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Sommertour 2004 - Nach Floh-Seligenthal

Am Morgen dieses 8. Tourtages war der Himmel voller Wolken. Von strahlendweiß bis tiefdunkelgrau war alles dabei. Dazwischen blauer Himmel mit Sonnenschein. Der Wetterbericht sagte für Süddeutschland trockenes und für Norddeutschland Regenwetter vorher. Ich fuhr also dem Regen entgegen. Um es gleich zu sagen, es viel kein einziger Tropfen Regen auf mich an diesem Tag. Nur der Wind blies ziemlich heftig von Westen. Vielleicht hat es geholfen, dass ich das Regenzeug ganz nach oben packte um es bei Bedarf schnell zur Hand zu haben. Über Lam und Neukirchen näherte ich mich bei Furth im Walde dem Ende des Bayrischen Waldes. Schon wenige Kilometer weiter sah ich in der Ferne die bewaldeten Berge des Oberpfälzer Waldes vor mir. Bei Waldkirchen ging es dann erstmals einige Kilometer in vielen Kurven bergauf im Wald. Ich durchfuhr den Oberpfälzer Wald in seiner gesamten Länge. Von Waldkirchen über Schönsee, Eslarn, Waidhaus, Floß, Wildenau bis Windischeschenbach. Auf dieser Nebenstrecke etwas neben der tschechischen Grenze war wenig Verkehr. Ich konnte in Ruhe die vielen Bergauf- und -abfahrten, meist im Wald aber immer in den unterschiedlichsten Kurven, genießen. Auf einem ganz kurzen Stück bis Erbendorf konnte ich auf der geraden Bundesstraße richtig Gas geben was auch Spaß machte. Es schloss sich die Fahrt durch den Steinwald und das Fichtelgebirge an. Über Brand und Fichtelberg, wo ich um 12:00 Uhr tankte, kam ich zur B303. Besonders die Gegend um Fichtelberg, Warmensteinach und Bischofsgrün kann ich als Motorradstrecke empfehlen. Von Bischofsgrün bis Bad Berneck geht es ca. 15 Kilometer nur bergab. Die Bundesstraße folgt in vielen Kurven dem weißen Main. Ganz ruhig, mit wenigen Drehzahlen im hohen Gang fuhr ich mit ca. 100 km/h die vielen Kurven hinunter. Auf der B303 blieb ich bis Kronach. Rechts von mir war der Frankenwald zu sehen. Erst in Kronach bog ich nach rechts ab um auf der Strecke über Tschirn und Lehesten nach Hockeroda den nördlichen Teil des Frankenwaldes zu durchqueren. Sofort war ich wieder auf kurvenreichen Straßen, bergauf und bergab, meistens im Wald bei wenig Verkehr. Wie schon zuvor in den anderen Wald- und Mittelgebirgslandschaften auf meiner Sommertour machte es hier besonders viel Spaß mit der Honda unterwegs zu sein.

Den größten Teil des Nachmittags war ich im Thüringer Wald unterwegs. Ich wollte von Neuhaus a. R. an der B281 auf kleinen Nebenstraßen über Katzhütte, Gießübel, Neustadt a. R., Schmiedefeld a. R. nach Oberhof, dem bekannten Wintersportort fahren. Mehrere wegen Baustellen gesperrte Straßen zwangen mich dazu, ständig neue Umleitungen zu suchen, um einigermaßen auf dem eingeschlagenen Weg zu bleiben. Und wenn die Nebenstraßen nicht ganz gesperrt waren, kam bestimmt früher oder später eine Ampel, die den Verkehr an einer längeren Straßenbaustelle einseitig vorbeileitete. Vor diesen Ampeln sammelten sich die Fahrzeuge incl. der LKW's um bei Grün die Fahrt zusammen bis zur nächsten Ampel fortzusetzen. Die Straßen, speziell in den zahlreichen Ortschaften, waren in einem sehr schlechten Zustand. Ich wurde durchgeschüttelt wie schon lange nicht mehr. Schilder für eine Tempo-30-Zone braucht man hier keine. Es machte keinen Spaß mehr. So steuerte ich Schleusingen an und nahm ab hier die B4 nach Norden. Nach Schmiedefeld a. R. bog ich links ab nach Oberhof. Ich war allein auf einer 16 Kilometer langen Waldstraße, die meistens steil bergauf oder bergab führte. Der Spaß war sofort wieder da. Oberhof ist ein sehr schöner Ort. Man sieht, dass die Leute hier durch den Wintersport in Verbindungen mit den Fernsehübertragungen davon zu Reichtum gekommen sind. Viele andere Orte im Thüringer Wald werden geprägt von komplett dunkelgrau bis schwarzen Häusern. Die Außenmauern und die Dächer sind mit Schindeln vermutlich aus Schiefer verkleidet. Wenn nun das ganze Dorf, dass aus dem Wald auftaucht, so aussieht, glaubt man, man fährt durch einen düsteren Märchenort. Oberhof hingegen hat dem Durchfahrenden viele helle, freundliche, moderne, einfach schöne Fassaden zu bieten. Der Thüringer Wald hat mit Abstand die steilsten Bergstraßen, auf denen ich mich seit dem Beginn meiner Rückreise bewegte. Das letzte Stück des Tages über Steinbach-Hallenberg nach Seligenthal war da keine Ausnahme. Auch nicht was die schlechten Straßen in den Orten anbelangt.

Und meine kleine Honda? In den Bergen musste sie so manches Mal zeigen, was in ihr steckt. Auch die Rüttelpistentests des Thüringer Waldes konnten ihr nichts anhaben. Gut, dass ich das originale Fahrwerk habe, und nicht die hinteren Federbeine und die Gabelfedern gegen härtere aus dem Zubehör getauscht habe. Sonst hätte ich im Gegensatz zur CB500 den Thüringer Wald nicht so gut überstanden.

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Sommertour 2004 - Nach Pevestorf

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