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Meine Motorräder

zur BMW F 650 CS 2007 - 2015

zur Honda NC750X DCT seit 2015

Honda CB500 2002 - 2007

Es war im April 2002. Ich fuhr mit meinem Motorrad, einer Honda CX500 durch Flensburg. Es ging leicht bergab, auf einer schmalen Straße mit Kopfsteinpflaster. Kurz nach einer Ampel, ich schaltete gerade vom 1. in den 2. Gang, krachte es einmal und sofort blockierte der Motor. Blitzschnell zog ich die Kupplung und rollte auf einen Parkplatz. Der ADAC musste mich abschleppen. Wie sich dann herausstellte, war die Steuerkette gerissen und hatte im Inneren des Motors einige andere Teile beschädigt. Das war also das Ende meiner Güllepumpe.

    Die Neue -- erster Eindruck

Zwei Wochen später war ich auf der Suche nach einem neuen Motorrad. Mein Sparbuch gab dafür ca. 4.000,00 € her. Es sollte klein und leicht sein, bequem, ein Tourer bis Allrounder, so um die 40 bis 50 kw würden reichen. Ich machte mich zu den Händlern der Umgebung auf, um eine Gebrauchte zu suchen, die all diese Anforderungen erfüllte. Bei Wilhelmsen in Oeversee fand ich eine blaue Honda CB500, 42 kw, 1,5 Jahre alt mit 7100 km auf dem Tacho. Beim Probesitzen merkte ich, dass die CB einen großen Negativfederweg an der Gabel hat. Auch die vordere Bremse fühlte sich recht weich an. Die Sitzposition passt sehr gut zu meiner Größe von 172 cm. Ich komme mit beiden Beinen ganz und nicht nur mit den Fußspitzen auf die Erde. An Extraausstattung hatte die Honda einen Scottoiler und eine lenkerfeste Universal-Zubehörverkleidung mit Windschild, die in der blauen Fahrzeugfarbe lackiert ist. Bei der Probefahrt fühlte ich mich auf Anhieb sehr wohl auf der Maschine. Die CB gilt allgemein als Anfänger-, Wiedereinsteiger-, Fahrschul- oder Frauenmotorrad, weil sie so leicht zu fahren ist. Dass sie leicht zu fahren ist, kann ich nur bestätigen. Sie verzeiht einem jeden Fahrfehler. Ob man in der Kurve schön am Gas zieht, oder bremst oder vielleicht sogar rumschaltet, ist egal. Sie bleibt auf Linie und man hat nie ein unsicheres Gefühl. In den Motorradfachzeizschriften wird ihr Aussehen allgemein als etwas bieder beschrieben. Aber das ist Geschmackssache. Die CB wird dabei meist mit den 500ern von Suzuki und Kawasaki verglichen. Diese Vergleichstests hat sie alle ‚gewonnen'.

    subjektive Fahrbeschreibung

Ich kaufte sie und handelte dabei noch ein paar neue Reifen heraus, die demnächst fällig wurden. In den ersten 6 Wochen bis die neuen Reifen da waren, fuhr ich noch ca. 2000 km. Mein erster Eindruck hat sich voll bestätigt. Der Zweizylinder zieht gleichmäßig von unten her durch. So richtig kräftigen Schub nach vorne hat sie ab ca. 6000 upm. Zwischen 4000 upm und 6000 upm kann man mit ihr in den oberen Gängen schön tourermäßig mit ca. 80 bis 120 km/h durch die Landschaft gleiten. Wenn man sie immer im oberen Drehzahlbereich hält, ist man mit der CB richtig sportlich unterwegs. Von 0 auf 100 km/h braucht sie ca. 5 sec. Der rote Bereich beginnt bei 10.500 upm. Vollgetankt fahrfertig wiegt sie so um die 190 kg. Die CB ist eben ein richtiges Allroundtalent. Zumindest was ihre Tourer- und Sportlerqualitäten anbelangt. Zum schnellen Überholen schalte ich in den 4. Gang zurück um richtig mit Druck im oberen Drehzahlbereich an den Autos vorbeizuziehen. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 193 km/h angegeben. Ich bin aber noch nie so schnell gefahren, da es mir ab Tempo 150 einfach zu laut unter dem Helm ist und auch der Winddruck trotz Windschild so zunimmt, dass es mir keinen Spaß mehr macht, schneller zu fahren. Ich halte mehr vom Fahren über kurvenreiche Landstraßen. In der Kurve liegt die CB schon auf Grund der relativ schmalen Reifen, vorne ein 110er und hinten ein 130er, ausgezeichnet. Die Bremsanlage besteht vorne und hinten aus je einer Scheibe und ist von Brembo. Die Bremse vorne ist trotz weichem Druckpunkt gut dosierbar und in der Leistung absolut up to date. Die Fußbremse bremst auf Wunsch kräftig mit. Der Kupplungshebel erfordert wenig Kraftaufwand um die Kupplung zu betätigen und die 6 Gänge sauber durchzuschalten. Das Einlegen des 1. und 2. Ganges wird meist mit einem leisen Krachen aus dem Getriebe begleitet. Der Leerlauf ist leicht zu finden. In den Tank gehen angeblich 18 Liter incl. 2,5 Litern Reservebenzin. Gefahren wird mit Normalbenzin. Bei einem Spritverbrauch von ca. 4,2 bis 5,5 Litern ergibt sich eine Reichweite von über 300 Kilometern pro Tank. Ich habe ihn noch nie ganz leergefahren, aber ich glaube, er fasst ca. 1 Liter mehr an Sprit als die angegebenen 18 Liter. Bei meiner ‚tourermäßigen' Fahrweise im Landstraßen- und Stadtverkehrmix brauche ich immer unter 5 Liter auf 100 Kilometer. Die Federung ist straff aber nicht hart. Die beiden Federbeine hinten schlagen auch mit Sozius selten durch. Es ist kein Vergleich mehr mit den schwammigen Schaukeln der Japaner von vor 20 Jahren. Zubehörprodukte von Wilbers und Co. haben aber sicherlich noch bessere Federungs- und Dämpfungseigenschaften als die original Honda Federelemente in der Gabel und im Heck. Aber auch die Originalteile erfüllen ihre Aufgabe im Fahrwerk ganz ordentlich. Es gibt kein Lenkerflattern oder Unruhe im Fahrwerk bei höheren Geschwindigkeiten. Die Sitzposition ist relativ aufrecht und bequem. Auch nach meiner Anfahrt in den Harz von 9:00 Uhr morgens bis 20:00 Uhr am Abend quer über die Land- und Bundesstraßen von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Thüringen stieg ich relativ locker und entspannt von meinem Motorrad. Ich hatte weder Rückenschmerzen, noch tat mir der Hintern weh.

    . . . meine kleine Honda läuft und läuft . . .

Mittlerweile habe ich mit meiner CB über 30.000 Km zurückgelegt. Sie ist in dieser Zeit immer auf den ersten Knopfdruck angesprungen. Ich hatte nicht die kleinste echte Reparatur. Gemacht wurden die vorgeschriebenen Inspektion, neue Reifen und ein neuer Kettensatz kamen drauf und der TÜV wollte die CB 2 Jahre nach der Erstzulassung sehen. Ich brauchte nicht einmal Öl oder Wasser oder sonst irgendetwas nachfüllen. Doch, der Scottoiler wurde mit Kettenöl versorgt und der Krümmer zeigte die ersten Rostspuren. Krümmer und Auspuff sind schwarz und nicht verchromt bei der CB500. Deswegen habe ich den Krümmer abgebaut, entrostet und mit hitzebeständiger Auspuff-Farbe (mind. 800°C) aus dem Autozubehörhandel neu lackiert. Aber sonst hieß es nur draufsetzen, fahren und Spaß haben. Und ca. 2 mal im Monat mehr oder weniger gründlich überputzen. Ich bin mit Technik, Fahrleistung und Zuverlässigkeit der CB500 sehr zufrieden und würde sie mir jederzeit wieder kaufen. In der Anschaffung und im Unterhalt ist sie günstig und wer nicht gerade auf Chopper oder Enduros steht, wird mit ihr beim Fahren viel Spaß haben.

    Fazit nach 50.000 Kilometern . . .

25 Monate nachdem ich sie gekauft hatte, überschritt der Tacho die 50.000 Km Marke. Ich kann nur von zwei kleinen Defekten berichten. Das Standlicht-Lämpchen und das Tachobeleuchtungs-Lämpchen waren defekt und wurden ausgewechselt. Ansonsten habe ich nur alle Inspektionen vorschriftsmäßig machen lassen. Die Einzelheiten sind auf der Seite "Wartung / Reparaturen" nachzulesen. Das wichtigste aber: Der Fahrspaß ist der Gleiche wie am ersten Tag. Sie sieht auch noch genauso aus wie am ersten Tag. Keine Roststellen und keine sonstigen Verschleißspuren trüben das optische Bild. Ich freue mich auf die nächsten 50.000 Kilometer.

    . . . und nach 80.000 Kilometern

Anfang Mai 2006 überschritt der Tacho die 80.000er Marke. Die Maschine war technisch und optisch nach wie vor in einem sehr guten Zustand. Der Fahrspaß war auch keineswegs weniger geworden. So fing ich an einige Teile, die nach der Laufzeit sowieso erneuert werden konnten, durch hochwertige Zubehörteile zu ersetzen. Die Sitzbank tauschte ich gegen eine Komfortsitzbank, die Gabelfedern sind nun progresive von Wilbers und Ikon-Federbeine runden das Fahrwerk positiv ab. Die Tourentauglichkeit hat durch diese Investitionen in den Komfort deutlich zugenommen. So hoffe ich meine CB500 noch einige Jahre mit Genuss fahren zu können. Wenigstens die 100.000 Kilometer will ich damit schaffen.

    20. April 2007 - 100.000 Kilometer

Es war am 20. April 2007, auf dem Nauchauseweg von der Arbeit. Der Tacho sprang um von 99999,9 auf 00000,0. Eigentlich wäre dieses Jubiläum schon ca. 600 Km früher fällig gewesen. Aber auf einer Tour im Elbsandsteingebirge und Tschechien war mir mal die Tachowelle gebrochen. Diese 600 Km bis zur Reparatur fehlen auf den Tacho. Außer der Tachowelle habe ich 2 kaputte Kupplungsseilzüge zu beklagen. Ansonsten gab es 100.000 Km lang nur Fahrspaß. Auch jetzt ist die Honda noch immer in einem guten Zustand. Die Inspektionen lasse ich nicht mehr so genau in 6.000er Intervallen machen. Bevor ich im Sommer auf große Tour gehe gönne ich meiner kleinen Honda eine große Inspektion. Neue Reifen, Öl, Luftfilter, Zündkerzen usw. gibt es bei Bedarf. Aber immer bevor etwas ausfällt und ich irgendwo mit einem Schaden liegenbleibe. So wie es aussieht werde ich noch viele schöne Stunden und Tage mit der CB 500 auf Touren sein.

    . . . 09. September 2007, verkauft mit 113.980 Kilometern auf dem Tacho

Am selben Tag, an dem ich in den Foren meine neue Maschine vorstellte, bekam ich das erste Kaufangebot für meine CB500. Drei weitere folgten. Dabei hatte ich sie noch nicht mal zum Verkauf angeboten. Damit hatte ich nicht gerechnet. Anfang September 2007 war ich mit ihr noch zum CB500er Forumstreffen in der Rhön gewesen. Eine Woche später verkaufte ich sie für 800 Euro incl. reichlich Zubehör. Der Käufer kennt mich und die CB, er kaufte sie ohne Probefahrt, nur den Motor wollte er kurz hören. Sein 18-jähriger Sohn soll die CB bekommen, wenn er mit der Fahrschulausbildung fertig ist. Ich wünsche ihm viel, viel Glück und Freude mit dieser CB500.



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BMW F 650 CS 2007 - 2015

Meine CB500 hatte im Sommer 2007 bereits über 110.000 Km auf dem Tacho. Im Herbst 2007 sollten einige Teile wie z.B. die Bremsscheiben, neue Reifen und ein neuer Kettensatz verschleißbedingt ersetzt werden. Soviel Geld wollte ich aber nicht mehr in die Maschine investieren.

Ich schaute mich nach einem neuen Motorrad um. Die Maschine sollte umwelt- und sicherheitstechnisch auf dem aktuellen Stand der Technik, hoffentlich robust und langlebig und auch als Tourer zu gebrauchen sein. Meine Wahl fiel auf eine F 650 CS ‚Scarver' von BMW. Die CS hat ABS, einen Zahnriemenantrieb, verbraucht unter 4 Liter Normalbenzin auf 100 Kilometer und hat ein pfiffiges Gepäckkonzept. Das gab den Ausschlag bei meiner Wahl zugunsten der kleinen BMW. Zufällig bot meine Werkstatt eine Gebrauchte mit 7.400 Km auf dem Tacho zum Verkauf an. Ich machte eine ausgiebige Probefahrt von ca. 200 Kilometern am Stück um die CS kennenzulernen und um zu sehen ob wir zusammenpassen. Ich fand, wir passen zusammen, also kaufte ich sie.

Die CS wurde bis 2005 gebaut. Sie war wohl wegen der eigenwilligen Optik ein Flop in der Modellpalette von BMW. Vielleicht war sie auch nur ihrer Zeit ein wenig voraus. Meine CS war ein Dienstfahrzeug von BMW selbst, der Hersteller war also auch der Erstbesitzer der Maschine. Sie wurde im Mai 2005 erstmals zugelassen. BMW hatte sie schon mit vielen Extras wie ABS und Heizgriffen ausgestattet. Ich vervollständigte die Ausstattung der Maschine um einige weitere mir wichtige Teile wie eine Tourenscheibe, einen Hauptständer, den Sigma-Fahrradtacho und einiges mehr.

Die ersten Fahreindrücke waren sehr positiv. Der Motor ‚lebt' wie es sich für einen Einzylinder gehört. Die Vibrationen sind aber nicht unangenehm. Der natürliche Lebensraum der CS ist die kurvige Landstraße. Hier fühlt sie sich richtig wohl. Flink, geschmeidig und agil um die Kurven ziehen, dafür ist der Scarver gebaut, das macht richtig Spaß mit dieser kleinen BMW.

Ich habe im Internet einen ganz interessanten Bericht über die F 650 CS gefunden: aus kradblatt 02/02

    die ersten 50.000 Kilometer

Im August 2009, also nach nur 2 Jahren hatte ich die 50.000 Km auf dem Tacho erreicht. Das zeigt schon, dass ich recht zufrieden war mit dieser Maschine. Der steile Lenkkopf, der kurze Nachlauf und der tiefe Schwerpunkt dank des Tanks unter der Sitzbank sind verantwortlich für das superleichte Handling der F 650 CS. Motor und Getriebeabstufung sind genau darauf abgestimmt um mit diesem Fahrzeug auf kurvenreichen Landstraßen viel Spaß zu haben. BMW erfand dafür das Wort ‚scarven'. Die Federelemente sind für den Solobetrieb völlig ausreichend weich und komfortabel abgestimmt. Dank meiner Tourerausstattung ist diese kleine BMW richtig reisetauglich. Nur mit zwei Personen ist speziell das Federbein hinten völlig überfordert.

In der Zuverlässigkeit konnte mein Scarver aber nicht mit der Honda CB500 mithalten. So einige Glühlämpchen, vom Standlichtlämpchen vorne über einige Cockpitbirnchen bis zur Kennzeichenbeleuchtung hinten, musste ich erneuern. Eines Tages ging die Hupe nicht mehr. Das Kabel war genau am Stecker abgebrochen. Stecker und Kabel sind bei BMW eine Einheit und nicht trennbar; ein neuer Stecker mit Kabel hätte mehr gekostet wie eine neue Hupe aus dem Zubehör. Deshalb montierte ich eine neue Hupe aus dem Zubehörhandel mit normalen Flachsteckern an die CS.

Aber unterm Strich überwog deutlich das sehr hohe Spaßpotenzial mit der F 650 CS.

    25. August 2012 - 100.000 Kilometer

Es war am 25. August 2012 als der Tacho meiner CS von 99999 auf 0 sprang. Ich war gerade unterwegs in der Eifel als Tourguide der Krabbelgruppe des CB500er Forumstreffens. Die CS schnurrte wie am ersten Tag. Die Kilometer merkt man ihr nicht an. Ernsthafte Reparaturen gab es nur zwei. Einen Kabelbruch im Zündschloss im August 2010 bei 66.662 Km. Das ist eine Schwachstelle bei den F-Modellen. Bei der 90.000er Inspektion sollten erstmalig die Ruckdämpfer im Hinterrad gewechselt werden. Leider ließ sich die Mitnehmerscheibe nur mit der Flex von der Antriebswelle lösen. Das kostete mich neben den Ruckdämpfern auch eine neue Mitnehmerscheibe und eine neue Antriebswelle. Hätte ich die Ruckdämpfer wartungsplanmäßig wechseln lassen wäre das nicht passiert. Aber nachdem sie in all den Jahren keinen Verschleiß zeigten wurde die Mitnehmerscheibe nie gelöst. Der Verbrauch an Glühlampen hat massiv abgenommen, nachdem ich fast alle durch LED's ersetzt hatte.

Ich bin immer noch ein Fan von den Fahreigenschaften der CS. Ich brauche keine Neue, auch nicht nach 100.000 Kilometern mit dieser kleinen Maschine von BMW. Der Name 'Scarver' ist berechtigt. Die CS fällt von alleine in die Kurven, und die 50 PS bei über 50 NM Drehmoment liefern genug Schub um mit einem breiten Grinsen völlig entspannt rauszubeschleunigen.

Übrigens, 'Scarver' ist ein Kunstwort von BMW. Es kommt von 'Street' und 'carven'. Mit der CS soll man nicht über die Schipisten wedeln sondern auf den Landstraßen. Dafür ist der Scarver konzipiert worden.

    Mai 2015 - verkauft mit 129.066 Kilometer

Im Mai 2015 kaufte ich mir ein neues Motorrad. Mein Scarver hatte mittlerweile über 129.000 Kilometer auf dem Tacho und schnurrte und lief so zuverlässig wie all die 8 Jahre zuvor. Der Grund war also nicht mangelndes Vertrauen in die Zuverlässigkeit zur BMW, sondern, ich wollte einfach mal ein neues Motorrad haben. Meine Neue erwarb ich beim Auto- und Motorradhaus Thiemt und Braker in Schleswig.



zur Honda CB500 2002 - 2007

zur BMW F 650 CS 2007 - 2015

Honda NC750X DCT seit 2015

Die Anforderungen waren gleich geblieben. Ein gemütlicher Tourer für die Landstraße sollte es sein. Auf das Staufach statt des Tanks wollte ich auf keinen Fall verzichten. Das hatte ich bei meiner BMW kennen und sehr schätzen gelernt. Eine der ganz wenigen Maschinen, die so ein schön praktisches Fach haben, findet man bei der NC Reihe von Honda. Da wo andere Bikes den Tank haben, haben diese Hondas ein Staufach mit 21 Liter Fassungsvermögen.

Meine Wahl fiel auf die NC750X mit dem DCT genannten Doppelkupplungsgetriebe. Die 55 PS bei 6250 Touren aus 750 cm³ sind genau richtig für mich. Der Zweizylinder liefert satten Schub aus dem Drehzahlkeller und verbraucht dabei deutlich unter 4 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Mich reizte auch das Doppelkupplungsgetriebe. Es gibt keinen herkömmlichen Schalt- und Kupplungshebel. Die 6 Gänge werden, wenn man will, elektronisch geschaltet. Es gibt drei Möglichkeiten zu schalten. Am linken Lenkerende sind zwei kleine Schalthebel zum Schalten im manuellen Modus. Mit dem Daumen wird mit dem kleinen Hebel neben dem Blinker runter und mit dem Zeigefinger hochgeschaltet. Die Schaltmanöver erfolgen weich und ohne Zugkraftunterbrechung. Vorbei sind auch die Zeiten von Kupplungshebel, Schaltpausen und Kopfnicken beim Beschleunigen. Vorbei sind vor allem die Zeiten der Leerlaufsuche beim Anhalten. Fast ruckfrei und unter kaum spürbarer Kraftschlussunterbrechung wird in den gewünschten Gang geschaltet. Oder man benutzt den Automatikmodus. Hier wählt die Elektronik den günstigsten Zeitpunkt für die Schaltvorgänge. Im Automatikmodus wählt man für die sportliche Fahrweise den S-Modus. Dabei werden die Gänge höher ausgedreht bevor hochgeschaltet wird. Oder den kraftstoffsparenden D-Modus zum gemütlichen Gleiten. Da rollt man im 6. Gang durch die Ortschaften. Aber auch im Automatik-Modus kann man jederzeit durch Hoch- und Runterschalten manuell eingreifen, ohne den gewählten Fahrmodus zu verlassen. Wenn man nicht ‚neutral' eingelegt hat, darf man aber an der Ampel nicht mit dem Gas spielen, sonst macht die Maschine einen Satz nach vorne.

Es macht so richtig Spaß nach dem Anfahren zu beobachten wie die Gänge mit gleichbleibender oder auch leicht steigender Drehzahl nach oben durchgeschaltet werden. Dadurch, dass bei den Schaltvorgängen kaum der Kraftschluss unterbrochen wird, liefert der Motor ununterbrochen kräftiges Drehmoment. Wenn man zum Überholen richtig Schub braucht und dazu das Gas aufreißt, schaltet das Getriebe blitzschnell zwei Gänge runter und dreht die Gänge voll aus beim Beschleunigen.

Die NC 750 hat leider auch einige Nachteile. Sie ist mit 230 Kilo sehr schwer und hat eine Kette als Hinterradantrieb. Nachdem ich 8 Jahre mit einem Zahnriemenantrieb gefahren war wollte ich nie mehr eine Kette haben. Leider passen in den Tank unter der Sitzbank nur 14 Liter. Zwei bis 3 Liter mehr wären schön gewesen. Aber man kann nicht alles haben. Unterm Strich ist das Konzept der NC750X DCT fast wie für mich gemacht. Ich denke, ich werde mit dieser Honda sehr viel Spaß haben.

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