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Sommertour 2008 - Nach Zwiesel im Bayrischen Wald

Die Fahrt von Pyhra ganz im Osten Österreichs nach Zwiesel im Bayrischen Wald war im letzten Jahr einer der besonders schlimmen Regentage gewesen. Diesmal meldete der Wetterbericht, dass vereinzelt Schauer möglich wären. Und tatsächlich, nach ca. 150 Kilometern Fahrt mitten im Mühlviertel im Norden von Oberösterreich fielen die ersten Tropfen auf mich. Nach 10 Minuten war es wieder vorbei. Bis dahin war ich schon von Pyhra über Hollabrunn, das Schmida-, Kamp- und Straßertal nach Krems in die Wachau gefahren. Dort überquerte ich die Donau und scarvte durch den Dunkelsteiner Wald, dessen Straßen teilweise schon ganz alpinen Charakter haben. Also enge und steile Kurven in bergigem Gelände. Die sanften Hügel des Weinviertels mit seinen vielen geschwungenen Kurven waren vorbei. So erreichte ich Wieselburg, das liegt an der Erlauf, die kurz nach der Stadt in der Donau verschwindet. Ich überquerte die Donau auf der Staumauer des Donaukraftwerkes Ybbs-Persenbeug. Es ist das älteste Donaukraftwerk Österreichs. Seit 1959 produziert es ohne einen einzigen Tag Ausfall Strom. Die Grundenergie, die Wasserkraft, liefert die Donau kostenlos, bei der Stromproduktion fallen keine Abgase oder sonstigen schädlichen Nebenprodukte an. Durch die Staustufen der Donau wird ein gleichmäßiger Pegelstand der Donau gewährleistet. Das ist wichtig für die Schifffahrt. Außerdem kommen Hochwasser dadurch höchst selten vor. Genau so stelle ich mir gute Stromproduktion vor.

Weiter fuhr ich am nördlichen Donauufer im Strudengau ca. 12 Kilometer stromaufwärts. Dann bog ich rechts ab und durchquerte das gesamte Mühlviertel von der Donau im Südosten bis zum Böhmerwald im Nordwesten von Oberösterreich. Direkt von der Abbiegestelle an bei St. Nikola an der Donau geht es steil berghoch. Es folgen auf über 100 Kilometern Länge zwischen Linz an der Donau und dem Böhmerwald viele 100 schwungvoll zu fahrende Kurven. Die engen Kurven fehlen hier, man wedelt, pardon scarvt heißt das, die Berghänge hoch und auch wieder runter. Der Scarver ist wieder in seinem natürlichen Lebensraum angelangt. Er zeigt, dass er nicht nur sanft schnurren kann. Wenn es mal nötig tut, in einem steilen Straßenstück oder aus einer Kurve heraus, liefert der Motor herrlichen Schub. Die Temperatur war mit etwas über 20° C sehr angenehm, die Sonne hielt sich meist zurück, es war bestes Motorradwetter. Und das bei dem Gelände und der Maschine, was Besseres ist nicht vorstellbar.

Bis eine der Wolken sich doch nicht beherrschen konnte. Aber nach 10 Minuten hörte der Schauer wieder auf, die Straßen waren noch etwas länger nass. So erreichte ich am Nachmittag den Böhmerwald, der dann ab der bayrischen Grenze Bayrischer Wald heißt. Kurz vor der Grenze hatte ich natürlich noch einmal voll getankt. In Österreich kostet der Liter Sprit traditionell ca. 20 Cent weniger. Durch die etwas flottere Fahrweise genehmigte sich der 650 cm³ Einzylindermotor etwas mehr von dem Kraftstoff. Ich kam auf 3,5 Liter Benzinverbrauch auf 100 Kilometer Fahrt. Von Schwarzenberg am Böhmerwald bis Philippsreut wird der Waldanteil an der Strecke immer mehr. Von Philippsreut bis Zwiesel ist man nur noch im Wald unterwegs. Der Nationalpark Bayrischer Wald macht seinem Namen eben alle Ehre. Schwer ist es nur ein Foto zu schießen, dass außer Bäumen, der Straße und vielleicht einem Verkehrsschild etwas anderes zeigt. Die 50 Kilometer lange Strecke wird nur von einigen Ortschaften unterbrochen.

So erreichte ich diesmal mit strahlender Laune Zwiesel. Den Heizungsraum der Pension brauchte ich diesmal nicht als Trockenraum in Anspruch nehmen.

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