BRÜDERLE: Grün-Rot stolpert der F.D.P. hinterher
BERLIN.
Zur Ankündigung der Bundesregierung in der morgigen Kabinettsitzung, die Abschaffung
von Rabattgesetz und Zugabeverordnung zu beschließen, erklärt der wirtschaftspolitische
Sprecher der F.D.P.-Bundestagsfraktion, Rainer BRÜDERLE:
Nach langem Zaudern scheint die Bundesregierung jetzt endlich den Schritt in
die Realität zu wagen. Morgen soll die Abschaffung von Rabattgesetz und Zugabenverordnung
im Kabinett für Frühjahr 2001 beschlossen werden. Vergangene Woche hat Grün-Rot
noch auf der Bremse gestanden.
Die Beratung über zwei entscheidungsreife F.D.P.-Gesetzentwürfe zur Abschaffung
von Rabattgesetz und Zugabeverordnung sind von der grün-roten Mehrheit im Wirtschaftsausschuss
noch verschoben worden. SPD und Grüne haben damit eine Chance vertan, F.D.P.-Gesetzentwürfen
zuzustimmen, die nichts anderes bezwecken als das, was Bundeswirtschaftsminister
Müller und Bundesjustizministerin Däubler-Gmelin seit Monaten überall im Lande
verkündet haben:
Abschaffung von Rabattgesetz und Zugabeverordnung im Interesse des Verbrauchers
und der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland. Sie haben zugleich
verhindert, dass rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft dem Handel neue Impulse
gegeben werden. Unter dem Druck des F.D.P.-Entwurfes kommt die Regierung jetzt
endlich in die Gänge. Die monatelange Verzögerungstaktik hat scheinbar ein Ende.
Denn: Auf einen Gesetzentwurf der Regierung haben Wirtschaft und Verbraucher
lange Zeit vergeblich gewartet. Und seit einem Jahr ist nicht nur der Bundesregierung
bekannt, dass mit dem Inkrafttreten der EU-Richtlinie über den elektronischen
Geschäftsverkehr das Herkunftslandprinzip demnächst im elektronischen Handel
gelten wird, restriktives deutsches Sonderrecht also nicht mehr zu halten sein
wird.
Wirtschaftsminister Müller wird von F.D.P.-Gesetzentwürfen und neuen technischen
Entwicklungen zum Jagen getragen. Das sind keine guten Aussichten für weitere
wirtschaftspolitische Reformprojekte in Deutschland.