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Sommertour 2008 - Nach Friedrichshafen am Bodensee

Es wurde wieder ein heißer Sommertag. Hoch Lorenz gab sich alle Mühe mich zufrieden zu stellen. Auch die Strecke konnte besser nicht sein. Zur Ouvertüre scarvte ich von Bad Herrenalb nach Baden-Baden. Von hier nahm ich die B 500, die Schwarzwald-Hochstraße, unter die Räder. Es dauerte keine 5 Minuten, da hörte ich den Motor meiner BMW nicht mehr. Es lag aber nur an meinen Ohren. Sie reagieren ein wenig empfindlich auf schnelle Höhenunterschiede. Die Schwarzwald-Hochstraße ist sehr schön zu fahren. Nur stehen da ständig 70er Schilder mit einem Zusatz wegen ‚Erholungsgebiet'. Ich war doch hier um mich richtig zu erholen. Nur 70 war dazu etwas zu wenig. Na gut, bei Allerheiligen verließ ich die B 500 und konnte auf der Landstraße mein Tempo wieder selbst bestimmen. Da kam doch gleich wieder richtig Freude auf bei mir.

Von einem Dorf zum Nächsten muss man meist 5 bis 10 Kilometer berghoch und dann wieder runter fahren in das nächste Tal. Z.B. von Gutach nach St. Peter fährt man über den Kandel. Zunächst 12 Kilometer nur bergauf incl. vieler Spitzkehren. Wenn man nun am Kurvenscheitelpunkt mit Blickrichtung Kurvenausgang nach oben im 1. oder 2. Gang Gas gibt schnellt die Drehzahl nach oben. Dabei hämmert der Einzylinder voll los. Er gibt alles was er hat, zumindest akustisch und schubmäßig sind alle 50 Pferde voll dabei. Wenn dann die Gasgriffstellung und die Drehzahl wieder übereinstimmen hört das Hämmern auf und der Motor ist wieder ganz leise. Aber da heißt es sowieso schon wieder Gas zurücknehmen, einlenken in die nächste Kurve oder Kehre - und wieder am Scheitelpunkt der Kurve Gas geben. Bei den langen Bergabfahrten ist der Motor kaum zu hören. Mit viel Motorbremse und ein wenig Bremsunterstützung wenn nötig rollt man Kurve um Kurve zu Tal. Am Gipfel des Kandel sah ich zum ersten Mal das Ausflugslokal neben dem Parkplatz. Letztes Jahr hatte ich vor lauter Wolken und Regen nicht mal die Autos auf dem Parkplatz gesehen. Was war ich froh wie ich wieder heile unten war. In St. Märgen an der Tankstelle machte ich Pause und schmiss alle Zwischenziele im Schwarzwald aus dem Navi. Bloß schnell weg hier. Diesmal fuhr ich mit strahlenden Augen und einem breiten Grinsen unter dem Helm an der Tankstelle vorbei.

Titisee-Neustadt, Feldberg, eine große Runde über Todtnau zum Schluchsee waren meine nächsten Ziele. Dazwischen unzählige prächtige Kurven bergauf und bergab. Der Scarver meistert locker jede ihm gestellte Aufgabe. Er ist hier wieder mal in seinem ganz natürlichem Lebensraum. In Titisee-Neustadt machte ich aber keine Pause. Als ich die Menschenmassen sah fuhr ich langsam am nördlichen Seeufer entlang und steuerte den Feldberg an. Hier war es ruhiger und ich gönnte uns eine kleine Pause auf dem Parkplatz. Der Touristenrummel hat diese und viele andere Regionen nicht nur im Schwarzwald fest im Griff. Zwischen Todtnau und dem Schluchsee rollte ich gemütlich hinter einem Bierlaster, einem Sprinter und 5 weiteren Pkws hinterher. Das gefahrlose Überholen ist wegen der vielen Kurven ohne richtige Sicht etwas weiter nach vorne kaum möglich. Wie schnell kommt einem da eine Gruppe von Fahrradfahrern von oben entgegen. Ja, die Fahrradfahrer habe ich bewundert. Ein einziges Mal gab einer auf und schob sein Mountainbike. Es muss ein schönes Hobby sein immer so 10 Kilometer bergab zu fahren im Schwarzwald. An der Staumauer des Schluchsees machte ich einen Boxenstopp. Ich schleckte eine Eis und sah den Wassersportlern und Ausflugsbooten auf dem künstlichen See zu. Mein Scarver wartete derweil auf mich im Schatten.

Ich startete und steuerte ihn mitten hinein in die hügeligen Weiten der Schwäbischen Alb. Schwungvoll näherten wir uns dem Bikertreffpunkt bei den beiden Lokalen Hegaustern und Hegaublick. Nach den obligatorischen Beweisfotos setzte ich mich zu einer kleinen Gruppe in den Schatten. Ich musste erzählen von meiner Reise und bekam Tipps für die weitere Strecke. Diese führte mich nach Immendingen zur Donauversickerung. Es war mein dritter oder vierter Anlauf um dieses einmalige Naturschauspiel mal zu sehen. Jedes Mal führte die noch junge Donau zu viel Wasser. Ich war ja auch in der Regenzeit gekommen und nicht im Sommer. Diesmal sollte es klappen. An der ersten Stelle, die ich aufsuchte, hatte die Donau noch reichlich Wasser in ihren Bett, an der zweiten Stelle, 2 Kilometer weiter - das Flussbett trocken! Die Steine waren von ausgetrocknetem Schlamm überzogen. Ich wanderte etwas in der Donau hoch und runter und fand einige kleine Tümpel. Die glucksten vor sich hin. Mal konnte man sehen wie das Wasser in der Erde verschwand und mal wie es zwischen den Steinen wieder hochkam. Die Hauptstelle der Versickerung fand ich aber nicht. Dazu hätte ich dem ausgetrockneten Flussbett längere Zeit Donauaufwärts folgen müssen. Es war aber schon spät geworden, ich wollte weiter. Auf landschaftlich schönen Strecken jenseits der Hauptverkehrsströme fuhr ich dem Bodensee entgegen. Viele Obstplantagen säumten meinen Weg auf den letzten Kilometern des Tages. Am Stadtrand von Friedrichshafen stellte ich vor einer kleinen Pension den Motor ab. So schön sollte es weitergehen, noch viele Tage lang.

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Sommertour 2008 - Nach Sachrang im Chiemgau

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