomt ja auch in Europa. Aber Europa ist leider nur ein kleiner Erdteil auf dieser Weltkugel. Ein bisschen mehr Weitblick täte wohl nicht schlecht. Sonst sind wir irgendwann nicht mehr das Land der Entwicklungen sondern Entwicklungsland. Denn Europa und vor allen Dingen Deutschland ist nicht der Nabel der Welt. Persönlich würde es mich nicht wundern, wenn Europas Autobauer in 5 Jahren einsehen müssen, die Entwicklung einer maßgebenden Technologie verpasst zu haben. Zurück Weiter © 2004 by M. Bosch |