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Sommertour 2008 - Nach Hemmelzen im Westerwald

Der Sonntag empfing mich - dem Namen nach richtig - mit Sonne. So blieb es den ganzen Tag und dabei wurde es immer wärmer. Zudem wurde ich noch von zwei Kollegen aus dem CB500er Forum empfangen. Einer kam aus dem Paderborner Raum und der Andere hatte ca. 80 Kilometer Anreise aus Hannover hinter sich als er um 8:30 Uhr im Alten Krug in Talle eintraf. Sie wollten mich ein Stück begleiten auf meinem Weg in den Süden. Dank Navi hatte ich ja viele kleine Nebenstraßen gewählt. Die sind ja für uns Motorradfahrer viel schöner zu fahren wie die schnellen Bundesstraßen. Leider ist der Straßenbelag oftmals nicht so gut. Nach ca. 1 Stunde Fahrt, wir durchfuhren gerade ein Waldstück auf einer schlechten, schmalen Straße, stürzte der junge Kollege. Die Straße hatte viele Schlaglöcher, Flickstellen und Rollsplitt und Sand verteilten sich auf der Fahrbahn. Bei einem Bremsmanöver kam seine CB500 ins Rutschen und beim nächsten Schlagloch stürzte er. Auf der rauen Fahrbahndecke waren die Knier seiner Lederhose schnell durchgescheuert. Es war auch keine Motorradhose mit Protektoren. Bis auf kleine Schürfwunden auf den Knien passierte meinem Kollegen nichts. Seine CB500 bekam schon mehr ab. Scheinwerfer, Blinker, Spiegel, Kupplungshebel und die Heckverkleidung wiesen Spuren der Bodenberührung auf. Im Tank war eine Delle und der Schalthebel war leicht verbogen. Einige Spaziergänger boten ihre Hilfe an die wir aber nicht in Anspruch nehmen mussten. Wir konnten zusammen weiterfahren und beschlossen nach Bad Lippspringe zu meinem zweiten Begleiter zu rollen. Dort sollten Fahrer und Maschine weiter versorgt werden.

Da ich aber noch einen weiten Weg vor mir hatte trennte ich mich alsbald von den Beiden und setzte meinen Weg fort. Zunächst programmierte ich mein Navi neu und machte mich auf den Weg zur Aabach-Talsperre, einem Trinkwasserspeicher im Naturpark Eggegebirge für die umliegenden Landkreise. Das nächste Highlight war der Weg durch das Eggegebirge und Rothaargebirge zum Kahlen Asten bei Winterberg im Hochsauerland. Allerfeinste, kurvige Landstraßen wurden von einigen wenigen, schnellen Bundesstraßenstücken unterbrochen. So gelangte ich 75 Minuten nach der Abfahrt von der Talsperre zum 842 Meter hohen Berg im Rothaargebirge/Hochsauerland, dem Kahlen Asten. Trotz dieser herrlichen Strecke kam bei mir keine rechte Stimmung auf. Der Sturz sollte noch lange nachwirken in meinem Kopf. Der Kahle Asten ist die Wasserscheide zwischen Rhein und Weser. Das Regenwasser fließt ab hier in den Rhein und nicht mehr zur Weser. Aber Regen war an diesem Sonntag unvorstellbar. Auf dem Berggipfel überprüfte ich meinen Zeitverlust durch den Sturz kurz vor dem Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald. Ich hatte am Nachmittag eine weitere Verabredung mit einem Bikerkollegen in Flammersbach bei Haiger im Westerwald. Als Folge meiner Recherchen strich ich alle Zwischenziele im Navi bis Flammersbach. Die große Schleife zum Rhein-Weser-Turm auf dem Westerberg ließ ich ausfallen. Der direkte Weg in den Westerwald ist aber von den Motorradstraßen her um nichts schlechter als die geplante Strecke. Die vielen schwungvollen Kurven, meist im Wald aber immer auf Steigungen oder Bergabfahrten werden nur unterbrochen durch so kleine Städte wie Bad Berleburg und Bad Laasphe und einige kleinere Orte.

80 Kilometer nach meiner Abfahrt vom Kahlen Asten stand ich um 15:00 Uhr in Flammersbach bei meinem Motorradfreund auf dem Hof. Er erwartete mich mit leckerem, selbstgebackenem Obstkuchen den wir auf der Terrasse zu uns nahmen. Kurz nach 16 Uhr machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Hemmelzen bei Altenkirchen im Westerwald. Ungefähr die Hälfte der wiederum ca. 80 Kilometer von Flammersbach nach Hemmelzen legten wir auf den Bundesstraßen 62 und 256 zurück. Locker rollten wir hier auf den ausnahmsweise mit vielen lang gezogenen Kurven ausgestatteten Bundesstraßen dahin. Dabei musste ich leider zur Kenntnis nehmen, dass das grüne Blinkerkontrolllämpchen im Cockpit nicht mehr leuchtete. Damit konnte und musste ich im weiteren Tourverlauf leben. Nach dem gemeinsamen Abendessen auf der Terrasse eines Restaurants in Hemmelzen verabschiedeten wir uns voneinander. Mein Freund fuhr zurück nach Flammersbach und ich bereitete mich auf das Endspiel der Fußballeuropameisterschaft im Fernsehen vor. Während ich diesen Bericht schrieb sah ich immer wieder mal mit einem Auge zum Fernseher um den Spielverlauf zu verfolgen. Vorher rief ich noch in Hannover an und erkundigte mich nach dem Wohlbefinden meines jungen Bikerkollegen. Ich hörte, dass die beiden am Nachmittag noch eine schöne Runde im Teutoburger Wald gefahren waren ehe er sich auf den Nachhauseweg nach Hannover machte. Er war erst kurz vor meinem Anruf um 19:30 Uhr zu Hause angekommen. Das hörte sich nicht schlecht an und beruhigte mich sehr.

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Sommertour 2008 - Nach Bad Herrenalb im Schwarzwald

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