F.D.P.-Thesen zur Biotechnologie
Für
die F.D.P. ist die moderne Biotechnologie eine Schlüsseltechnologie des
21. Jahrhunderts. Sie hat entscheidenden Anteil an der weiteren Entwicklung
des Wissenschafts-, Technologie- und Wirtschaftsstandortes Deutschland. Die
F.D.P. setzt sich dafür ein, die Chancen, die sich aus der Biotechnologie
ergeben, aktiv zu nutzen.
Die
moderne Biotechnologie ist eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts.
Als Querschnittstechnologie für sehr unterschiedliche Einsatzfelder, die
von der Pharma-, Chemie- und Lebensmittelindustrie, über die Landwirtschaft
bis hin zum Bergbau, zur Abfall- und Abwassertechnologie, Umwelttechnologie
und zur Informationstechnik reichen, hat sie entscheidenden Anteil an der weiteren
Entwicklung des Wissenschafts-, Technologie- und Wirtschaftsstandortes Deutschland.
Die F.D.P. will die Chancen, die sich aus der Genomforschung und der Anwendung
gentechnischer Verfahren in der Humanmedizin ("Rote Gentechnik") der
Landwirtschaft ("Grüne Gentechnik") und der industriellen
Produktion ("Graue Gentechnik") ergeben, aktiv nutzen.
Die Nutzung der Gentechnik zu verweigern oder durch bürokratische Verfahren
zu verzögern, schadet nicht nur dem Wirtschaftsstandort Deutschland, sondern
desillusioniert auch zahllose kranke Menschen, die auf Heilung hoffen.
Mit gentechnisch veränderten Pflanzen bieten sich zahlreiche Ansatzmöglichkeiten,
um einen zentralen Beitrag zur Lösung umwelt-, agrar-, verbraucher-, entwicklungspolitischer
und ernährungsphysiologischer Probleme zu leisten.
Die F.D.P. setzt ihre Vorstellung von einer an den Bedürfnissen der Menschen
orientierten Biotechnologie, insbesondere zur Genforschung und Gentechnologie,
konsequent um. Unsere Forderungen, die die Bundestagsfraktion anläßlich
eines Biotechnologiekongresses Mitte Dezember in Mainz der Öffentlichkeit
vorgestellt hat, im einzelnen:
· Die F.D.P. fordert ein Fortpflanzungsmedizingesetz, das neben dem heutigen
Embryonenschutzgesetz Regelungen zum Umgang mit embryonalen Stammzellen sowie
zur Präimplantationsdiagnostik trifft.
· Die F.D.P. spricht sich für eine Präimplantationsdiagnostik
aus, die Familien mit hohen genetischen Risikofaktoren die Möglichkeit
bietet, ein Kind zu bekommen, das die Erbkrankheit nicht hat.
· Die F.D.P. spricht sich gegen ein Importverbot von embryonalen Stammzellen
zu Forschungszwecken aus. Zu prüfen ist, ob vergleichbare therapeutische
Erfolge nicht auch mit Erwachsenen-Stammzellen erreichbar sind. Auch die rechtlichen
Bedingungen, unter denen Stammzellen aus Nabelschnurblut für eine spätere
Eigenspende entnommen und konserviert werden können, sind zu prüfen.
· Die F.D.P. fordert die Bundesregierung auf, den politisch motivierten
Stopp für den Bt-Mais unverzüglich rückgängig zu machen.
Über die Zulassung und Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen
entscheiden wissenschaftliche und nicht ideologische Kriterien.
· Die F.D.P. fordert, das bei der Grünen Gentechnik auf europäischer
und nationaler Ebene bestehende Moratorium unverzüglich aufzuheben. Nicht
zuletzt kann der Anbau von gentechnisch verändertem Raps mit einem höheren
Eiweißgehalt zur Schließung der durch das Verfütterungsverbot
von Tiermehl entstandenen Eiweißlücke beitragen. Das Argument des
Bundeskanzlers, die Gespräche mit der Biotech-Instrument abzusagen, weil
der Verbraucher durch die BSE-Krise verunsichert sei, ist fadenscheinig.
· Die F.D.P. tritt dafür ein, dass Beratungen über zentrale
gesellschaftliche Themen für die Öffentlichkeit transparent und damit
nachvollziehbar sind.
· Die F.D.P. fordert von der Bundesregierung eine breit angelegte und
von den wesentlichen gesellschaftlichen Gruppen getragene Aufklärungskampagne
zur Gentechnik, um das offensichtlich vorhandene Informationsdefizit in der
Bevölkerung zu beheben und die Voraussetzungen für die gesellschaftliche
Akzeptanz einer vertretbaren Zukunftstechnologie zu schaffen.
· Die F.D.P. fordert eine schnelle Umsetzung der "EU-Richtlinie
über den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen", um Rechtssicherheit
bei der Patentierung genetischer Erfindungen zu gewährleisten. Die F.D.P.
setzt sich konsequent für die Sicherung des geistigen Eigentums ein. Die
F.D.P. ist gegen Patente auf "Mischwesen", die nach unserer Auffassung
gegen die guten Sitten verstoßen. Deshalb muss die unklare Rechtssituation
schnellstmöglich beendet werden. Innovative Forschungstätigkeit muss
am Standort Deutschland unterstützt werden.