F.D.P. fordert Ministerrücktritte wegen BSE-Management
In Deutschland
ist BSE in den vergangenen Jahren ausschließlich an sechs importierten Rindern
aufgetreten. Am 24. November 2000 sind zwei BSE-Fälle bei deutschen Rindern
bekannt geworden. Damit ist Deutschland nicht mehr "BSE-frei". Die F.D.P. hat
der Bundesregierung bei der Bekämpfung der Rinderseuche BSE schwere Versäumnisse
und ein miserables Krisenmanagement vorgeworfen. Rot-Grün hat beim Schutz der
Verbraucher vor BSE kläglich versagt.
Deshalb hat die F.D.P. den Rücktritt der zuständigen Bundesgesundheitsministerin
und des Ernährungsministers gefordert. Die beiden ersten BSE-Fälle in Deutschland
haben die eklatanten Versäumnisse der rot-grünen Bundesregierung in der Verbraucherschutzpolitik
und ein miserables Krisenmanagement offengelegt. Viel zu spät haben Bundesgesundheitsministerin
Andrea Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) und Ernährungsminister Karl-Heinz Funke
(SPD) dem Verbraucherschutz den notwendigen Vorrang eingeräumt. Die beigefügte
"Chronik der Rinderseuche BSE" unterstreicht, daß die F.D.P. bereits 1994 ein
Exportverbot für englisches Rindfleisch und eine durchgehende Kennzeichnungspflicht
gefordert hat.
Deshalb wurde auch die 1999 auf EU-Ebene unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft
beschlossene Lockerung des Exportverbots für britisches Rindfleisch von den
Liberalen nachdrücklich kritisiert. Die rot-grüne Bundesregierung hätte eine
Lockerung niemals zulassen dürfen, da im Jahr 1999 in England immer noch 2254
BSE-Fälle aufgetreten sind. Diese Kritik der F.D.P. wurde von führenden Wissenschaftler
unterstützt. Aus Sicht der Experten besteht zudem die Gefahr, daß für den Verbraucher
die originäre britische Herkunft des im Fleischerzeugnis verwendeten Rindfleisches
nicht mehr erkennbar ist. Es ist daher nicht nachvollziehbar, daß die Bundesgesundheitsministerin
und der Bundesernährungsminister trotz dieser offensichtlichen Mängel die Lockerung
des Exportverbotes nicht verhindert haben.
Das miserable Krisenmanagement von Rot-Grün zeigt sich insbesondere an dem in
aller Hektik auf den Weg gebrachten Fütterungsverbot von Tiermehl auch an Nichtwiederkäuer.
Um die Verbraucher möglichst schnell und umfassend zu schützen, wollte Rot-Grün
erst das Tiermehlverbot über eine Eilverordnung umsetzen. Die Eilverordnung
wurde dann allerdings von der SPD wegen juristischer Bedenken abgelehnt. Jetzt
ist ein Gesetz verabschiedet worden, das ein generelles Fütterungsverbot von
Tiermehl vorsieht. Auch dieses in aller Eile vorgelegte Gesetz enthält viele
Fehler und Widersprüche. Die F.D.P. hat die Gesetzesinitiative zum Verfütterungsverbot
von Tiermehlen an Nichtwiederkäuer im Parlament mitgetragen, obwohl noch viele
Fragen offen bleiben.
Neben dem vorsorgenden Verbraucherschutz wird sich die F.D.P. dafür einsetzen,
daß der BSE-Skandal nicht zu einer Welle der Existenzvernichtung in der Landwirtschaft
führt. EU, Bundesregierung und Länder sind nun gemeinsam gefordert, die Landwirte
in ihrer schwierigen Lage zu unterstützen. Außerdem hat die F.D.P. gefordert,
deutlich mehr Haushaltsmittel für die Erforschung von BSE zur Verfügung zu stellen.
Dies hat Rot-Grün inzwischen abgelehnt. Welche Dimensionen die Rinderseuche
BSE letztendlich in Deutschland annehmen wird, werden die verstärkt durchzuführenden
Schnelltests zeigen. Einige Länder, zum Beispiel Baden-Württemberg, beabsichtigen
bzw. haben bereits mit Schnelltests begonnen.
Allerdings weisen die Wissenschaftler darauf hin, daß auch die Schnelltests
keine absolute Sicherheit bieten. Sie reagieren erst dann eindeutig positiv,
wenn sich der BSE-Erreger beim Rind bereits in einem fortgeschrittenen Stadium
befindet. Ein negatives Testergebnis lässt somit keine Aussage über die mögliche
BSE-Freiheit des untersuchten Tieres zu. Insbesondere für Rinder mit einem Alter
von weniger als 30 Monaten zum Zeitpunkt der Schlachtung bieten die zur Zeit
verfügbaren Schnelltests nur unzureichende Nachweismöglichkeiten.
Chronik der Rinderseuche BSE:
1985:
In Südengland entdecken Wissenschaftler erstmals die Rinderseuche BSE (Bovine
Spongiforme Enzephalopathie).
1988:
Großbritannien verbietet die Verfütterung von Tiermehl aus Wiederkäuer-Kadavern
an Wiederkäuer.
In England sterben 1988 über 2100 Rinder an der Seuche.
1989:
Exportverbot der EU für britische Rinder, die vor dem 18. Juli 1989 geboren
wurden, sowie für Kälber von BSE - verdächtigen Kühen.
1990:
BSE wird in der EU meldepflichtig.
Bis zu 300 Rinder erkranken jede Woche an der Seuche.
1991:
Erster BSE-Fall in Frankreich.
1992:
In Deutschland stirbt das 1. Rind an BSE. Es war aus Großbritannien importiert
worden.
Gipfel der BSE-Seuche: Mehr als 37.000 Rinder sterben in Großbritannien.
1994:
EU-Kommission verbietet das Verfüttern von Eiweiß aus Säugetierkadavern an Wiederkäuer.
Gesundheitsminister Seehofer scheitert mit seiner Forderung nach einer Einfuhrsperre
für britisches Rindfleisch.
1995:
Drei Creutzfeldt-Jakob-Opfer in Großbritannien.
1996:
Forscher entdecken neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (nVCJK). Die
EU verhängt ein Exportverbot für Rinder, Rindfleisch und Tiermehl aus Großbritannien.
1999:
Im August 1999 hebt die EU mit Einschränkungen das Exportverbot für britisches
Rindfleisch wieder auf.
2000:
Erste Fälle von der neuen Variante nVCJK in Deutschland.
Bundesregierung erläßt Fütterungsverbot von Tiermehl auch für Nichtwiederkäuer.
Chronik der F.D.P.-Forderungen zu BSE:
1994:
F.D.P. fordert Exportverbot für englisches Rindfleisch und Kennzeichnungspflicht
1996:
F.D.P. fordert Exportverbot für englisches Rindfleisch
1999:
F.D.P. fordert Einführung von Schnelltests F.D.P. fordert Aufrechterhaltung
des Exportverbotes für britisches Rindfleisch
F.D.P. für europaweite Kennzeichnung von Rindfleisch
2000:
F.D.P. fordert Exportverbot für Rindfleisch aus Großbritannien, Frankreich und
Portugal
F.D.P. fordert Aufstockung der Mittel für die BSE-Forschung um 50 Millionen
DM Gesetz zum Verfütterungsverbot von Tiermehl an Nichtwiederkäuer
F.D.P. fordert Hilfsmaßnahmen für Landwirte zur Bewältigung der BSE-Krise
F.D.P. fordert Rücktritte von Bundesgesundheitsministerin Fischer und Ernährungsminister
Funke.