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Sommertour 2008 - Nach Bad Herrenalb im Schwarzwald

Der Tag empfing mich mit blauem Himmel. Das Frühstück steigerte noch meinen Optimismus. Ich wurde auch nicht enttäuscht, es wurde ein sonniger, warmer Sommertag. An den fürchterlichen Regentag an gleicher Stelle zur gleichen Zeit im Vorjahr und den Lima-Reglerausfall mit allen seinen Folgen dachte ich zunächst überhaupt nicht. Jetzt musste ich nur noch meinen Teil zu einem schönen Tourtag mit meinem Scarver beitragen. Dazu hatte ich eine schöne Strecke ausgesucht.

Von Hemmelzen fuhr ich nach Neustadt an der Wied und begleitete von hier an die Wied auf ihrem Weg zum Rhein. Die wunderbare Nebenstraße längs des Flusses schlängelt sich genau wie dieser durch den Naturpark Rhein-Westerwald. Man kommt dadurch nicht richtig schnell vorwärts weshalb die Strecke von den Autofahrern gemieden wird. Wie schön für mich, umso besser konnte ich scarven. In Neuwied am Rhein besuchte ich die Fa. Honda Hellenbrand. Hier wurde mir letztes Jahr bei meiner Panne mit dem Lima-Regler so großartig und über das normale geschäftliche Maß hinaus geholfen dass ich diese Honda-Vertretung gerne wieder besuchte und ein kleines Präsent mitbrachte.

Dann nahm ich einige schnellere Bundesstraßen unter die Reifen und gelangte bei Kobern-Gondorf an die Mosel. Zunächst besuchte ich die spätromanische Mathiaskapelle hoch oben auf einem Berg. Die Auffahrt hat es echt in sich, sehr schmal, sehr steil und der Straßenbelag besteht aus Pflastersteinen die man sonst zu Hause für den Hofplatz nimmt. Die waren zudem schon sehr ausgefahren. Wenn sich da zwei Autos begegnen muss der Untere rückwärts schieben bis zur nächsten Ausweichstelle in den Felsen. Von oben hat man einen schönen Weitblick über das Moseltal mit den vielen Weinbergen an den Hängen. Ach ja, Heinrich I. brachte von einem Kreuzzug das Haupt des Apostels Mathias mit. Diese Reliquie ist heute in einer Abtei in Trier. Von Kobern-Gondorf fuhr ich ein Stück die Mosel aufwärts. Es war viel weniger Verkehr als ich gedacht hatte. Die Landschaft des Moseltales hat mich sehr beeindruckt. Die Weinberge heißen hier völlig zu Recht Weinberg. Es sind richtige Steilhänge hinunter zur Mosel.

In Treis-Karden warf ich noch einen letzten Blick auf die Treis-Burg an der Mosel und scarvte dann hinauf in den Hunsrück. Viele Kilometer war ich fast nur bergauf im Wald unterwegs bis ich das Hochplateau dieses Mittelgebirges erreichte. Immer wieder öffnete ich das Visier einen Spalt und ließ den würzigen Duft des Waldes mit den Waldblumen an meine Nase heran. Ein wenig Abkühlung konnte ich obendrein gut gebrauchen. Bei einer Pause in Simmern dachte ich an den Schinderhannes, der hier sein räuberisches Unwesen trieb. Bis man ihn gefangen nahm und in einem Turm in Simmern einkerkerte. Es gelang ihm auf spektakuläre Weise die Flucht. Der Turm heißt seither Schinderhannesturm und ist heute eine Tagungsstätte. Genutzt hat dem Schinderhannes die Flucht nicht. 1803 wurde er erneut gefangen und mit der Guillotine geköpft.

Meine nächste kleine Pause machte ich beim Bismarckturm von Sargenroth. Ich kletterte all die vielen Stufen innen empor und hatte von oben einen weiten Rundblick über den Hunsrück. Dann kehrte ich zurück zu meiner BMW, die schon auf mich wartete, nachdem ich ihr diese Pause gönnte. Weiter ging es nach Südosten, nach Waldböckelheim, nach Bad Münster im Süden von Bad Kreuznach zur Nahe mit den vielen Weinbergen an den Uferhängen. Im Süden davon tauchte ich dann ein in den Pfälzer Bergwald. In Obermoschel besichtigte ich die Moschelburg. Zumindest das was davon noch übrig ist. Auf meinem weiteren Weg nach Süden fuhr ich noch durch so manchen Ort mit -moschel am Ende. Z.B. Teschenmoschel, Dörrmoschel und Heiligenmoschel. Vorbei an Kaiserslautern steuerte ich meinen kleinen Tourer in den Pfälzer Wald. Ein Tageshighlight sollte schließlich der Besuch des Bikertreffpunktes Johanniskreuz werden. Auch wenn es Montagnachmittag war, es war ein ständiges Kommen und Weiterfahren von kleinen Gruppen von Motorradfahrern. Ich gönnte mir ein Eis und erzählte von meiner Reise. Auch meine F 650 CS Scarver stand im Mittelpunkt des Interesses. Dann machten wir noch ein paar Bilder und weiter ging's. Über Kandel fuhr ich zur Rheinfähre bei Leimersheim wo ich um 18:00 Uhr mit der Fähre den Rhein querte. Nun galt es geschickt zwischen Karlsruhe und Pforzheim einen wenig befahrenen Weg in dem dicht besiedelten Gebiet in den Nordschwarzwald zu finden. Das gelang mir doch ganz gut und so erreichte ich nach ca. 440 Kilometern um 19:15 Uhr Bad Herrenalb. Hier endete ein äußerst schöner Urlaubstag.

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Sommertour 2008 - Nach Friedrichshafen am Bodensee

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