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Sommertour 2004 - Nach Jarplund-Weding

An diesem Tag sollte der Sommer kommen. Nur Sonne war vorhergesagt, kaum Wind und über 20 C. Na ja, der Morgen war ziemlich kühl, es hatte so ca. 13 C. Der Himmel war voller grauer Wolken. Ich zog trotzdem ein T-Shirt an und kein langärmeliges Hemd und das Regenzeug kam im Tankrucksack ganz nach unten. Mein Vertrauen in den Wetterbericht war ein bisschen Wunschdenken. Immerhin war es trocken und der Wind hatte wirklich stark nachgelassen. Über die Elbe kam ich mit der Fähre bei Lenzen. Vom Gasthof Lindenkrug in Pevestorf zur Fähre ist es ca. 1 Kilometer durch den Wald. Ich war der einzigste Fahrgast auf der Fähre. Kein Mensch weit und breit war zu sehen an diesem Samstagmorgen um 8:45 Uhr. Die ca. 30 Kilometer bis Dömitz brachte ich schnell hinter mich. Auffällig an der Strecke auf der B195 sind viel lange gerade Streckenstücke durch große Alleebäume.

Ab der Elbbrücke bei Dömitz hieß es endlich wieder so richtig Motorradfahren. Die 50 Kilometer bis Boizenburg entschädigen für so manche Stunde vorher und nachher auf der Landstraße. Die Baustelle in Boizenburg, die mir 14 Tage vorher schon Probleme machte, gab es immer noch. Die Umleitung zur B5 nach Lauenburg ging über teilweise schlimmstes Kopfsteinpflaster mitten durch die Stadt.

Lauenburg war dann auf der B5 schnell erreicht. Hier verließ ich die Elbe und bog zunächst in Richtung Büchen nach Norden ab. Dieser Teil der Rückreise entspricht genau meiner Tour über die Dörfer von Flensburg nach Lauenburg. Bis Breitenfelde geht es vorwiegend geradeaus auf der Landstraße. Das nächste Stück bis in die Nähe des Plöner Sees ist schon viel besser. Die Hügel werden immer höher, die Straßen immer kurviger, es ist eine schöne Strecke, die ich da mal ausgearbeitet habe. In der Region rund um den Plöner See macht das Motorradfahren wieder richtig Spaß. Von Ascheberg fuhr ich weiter zur B404 und auf ihr nach Norden nach Flintbek. Es war 12:30 Uhr geworden. Das Thermometer war auf 13, 8 C geklettert. Gestartet war ich bei 13,2 C. So richtig warm war ich nicht geworden. Deshalb holte ich mir meinen Pullover aus dem Koffer und zog ihn über das T-Shirt unter der Motorradjacke. Die Hoffnung auf Sonnenschein hatte ich längst aufgegeben. Der Himmel war abwechselnd hell- und dunkelgrau. Aus diesen vielen dunkelgrauen Wolken fing es doch tatsächlich immer wieder mal leicht an zu nieseln. Ich hatte das Gefühl, der Himmel konnte das Wasser in den Wolken so gerade noch zurückhalten. Rund um den Westensee war dann die Kanalfähre bei Sehestedt schnell erreicht. Die vielen Radfahrer längs des Nord-Ostseekanals hatten alle dicke Jacken an. So waren sie bestens bekleidet an diesem herbstlichen Junitag 2004.

Ab dem Nord-Ostseekanal beginnen meine Hausstrecken. Ich kenne die besten Strecken in den Hüttener Bergen, in Schwansen und Angeln. So wählte ich nicht die direkteste Linie nach Hause sondern eine der am Schönsten zu Fahrenden. Es ist ein ganz anderes Gefühl beim Fahren, wenn man jede Kurve schon vorher kennt, und nicht erst während der Kurve den weiteren Verlauf sieht. Mittlerweile war das Thermometer auf 15,2 C gestiegen. Es fehlten also noch ca. 10 C auf die angekündigte Temperatur. Um 16:30 Uhr war ich wieder zu Hause. Die Sommertour 2004 war damit zu Ende. So wie im letzten Jahr kommt der Sommer vielleicht nach der Tour nach Schleswig-Holstein. Es war eine schöne Tour. Alles war nicht nach Wunsch gelaufen, ich hatte aber sowieso nicht nur mit 14 Tage Sonnenschein gerechnet. Bei weitem überwiegen die positiven Stunden auf der Tour. Ich habe viel gesehen unterwegs und werde noch lange von der Sommertour 2004 träumen.

Und meine kleine Honda? Ein erstklassiges Motorrad, immer zuverlässig, nicht die kleinste Panne gab es unterwegs. Am Sonntag gab's eine ordentliche Wäsche. Auch der Scottoiler-Tank wurde nachgefüllt. Am Montagmorgen wurde sie wieder gestartet. Es ging zur Arbeit. Am Mittwoch hatte ich einen Termin in der Werkstatt. Ein neuer Hinterreifen war fällig, das Ventilspiel wurde kontrolliert und die Vergaser synchronisiert. Diese wichtigen Wartungsarbeiten wären bei der 48.000er Inspektion dran gewesen. Ich hatte auf der Tour die 50.000 Kilometer überschritten. Auf geht's, zu den nächsten 50.000 Kilometern mit meiner kleinen Honda CB500. . . .

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