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Sommertour 2004 - Nach Pyhra

Strahlend blauer Himmel mit ein paar weißen Wölkchen. So präsentierte sich der Himmel an diesem Morgen. Es würde warm werden an diesem Junitag. Als ich um 8:45 Uhr in Admont aufbrach hatte es bereits 14 C. Ich schwang mich auf die Bundesstraße nach Hieflau, dort wechselte ich auf die Bundesstraße nach Mariazell. Bis Hieflau verläuft die Straße Ennsabwärts. Kurz nach Hieflau trifft die Bundesstraße auf die Salza und folgt ihr Flussaufwärts. Dazwischen ist ein Berg, auf den die Straße mit 20% Steigung hochführt, und mit 16% Gefälle wieder hinunter zur Salza. Die Straßen können hier also durchaus hochalpinen Charakter haben. Auch wenn die Berge nur noch zwischen 1000 und 2000 Meter hoch sind. Die Enns und die Salza müssen sich in vielen Windungen ihren Weg durch die Berge bahnen. Die Straße macht jede Biegung mit. Wie schön für uns. Von Admont bis Mariazell sind es ca. 100 Kilometer. Nur durch den Bergwald, fast immer direkt neben den Gebirgsflüssen, so gut wie kein Verkehr und immer mäßig bergauf oder bergab den Flussbiegungen folgend. Zusätzlich sorgen unzählige kleine Tunnel für Abwechslung, die nur wenige hundert Meter lang sind. Die Straße durch das Gesäuse, so heißt die Region in der Steiermark vor Hieflau, und weiter nach Mariazell am Fuße des Hochschwab ist für mich eine Traumstrecke. Man kann völlig frei sein Tempo fahren in einmalig schöner Landschaft. Am Vortag war bis Liezen viel Verkehr auf der Bundesstraße. Die Straße ist eben die mautfreie Magistrale von Salzburg über Graz nach Slowenien und weiter auf den Balkan. Ab Liezen fuhren vielleicht 20 Autos in der Stunde an mir vorbei.

Mariazell ist der größte österreichische Marienwallfahrtsort. Rund um die Basilika sind viele Souvenirgeschäfte und - stände. Berühmt ist der Ort für seinen Lebkuchen, bekannt für die Kerzen mit Marienbildern drauf. Hauptsache das Motiv hat irgendetwas mit Maria zu tun. Das Motiv findet sich auf allen dafür in Frage kommenden Materialien wie Holz, Glas, Silber oder Gold. So findet jeder Pilger oder Tourist etwas, was er seinen Lieben daheim mitbringen kann. Ich versuchte von hier meine Schwiegermutter telefonisch zu erreichen, um ihr zum Geburtstag zu Gratulieren und Grüße aus Mariazell zu übermitteln. Leider vergeblich, mein Handy konnte keine Verbindung herstellen nach Flensburg. In den Straßen ringsum sind viele Restaurants, Cafes, Bäckereien, Hotels oder Pensionen. Wenige Gehminuten von der Basilika entfernt sind drei große Parkplätze auch für Busse, natürlich gebührenpflichtig, sodass alle im Ort gut an der Marienverehrung verdienen. Ich fuhr weiter an den in der Nähe gelegen Erlaufsee, um meine Mittagspause am Ufer dieses Gebirgssees zu verbringen. Von hier klappte es auch mit dem Telefonat zu meiner Schwiegermutter. Nach der Gratulation kamen die üblichen Fragen: Wie geht's? Wo bist du gerade? Hast du gutes Wetter? Schönen Urlaub weiterhin. Und fahr vorsichtig! Von Mariazell und dem Erlaufsee hatte sie noch nie etwas gehört. In Österreich kennt die zwei Orte jedes Kind. Norddeutschland ist doch etwas weit weg von hier.

Am Seeufer traf ich einen einheimischen Biker aus St. Pölten, der mir erzählte, dass er auch schon einmal in Flensburg war. Er kam mit einer Motorradgruppe von Norwegen, sie fuhren noch schnell durch Dänemark und wollten in Flensburg übernachten. Die Fahrt durch Dänemark zog sich länger hin als sie dachten, sodass sie erst später am Abend in Flensburg eintrafen und anfingen, ein paar Zimmer für die Nacht zu suchen. Er erzählte, es waren keine freien Zimmer in den Pensionen oder Hotels Flensburgs zu finden. Ein griechischer Gastwirt half ihnen dann weiter. Er rief einen Bekannten an, der sie in der Gaststätte abholte und dann irgendwo unterbrachte für die Nacht. . . Ich buche die Zimmer immer schon ein halbes Jahr vorher! Mit der Quartiersuche möchte ich mich unterwegs nicht belasten. Kurz nach dem Besuch des Erlaufsees war ich wirklich am Alpenrand angekommen und musste hinunter in die Hügellandschaft des Alpenvorlandes. Das heißt, ca. 50 Kilometer nur Bergabfahren. Mal mehr Mal weniger steil, zunächst in über 15 Spitzkehren und dann geht es längs des Pielachflusses hinunter. An diesem Tag hatte ich von meiner gesamten Urlaubstour den geringsten Spritverbrauch. Sicherlich wegen dieser langen Abfahrt. Das Alpenvorland ist geprägt von sanften Hügeln, der Waldanteil wird weniger, die Felder nehmen zu, Weiden gibt es hier kaum noch. Über St. Pölten kam ich bei Tulln zur Donau. Nach der Überquerung dieses mächtigen Stromes fuhr ich weiter nach Norden in Richtung Hollabrunn. Kurz vor der Stadt machte ich einen sanften Bogen nach Osten, hinaus in das Weinviertel wo mein Heimatdorf liegt. In Pyhra am Buschberg, mit 492 Metern Seehöhe der höchste Berg des Weinviertels, wurde ich schon von meinen Eltern erwartet und freudig begrüßt.

Und meine kleine Honda? Es gab wie immer keine Probleme. Ob im Gesäuse, bei der langen Abfahrt, im Alpenvorland oder nördlich der Donau im Weinviertel, sie schnurrte so vor sich hin und brachte mich zügig und sicher an mein Ziel.

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Sommertour 2004 - Nach Lohberg-Sommerau

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