Liberale Forderungen für eine Reform des Gesundheitssystems
Die rot-grüne
Bundesregierung hat in der Gesundheitspolitik versagt. Auf der einen Seite geht
die Budgetierung, an der Rot-Grün kompromißlos festhält, eindeutig zu Lasten
des Patienten. Dieser kann sich gegen die Rationierung von Gesundheitsleistungen
kaum wehren. Auf der anderen Seite werden die Ärzte in ein Korsett aus staatlichen
Vorgaben und Reglementierungen gepreßt, die ihnen keine Luft zum Atmen läßt.
Die Ärzte werden so zu Mangelverwaltern auf dem Rücken ihrer Patienten. Als
Freiheitspartei lehnt die F.D.P die Politik der Budgetierung ab und setzt stattdessen
auf mehr Wettbewerb und eigene Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten des Patienten.
Die katastrophalen Auswirkungen der rot-grünen Gesundheitspolitik können Patienten
und Ärzte täglich spüren: So finden physiotherapeutische Behandlungen nicht
in erforderlichem Umfang statt.
Dazu ein Beispiel: Krebspatientinnen, denen die Brust abgenommen wurde, erhalten,
weil das Budget erschöpft ist, lediglich zwei Lymphdrainagen. Das ist viel zu
wenig. Bei der Arzneimitteltherapie liegt ebenfalls vieles im Argen, weil die
Ärzte bei Überschreiten der vorgesehenen Budgets die Kollektivhaftung fürchten.
Die Folge: Statt neuer Medikamente mit geringen Nebenwirkungen werden preiswertere,
ältere Arzneimittel verordnet.
Auch die Therapiefreiheit, eine wesentliche Voraussetzung für Qualität im Gesundheitswesen,
leidet unter der Politik der Budgetierung. Denn: Durch die Vorgabe, nur bestimmte
Arzneimittel zu verordnen, wird diese zunehmend beschränkt. Erschwerend kommt
hinzu, daß die Gesetzliche Krankenversicherung nicht auf eine solide, zukunftsgerichtete
Finanzgrundlage gestellt worden ist. Im Gegenteil: Rot-Grün sorgt dafür, daß
dem Gesundheitssystem immer mehr Geld entzogen wird: Allein 2,5 Milliarden Mark
fehlen zum Beispiel durch die Rücknahme von Selbstbeteiligungen und erweiterte
Freistellung von Zuzahlungen.
Statt sich darüber Gedanken zu machen, wie das System von bürokratischen Überregulierungen
befreit werden kann, wird im Gesundheitswesen jedes noch so kleine Detail geregelt.
Auf die großen Probleme, etwa die künftige Finanzierung des medizinischen Fortschritts
oder die Beitragsstabilität für die junge Generation, hat Rot-Grün jedoch keine
Antwort. Anders die F.D.P.: Wir fordern mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen
mit eigenen Gestaltungsmöglichkeiten für den Patienten. Das bedeutet zum Beispiel
stärkere Wahlmöglichkeiten für Tarife mit Beitragsrückerstattungen, mit Selbstbehalten,
mit freiwillig gewählten Hausarztmodellen oder mit einer Einbeziehung naturheilkundlicher
Behandlungsmethoden.
Im Ergebnis müssen die Zwangsbeiträge auf Kernleistungen begrenzt werden, um
Spielräume für einen individuelleren Versicherungsschutz zu schaffen. Auch mehr
Wettbewerb der Krankenkassen untereinander, die bisher gemeinsam mit den Ärzten
verhandeln, würde den Patienten nutzen und frischen Wind in das Gesundheitssystem
bringen. Wettbewerb braucht aber auch Transparenz. Die F.D.P. fordert deshalb
- überall dort, wo es möglich ist - eine Rechnung der Kostenerstattung beizufügen.
Wir brauchen endlich den informierten Patienten. Als Freiheitspartei lehnt die
F.D.P. die leistungsfeindliche Budgetierung strikt ab.
Die F.D.P.-Bundestagsfraktion hat deshalb im Deutschen Bundestag beantragt,
die Arznei- und Heilmittelbudgets sofort abzuschaffen. Aus liberaler Sicht sind
sozial ausgestaltete Selbstbeteiligungen sowie Bonussysteme, zum Beispiel für
besonders gesundheitsbewußtes Verhalten, wesentlich besser geeignet, die Kosten
zu begrenzen. Außerdem verlangt die F.D.P., den Arbeitgeberanteil am Krankenkassenbeitrag
festzuschreiben. Nur so kann ein Bewußtsein für die tatsächlichen Belastungen
geschaffen und der Automatismus zwischen steigenden Gesundheitsausgaben und
steigenden Lohnkosten durchbrochen werden. Flankiert werden muss das durch eine
Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes für Arzneimittel und eine mutige Steuerreform,
damit den Bürgern mehr Geld für eigene Wahlentscheidungen verbleibt.