Die verschiedenen Trageweisen
Welche gibt es, und für welches Alter und welche Gelegenheit sind sie geeignet?
Hinweis: Die Bindeweisen "Wiege", "Kreuztrage" und "Wickelkreuztrage"sind Entwicklungen der Firma DIDYMOS/Erika Hoffmann GmbH und als solche natürlich urheberrechtlich geschützt!
Die Wiege
Die Wickelkreuztrage
Die Känguruhtrage
Die Kreuztrage
Der Hüftsitz
Die Kreuz-Hüfttrage
Die Rückentrage
Die Wiegetrageweise wird in den ersten Wochen von vielen Eltern bevorzugt, da sie ihr Baby noch nicht aufrecht tragen mögen, solange es noch sehr klein ist, - dazu erscheint es ihnen doch noch zu zart,
und außerdem ist da die Sorge um das schwere Köpfchen! In dieser Hinsicht kann ich Dich aber beruhigen: wenn Du Dein Baby fest einbindest, kannst Du es ruhig von Anfang an aufrecht in der
Kreuz- oder Wickelkreuztrage herumtragen. Anatomische gesehen ist dies sogar vorteilhafter als die Wiege, da die Beinchen Deines Babys in dieser nicht die natürliche Spreiz-Anhock-Haltung einnehmen kann!
Fühlst Du Dich mit der aufrechten Trageweise und überhaupt mit dem Binden und Knoten aber noch nicht so wohl, dann beginne trotzdem zunächst mit der recht einfach zu knotenden Wiege und
wechsele nach ein ein, zwei Wochen, wenn Du Dich sicherer fühlst, zu den aufrechten Trageweisen!
In der Wiege liegend vor Deinem Bauch getragen ruht das Baby bis dahin genauso sicher wie in Deinem Arm, und es wird sich wohl fühlen, da es von allen Seiten eng eingehüllt wird - ein
Zustand, der ihm aus der Zeit in Deinem Bauch noch ganz vertraut ist. Es hört Deinen Herzschlag, spürt Deine Körperwärme und, wenn Du eine stillende Mutter bist, riecht auch den
verheißenden Duft Deiner Milch - an die es jederzeit gelangen kann, denn mit ein bißchen Übung mußt Du Dein Baby nicht mal aus dem Tuch nehmen, um es zu stillen! Das macht es Dir auch
leicht, Dein Baby nach Bedarf zu stillen, auch wenn es anfangs sehr häufig nach Milch verlangt: Du läßt es einfach im Tuch saugen, sooft es möchte, und innerhalb weniger Tage wirst Du
soviel Milch haben, daß sich ein einigermaßen verläßlicher Stillrhythmus herausbilden kann.
Wie schon erwähnt, ist der große Vorteil der "Wiege": alle 3 verschiedenen Varianten lassen sich sehr leicht binden, so daß Du Dich langsam an die Bindetechniken und das Tuch gewöhnen kannst. Fange ruhig so früh wie
möglich damit an, Dein Baby zu tragen, am besten noch im Krankenhaus; um so eher werdet Ihr beide eine Beziehung aufbauen und um so schneller und besser wirst Du die Signale Deines Babies
deuten können. Gerade in den allerersten Wochen braucht es Deine Nähe ganz besonders. Laß Dich von dem Gedanken, es einen Großteil des Tages herumzutragen, nicht abschrecken! Bald wirst Du es gar nicht
mehr ablegen wollen, und es wird Dir so vorkommen, als erlebtest Du eine verlängerte Schwangerschaft.
Nicht zuletzt solltest Du schon jetzt mit dem Tragen beginnen, weil Dein Baby jetzt noch ein Leichtgewicht ist! Wenn Du es jetzt trägst, trainierst Du Dich schon für die Zeit, in der es schwerer wird,
und beugst so möglichen Rückenbeschwerden vor. Die "Wiege" eignet sich von Geburt an bis längstens etwa zum 3. Monat, wenn Dein Baby einfach zu groß geworden ist und auch nicht mehr im Liegen getragen
werden will, weil es so nicht genug von der interessanten Welt sehen kann! Für die Wiege reicht ein kurzes, 2,50 m langes Tuch aus.
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Wenn Dein Baby (meistens nach dem 2.Lebensmonat) der kuscheligen Tragetuchwiege entwachsen ist, wird es Zeit für eine aufrechte Trageweise - aber Vorsicht! Es wird noch einige Monate dauern, bis die Halsmuskulatur
Deines Babies sich soweit gefestigt hat, daß es sein Köpfchen ohne Mühe allein halten kann. Deshalb muß es auch jetzt noch gut vom Tuch gestützt werden. Dafür ist die Wickelkreuztrage ideal: darin wird
Dein Baby von 3 verschiedenen Stoffbahnen gestützt, von denen Du 2 über das Köpfchen ziehen kannst; außerdem wird bei dieser Bindetechnik beinahe automatisch die gesunde Spreiz-Anhock-Haltung der Beine erreicht. Darum und
weil die Wickelkreuztrage relativ einfach zu binden ist, eignet sie sich auch ganz besonders für Tuchanfänger!
Allerdings benötigst Du für diese Trageweise ein extrem langes Tuch, mindestens 4,6o m, bei großen Eltern lieber noch länger!
Einziger Nachteil dieser Bindetechnik: sie muß bei jedem Anlegen neu gebunden werden, während bei Wiege und Hüftsitz das Tuch, einmal gut gebunden, einfach abgenommen und in den Schrank gehängt werden kann.
Dafür wirst Du es aber leicht haben, diese Technik zu erlernen; außerdem ist sie sehr angenehm für Deinen Rücken, da das Gewicht sich völlig symmetrisch verteilt und unter den breiten Stoffbahnen kaum zu spüren ist - Du denkst vielleicht,
ich übertreibe, aber Du wirst Dich wundern, wie leicht es Dir fallen wird, Dein Baby auf diese Weise zu tragen!
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Die Känguruhtrage ist, wie die Wickelkreuztrage auch, schon für junge Babies nach dem 2. Lebensmonat geeignet - nach den Empfehlungen der Firma Didymos schon ab der 6. Lebenswoche. Dann muß allerdings der Stoff rund
um das Köpfchen sehr gut nachgezogen werden, was gerade bei den kleinen Säuglingen manchmal schwierig ist. Überhaupt ist es für Anfänger zunächst eine ganz schön knifflige Angelegenheit, die Tuchkanten so korrekt nachzuziehen
und den Knoten so fest zu binden, daß das Kind gut genug gestützt ist. Mit etwas Routine klappt aber auch diese Bindeweise gut, vor allem, wenn Dein Baby sein Köpfchen schon etwas besser halten kann. Solltest Du unsicher sein,
so ist die Wickelkreuztrage auf jeden Fall die bessere Wahl!
Die Vorteile der Känguruhtrage: Du brauchst kein ganz so langes Tuch, 3,30 m reichen völlig aus; es gelingt bei dieser Tragetechnik eher, das tragende Stoffkreuz auf dem Rücken genau zwischen den Schulterblättern zu plazieren,
was für Deinen Rücken optimal ist. Bei der Wickelkreuztrage besteht die Gefahr, daß das Kreuz schließlich etwas zu weit oben sitzt, was zu Rückenbescherden führen kann. Der größte Vorteil dieser Trageart ist aber der, daß Du
Dein Baby leicht hinlegen kannst, wenn es im Tuch eingeschlafen ist: Du löst einfach den Knoten unter seinem Po und legst es mitsamt dem Tuch hin.
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Die Kreuztrage ist hierzulande wohl inzwischen die bekannteste und am weitesten verbreitete Bindetechnik, weil sie recht einfach zu erlernen ist und meist schon beim ersten Versuch richtig sitzt: sowohl mein anfangs skeptischer Mann als auch meine Schwiegermutter benutzen sie gern zum Babysitten. Großartiges Üben war nicht notwendig! Der zweite große Vorteil dieser Trageart: Du kannst
Dein Baby zwischendurch mal eben aus dem Tuch herausnehmen (etwa um es in den Autositz zu legen oder um es zu stillen) und es später wieder hineinsetzen, ohne daß Du das Tuch zwischendurch neu binden oder auch nur abnehmen mußt - sofern das unförmige
Stoffteil um Deinen Hals Dich nicht stört. Bei einem schön gemusterten Tuch sieht das auch nicht gar so albern aus. An die fragenden Blicke wirst Du Dich schnell gewöhnt haben!
Didymos empfiehlt auch diese Bindetechnik ab der 6. Woche, ich würde sogar noch weiter gehen und sie auch schon für das Neugeborene empfehlen. Dann sollte das Tuch aber sehr eng gebunden werden, da sonst (anders als bei der sehr kompakten Wickelkreuztrage), die Gefahr besteht, daß Dein noch junges Baby
in sich zusammensackt und die Wirbelsäule gestaucht wird. Für die Kreuztrage benötigst Du mindestens ein 3,60 m, besser noch ein 4,10 m langes Tuch.
Achtung! Setze Dein Baby NIE mit dem Rücken zu Dir in die Kreuztrage! Sein Rücken würde so nicht genug Halt finden und die Wirbelsäule wird gestaucht. Außerdem wäre es so allen auf es einstürmenden Reizen ohne Rückzugsmöglichkeit ausgeliefert. Bei Jungen besteht zudem noch die Gefahr, daß die Hoden abgedrückt werden! Wenn Du den Eindruck hast,
Dein Baby möchte mehr sehen, so benutze lieber den Hüftsitz.
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Der Klassiker unter den aufrechten Trageweisen! Während alle anderen (bis auf die Rückentrage) Erfindungen dieses Jahrhunderts sind, wurden Säuglinge in fast allen bekannten Kulturen und zu jeder Zeit schon immer auf der Hüfte getragen. Auch ganz ohne Tragehilfe, und das nicht nur in exotischen Lebensumständen!
Beobachte mal die Eltern größerer Kinder, die bei einem Spaziergang müde geworden sind: sie setzen sich das Kind auf die Hüfte und stützen es im Rücken mit einem Arm.
Das Tragetuch tut nichts anderes, als diese stützende Funktion des Armes zu übernehmen, so daß die Hände frei sind. Anatomisch gesehen ist der Hüftsitz für Dein Baby die optimale Trageweise: ganz automatisch und ohne daß Du nachhelfen mußt (wie etwa bei der Kreuztrage, wo Du darauf achten mußt, daß die Stoffbahnen
breit genug aufgefächert sind) nimmt es die vorteilhafte Spreiz-Anhock-Haltung der Beine ein. Außerdem kann es so all die interessanten Dinge sehen, die Du mit ihm im Tuch tust, und muß nicht dauernd über Kopf nach hinten linsen (wie bei allen Trageweisen mit face-to-face-Orientierung, also Kreuz-, Wickelkreuz- und Känguruhtrage).
Und wenn es dann genug gesehen hat und eine Auszeit benötigt, dreht es einfach den Kopf zu Dir und kann so alle äußeren Reize ausblenden.
Auch beim Hüftsitz gilt: wenn Du das Tuch so hoch ziehst, daß das Köpfchen gut gestützt ist, kannst Du auch schon Dein ganz junges Baby, ab etwa 8 Wochen, problemlos so tragen. Wenn das mit dem Hochziehen nicht so klappt (man braucht etwas Übung), stütze das Köpfchen einfach, indem Du Deinen Arm um Dein Baby legst. Der Kopf ruht dann
zwischen Deinem Arm und Deinem Busen. Dein Baby wird es sicher sehr gemütlich finden! Wenn es älter wird, kannst Du allmählich erst den Kopf, dann die Arme frei lassen, bis es dann später wirklich nur noch mit dem Rumpf im Tuch sitzt.
Es reicht ein kurzes, 2,50 m - Tuch. Wie bei der Wiege auch, kannst Du natürlich auch Dein längeres Tuch benutzen; dann mußt Du die langen Enden um Deinen Bauch wickeln. Das ist allerdings sehr störend, sowohl beim Knoten sowohl was den Tragekomfort angeht, so daß sich meiner Meinung nach die extra Anschaffung eines kurzen Tuches lohnt.
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Die Hüft-Kreuztrage (auch seitlich verkreuzter Hüftsitz) ist eine Erfindung der österreichischen Tuch-Firma Easycare. Sie kombiniert das Stoffkreuz der Kreuztrage mit der Schulter-Umschlag-Technik des klassischen Hüftsitzes. Die Vorteile gegenüber diesem: der Kreuz-Hüftsitz ist sehr leicht zu binden und sitzt beim erstenmal, das Anpassen
durch einen Partner entfällt: hat man das Tuch etwas zu locker gebunden, wird einfach die obere Tuchkante über die Schulter gezogen und schon sitzt das Tuch stramm. Durch diesen Schulterumschlag hast Du dann ein breites Stück Stoff über der Schulter, was für Deinen Rücken wesentlich angenehmer ist als die vergleichsweise schmale Stoffbahn
beim klassischen Hüftsitz. Für Männer ist diese Variante auch komfortabler, da das Baby hier nicht auf ihrer nichtvorhandenen Hüfte, sondern im Stoffkreuz sitzt. Allerdings ist der Hüft-Kreuzsitz erst geeignet, wenn Dein Baby seinen Kopf selbst halten kann, denn ein Abstützen des Köpfchens mit dem Tuch ist nicht möglich. Die optimale Tuchlänge
ist 3,60 m, bei größeren Personen (über 1,80 m) lieber 4,10 m.
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Diese Trageweise stellt so etwas wie die Königsdisziplin unter den Bindetechniken dar, denn es erfordert schon einiges an Geschick, Dein Baby sicher auf Deinen Rücken zu befördern und, während Du es festhälst, die Stoffbahnen straff genug zu ziehen. Deshalb übst Du diese Trageart am besten zunächst mit einem Partner. Nach ein paar Versuchen
wirst Du bestimmt schon recht geübt sein und kannst das Binden auch mal alleine wagen. Wenn Du es dann geschafft hast, kannst Du Dich endlich all die Hausarbeit erledigen, die bisher liegengeblieben ist: keine andere Trageweise läßt Dir so viel Freiheit, Deinen üblichen Tätigkeiten nachzugehen. Während Dein Baby fast aus der gleichen Perspektive
wie Du selbst alles verfolgen kann, erledigst Du den Abwasch, das Bügeln und das Aufhängen der Wäsche, oder Du machst einen schönen langen Spaziergang. Die Rückentrage ist der optimale Babysitter! Darum lohnt es sich auch, nicht aufzugeben, wenn es nicht gleich klappt.Ich habe es auch erst nach einigen Fehlversuchen geschafft, die Rucksacktrage
vernünftig zu binden!
Geeignet ist die Rückentrage, sobald Dein Baby seinen Kopf gut halten kann, etwa ab dem 5. oder 6. Monat. Zwar kann man auch schon die ganz Kleinen auf den Rücken binden, wenn man den Stoff am Köpfchen hoch und stramm genug zieht, allerdings gelingt das Anfängern nicht immer gleich.
Du benötigst ein etwa 3 m langes Tuch - dann mußt Du den Knoten unterm Po binden, was manchmal verrutschen kann. Besser ist ein 4 m bis 4, 40 m langes Tuch, das Du unter den Beinen hindurch nach vorne führen und dort verknoten kannst.
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