Stomp – eine wahnsinnig tolle Truppe, die mir so gut gefiel, dass ich gleich mal ins Konzert musste. Natürlich war das nicht in der unmittelbaren Nähe. Dann lohnt es ja nicht, mit dem Mopped dorthin zu fahren. Also ging es über ca. 1500 KM auf vielen Umwegen, tollen Kurven und von Hannover an abseits der BAB gen Süden nach Saarbrücken.

Besonders gut hat mir eine Pause in Breitscheid gefallen. Dort fand ein Treffen von Fallschirmspringern statt, die sich in den unterschiedlichsten Formationen in Richtung Erde stürzten. Da bekam ich richtig Lust auf einen Sprung. Leider (oder zum Glück?) geht das nicht – zumindest nicht mit Tandemsprung, denn dabei würden wir das zulässige Gesamtgewicht locker überschreiten ;-( ...Und einen entsprechenden Frachtfallschirm hatten die Jungs nicht....)

Das Konzert war absolute Spitzenklasse. Über zwei Stunden Akrobatik, Tanz und DRUM TOTAL.

Wegen der frühen Buchung hatten wir die besten Plätze: Erste Reihe – Mitte Tribüne. Auf den Fotos seht ihr den Bühnenaufbau mit der hinteren Wand, in der die Mädels und Jungs bei einem Stück in ihren Klettergurten hingen . Ganze Küchenspühlen dienten der Musik und neben Streichholzschachteln, Zippos und Gummirohren mussten auch Zeitungen für den starken Sound herhalten. Bei der Nummer mit den Besen ist beim Wechseln von einem Akteur zum anderen eines dieser Teile von der Bühne gefallen.

Ratet mal wo der jetzt ist????





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Alle Fotos by Ulli


Hier noch einige Infos zur Truppe und Soundbeispiele, die aber bei weitem nicht die Faszination der Stücke wiedergeben können:

Streichholzschachteln

Eine Person mit Händen und Füßen

Blaue Plastiktonnen



Spaß haben mit STOMP


Es begann mit einer Gruppe; später wurde es eine Show. STOMP ist jetzt ein Konzept, das weit mehr ist als nur eine Show.ì


Steve McNicholas



STOMP 2001



Luke Cresswell und Steve McNicholas sind die Erfinder von STOMP und unermüdliche Entdecker immer andersartiger Charaktere und Persönlichkeiten, die die einzigartige Performance aus Perkussion, Bewegung und szenischer Komik immer wieder neu entstehen lassen. Keiner der Typen auf der Bühne da oben, könnte als stereotyp bezeichnet werden. Typisch STOMP. Und das ist neben der faszinierenden, rhythmischen Präzisionsarbeit (mal die lustvoll bemühten Publikumsdarbietungen ausgenommen) - eines jener Merkmale, die das Original zu dem machen, was es ist: Visueller Lauschangriff auf die Sinne. Malträtierung der Lachmuskulatur. Händchenhalten als vergebene Liebesmüh.

Kopien aller Couleurs mussten scheitern und so stompt die berühmteste Putzkolonne aller Zeiten weiter und weiter...


Schon mehr als 8 Millionen Menschen in 36 Ländern dieser Welt haben STOMP seit seiner ersten Vorstellung in Brighton erlebt; allein Off Broadway, am New Yorker Orpheum Theatre, wird nach einer Laufzeit von ¸über 7 Jahren im Sommer 2001 der Millionste Besucher bei STOMP erwartet, während man im Mai 2001 der einjährigen Geburtstagsparty im Marines Memorial Theatre in San Francisco entgegenfiebert. STOMP avancierte vom Geheimtipp zum Klassiker des zeitgenössischen Entertainments.


Und noch immer gibt es viele, die kommen wollen zum ersten und nicht schon zum zweiten, zum dritten oder gar vierten Mal. Überhaupt Zuschauer: Sie sind genau so und auch wieder anders als diejenigen, die sonst des Abends die Stufen der Theater hinaufschreiten. So bemerkte zum Beispiel die Frankfurter Allgemeine im Juli vergangenen Jahres, dass nicht nur Schöne und Schicke mit Pfennigabsätzen und Cocktailkleidern ¸über den blanken Boden stolzieren, um bei STOMP dabei zu sein, sondern auch Leute mit Tatoos am nackten Arm oder mit Plateausohlen, Jeans und nabelfreiem Topì.


STOMP alles wird zu Rhythmus, alles wird Musik!


Die Akteure und Initiatoren:


Luke war Anfang der 80er ein Vollblut-Drummer aus Brighton, der Punkmusik mochte und mit einer Truppe von Strassenmusikern solange den heimischen Churchhill Square akustisch auf Trab brachte, bis sie die Polizei davonjagte. Zur gleichen Zeit arbeitete Steve aus Yorkshire als Geiger, Gitarrist, Sänger und Pianist in verschiedenen Theatergruppen, zuletzt bei Cliff Hanger, einer Truppe in Brighton. Begegnet sind sie sich allerdings erst im schottischen Edinburgh. Luke wollte dort mit seinen Leuten ein bisschen durch die Straßen ziehen, ein paar Drinks nehmen und Spaß haben. Dann aber landeten sie bei Steve und den Cliff Hangers in einem dieser Theater und irgendwie hatten sie mächtig Spass miteinander, vor allem, weil Luke immer das Gegenteil von dem tat und wollte, was Steve tat und wollte und umgekehrt natürlich auch.

Das fanden sie dann so inspirierend, dass sie Freunde wurden und als Mitglieder der berühmt-berüchtigten Pookiesnackenburger gemeinsam durch die Straßen zogen und jetzt erst richtig Spa_ hatten. Und jede Menge Ideen. Und jede Menge wenig Geld, um sie zu verwirklichen.


Also nahmen sie ihre Beine in die Hände (und umgekehrt) und sammelten Schrott und reichlich unnützen Alltags-Plunder und verwandelten diesen in die wunderbarsten Rhythmus- Instrumente. Daneben kreierten sie ein paar prämierte Werbespots für die finanzkräftige Industrie und inszenierten großartige Drum-Shows, so dass sie eines Tages genügend Geld beisammen hatten, um STOMP aus der Taufe zu heben zu können. Und zusammen mit Nick, Sarah, Theseus, Fraser, David, Carl und Fiona zogen sie los, erneut zum ausgeflipptesten Theaterfestival von Edinburgh und hatten wieder mal so richtig Spaß (und einen Riesenerfolg obendrein).


Von Festival zu Festival, von Auftritt zu Auftritt, immer neue Länder, immer neue Preise und ¸überall schmeckte das Bier ein wenig anders. Luke, der immer mit auf der Bühne stand, hatte keine Gewichtsprobleme und Steve, wie immer dem Gegenteil verpflichtet, hatte trotzdem Spaß. Nebenbei schrieben und produzierten sie weiterhin Filme und erhielten Auszeichnungen und Ehrungen und hatten immer noch Träume, während die STOMP-Gemeinde größer und größer wurde.


Heute stompen sie von Argentinien bis Australien, von Brasilien nach Kanada, Von Chile nach Deutschland ¸über Griechenland, Japan und Hong Kong, von Korea nach Palästina ¸über Russland, Taiwan und Südafrika...


Luke und Steve werden wohl weiterhin ihren Spaß haben wollen. Augenzwinkernd, mit ihrer klanggewordenen Vision aus singendem Schrott und symphonischem Müll, verneigen sie sich tief vor den Rhythmen dieser Welt.



29.06.2002