Besuch der Fachhochschule Flensburg


Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und umweltpolitische Sprecherin der F.D.P.-Landtagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan, besuchte gemeinsam mit dem Vorsitzenden der F.D.P. in Flensburg, Woldemar Bader und Herrn Erol Drevici Kux das Institut für Verfahrenstechnik der Fachhochschule Flensburg.

Prof. Dr. Helmut Erdmann führte die F.D.P.-Politiker durch die Labore und erläuterte den neu eingerichteten Studiengang Biotechnologie - Verfahrenstechnik. Die Ausstattung der Labore mit modernen Geräten sei vorbildlich, so Happach-Kasan, die als Biologin schon verschiedene deutlich schlechter ausgestattete Labore gesehen hat. Als besonders beeindruckend empfanden die F.D.P.-Politiker den großen Anwendungsbezug der Ausbildung. Dazu gehört in Flensburg die gezielte Heranführung der Studentinnen und Studenten an Geräte, die auch in Betrieben der Lebensmitteltechnik im Gebrauch sind, sowie das Erlernen von Mess-, Trenn und Analyseverfahren gemäß dem Stand der Technik. Die an der Fachhochschule durchgeführten Projekte mit Gen-Sonden zeigen, dass die Vermittlung von Gentechnik inzwischen nicht mehr den Universitäten vorbehalten ist, sondern integraler Bestand teil des Studienganges Biotechnologie sind.

Im abschließenden Gespräch, an dem auch der Dekan des Fachbereichs Technik, Prof. Dr.-ing. Volker Staben, teilnahm, kamen auch die Probleme der Fachhochschule zur Sprache. Größtes Problem ist die schlechte finanzielle Situation der Fachhochschule. Der hervorragenden Ausstattung steht kein angemessener Etat für Verbrauchsmittel gegenüber. Hochwertige Geräte können auf Dauer nur genutzt werden, wenn sie auch gewartet und die Gebühren für den TÜV bezahlt und die entsprechenden Verbrauchsmaterialien beschafft werden. Nach Eindruck der F.D.P.-Politikerin ist die Fachhochschule in der Lage eines Autobesitzers, der ein tolles Fahrzeug in der Garage aber kein Geld für den Sprit hat. Dies ist an anderen Hochschulen des Landes ähnlich und weist auf eklatante Fehler der Hochschulfinanzierung hin.

Ein zweites Problem sind die mangelnden Studentenzahlen. Fachhochschulen sind in der Regel für Studentinnen und Studenten der Region interessant. Der Standort an der Grenze ist daher ein Nachteil. Der Pressesprecher Torsten Haase wies darauf hin, dass die Fachhochschule inzwischen auch im Süden Dänemarks über ihr ausgezeichnetes Studienangebot informiert. Die Grenze sei schließlich kein Hindernis. Beide Professoren beklagten, dass die Hochschulautonomie nur auf dem Papier stünde, bzw. die Verwaltung des Mangels an die Hochschulen delegiert worden sei. Insbesondere bleibe unverständlich, warum die Fachhochschule Bewerber für Informatik-Studiengänge ablehnen müsse. Die Professoren seien bereit, flexibel auf unterschiedliche Bewerberzahlen zu reagieren. Doch die Landesregierung bestünde auf Planwirtschaft, möglicherweise auch, um den Mediencampus in Kiel nicht zu gefährden, so Dr. Happach-Kasan.


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