Christel Happach-Kasan: "Sind für Minister Müller Bauern Kriminelle?"
Zur Äußerung des Landes-Umweltministers Klaus Müller "Lebensmittel seien teilweise Sondermüll" in den Lübecker Nachrichten vom 14./15. Januar 2001 erklärte die agrarpolitische Sprecherin der F.D.P.-Landtagsfraktion Dr. Christel Happach-Kasan heute in Kiel:
"Sollten Lebensmittel in den Handel gelangt sein, die als Sondermüll bezeichnet werden können, dann muss sich der Minister fragen lassen, seit wann er diese Erkenntnisse hat und warum er als Chef der Lebensmittelkontrollbehörden nichts dagegen unternommen hat, denn sonst hätte er sich selbst strafbar gemacht.
Von nichts eine Ahnung, aber zu allem eine Meinung. Wenn Minister Müller im Gastbeitrag in den Lübecker Nachrichten davon spricht, "was uns teilweise unter dem Namen Lebensmittel angeboten wird sind keine Mittel zum Leben, sondern Sondermüll", dann stellt er die Bauern und die Lebensmittelwirtschaft dieses Landes auf eine Stufe mit Straftätern.
All die vom Minister zitierten Fälle, waren illegale Handlungen Einzelner, die auch in Zukunft bei 100%iger ökologischer Landwirtschaft nicht verhindert werden können. Mit dem Thema BSE und mit landwirtschaftlicher Produktion hat dies überhaupt nichts zu tun.
Wie Landwirtschaftsministerin Franzen bei der gemeinsamen Sitzung des Agrar- und Umweltausschusses erklärte, sind bisher alle in Schleswig-Holstein aufgetretenen BSE-Fälle auf Höfen eingetreten, die die Ministerin als vorbildliche und vertrauenswürdige Betriebe empfohlen hätte.
Die schleswig-holsteinischen Bauern aber auf eine Stufe mit Kriminellen zu stellen ist schlichtweg ein Skandal.